Die bayerischen Bistümer müssen sich auf einen verschärften Priestermangel einstellen. Von Alois Knoller

Im Jahr 2010 wurden erstmals weniger als 30 Neupriester geweiht und auch 2011 waren es gerade 33 Männer, die sich ganz in den Dienst der katholischen Kirche stellten. „Wir sehen seit einigen Jahren einen deutlichen Rückgang der Neueintritte in die Priesterseminare“, berichtete der Regens des Münchner Georgianums, Franz Joseph Baur, unserer Zeitung. Mit Blick auf den immer größeren Priestermangel wird die Diözese Augsburg die Seelsorgeeinheiten vergrößern.
Der negative Trend zu geistlichen Berufen hänge mit der Gesamtsituation der Kirche zusammen, wo die volkskirchlichen Strukturen einbrechen. „Der Rückgang in den Seminaren geht parallel einher mit der rückläufigen Zahl kirchlicher Trauungen, wozu sich die jungen Leute in einem ähnlichen Lebensalter entschließen“, sagte Baur, der auch Sprecher der Deutschen Regentenkonferenz ist.
Die jetzt ins Priesterseminar eintreten, nennen mitunter den Weltjugendtag (WJT) als Schlüsselszene auf dem Weg ihrer Berufung, erzählte Baur. „Aber das sind auch nur Einzelne.“ Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa betrachtet die WJT-Teilnehmer als Hoffnung für die Kirche. Noch an Silvester war er vom Treffen in Madrid begeistert.
In der Regel waren Seminaristen in ihrer Heimat aktive junge Katholiken als Ministranten, Lektoren und in der Pfarrjugend. Doch solche Orte würden weniger auf dem Land, „wenn alles ausgetrocknet ist“ (Baur).
Kirchliches Engagement funktioniere eher in einem pfarrlichen Zentrum mit Chorgesang, Ministrantenschar und Weihrauch. „Das ist für alle Beteiligten ein schöner Ort“, so Baur. Um Berufungen zu wecken, sei die Nähe zu den Menschen das A und O.»Leitartikel Seite 2
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