Samstag, 20. September 2014

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Kommt die Bezahlschranke bei Online-Angeboten der Tageszeitungen?
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28.06.2012 02:10 Uhr
OnkelHorst
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Huhuuu, das paid-content Gespenst geht wieder um.

Erinnert mich ein bisschen an so eine Fliege, die verzweifelt mit dem Kopf an die Scheibe hämmert und nicht durchkommt und dann noch mal eine große Runde im Raum dreht um wieder mit Vollgas dagegenzuwemsen.

Als Leser kann man aber eigentlich nur profitieren, das Print-Monopol der AZ ist wohl unangreifbar, aber online ist die Einstiegshürde erheblich geringer, und wenn der Platzhirsch sich dann auch noch selber aus der Konkurrenz nimmt wird die Lücke sicher schnell gefüllt.

28.06.2012 07:54 Uhr
montebaldo
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Zitat von Klartexter
 

 

Guter Tipp, Puk Breites Grinsen

Grundsätzlich ist es völlig legitim, für Inhalte auch Geld zu verlangen. Ich glaube kaum, dass einer meiner Vorschreiber eine Leistung für lau erbringt. Warum also soll das ein Verlag? Ich bin Abonnent der Zeitung, zahle im Quartal fast 90 Euro für die tägliche Lektüre. Viele Artikel der Printausgabe sind online gar nicht aufrufbar - außer man ist wie ich ein Abonnent! Schon heute gibt es in großen Zeitungsportalen einen Teaser zu Artikeln, wer die dann lesen will, der muss dafür zahlen. Ich halte es schon für eine ausgesprochene Frechheit diverser Leute, wenn man alles umsonst will und dann auch noch herum meckert, dass einem die Inhalte missfallen.

Hallo Klartexter, im Grunde bin ich an Ihrer Seite. Leistung gehört bezahlt. Das möchte man selbst so haben und das sollte man auch anderen zugestehen.

Dennoch stört mich, dass man nun seit gut einem Jahrzehnt journalistische Leistung kostenlos angeboten hat und NUN, nun auf einmal empört die von Schmarotzern Ausgenutzten gibt.

Das ist so wie mit der Einführung der Bankkonten seinerzeit. Kostete nix, wurde man umworben und gelockt, wie vorteilhaft doch so ein bargeldloser Zahlungsverkehr sei. Kaum war die Sache allgemein eingeführt, kostete die Kontoverwaltung auf einmal was und zwar nicht wenig. Erkennen Sie das System Klartexter?

Man verzichtet anfänglich auf Einnahmen, um hinterher, wenn die Sache eingeführt und durchgesetzt ist, wenn keiner mehr drauf verzichten will und kann, umso besser abkassieren zu können. Oder wo ist es Ihnen heute noch möglich Ihren Lohn bar zu kassieren und Ihre Miete bar zu bezahlen? Bitte nicht die Antwort, es gäbe genügend kostenlose Girokonten - ja schon, wenn Sie ausreichend hohe monatliche Eingänge haben schon... Der Betuchte zahlt nicht, aber der mit kleinem Einkommen... wie schön.

Zurück zur Zeitung. Kein Thema, die Verlage, Redakteure, Journalisten sollen nicht umsonst arbeiten.

Nur, warum stellen sie sich dermaßen ungeschickt an, ihre Leistung dem Kunden attraktiv zu verkaufen?

Ich habe den Verdacht, der Umstand, dass es bis heute keine virtuelle Lesemappe zu einem akzeptablen Abopreis gibt, hat vor allem damit zu tun, dass man Sorge hat, man könnte einen Fehler machen und nicht genügend Geld aus dem System ziehen. Denn die kostenlose Geschichte ist natürlich auf absehbare Zeit vorbei, das haben nur die meisten noch nicht überrissen.

Ich zahle kein Geld für einen einzelnen Artikel, den ich evtl. lesen möchte, von dem ich aber nicht weiß, ob er auch nur im Ansatz dem entspricht, was ich erwarte. Ich zahle kein Geld für eine zweite, dritte Alternativmeinung, die ich mir heute gönne, weil ich nur eben mal schnell draufklicke und -blicke. Oft klickt man nach dem Anlesen den Artikel auch schon wieder weg, wenn man merkt, dass es eh nur dasselbe dpa-Geschreibe ist, ein wenig anders aufbereitet.

Ich halte mir ganz gewiss nicht Abos von den fünf bis zehn Zeitungen, in die ich gewöhnlich am Tag mal einen Blick werfe. Wenn es so kommen sollte, dann reduziert sich das wieder auf die beiden Zeitungen, die ich schon von jeher abonnierte. Da ist die AA dabei ja, weil man seine Heimatzeitung halt liest, schon aus Anhänglichkeitsgründen und dann eben auch online hält, aber was wäre das doch eine Vergeudung des Mediums Internet, aus kleinlichen fiskalischen Überlegungen, wie man nur ja endlich fett Butter aufs Brot bekommt.

So wie man in einem guten Café, 10 aktuelle Tageszeitungen vorfindet und diese alle neben seinem morgendlichen Frühstück inspizieren kann, so sollte es einen Onlineanbieter geben, der von den Verlagen berechtigt ist, ihre Artikel zu vermarkten und der uns nach Bedarf Abos zur Verfügung stellt, die eben das Anklicken von 5 bis xxx Artikel am Tag für einen bestimmten FAIREN Preis ermöglichen. *

Man muss ja auch sehen, dass sich durch das Medium die Kundenanzahl drastisch gesteigert hat. Ich war früher beispielsweise nie Spiegel-Leser. Würde mir nach wie vor nicht im Traum einfallen, dieses Magazin zu kaufen. Online lese ich natürlich oft mal einen aktuellen Artikel, den ich innerhalb eines pauschalen Abos auch zu zahlen bereit bin, aber ein Abo bei Spiegel allein käme nicht in Betracht.

Es geht nicht darum, statt für 'lau' nicht fünf oder zehn Euro im Monat zu berappen, das wäre mir persönlich eine breitgefächertes Onlinelesespektrum schon wert. Aber 40 oder 50 Euro im Monat gebe ich nicht aus.

Die Verlage und ihre Mitarbeiter sollen leben können, aber sie müssen sich nicht wie die Banken künftig goldene Nasen verdienen.

Abschreckendes Beispiel ist das Bezahlfernsehen im Fußball. Mir reicht es deutlich von dieser Geschichte. Anfangs dachte man: Fein, da zahlt man pro Spiel, das man ansieht, bekommt dafür mehr Fußball im Fernsehen geboten und die Vereine haben auch was davon, weil sie durch mehr Zuschauer, mehr Einnahmen haben. Hahaha. Jetzt muss man Abos abschließen für Angebote, die man gar nicht will, zahlt wochenlang während fußballloser Zeit und auch wenn man gar nicht gucken kann, weil man im Stadion vor Ort ist und die Herren Fußballer sind dermaßen überbezahlt, dass es nicht mehr schön ist.

Klartexter - für gute Leistung angemessen bezahlen gerne. Abgezockt werden nur sehr ungern.

 

* Und bitte nicht diese Mappen wieder so zusammenstellen, dass man mindestens drei Abos braucht, um abzudecken, was man gerne möchte -

________

Zuletzt geändert von montebaldo, am 28.06.2012 um 08:00 Uhr
28.06.2012 08:38 Uhr
Jürgen Marks
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@PuK: Ja, und im Prinzip hat sich an unserer Haltung nichts geändert. Der Unterschied zu 2009 ist der Erfolg so genannter  "Metered Models"  bei verschiedenen Online-Zeitungsauftritten. Deswegen macht für uns eine erneute Prüfung Sinn. 

28.06.2012 08:50 Uhr
heletz
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Zitat von montebaldo
 

 

...

Dennoch stört mich, dass man nun seit gut einem Jahrzehnt journalistische Leistung kostenlos angeboten hat und NUN, nun auf einmal empört die von Schmarotzern Ausgenutzten gibt....

Das ist ein uraltes Verfahren: erst die Konsumenten abhängig machen und dann zuschlagen.

Das hat schon Kurfürst Maximilian I. von Bayern ab 1604 so gemacht: Um den Verkauf von Weißbier anzuregen, hat er erstmal die Steuern darauf auf Null reduziert und dann kräftig erhöht, als sich erstmal alle an das Weißbier gewöhnt hatten.

Ungeschoren bleiben nur die, die sich sagen "brauch' ich nicht unbedingt", deshalb zahle ich auch nicht!"

 

________
Ein Hinweis: Gott sei Dank muß man nur in Schulen und Behörden die neue Rechtschreibung verwenden.

28.06.2012 08:52 Uhr
messalina
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Gibt es "Metered Models" auch auf Deutsch? Mit so einem Begriff möchte man nichts zu tun haben, jedenfalls ich nicht.

28.06.2012 09:14 Uhr
OnkelHorst
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Zitat von messalina
 

Gibt es "Metered Models" auch auf Deutsch? Mit so einem Begriff möchte man nichts zu tun haben, jedenfalls ich nicht.

Ich denke man darf auch "gestaffeltes Preismodell" sagen.

28.06.2012 09:31 Uhr
montebaldo
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Zitat von Klartexter
 

 

Es gibt mittlerweile einiges an Bezahlsystemen im Internet, I.B.O, in anderen Portalen zahlt man pro Artikel. Also beispielsweise mit PayPal, sobald die Zahlung erfolgt ist, kann man den Artikel aufrufen. Im weitesten Sinn also pay per view. Zwinkernd

Nochmal zu dem Pay per View für Artikel. Weiß nicht, was da jetzt die gängigen Preise sind. Der Spiegel verlangte glaube ich mal 50 Cent für die Anforderung eines Artikels. Oder gar mehr?

Das ist genau das Problem. Üblicherweise hat eine Zeitungsauflage soundsoviele Dutzend Artikel, deren Erstellung einschließlich Druck, Versand etc. zu einem Magazinpreis von sagen wir 5 Euro führen. Warum soll man für einen einzelnen Artikel 50 Cent bezahlen müssen? Weil man das Heft nicht mitkaufen muss?

Angenommen es schreibt jemand zu einem aktuellen brandheißenThema einen Kommentar den aktuell wahnsinnig viele Leute lesen wollen. angenommen den klicken tatsächlich 500.000 Leser an und bezahlen dafür 50 Cent. Welcher Artikel ist 250.000 Euro wert? Keiner.

Es soll eine Gelddruckmaschine angeworfen werden, die letztlich auf die Qualität des Journalismus durchschlagen wird. Denn natürlich ist der Verfasser geneigt, so zu formulieren, dass möglichst viele Leute den Artikel abrufen, um maximalen Profit zu erzielen.

Gibt es künftig Starjournalisten wie Schlagerstars, die sich dadurch auszeichnen, dass sie möglichst viele Artikel verkaufen?

Wenn eine Zeitung sich an ihrer Auflagenstärke misst, mag das noch angehen. Bei der Beliebtheit nach gelesenen Artikeln ist das schon höchst fragwürdig - da sind wir ja schon auf dem Weg dazu, unattraktive Themen schaffen es schon nicht mehr auf die Hauptseite. Wenn dann nicht nur geschrieben wird, was gerne gelesen wird sondern auch noch das, was sich gut verkauft. Wow. Dann kommt die Presse ihrem gesellschaftspolitischen Verantwortung wirklich voll nach.

 

________

28.06.2012 09:38 Uhr
Klartexter
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Zitat von montebaldo
 

 

Hallo Klartexter, im Grunde bin ich an Ihrer Seite. Leistung gehört bezahlt. Das möchte man selbst so haben und das sollte man auch anderen zugestehen.

Dennoch stört mich, dass man nun seit gut einem Jahrzehnt journalistische Leistung kostenlos angeboten hat und NUN, nun auf einmal empört die von Schmarotzern Ausgenutzten gibt.

Hallo monte,

Mitte der 90er Jahre betrieb die Zeitung eine graphische Mailbox, die Augsburger Newsline. Das war zu einer Zeit, als man noch viel Geld für einen Internetzugang löhnen musste. Anbieter wie AOL oder Compuserve verlangten damals monatliche Gebühren, und nicht zu knapp. Hinzu kamen die Telefongebühren, Flatrate gab es damals nicht. Bei der Mailbox fielen zwar auch Telefongebühren an, ansonsten war die Newsline kostenfrei. Die Inhalte waren natürlich längst nicht so umfangreich wie heute.

Dann kam der Umstieg ins Internet, was vielen Nutzern damals wenig gefallen hat. Aber die Zeit der Mailboxen war endgültig vorbei. Insofern unterscheidet sich die Zeitung durchaus vom Gebahren der Banken. Es wird ja auch nicht so sein, dass es künftig gar nichts mehr zu lesen gibt, eher wohl nur dann belanglose Kurzmeldungen.

Es ist ja speziell bei Zeitungen in vielen Läden eine Unsitte zu beobachten: Da wird das Produkt ganz ungeniert gelesen und danach wieder in das Regal gestellt. Diese Mentalität gibt es auch im Internet, dass man alles kostenlos will. Ihr Vergleich mit einem Cafe hinkt da etwas. Wenn da jemand gerade das Blatt liest, dass ich auch lesen möchte, dann habe ich Pech gehabt. Und auch in einem Cafe kann ich nicht einfach die Zeitung lesen, ohne dort auch etwas zu verzehren. Insofern zahle ich indirekt für das lesen mit.

Und ich mache mir jetzt einen schönen Tag in der Therme Bad Wörishofen. Kostet auch Geld, wo doch eigentlich das Wasser kostenlos vom Himmel fällt. Teufel

Schönen Tag noch

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Am liebsten sind mir die Leute, die ihren Hintern nicht hochbekommen, aber andere Leute heruntermachen wollen. Couchpotatoes eben...

28.06.2012 09:44 Uhr
Klartexter
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Zitat von montebaldo
 

 

Angenommen es schreibt jemand zu einem aktuellen brandheißenThema einen Kommentar den aktuell wahnsinnig viele Leute lesen wollen. angenommen den klicken tatsächlich 500.000 Leser an und bezahlen dafür 50 Cent. Welcher Artikel ist 250.000 Euro wert? Keiner.

 

Noch kurz, monte: Angenommen, es bringt jemand einen Song heraus, den alle haben möchten. Soll der dann nur 1 Cent kosten, während andere, weniger nachgefragte Songs dann einen Euro kosten? Sie sehen, so einfach geht es nicht. Der Preis regelt sich durch Angebot und Nachfrage. Alte Kaufmannsweisheit. Zwinkernd

Aber jetzt bin ich weg

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Am liebsten sind mir die Leute, die ihren Hintern nicht hochbekommen, aber andere Leute heruntermachen wollen. Couchpotatoes eben...

28.06.2012 09:54 Uhr
montebaldo
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Zitat von Klartexter
 

 

Hallo monte,

Mitte der 90er Jahre betrieb die Zeitung eine graphische Mailbox, die Augsburger Newsline. Das war zu einer Zeit, als man noch viel Geld für einen Internetzugang löhnen musste. Anbieter wie AOL oder Compuserve verlangten damals monatliche Gebühren, und nicht zu knapp. Hinzu kamen die Telefongebühren, Flatrate gab es damals nicht. Bei der Mailbox fielen zwar auch Telefongebühren an, ansonsten war die Newsline kostenfrei. Die Inhalte waren natürlich längst nicht so umfangreich wie heute.

Dann kam der Umstieg ins Internet, was vielen Nutzern damals wenig gefallen hat. Aber die Zeit der Mailboxen war endgültig vorbei. Insofern unterscheidet sich die Zeitung durchaus vom Gebahren der Banken. Es wird ja auch nicht so sein, dass es künftig gar nichts mehr zu lesen gibt, eher wohl nur dann belanglose Kurzmeldungen.

Es ist ja speziell bei Zeitungen in vielen Läden eine Unsitte zu beobachten: Da wird das Produkt ganz ungeniert gelesen und danach wieder in das Regal gestellt. Diese Mentalität gibt es auch im Internet, dass man alles kostenlos will. Ihr Vergleich mit einem Cafe hinkt da etwas. Wenn da jemand gerade das Blatt liest, dass ich auch lesen möchte, dann habe ich Pech gehabt. Und auch in einem Cafe kann ich nicht einfach die Zeitung lesen, ohne dort auch etwas zu verzehren. Insofern zahle ich indirekt für das lesen mit.

Und ich mache mir jetzt einen schönen Tag in der Therme Bad Wörishofen. Kostet auch Geld, wo doch eigentlich das Wasser kostenlos vom Himmel fällt. Teufel

Schönen Tag noch

Schönen Tag Ihnen, lieber Klartexter, aber eigentlich haben Sie ziemlich an meinem "Content" vorbeigeschrieben.

Man hat das, was man beklagt selbst verschuldet, beschwert sich jetzt über die, die das tun, was man jahrelang angeboten hat (Zeitungskioskbetreiber, der sagt, ja schau'n Sie ruhig mal rein in die Zeitschriften) und ist nicht dran interessiert, das Problem pragmatisch zu fairen Konditionen zu lösen.

Ich will nichts kostenlos!!!

Aber ich will auch keinen Affenzirkus veranstaltet haben, für etwas was ganz einfach zu regeln wäre.

Beispielsweise Google news nur noch gegen 5, 10, 20 Euro im Monat, je nach Abrufintensität. Einfacher geht's doch nicht mehr. Daneben Google-News-free für kostenlose Nachrichten.

Dass man sich so anstellt, hat einen Hintergrund, darauf dürfen Sie wetten.

________

28.06.2012 13:10 Uhr
OnkelHorst
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Zitat von montebaldo
  .

Ich will nichts kostenlos!!!

Sie kriegen auch nichts kostenlos. Es geht hier um einen Wechsel des Geschäftsmodells.

Im Moment ist es eben werbefinanziert. Zu lamentieren, dass man seinen Content ja verschenken würde ist lächerlich. Keiner käme auf die Idee zu behaupten, das RTL, Sat1 usw ihre Inhalte verschenken. Wir bezahlen dadurch, dass wir Werbung gucken.

Es gibt im Internet keine "Kostenlos-Kultur", genausowenig wie im Fernsehen oder Radio, es gibt ein dominierendes Geschäftsmodell, das eben auf Werbeeinblenungen beruht. Davon möchte man wohl gerne weg, weil man es nicht gewohnt ist und weil die Umsätze wohl nicht sind wie erwartet. Dass das Modell eigentlich funktioniert, beweisen andere Unternehmen jeden Tag.

Wenn man es wieder mal mit Bezahlschranken versuchen möchte wünsche ich viel Glück. Funktionieren wird das nur über Qualität, die Artikel von gestern abend ins Internet zu stellen und ein paar dpa- und "Mann beißt Hund"-Meldungen mit draufzupacken wird nicht reichen.

 

28.06.2012 13:25 Uhr
PuK
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Zitat von montebaldo
 

Beispielsweise Google news nur noch gegen 5, 10, 20 Euro im Monat, je nach Abrufintensität. Einfacher geht's doch nicht mehr. Daneben Google-News-free für kostenlose Nachrichten.

Einfacher nicht und teurer auch nicht. Stellen wir uns mal vor, die AZ würde ihr Abo für nur 10 € im Monat anbieten. Halb geschenkt, richtig, und so billig wird es auch nicht werden, keine Angst. Aber kalkulieren wir mal mit 10 €.

Auch stern.de will im Herbst kostenpflichtig werden. Dann lass mal noch den Spiegel auf die selbe Idee kommen, dann bist du schon bei 30 € im Monat oder 360 € im Jahr. Oben drauf legen wir noch dein Google-News für 10 €, dann sind es 480 €.

Es tut mir herzlich leid, aber ich bin nicht bereit und wäre derzeit auch gar nicht in der Lage, das auszugeben. Und ich werde auch nicht selektiv irgendwas abonnieren und dafür auf etwas anderes verzichten. Ich bin ein Verfechter der "Wehret-den-Anfängen"-Strategie und mache da von vornherein nicht mit.

Zuletzt geändert von PuK, am 28.06.2012 um 13:29 Uhr
28.06.2012 13:36 Uhr
hrafnagaldr
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Zitat von Jürgen Marks
 

@PuK: Ja, und im Prinzip hat sich an unserer Haltung nichts geändert. Der Unterschied zu 2009 ist der Erfolg so genannter  "Metered Models"  bei verschiedenen Online-Zeitungsauftritten. Deswegen macht für uns eine erneute Prüfung Sinn. 

Bei einer Zeitung wie der Financial Times mag das Modell durchaus Sinn ergeben und auch erfolgreich sein. Allerdings habe ich da bei der AZ so meine Zweifel. Das würde ich wenn überhaupt bei der Zeit zB abschließen. Für ungeprüft abgetippte dpa-Meldungen und teils belanglose Lokalmeldungen kann man kaum Geld verlangen.

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28.06.2012 14:04 Uhr
montebaldo
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Zitat von PuK
 Einfacher nicht und teurer auch nicht. Stellen wir uns mal vor, die AZ würde ihr Abo für nur 10 € im Monat anbieten. Halb geschenkt, richtig, und so billig wird es auch nicht werden, keine Angst. Aber kalkulieren wir mal mit 10 €.

Auch stern.de will im Herbst kostenpflichtig werden. Dann lass mal noch den Spiegel auf die selbe Idee kommen, dann bist du schon bei 30 € im Monat oder 360 € im Jahr. Oben drauf legen wir noch dein Google-News für 10 €, dann sind es 480 €.

Es tut mir herzlich leid, aber ich bin nicht bereit und wäre derzeit auch gar nicht in der Lage, das auszugeben. Und ich werde auch nicht selektiv irgendwas abonnieren und dafür auf etwas anderes verzichten. Ich bin ein Verfechter der "Wehret-den-Anfängen"-Strategie und mache da von vornherein nicht mit.

Da hast Du mich, glaube ich, missverstanden, PuK.

Ich meinte, dass das gesamte Online-Pressenangebot über einen zusammenfassenden Dienst wie meinetwegen google-news abrufbar sein müsste und dass eine Monatsgebühr, die google-news für die Verlage vereinnahmt, dann ausreichen muss, dass mir ALLE Artikel im Rahmen meines Monatsbudgets zur Verfügung stehen. (Abrechnen untereinander können die ja dann nach Häufigkeit der Klicks auf ihre Artikel)

Wer im Monat 100 Artikel lesen will zahlt 3 Euro, wer 250 lesen will 5 Euro etc. Sie finden das zu wenig Herr Marks? Im Augenblick erhalte ich über 100 Artikel für 1,40 € und diese Ausgabe muss noch gedruckt und vertrieben werden. Ich finde mit 3 Euro für 100 Artikel wäre das mehr als gut abgegolten.

Genau, was Du anführst  PuK und was kommen soll, ist indiskutabel. Jeder kocht sein eigenes Süppchen, jeder will für sich abkassieren. Ich schließe doch nicht x-Abo-Verträge ab, weil ich mal einen Artikel lesen möchte.

Da muss man dann eben mit Tauschbörsen wie im Musikgeschäft operieren. Denn dass ich die Zeitung zu mehreren lese und dann meiner Nachbarin weiterreiche, ist ja Usus und akzeptiert. Die AA rühmt sich ja ihrer Reichweite, die über ihre Auflage hinausgeht.

 

 

________

28.06.2012 14:53 Uhr
Jürgen Marks
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Ich finde es toll, dass hier im Forum schon über Preismodelle diskutiert wird... Aber gemach: Wir sind noch in der Phase, wo wir den Markt beobachten und die Erfahrungen von anderen Häusern auswerten. Interessante Modelle gibt es beispielsweise bei der Hannoversche Allgemeinen oder dem Darmstädter Echo.

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