Samstag, 18. Mai 2013

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Oberhauser Bahnhof: Brennpunkt der Sucht
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19.04.2012 21:23 Uhr
Remarc
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Zitat von offenundehrlich
 

Also ich kann ja einen Großteil der Argumente, die hier geschrieben wurden, nachvollziehen

aber

ich wäre schon neugierig, wie manche Kommentare ausgefallen wären, würden die drogen- und alkoholabhängigen Mitbürger sich Tag für Tag, jeden Abend oder auch schon etwas früher, bei schönem Wetter, bei schlechtem Wetter, an Sonn- und Feiertagen, genau vor ihren Wohnungen aufhalten. Unschuldig

Oder den Kommentar eines Familienvaters, dessen Kinder jeden Tag unmittelbar vor der Nase die Menschen vor der Haustüre haben. Ist da nicht eine gewisse Angst der Eltern nachvollziehbar Verwirrt ?

Ich habe sicherlich auch keine Lösung, es wird auch keine geben,  sonst hätte man diese schon lange gefunden und es würde diese Szenemenschen nicht bereits in jeder mittelprächtigen Ortschaft/Stdt geben.

Unterstellen wir mal, die Stadt hätte auf die seit Jahren bekannte Szene am Oberhauser Bahnhof nicht reagiert, stelle sich einer dann das Geschrei hier vor. ----Man kann es eben nicht Jedem recht machen

Die Bemerkung von TomTinte mit dem Hinweis auf das Skt-Florians-Prinzip trifft wohl den Nagel auf den Kopf.

Es muss natürlich "überreagiert" heissen, alternativ ginge auch "mit Aktionismus". Und bei dem Haustürargument muss ich sofort an das Mantra denken, welches die Nachbarn von Amokläufern und sonstigen Unholden in 9 von 10 Interviews abspulen: "Er hat immer nett gegrüsst.". Alkies und Junkies gehen auch eher selten auf Kinder los oder vergreifen sich gar, da ist der Schoß der Familie um ein vielfaches gefährlicher. Wenn man seine Freaks kennt, gibt es gleich viel weniger zu fürchten. Wenn man sich mal mit dem Löffel-Joe unterhalten hat, war der Gruselfaktor seiner verkrüppelten Hände schnell dahin. Dann war er halt nervig, aber keine Bedrohung. Wenn es keinen Prangereffekt haben würde, würde ich ein Pennerpedia einrichten, damit die hasenherzigen Kleinstbürger ihre Nemesis gefahrlos betrachten können.

20.04.2012 07:01 Uhr
schienenfreund
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Nur weil jemand sozial schwach ist oder welche Probleme auch immer hat, darf er nicht die Bahnhofsunterführung als WC verwenden.

Es stellt sich die Henne-Ei Frage, ob man durch welche Faktoren auch immer ausgegrenzt wird oder ob man sich durch Nichtbeachtung von sozialen Normen selbst ausgrenzt.

 

 

20.04.2012 09:44 Uhr
googelix
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Zitat von schienenfreund

Nur weil jemand sozial schwach ist oder welche Probleme auch immer hat, darf er nicht die Bahnhofsunterführung als WC verwenden.

Es stellt sich die Henne-Ei Frage, ob man durch welche Faktoren auch immer ausgegrenzt wird oder ob man sich durch Nichtbeachtung von sozialen Normen selbst ausgrenzt.

 

 

 Eine Gesellschaft setzt sich aus verschiedenen Gruppen zusammen, da gehören Junkies, Alkoholiker, Obdachlose und allgemein schwache Schichten genauso dazu, wie die saturierten. Insofern ist es auch gesellschaftliche Aufgabe und Verpflichtung, sich um die Underdogs zu kümmern. Ausgrenzung und Vertreibung sind einer Gesellschaft, in welcher der Begriff "sozial" keine Worthülse sein dürfte, unwürdig. Wenn die Leute also z.B. in einer Bahnunterführung ihre Notdurft verrichten stellt sich mir in erster Linie die Frage, wieso es keine kostenlos nutzbaren Öffentlichen Bedürfnisanstalten mehr gibt. Das Gleiche gilt für Wärmestuben oder Drogenkonsumräume. Die in Ihren Zeilen durchscheinende Haltung "wenn sich jeder selbst hilft, ist allen geholfen" halte ich für zynisch und unangemessen.

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20.04.2012 09:50 Uhr
googelix
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Zitat von Remarc

 Wenn es keinen Prangereffekt haben würde, würde ich ein Pennerpedia einrichten, damit die hasenherzigen Kleinstbürger ihre Nemesis gefahrlos betrachten können.

 Nemesis, also  "ausgleichende, vergeltende Gerechtigkeit", ist in diesem Zusammenhang wohl der falsche Begriff.

Arroganz und Ignoranz des kleinkarierten Spießbürgers träfe wohl eher zu.

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20.04.2012 09:58 Uhr
Martin
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Zitat von googelix
 
Wenn die Leute also z.B. in einer Bahnunterführung ihre Notdurft verrichten stellt sich mir in erster Linie die Frage, wieso es keine kostenlos nutzbaren Öffentlichen Bedürfnisanstalten mehr gibt. Das Gleiche gilt für Wärmestuben oder Drogenkonsumräume.


Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie die Antworten kennen. Der Unterhalt von öffentlichen WCs ist teuer, nicht zuletzt durch den immer stärker zunehmenden Vandalismus. Kostenpflichtige, private Lösungen wie Sanifair & Co. scheiden aus, da man den Leuten die 80 Cent für die Bierflasche bezahlen nicht auch noch 50 Cent fürs WC abknöpfen darf, dass wäre ja unsozial. Das mit den Wärmestuben und Drogenkonsumräumen ist meist eine Sache bei denen die Anwohner den Aufstand proben. Aber vielleicht können Sie davon berichten, ob ihr Projekt, entsprechende Einrichtungen in ihrem Wohnviertel zu installieren, im Zeitplan liegt und die Zustimmung der Nachbarschaft gefunden hat.

Martin

20.04.2012 10:09 Uhr
montebaldo
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Zitat von googelix
 

 

 Wenn die Leute also z.B. in einer Bahnunterführung ihre Notdurft verrichten stellt sich mir in erster Linie die Frage, wieso es keine kostenlos nutzbaren Öffentlichen Bedürfnisanstalten mehr gibt.

Es gibt am Oberhauser Bahnhof eine öffentliche kostenlose Bedürfnisanstalt. Sie ist allerdings nur die Hälfte der Zeit zugänglich. In der anderen Zeit ist sie nicht benutzbar, fragen Sie mal warum oder besser nicht, Details sind zu unappetitlich, sie hier näher zu erläutern.

Ich will übrigens nicht behaupten, dass nur die Problemgruppen am Nordbahnhof, diese so zurichten.  Aber das ist halt die Krux mit öffentlichen Toiletten, wenn keine Aufsicht dabei  ist und mit einer solchen geht es halt nicht kostenlos.

20.04.2012 10:20 Uhr
Gast_2139481608
gelöscht
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Na ja, irgendwo muesen die Leute ja hin. Wegbeamen kann man sie ja nicht.

Ich hielt den Oberhauser Bahnhofsvorplatz schon wegen seiner Groesse und im hinteren Bereich nciht gerade grosser Passantenanzahl schon fuer eine gute Loesung.Was habt Ihr denn fuer Alternativvorschlaege?

Gehoeren die in den Siebzigern stehengebliebene Kneipe und der Kiosk im Bahnhof nicht zusammen? Ich meine schon. Dann sollte es doch moeglich sein die Leute die dort ihre Alkoholika kaufen auch auf die Kneipentoiette zu lassen.

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20.04.2012 17:18 Uhr
Remarc
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Wo schlagen eigentlich die Gäste des "Biergartens" ihre Speis- & Trank-Endprodukte ab?

20.04.2012 19:51 Uhr
googelix
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Zitat von Martin

 Das mit den Wärmestuben und Drogenkonsumräumen ist meist eine Sache bei denen die Anwohner den Aufstand proben. Aber vielleicht können Sie davon berichten, ob ihr Projekt, entsprechende Einrichtungen in ihrem Wohnviertel zu installieren, im Zeitplan liegt und die Zustimmung der Nachbarschaft gefunden hat.

Martin

 Ihre rhetorischen Winkelzüge sind ja amüsant zu lesen, gehen aber am Thema etwas vorbei. Natürlich ist es schwierig, eine Wärmestube oder einen Fixerraum einzurichten und bei Nachbarn durchzusetzen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es eine gesellschaftliche Aufgabe bleibt, sich um diese Menschen zu kümmern. Und sicherlich gibt es auch in Augsburg Räumlichkeiten, die gut erreichbar sind und für die Umgebung tolerabel wären. Gäbe es diese Räumlichkeiten in unserem Wohnquartier, würde ich mich deren Nutzung nicht entgegen stellen.

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20.04.2012 20:29 Uhr
schienenfreund
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Zitat von googelix
                                 

Natürlich ist es schwierig, eine Wärmestube oder einen Fixerraum einzurichten und bei Nachbarn durchzusetzen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es eine gesellschaftliche Aufgabe bleibt, sich um diese Menschen zu kümmern.

Es ist kein Konsens, dass Fixerstuben eine gesellschaftliche Aufgabe sind.

 

20.04.2012 20:37 Uhr
Martin
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Zitat von schienenfreund
 
Es ist kein Konsens, dass Fixerstuben eine gesellschaftliche Aufgabe sind.


Man verbietet zwar das Rauchen flächendeckend, schafft aber zeitgleich die Infrastruktur für den Konsum harter Drogen.
Das nenne ich doch mal eine stringente Gesellschaftspolitik!

Martin

20.04.2012 21:19 Uhr
volksdemokrat
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Zitat von Martin

 


Man verbietet zwar das Rauchen flächendeckend, schafft aber zeitgleich die Infrastruktur für den Konsum harter Drogen.
Das nenne ich doch mal eine stringente Gesellschaftspolitik!

Martin

 Wenn in diesen Stuben Rauchverbot herrscht, passt's doch. Breites Grinsen

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„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ - Voltaire

21.04.2012 08:13 Uhr
googelix
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Zitat von Martin

 


Man verbietet zwar das Rauchen flächendeckend, schafft aber zeitgleich die Infrastruktur für den Konsum harter Drogen.
Das nenne ich doch mal eine stringente Gesellschaftspolitik!

Martin

 Ich nenne das konsequent. Denn die Folgen des Missbrauchs der Volksdroge Nr. 1, dem Alkohol, kosten in Deutschland 73.000 Menschen jährlich das Leben, das Rauchen entleibt  110.000 Menschen, auf das Konto der "harten Drogen" gehen hingegen "nur" 1250 Menschen, viele von denen wohl auch deshalb, weil die hygienischen Bedingungen des illegalen Drogenkonsums unter aller Kanone sind. Während sich also anzahlmäßig die Einwohner einer Großstadt in meist angenehmem Ambiente legal zu Tode saufen und rauchen dürfen, verwehrt man einer kleinen Gruppe Mindeststandards, welche deren Letalitätsrate deutlich senken würden. Wenn diese Fakten Ihrer Vorstellung einer guten Gesellschaftspolitik entsprechen, sollten Sie vielleicht noch einmal darüber nachdenken.

Quelle: Drogenbericht 2011

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Zuletzt geändert von googelix, am 21.04.2012 um 08:19 Uhr
21.04.2012 08:23 Uhr
schienenfreund
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Zitat von googelix
                                  

 Ich nenne das konsequent. Denn die Folgen des Missbrauchs der Volksdroge Nr. 1, dem Alkohol, kosten in Deutschland 73.000 Menschen jährlich das Leben, das Rauchen entleibt  110.000 Menschen, auf das Konto der "harten Drogen" gehen hingegen "nur" 1250 Menschen, viele von denen wohl auch deshalb, weil die hygienischen Bedingungen des illegalen Drogenkonsums unter aller Kanone sind. Während sich also anzahlmäßig die Einwohner einer Großstadt in meist angenehmen Ambiente legal zu Tode saufen und rauchen dürfen, verwehrt man einer kleinen Gruppe Mindeststandards, welche deren Letalitätsrate deutlich senken würden.

Übersetzt: Weil durch legale Drogen viele Menschen sterben, sollen die Konsumenten illegaler Drogen bessere Bedingungen vorfinden.

Muss ich das verstehen?

21.04.2012 08:32 Uhr
googelix
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Zitat von schienenfreund

 

Es ist kein Konsens, dass Fixerstuben eine gesellschaftliche Aufgabe sind.

 

 In meinem persönlichen wie politischen Umfeld besteht durchaus Konsens darüber, dass die Schaffung von Räumlichkeiten, in denen sich Drogenabhängige unter menschenwürdigen Bedingungen aufhalten können, ggf. medizinische Betreuung und hygienisch einwandfreie Utensilien (Einmalspritzen z.B.) erhalten und ggf. auch substituiert werden können, eine gesellschaftliche Aufgabe sind.

Wikipedia definiert den Drogenkonsumraum wie folgt:

Eine Einrichtung), in deren Räumlichkeiten Betäubungsmittelabhängigen eine Gelegenheit zum Verbrauch von mitgeführten, ärztlich nicht verschriebenen Betäubungsmitteln verschafft oder gewährt wird. Der eigentliche Konsum von Betäubungsmitteln ist nicht verboten, da er als straffreie Selbstschädigung gilt.

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