Freitag, 18. April 2014

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Kommt die Bezahlschranke bei Online-Angeboten der Tageszeitungen?
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29.06.2012 00:12 Uhr
Klartexter
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Zitat von PuK
 

So, inzwischen habe ich einen Blick auf die Preisliste des Darmstädter Echos werfen können.

( Treffer, versenkt. :D )

Hast du denn auch gelesen, was das Online-Premium-Abonnement für 9,90 Euro monatlich enthält? Zwinkernd

________
Vor allem muss man zu den Quellen selbst eilen! 

29.06.2012 01:11 Uhr
PuK
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Zitat von Klartexter
 

Hast du denn auch gelesen, was das Online-Premium-Abonnement für 9,90 Euro monatlich enthält? Zwinkernd

Ja, selbstverständlich. Genau das bräuchte ich, wenn ich diese Darmstädter-Echo-Seite so frequentieren wollte wie diese hier.

Ich verstehe die Frage nicht. Worauf willst du hinaus?

29.06.2012 06:33 Uhr
montebaldo
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Zitat von Klartexter
 

Sie wissen ja, was ich beruflich mache, montebaldo. Da gibt es eine Menge Zeitgenossen, die verlangen allen ernstes, dass sie beim Kauf von 2 Päckchen Tee a` 2,75 Euro nur eines zahlen müssen.

....

Sie wollen oder können es tatsächlich nicht verstehen Klartexter. Sie können Ihren Teehandel mit einer Ware, die angebaut, gepflückt, verarbeitet und verschifft werden muss und verbraucht wird, nicht mit einem Medium vergleichen, wo ab einer gewissen Marge eben nur verdient wird. Angenommen Sie könnten Ihre Teepackungen beliebig vervielfältigen: Dann wären Sie vllt. froh, wenn Ihnen jemand für die vervielfältigte Packung noch 50 Cent zahlte als sie Ihnen im Regal stehen zu lassen.

Ich möchte Ihnen auch ans Herz legen, Kunden, die arglos anfragen, nicht als unverschämt zu betrachten sondern ihnen freundlich zu erklären, warum das nicht geht. Der Kunde hat einfach keinen Bezug zum Wert Ihrer Ware - woher sollte er auch? Er  wird von der Werbung regelmäßig aufgefordert zu vergleichen, zu verhandeln, nicht blöd zu sein, zwei Produkte zum Preis für eins zu kaufen (schauen Sie mal die Bäckertüten an oder die Sonderangebote vom Ihle "nehmen Sie noch einen Krapfen mehr, dann kriegen Sie einen umsonst") und wird trotzdem regelmäßig abgezockt (Strompreise, Verbindungspreise etc.).

Die Erzeugung einer Zeitung muss finanziert werden. Selbstverständlich und das wird er überwiegend auch heute noch und wohl auch in Zukunft über die gedruckte Ausgabe. Die E-Paper-Ausgabe dazu kommt mir persönlich dann schon reichlich teuer vor, da es für mich so wirkt, dass man da zwar einmal was entwickeln musste, damit man die Ausgabe auf den Bildschirm kommt und das auch pflegen muss. Aber die Hauptarbeit, das Erstellen einer umfangreichen Zeitung, das Schreiben von Artikeln und Kommentare, die Verarbreitung von Informatioenn, die Aufnahme von Annoncen, das ist doch alles schon für die gedruckte Ausgabe getan worden. Und dass für diese wie für den Online-Auftritt nach wie vor ganz ordentlich Werbeeinnahmen erzielt werden, muss man ja auch nicht vergessen. 

Trotzem habe ich, ich erwähnte es glaube ich schon, am Preis der AA (was kostet die eigentlich? Unschuldig ) nichts auszusetzen. Mich ärgert auch die Anhebung der Preise nur leicht. Das ist ein Posten, der seit 30 Jahren einfach im monatlichen Budget ist und wenn ich jemals zu einem Tablet mit für mich tauglichem Tarif kommen sollte, dann nehme ich auch noch die E-Paper mit dazu, weil das unterwegs handlicher wäre.

Von meiner Seite ist m.E. die AA also bezahlt. Mein Groll wendet sich deshalb auch gar nicht gegen die AA sondern gegen das System. 80 Cent für das Lesen eines Artikels. EINES. Lachhaft. Die haben ein Rad ab, wenn ich das so sagen darf. Das mag früher mal angemessen gewesen sein, wenn jemand nach drei Jahren kam und aus dem Archiv einen Artikel wollte, den er für irgendeinen Zweck benötigte. Wissen Sie was eine Zeitung kosten würde, wenn ein Artikel 80 Cent wert wäre?

Wenn die Zeitung irgendwo rumliegt, dann liest den Artikel ggf. auch jemand - umsonst. Diebstahl Diebstahl ruft da gleich wieder der Herr Klartexter. Nein - wegen der Werbung ist jeder Leser auch dann interessant, wenn er nicht für das Lesen bezahlt. Aufllage 200.000 - Reichweite 400.000. Jeder nicht bezahlende Leser hat sogar einen Wert.  Huuuuh, da finanzieren ja die einen die anderen mit. Ja so ist das. Dafür funzt das dann auch mal anders herum. Und deshalb müssen die Kosten für ein Presseerzeugnis von der Stammleserschaft getragen werden und die anderen ergeben Zusatzeinnahmen.

Ich lese mal einen Spiegelartikel oder einen vom Tagesspiegel oder der Neuen Züricher oder einen Kommentar vom Prantl,. ein Züricher liest mal aktuell einen Artikel von einem aufsehenerregenden Prozess in Augsburg in der AA. Ich bezahle die AA mit und habe nichts dagegen, dass ein Gegelenheitsnutzer dies umsonst tut oder gegen einen vergleichsweise geringen Betrag in einer Flat.

So und nun sind wir wohl an dem Punkt, dass nicht ICH das Problem bin, die ich die Leistung der AA ja bezahle, sondern dass diejenigen Leute das Problem sind, die einfach überhaupt für gar kein journalistische Leistung zu zahlen bereit sind.

Und da sollte man eben sauber trennen. Wer gar kein Abo bei keiner Zeitung hat , der muss halt richtig hinlangen für das Rosinenrauspicken. Wenn ich nur an ausgewählten Tagen ins Fitnessstudio gehe, dann kostet der Besuch mit Einzelkarte eben 10 Euro, während ich einen Zweijahresvertrag für 400 Euro abgeschlossen habe und theoretisch am Tag für 60 Cent trainieren kann. Gehe ich dagegen nur einmal, war das richtig teuer.

Ich habe keinerlei Interesse daran, dass Zeitungsverlage nicht überleben können und dass journalistische Qualität schlechter wird.  Aber dass man der Möglickeiten des Netzes beraubt werden soll oder dafür enorme Summen aufwenden muss - das ist ein Umstand der so empörenswert ist, dass man dies deutlich artikulieren sollte. Und ich lasse mir - siehe oben - ganz sicher kein schlechtes Gewissen einreden - von der AA schon gar nicht.

Und andere Verlage müssten dann ggf. auf meine Leserschaft wieder verzichten. 80 Cent für das Lesen eines schnell hingeworfenen Artikels zur aktuellen Bobbycar-Lage der Nation oder heute zum Ausscheiden der besten Mannschaft der Welt gegen limitierte Italiener oder zur xten Mutmaßung über die Entwicklung oder nicht Entwicklung des Euro-Untergangs? Vergesst es.

 

________

Zuletzt geändert von montebaldo, am 29.06.2012 um 06:36 Uhr
29.06.2012 09:02 Uhr
Klartexter
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Zitat von montebaldo
 
Ich möchte Ihnen auch ans Herz legen, Kunden, die arglos anfragen, nicht als unverschämt zu betrachten sondern ihnen freundlich zu erklären, warum das nicht geht. Der Kunde hat einfach keinen Bezug zum Wert Ihrer Ware - woher sollte er auch? 

Hallo  montebaldo Breites Grinsen

wenn ich bei meinen Kunden deutlich werde, dann ist das immer höflich - aber eben auch so, dass es völlig klar ist, dass Preise in der Form für mich nicht verhandelbar sind. Wer bei mir mehr kauft, der erhält durchaus einen schönen Rabatt - nicht anders als hier bei der Zeitung. Man will nur einen Artikel? Aber gerne - der kostet dann eben 80 Cent. Wer aber eine Menge Artikel lesen will, der fährt dann mit dem Abonnement besser.

 

Zitat von montebaldo
 
Die Erzeugung einer Zeitung muss finanziert werden. Selbstverständlich und das wird er überwiegend auch heute noch und wohl auch in Zukunft über die gedruckte Ausgabe. Die E-Paper-Ausgabe dazu kommt mir persönlich dann schon reichlich teuer vor, da es für mich so wirkt, dass man da zwar einmal was entwickeln musste, damit man die Ausgabe auf den Bildschirm kommt und das auch pflegen muss. Aber die Hauptarbeit, das Erstellen einer umfangreichen Zeitung, das Schreiben von Artikeln und Kommentare, die Verarbreitung von Informatioenn, die Aufnahme von Annoncen, das ist doch alles schon für die gedruckte Ausgabe getan worden. Und dass für diese wie für den Online-Auftritt nach wie vor ganz ordentlich Werbeeinnahmen erzielt werden, muss man ja auch nicht vergessen. 

Das ist eine Milchmädchenrechnung, monte. Die Auflagenzahl bei Zeitungen ist seit Jahren rückläufig, die wenigsten Menschen werden sich wohl gleichzeitig die Print- und die E-Paperausgabe im Abonnement leisten. Warum auch? E-Paper ist für mich beispielsweise dann interessant, wenn ich in Südafrika bin, hier in Augsburg langt mir die Printausgabe völlig. Zumal ich ja - wenn wirklich Bedarf da ist - als Abonnent bis zu 10 Artikel gratis in voller Länge abrufen kann pro Monat. Für den Verlag bleiben aber die Kosten für die Artikel gleich, egal, ob ich die Print- oder die E-Paper nutze. Die Personalkosten, die Infrastruktur und die Lizenzabgaben an die Presseagenturen werden ja nicht geringer, wenn eine E-Paper angeboten wird.

 

Zitat von montebaldo
 

So und nun sind wir wohl an dem Punkt, dass nicht ICH das Problem bin, die ich die Leistung der AA ja bezahle, sondern dass diejenigen Leute das Problem sind, die einfach überhaupt für gar kein journalistische Leistung zu zahlen bereit sind.

Und da sollte man eben sauber trennen. Wer gar kein Abo bei keiner Zeitung hat , der muss halt richtig hinlangen für das Rosinenrauspicken. Wenn ich nur an ausgewählten Tagen ins Fitnessstudio gehe, dann kostet der Besuch mit Einzelkarte eben 10 Euro, während ich einen Zweijahresvertrag für 400 Euro abgeschlossen habe und theoretisch am Tag für 60 Cent trainieren kann. Gehe ich dagegen nur einmal, war das richtig teuer.

Sehen Sie, so weit liegen wir doch gar nicht auseinander Ja!

Nichts anderes ist doch angedacht. Nur arbeitet jeder Verlag eben auch auf eigene Rechnung. Ich würde Ihr Anliegen bei einem Verlag wie Springer durchaus verstehen, wenn Sie dort die Hör Zu im Abo haben, und dann mal gerne Artikel aus einem anderen Verlagsobjekt lesen wollen. Da wäre ein kostenloser Zugriff ja beim selben Kostenträger.

Um bei Ihrem Beispiel mit dem Fitnessstudio zu bleiben: Dort können Sie ja für Ihr Abo so oft hin, wie Sie wollen. Wenn Sie aber beispielsweise in Hamburg sind, dann können Sie ja auch nicht mit dem Verweis auf Ihren Vertrag mit dem heimischen Studio dort rein, es sei denn, das Studio gehört zu einer entsprechenden Kette. Dann müssen Sie in Hamburg auch eine Einzelkarte lösen, so wie Sie dann eben auch bei anderen Verlagen die Gebühr für einen Einzelartikel zahlen müssen. Denn Springer, Burda oder andere Verlage interessiert es nicht, dass Sie ein Abo bei der AZ haben, die arbeiten alle auf eigene Rechnung. Zwinkernd

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Vor allem muss man zu den Quellen selbst eilen! 

29.06.2012 09:38 Uhr
montebaldo
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Zitat von Klartexter
  Denn Springer, Burda oder andere Verlage interessiert es nicht, dass Sie ein Abo bei der AZ haben, die arbeiten alle auf eigene Rechnung. Zwinkernd

Sehen Sie und das genau ist die pure Ignoranz. Kundenwünsche interessieren nicht. Es interessiert nur, wie man selbst seine Interessen befriedigt. Leider findet man das auf verschiedenen Gebieten auch in der Technik - sprich Kompatibilität.

Aber kommen wir zurück auf die Lesemappen, die Unternehmer zusammenstellen, für Kunden, die wiederum ihren Kunden ein Leseangebot unterbreiten wollen. Wenn ich beim Arzt warte, der die gegen ein bestimmtes Entgelt seinem Patienten kostenlos bereit stellt, dann kann ich dort in den zwei Stunden Wartezeit 20 Artikel lesen, völlig umsonst, für die ich nach Ihren Vorstellungen mal eben 16 Euro bezahlen sollte und die die Zeitungen womöglich noch nicht mal kosten? Merken Sie nicht wie haarsträubend das ist?

Es wird dann eben Unternehmen geben, die virtuelle Lesemappen anbieten. Wenn die Verlage das nicht hinbringen, dann muss es eben von Dritter Seite auf die Beine gestellt werden. Dann erwirbt halt ein Unternehmen Abos von 100 Zeitungen und lässt gegen Gebühr mitlesen. 80 Cent für einen Artikel wird es wohl nicht sein.

Klartexter - das Internet hat ein Fass aufgemacht, das sich so, wie es manche gerne hätten nicht wieder verschließen lässt.

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29.06.2012 10:45 Uhr
Klartexter
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Zitat von montebaldo
 

Aber kommen wir zurück auf die Lesemappen, die Unternehmer zusammenstellen, für Kunden, die wiederum ihren Kunden ein Leseangebot unterbreiten wollen. Wenn ich beim Arzt warte, der die gegen ein bestimmtes Entgelt seinem Patienten kostenlos bereit stellt, dann kann ich dort in den zwei Stunden Wartezeit 20 Artikel lesen, völlig umsonst, für die ich nach Ihren Vorstellungen mal eben 16 Euro bezahlen sollte und die die Zeitungen womöglich noch nicht mal kosten? Merken Sie nicht wie haarsträubend das ist?

Sie sollten den Arzt wechseln, montebaldo, wenn Sie da so lange warten müssen, dass Sie 20 Artikel lesen können. Bei meinem Arzt warte ich maximal 15 Minuten Tongue Smilie

 

Zitat von montebaldo
 

Es wird dann eben Unternehmen geben, die virtuelle Lesemappen anbieten. Wenn die Verlage das nicht hinbringen, dann muss es eben von Dritter Seite auf die Beine gestellt werden. Dann erwirbt halt ein Unternehmen Abos von 100 Zeitungen und lässt gegen Gebühr mitlesen. 80 Cent für einen Artikel wird es wohl nicht sein.

Mag sein, monte. Aber jedes Unternehmen will Gewinn erzielen, ergo muss auch ein entsprechend hohes Klientel da sein, welches Interesse für so ein Produkt hat. Das Modell des Lesezirkels lässt sich nicht so ohne weiteres auf das Internet übertragen. Denn zum einen müssen Sie - sofern das ohne Kosten für Sie sein soll - einen bestimmten Ort aufsuchen, in welchem Sie dann die enthaltenen Zeitungen lesen können. Oder Sie abonnieren selbst den Lesezirkel, hier im Raum Augsburg zahlen Sie dann wöchentlich ab 10,50 Euro, dafür bekommen Sie dann 12 Zeitschriften ins Haus geliefert.

Im Internet wird das allein schon wegen der Möglichkeit illegaler Kopien - die Musikindustrie läßt grüßen - für jeden Unternehmer ein schwer kalkulierbares Geschäft. Beim "analogen" Lesezirkel lässt sich auch mit älteren Zeitschriften noch ein Geschäft machen, eben speziell in Arztpraxen etc. Ich habe da noch nie eine aktuelle Ausgabe einer Zeitschrift aufliegen sehen, eher schon Ausgaben, die wenigstens eine Woche alt sind. Im Internet ist mit den alten Hüten aber kein Geschäft zu machen.

Also muss jeder Unternehmer seinen Preis so planen, dass er einerseits dem Rechteinhaber den verlangten Obulus zahlen kann, andererseits aber selbst auch noch etwas verdient. Vermutlich wird dann ein ähnlicher Preis wie beim "analogen" Lesezirkel heraus kommen - und dann möchte ich doch zu gerne wissen, ob Sie bereit sind, monatlich über 40 Euro dafür abzudrücken, dass Sie Zugriff auf diverse Medien haben. Sie können dann zwar alle enthaltenen Beiträge lesen, nur bleibt Ihnen dann wohl kaum noch Zeit für irgendwelche anderen Dinge des Lebens. Und wir müssten hier dann wohl auch auf Ihre Beiträge verzichten - wollen Sie das wirklich?  Teufel

 

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29.06.2012 13:46 Uhr
montebaldo
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Zitat von Klartexter
 

Sie sollten den Arzt wechseln, montebaldo, wenn Sie da so lange warten müssen, dass Sie 20 Artikel lesen können. Bei meinem Arzt warte ich maximal 15 Minuten Tongue Smilie

Man merkt, Sie sind keine Frau und Sie müssen nicht zum Orthopäden. Oder Sie sind privat versichert, es gibt immer Leute, die Vorteile genießen.

 

Zitat von Klartexter
 

Mag sein, monte. Aber jedes Unternehmen will Gewinn erzielen, ergo muss auch ein entsprechend hohes Klientel da sein, welches Interesse für so ein Produkt hat. Das Modell des Lesezirkels lässt sich nicht so ohne weiteres auf das Internet übertragen. Denn zum einen müssen Sie - sofern das ohne Kosten für Sie sein soll - einen bestimmten Ort aufsuchen, in welchem Sie dann die enthaltenen Zeitungen lesen können. Oder Sie abonnieren selbst den Lesezirkel, hier im Raum Augsburg zahlen Sie dann wöchentlich ab 10,50 Euro, dafür bekommen Sie dann 12 Zeitschriften ins Haus geliefert.

 

Wenn die Bezahlschranke für alle Zeitungen kommt, dann gibt es eben für SZ, Spiegel, Tagessiegel, FAZ, NZ, FTD, etc. pp. an mir nichts zu verdienen. Wenn die sich an einem Leseportal beteiligen, das über eine Flatrate einen Zugriff ermöglicht  (für nachweisliche Kunden anderer Zeitungen beispielsweise) dann können sie - ich habe es ja dargelegt - gerne von x Euro bis xx Euro je nach Nutzung verlangen.

Keine Einnahme gegen 3 bis 20 Euro im Monat mag ja zunächst vernachlässigbar sein, aber wenn es 100.000 oder gar 500.000 Euro monatlich wären, die zu generieren wären, wäre es vielleicht doch wieder interessant, oder?

Dass es jemanden gibt, der im Internetzeitalter dafür plädiert sich nur aus einer einzigen Quelle schlau zu machen, irritiert mich. Dass er es toll findet, dass meine Bemühungen um weitere Information mich einen Haufen unberechtigter Kohle kosten soll, kann ich nur mit Unternehmerabzockersolidarität erklären.

 

 

 

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29.06.2012 14:17 Uhr
Klartexter
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Zitat von montebaldo
 

 

Dass es jemanden gibt, der im Internetzeitalter dafür plädiert sich nur aus einer einzigen Quelle schlau zu machen, irritiert mich. Dass er es toll findet, dass meine Bemühungen um weitere Information mich einen Haufen unberechtigter Kohle kosten soll, kann ich nur mit Unternehmerabzockersolidarität erklären.

Wo plädiere ich dafür, montebaldo? Nein!

Ich plaudere mal aus dem Nähkästchen: Wenn ich mich in Nürnberg um einen Platz auf den dortigen Märkten bewerben will, dann muss ich zuerst mal eine Gebühr überweisen, sonst wird mein Platzgesuch erst gar nicht bearbeitet. Warum also muss ich für etwas zahlen, von dem ich gar nicht weiß, wie es aussieht? In der Regel gibt es da nur eine Absage, die mich dann 30 Euro gekostet hat. Dabei wollte ich doch nur die Information, ob es einen freien Platz bei einer Veranstaltung gibt. Und Nürnberg ist kein Einzelfall, selbst in Augsburg ist diese Gebühr inzwischen zumindest angedacht. Und nun denken Sie mal an Leute, die ihr Geschäft erst aufbauen müssen, welche dann mal schnell ein paar hundert Euro los sind für die Information, dass sie in dem Ort nicht zugelassen werden. Soviel mal zu Unternehmerabzockersolidarität.

 

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29.06.2012 18:07 Uhr
augustus
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Ein Augsburger Startup-Unternehmen hat vor einigen Jahren eine indivduelle Tageszeitung angeboten, die als PDF per email jeden Morgen zugestellt wurde. Ich hatte an dem Pilotprojekt teilgenommen. Man konnte sich aus in- und ausländischen Zeitungen seine eigenen "PersonalNews" zusammenstellen (verschiedene Rubriken).

Ich fand das spannend, aber da die Auswahl der Zeitungen damals zu gering war und ich andererseits gar keine Zeit hatte das alles (dann doch am Abend) nachzulesen, habe ich dieses Abo (25 Euro/Mt.) dann doch nicht gekauft.

Die Inhalte von zehn Tageszeitungen zum Frühstück als PDF-Dokument: Diesen Service bietet jetzt ein Augsburger Start-up.
Der Trend geht zur Personalisierung – nach der „Niiu“ im November startet ab dem heutigen Montag die zweite individualisierbare Zeitung in Deutschland. Die Idee ist die gleiche: Leser können sich selbst zusammenstellen, welche Inhalte aus welchen Medien sie lesen möchten

 

Diese Idee kam auch von zwei Berliner Studenten als Print-Ausgabe::

Die gescheiterte Quellenvielfalt/ 19.1.2011

"Deutschlands erste individualisierbare Tageszeitung" muss Pause machen - zu wenig Abonnenten. "Niiu" verfolgte eine innovative Idee, will aber noch nicht aufgeben.

http://www.taz.de/!64512/

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29.06.2012 18:26 Uhr
ZeT
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(Beleidigungen gelöscht)

Zuletzt geändert von Anonyme, am 29.06.2012 um 20:51 Uhr
29.06.2012 19:07 Uhr
augustus
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Ich hoffe doch, dass in Zukunft Abonnenten der Printausgabe nichts für die online-Ausgabe zahlen müssen. Mit knapp 30 Euro im Monat ist für mich die Grenze erreicht. Leider wandert der Großteil der Zeitung bei mir täglich ungelesen in die Tonne,  weil mich Werbung, Sport, Boulevard kaum interessiert oder weil Nachrichten schon vorher online verfügbar waren. Manchmal erscheinen doch tatsächlich Meldungen 2 oder 3 Tage später in der print-Ausgabe. Vor allem dpa-Meldungen. Das ist verschwendetes Papier. Obwohl, nicht jeder liest ja Zeitungen online.

Wie viele andere möchte ich nicht auf die AZ, vor allem wegen dem Lokalteil, verzichten. Die Dritte Seite hat häufig interessante Reportagen/Interviews, die eben nicht überall zu finden sind. Lobenswert auch die neuen Doppelseiten wie z.B. heute bei "Politik" zum Euro/Fiskalpakt etc.. Finde ich gut gemacht und geben in Stichpunkten einen Überblick, gerade für Schnellleser.

Ansonsten lese ich querbeet im Netz und würde ungern pro Artikel bezahlen. Ausnahme: Stiftung Warentest. Wenn ich mir gerade eine Waschmaschine kaufen möchte, gebe ich gerne 1 Euro aus für die neuesten Testergebnisse.

Aber für einen 5-Zeiler bestimmt nicht. Und das kann einem beim AZ-Zeitungsarchiv durchaus passieren. Da steht nämlich nicht dort wie lang der Artikel ist. Ich glaube, das war früher mal anders? So kauft man die Katze im Sack für 67 Cent (für Nichtabonnenten).

PS: Tipp am Rande: Wer nicht so viel Zeit zum Suchen im Netz hat (nach bestimmten Themen, Stichworten) kann z.B.  google alert nutzen. Da bekommt man per email die entsprechenden Artikel-links zugesandt. Ich find's praktisch. Lohnt sich natürlich nur bei besonderen Themen, sonst ist das Postfach schnell voll.

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29.06.2012 19:53 Uhr
PuK
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Anfixen

Die Sache ist doch irgendwie auch die: Die Tageszeitungen haben von dem Moment an, als die ersten unter ihnen ihre Inhalte online stellten und damit von Anfang an keine schwarzen Zahlen schrieben, gemerkt, dass mit Nachrichten*) im Netz nur schwer Geld zu verdienen ist. Es gibt einfach viel zu viele Alternativangebote, die man genausogut nutzen kann. Und so lange auch nur eines davon kostenfrei ist (von mir aus auch etwas wie nzz.ch, und das ist nun wahrlich keine Notlösung für den klammen deutschen Leser, sondern da wird echt was geboten), wird sich das auch nicht ändern.

Und obwohl es sich seit zehn Jahren und mehr nicht rechnet, halten die Zeitungen verbissen an ihren Internetauftritten fest. Warum tun die das eigentlich? 

Weil man als Zeitung heutzutage einfach einen Internetauftritt braucht. Das gehört dazu, es ist einfach ein Must-Have.

Und was macht man nun als Unternehmen, wenn man mehrere Produkte anbietet, von denen sich ausgerechnet dasjenige nicht rentiert, das man unbedingt fürs Image braucht?

Man betreibt mit knirschenden Zähnen Quersubventionierung, ganz genau. Quersubventionierung ist ein wirklich schönes Zauberwort, finde ich. Sorcerer

Noch etwas anderes: Die AZ steht von der aktuellen Auflageentwicklung her nun wirklich gut da, wenn man sie mit anderen Blättern vergleicht ( hier mal das Beispiel Berlin, man beachte bitte besonders Bild, B.Z. und vor allem die FR :scared: ). Sie hat diese Form der Gewinnmaximierung überhaupt nicht nötig.

Nebenbei noch ganz kurz: Die Taktik, etwas zuerst kostenlos anzubieten, um die Kunden zu binden und dann Geld dafür zu verlangen, nennt man bei Drogendealern "anfixen". Allerdings ist dieses Verhalten in Wirklichkeit bei echten Drogendealern kaum, in der ganz legalen Marktwirtschaft dafür aber umso häufiger anzutreffen.

*) Zuerst stand da "Journalismus" statt "Nachrichten". Das habe ich dann aber geändert, weil mir der Journalismus bei vielen Angeboten zu kurz kommt. Wenn jede Zeitung zu 80 % aus Agenturmeldungen besteht, wäre es doch viel einfacher, der Endverbraucher könnte ein Abo bei der dpa abschließen. Dann wäre der Zwischenhändler, der die Informationen für den Verbraucher nur verteuert, überflüssig. Würde mehr echter, exklusiver Journalismus geliefert, könnte man Fans gewinnen, die zu zahlenden Kunden werden und auch nicht mir nichts dir nichts zur Konkurrenz wechseln, weil das selbe dort billiger oder umsonst ist.

29.06.2012 20:11 Uhr
Jürgen Marks
Ständiges Mitglied


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Für unsere Abonnenten bleibt der Online-Auftritt kostenlos. Das ist keine Frage. Wir prüfen, wie wir die Nicht-Abonnenten an den Kosten unserer Redaktion beteiligen können. Und: Es ist nicht geplant, für die Nutzung des Forums Geld zu verlangen.

29.06.2012 20:41 Uhr
PuK
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Zitat von Jürgen Marks
Und: Es ist nicht geplant, für die Nutzung des Forums Geld zu verlangen.

Das freut mich. :yes: :flowers:

29.06.2012 21:17 Uhr
stinki
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Kostenpflicht für User mit > 10.000 Beiträgen

 

Zitat von PuK
 

Das freut mich. :yes: :flowers:


Ich finde, dass die Benutzung des Forums für User mit mehr als 10.000 Beiträgen kostenpflichtig sein sollte, da durch diese überaus hohe Inanspruchnahme des Forums die Systemperformance spürbar leidet. Lachend


@ Herr Marks, dass der Online-Auftritt für Ihre Abonnenten kostenlos bleibt, ist eine klare und erfreuliche Aussage. Was schätzen Sie, wie lange das voraussichtlich so bleiben wird? Zwinkernd

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Der Anschein trügt, denn Aussitzen ist nicht mein Ding.

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