Freitag, 24. Mai 2013

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Diskussion um Atomendlager
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17.09.2009 15:51 Uhr
Mars
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Ich bin kein Spezialist bzgl. KWK´s. 2 Fragen drängen sich mir auf: Weshalb sollen radioaktive Stoffe überhaupt zentral irgendwo "verklappt" / vergraben werden, dazu noch auf Staatskosten? Man sieht doch die elementaren PÜrobleme wie z.B. bei "Asse"! Im Falle von Problemen ist es doch immer extrem schwierig und teuer "vergrabenes" zu behandeln / zu bearbeiten / zu sanieren! Ist es nicht viel sinnvoller, diese Gefahrenstoffe bei den AKW´s, "die doch so sicher sind", geeignet zu lagern, auf Kosten der Energiewirtschaft? Im Falle von Problemen kann jederzeit und "leicht" zugänglich das Problem bearbeitet werden. Dann hätten auch alle betroffenen Verursacher und Bundesländer eine klare Mitwirkungspflicht und keiner kann sich drücken! Und wir erliegen nicht der Untugend "aus dem Auge - aus dem Sinn"!
17.09.2009 23:33 Uhr
Zaapfenwastel
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Zitat von Mars
Ich bin kein Spezialist bzgl. KWK´s. 2 Fragen drängen sich mir auf: Weshalb sollen radioaktive Stoffe überhaupt zentral irgendwo "verklappt" / vergraben werden, dazu noch auf Staatskosten? Man sieht doch die elementaren PÜrobleme wie z.B. bei "Asse"! Im Falle von Problemen ist es doch immer extrem schwierig und teuer "vergrabenes" zu behandeln / zu bearbeiten / zu sanieren! Ist es nicht viel sinnvoller, diese Gefahrenstoffe bei den AKW´s, "die doch so sicher sind", geeignet zu lagern, auf Kosten der Energiewirtschaft? Im Falle von Problemen kann jederzeit und "leicht" zugänglich das Problem bearbeitet werden. Dann hätten auch alle betroffenen Verursacher und Bundesländer eine klare Mitwirkungspflicht und keiner kann sich drücken! Und wir erliegen nicht der Untugend "aus dem Auge - aus dem Sinn"!
Ihre Fragen haben Sie eigentlich schon selbst beantwortet . Nur: Nach dem Atomgesetz ist letztlich der Staat (Steuerzahler) für die Endlagerung (die es noch nicht gibt) verantwortlich. Die Zwischenlagerung (unsicher) wird momentan von den Betreibern finanziert und in/bei den AKW´s gelagert.
Eine aktive Bürgerinitiative in Süddeutschland - der Verein FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. - bringt mit einer Klage, bzw. einem Revisionsantrag und einem brisanten Gutachten eines renommierten Verfassungsrechtlers zentrale Genehmigungsgrundsätze aller 12 deutschen standortnahen Atommülllager ins Wanken. Mit diesen aktuellen Argumenten werden Grundlagen für eine verfassungsrechtlich Klärung der gesamten bundesdeutschen Atommüll(nicht)entsorgung und damit auch des Betriebs der Atomkraftwerke geschaffen.Information der Ulmer Aerzteinitiative

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Sicher is, dass nix sicher is, drum bin i vorsichtshalber misstrauisch (Karl Valentin)

18.09.2009 21:39 Uhr
rudi67
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In Italien hat die Mafia mit Atom- und anderem Giftmüll erfolgreich "Entsorgungsgeschäfte" gemacht. Übers ganze Mittelmeer verteilt wurden Schrottkäne mit Giftmüll beladen und versenkt. Vonseiten der Behörden erhielt sie breite "Zustimmung". Kann selbstverständlich bei uns nie passieren, denn deutsche Endlagerbetreiber sind zuverlässig, gründlich, ehrlich, unbestechlich, fälschen nie Gutachten und halten nie unangenehme Informationen zurück. Atom-Müll im Mittelmeer: Schiffe-Versenken mit der Mafia - taz.de
19.09.2009 12:12 Uhr
Zaapfenwastel
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Am Freitagmorgen um 7 Uhr stellten die Mitarbeiter des niedersächsischen Atomlagers Asse fest, dass deutlich mehr Lauge als bislang in das ehemalige Salzbergwerk eintritt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) alarmierte das Landesbergamt und das Umweltministerium in Hannover. An der Hauptlaugenzutrittsstelle auf der in 658 Metern Tiefe gelegenen Sohle sei der Zutritt ´über Nacht und völlig unerwartet´ um zehn Prozent auf 11 370 Liter am Tag angestiegen. Aus ´bergaufsichtlicher Sicht´ werde diese Steigerung sehr ernst genommen, teilte das Landesbergamt mit, da es über wenige Stunden zu einer so plötzlichen Steigerung gekommen sei. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es im ´schlimmsten Fall zu einem unbeherrschten Zustand´ in der Anlage komme. (Quelle: Focus)

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Sicher is, dass nix sicher is, drum bin i vorsichtshalber misstrauisch (Karl Valentin)

21.09.2009 18:22 Uhr
rudi67
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Aus einem Interview mit Prof.Dr. Klaus Duphorn, der jahrelang niedersächsischer Landesgeologe, Mitglied im sogenannten „AK End“ war. Er entwickelte Sicherheitskriterien für atomare Endlagerwar und war im Auftrag des Landes Niedersachsen als Gutachter zur Sicherheit des Salzstocks Gorleben tätig:
Wnet: Man hat sich in Deutschland ja frühzeitig auf die Einlagerung in Salzgestein festgelegt, ohne andere Gesteinsformationen überhaupt nur in Betracht zu ziehen. Wie kam es dazu? Prof. Duphorn: Die Entscheidung fiel bereits 1963 in der damaligen Bundesanstalt für Bodenforschung, nachdem in Amerika seit 1955 die Einlagerung in Salzgestein erforscht und für erfolgversprechend erklärt worden war. In den USA wurde dann ja auch tatsächlich in Salz eingelagert, aber dort handelte es sich nicht etwa um die Einlagerung aller hochradioaktiver Abfälle, sondern lediglich um militärische, sogenannte Alpha-Abfälle, die keine Wärme entwickeln. Das ist mit der Einlagerung von hoch radioaktiven Stoffen nicht zu vergleichen. Da gibt es große Unterschiede. Die Amerikaner hatten damals auch die Absicht, die Einlagerung in Salz auf hoch radioaktive Abfälle auszudehnen, sie haben dann aber zunehmend aufgrund eigener Kritiken davon Abstand genommen. Doch bis dahin folgten ihnen zunächst Dänemark, Holland und auch Deutschland. In den anderen europäischen Ländern wurde die Einlagerung in Salz schon vor langer Zeit aufgegeben, nur Deutschland ist dabei geblieben. Wnet: Wie hat man denn damals die Gefährlichkeit der nuklearen Abfälle eingeschätzt? Prof. Duphorn: Das waren damals Überlegungen, bei denen ein großer Spielraum bestand. Man wusste ja insgesamt noch sehr wenig. Faszinierend war die Vorstellung, dass Salz plastisch reagiert. Das heißt grundsätzlich, dass sich Spalten, die durch Erwärmung entstehen, selbsttätig wieder schließen. Das galt als großer Vorzug dieser Gesteinsart. Es schien allgemein ein so bestechender Vorteil zu sein, dass man andere Gesteinsformen gar nicht erst in Betracht zog. Aber im Laufe der Zeit kamen immer mehr Minuspunkte dazu. Zunächst einmal ist Salz nicht immer ohne Klüfte (Anmerkung: Risse im Gestein). Das zeigte sich mir eindrücklich schon während meiner Studienzeit, als ich ein Praktikum im Salzbergwerk Sondershausen in Thüringen absolvierte. Der Steiger führte mich zu einer Kluft im Steinsalz - die es nach Lehrmeinung gar nicht geben durfte. Ein Jahr zuvor hatte dort eine Gasexplosion stattgefunden, bei der 12 Bergleute getötet worden waren. Also, dieses Vorzugsphänomen der Plastizität ist nicht verallgemeinerbar. Es gibt Ausnahmen. Das hat mich doch sehr nachdenklich gemacht. Um den Bogen zum Salzstock Gorleben zu schlagen: Auch hier - ich glaube es war 1967 - gab es eine Gasexplosion über dem Salzstock Gorleben-Rambow, auf der anderen Seite der Elbe. Ich habe nach dem Wegfall der Grenze die Stelle aufgesucht, wo das passiert war und dann bei Freunden vom Biologischen Dienst in Schwerin nachgeforscht, was damals geschehen war. Da war ebenfalls Gas, dass sich unter dem Salzstock Gorleben-Rambow – der im übrigen mit dem Salzstock Gorleben verbunden ist – im Salzstock in Klüften aufgestiegen. Als dieses Gas dann bei Tiefbohrungen auf ca. 3000 m angebort wurde, ist es explodiert. Das Bohrgestänge hat zwei Tage lang gebrannt. Soviel zur Sicherheit des Salzstocks Gorleben von unten. wnet: Sie bleiben also dabei: der Salzstock Gorleben ist nicht geeignet... Prof. Duphorn: Meine Ansichten haben sich im Laufe der Zeit gestärkt. Schon bei der ersten hydrologischen Aufschlussbohrung im April 1979 bin ich dabei gewesen - gleich hinter der Gärtnerei, wo damals Rebecca Harms noch als hübscher Gärtnerlehrling gearbeitet hat. Aber diese Gasexplosion war – wie soll ich sagen - ein Urerlebnis in Bezug auf die Sicherheit von Salzstöcken. Dann sind wir mit vier Kriterien der niedersächsischen Landesregierung zur Sicherheit des Salzstocks in das Bohrprogramm eingestiegen. Nach Abschluss der Bohrkampagne stand für uns fest: drei von vier Kriterien waren nicht erfüllt. Das war mir einfach zuviel. Von Bohrung zu Bohrung wuchs meine Skepsis. wnet: Müsste denn nach Ihrer Ansicht im Verfahren, was die Arbeit der Wissenschaflter angeht, etwas geändert werden? Prof. Duphorn: Ja, das natürlich. An derartigen Themen, die weitreichende Konsequenzen, müssen unabhängige Wissenschaftler arbeiten – die allerdings auch den persönlichen Mumm haben müssen, sich politischer Einflußnahme zu entziehen. Als Hochschulprofessor habe ich das Privileg, frei zu sagen, was ich denke, ohne gemaßregelt oder aus dem Verkehr gezogen zu werden. Das ist wirklich ein Privileg, was ich übrigens zur Entlastung der meisten anderen Kollegen, die in und an Gorleben gearbeitet haben, hier einmal betonen möchte: die meisten derjenigen, die im Laufe der Jahre an dem Thema gearbeitet haben, waren weisungsgebunden. Sie waren Angestellte von Ministerien oder Behörden, die sich nicht gegen ihre Dienstherren stellen konnten. So können keine unabhängigen Gutachten entstehen. wnet: Was waren für Sie die Hauptfehler in Sachen Gorleben? Prof. Duphorn: Wolfram König (Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz) hat letztens – so war es in den Medien zu lesen – gesagt, dass Gorleben einen Geburtsfehler hat. Für mich hat Gorleben mehrere Geburtsfehler, wobei der Hauptfehler ist, dass man auf alternative Untersuchungen verzichtet hat. Das habe ich auch den Zuständigen in der PTB (Physikalisch-Technische-Bundesanstalt) immer gesagt. Denn: 1. ist das Prinzip der Vergleichbarkeit ein naturwissenschaftliches Grundprinzip und 2. erlangt man nie eine Akzeptanz, eine Glaubwürdigkeit bei einer Mehrheit der Bevölkerung, wenn man sich jahrelang an einen Standort klammert, und ihn auf politische Weisung hin – auch manchmal unwissenschaftlich - mit Zähnen und Klauen verteidigt. Das kann nicht gutgehen. Erst jetzt nach dreißig Jahren dämmert diese Erkenntnis auch einigen Herren in den Chefetagen der Ämter.

22.09.2009 17:52 Uhr
belfast
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Prof. Duphorn: Die Entscheidung fiel bereits 1963 in der damaligen Bundesanstalt für Bodenforschung, nachdem in Amerika seit 1955 die Einlagerung in Salzgestein erforscht und für erfolgversprechend erklärt worden war. In den USA wurde dann ja auch tatsächlich in Salz eingelagert, aber dort handelte es sich nicht etwa um die Einlagerung aller hochradioaktiver Abfälle, sondern lediglich um militärische, sogenannte Alpha-Abfälle, die keine Wärme entwickeln. Das ist mit der Einlagerung von hoch radioaktiven Stoffen nicht zu vergleichen. Da gibt es große Unterschiede. Die Amerikaner hatten damals auch die Absicht, die Einlagerung in Salz auf hoch radioaktive Abfälle auszudehnen, sie haben dann aber zunehmend aufgrund eigener Kritiken davon Abstand genommen. Doch bis dahin folgten ihnen zunächst Dänemark, Holland und auch Deutschland. In den anderen europäischen Ländern wurde die Einlagerung in Salz schon vor langer Zeit aufgegeben, nur Deutschland ist dabei geblieben.

hat uns nicht neulich umweltminister söder erklärt, dass salzstöcke weitab die besten endlager für radioaktiven müll seien ?

24.09.2009 18:49 Uhr
Zaapfenwastel
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Zitat von belfast
hat uns nicht neulich umweltminister söder erklärt, dass salzstöcke weitab die besten endlager für radioaktiven müll seien ?
Endlich ein guter Umweltminister !?:confused1:
Bayerns Umweltminister Markus Söder verlangte am Dienstag die sofortige Freigabe des Salzstocks Gorleben als Atommüllendlager. Gorleben sei ein geeigneter Standort - dies belegten wissenschaftliche Gutachten. Außerdem seien dort schon 1,5 Milliarden Euro investiert worden. Atommüll am Ziel - Endlagerdebatte neu entfacht | MDR.DE

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30.09.2009 17:43 Uhr
rudi67
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30.09.2009 17:56 Uhr
rudi67
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Interessant auch folgende Passage aus obigem Arttkel der taz:
Schwedens Atomwirtschaft hatte sich bereits Mitte der Achtzigerjahre auf das unerprobte Lagerkonzept in Kupferkapseln festgelegt und aus Kostengründen keine Alternativmethoden erforscht. Die Theorie der Kupferkorrosion müsse jetzt gründlich untersucht werden, sagt Willis Forsling, Mitglied des staatlichen Kernabfallrats: "Sonst kippt die zentrale Voraussetzung für das gesamte Konzept."

Wie war das ? Söder findet, man solle mit Gorleben weitermachen, weil wir doch jetzt schon sooooo viel Geld investiert haben. Kann man in diesem Zusammenhang eigentlich noch dümmer argumentieren ?

30.09.2009 18:41 Uhr
Zaapfenwastel
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Zitat von rudi67
...... Söder findet, man solle mit Gorleben weitermachen, weil wir doch jetzt schon sooooo viel Geld investiert haben. Kann man in diesem Zusammenhang eigentlich noch dümmer argumentieren ?
Vielleicht so:
Es wird immer von den Sicherheitsrisiken der Kernenergienutzung gesprochen. Vom viel höheren Straßenverkehrsrisiko mit 5000 Toten pro Jahr - allein in Deutschland - spricht keiner.Leserbrief Gorleben wird Endlager

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02.10.2009 19:24 Uhr
rudi67
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Das Bundesamt für Strahlenschutz hat seine Konzeptvarianten für den Umgang mit dem maroden Lager Asse und den 126.000 Fässern mit Atommüll vorgelegt. Entschieden ist noch nichts, aber eines ist klar: Es wird verdammt teuer und zwar für uns Steuerzahler. Aus der taz: http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/126000-faesser-atommuell/
126.000 Fässer Atommüll Die Planungen zur Schließung des maroden Atommülllagers Asse kommen in eine entscheidende Phase. Dabei drängt die Zeit, weil die Grube einsturzgefährdet ist. Drei Möglichkeiten gibt es, die Schachtanlage mit rund 126 000 Atommüll-Fässern dauerhaft stillzulegen. Am Freitag legte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Studien dazu vor. Welche Methode die Behörde für die beste und sicherste hält, soll im Dezember entschieden werden. Da die Grube instabil ist und Wasser eindringt, stehen die Fachleute unter Druck. "Wir bewegen uns in einem engen Zeitkorsett", sagte BfS-Präsident Wolfram König am Freitag in Hannover. Es wird diskutiert, die Atommüll-Fässer herauszuholen, sie in tiefere Bereiche des Bergwerks umzulagern und die Grube komplett mit Spezialbeton zu füllen. Die Kosten dürfen nach Königs Worten die Entscheidung für eine sichere Schließung der Asse nicht beeinflussen. Die Politik habe ihm bisher keine finanziellen Vorgaben gemacht, sagte er. "Das Geld spielt keine Rolle." Auch nach dem Regierungswechsel zu einer schwarz-gelben Bundesregierung erwartet er freie Hand. Die Fässer, von denen viele kaputt sind und rosten, herauszuholen, ist teurer als etwa die Füllung der Grube mit Beton. Auch wird bei den drei Konzepten mit unterschiedlicher Dauer für die Beseitigung der radioaktiven Belastung der Asse gerechnet. Je nach Konzept werden zwischen drei und 18 Jahre angegeben. Die 126.000 Fässer Atommüll im maroden Endlager Asse bei Wolfenbüttel können laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ohne Gefährdung der Bergleute oder der Bevölkerung wieder aus dem ehemaligen Salzbergwerk zurückgeholt werden. Das BfS als Betreiber stellte am Freitag in Hannover drei gutachterlich untersuchte Möglichkeiten für die Stilllegung vor. Es kündigte zugleich an, dass bis zum Jahresende die sicherste Lösung ermittelt und eine konkrete Empfehlung ausgesprochen werden soll. "Die letztendliche Entscheidung muss dann die Politik treffen", sagte BfS-Präsident Wolfram König. König wies darauf hin, dass alle Überlegungen über den Umgang mit den schwach- und mittelaktiven Abfällen unter dem Vorbehalt stehen, dass der schwankende Wasserzufluss in der Asse nicht dramatisch ansteigt: "Wir müssen immer mit Rückfallpositionen arbeiten." Die drei Gutachten wurden am Freitagnachmittag den Anwohnern und Umweltorganisationen auf einer Veranstaltung in Schöppenstedt unweit der Asse vorgestellt. Nach Einschätzung der Experten ist neben der Rückholung der Abfälle auch deren Verbleib in dem Salzstock möglich, wenn die Grube mit Beton geschlossen wird. Daneben halten die Experten es auch für möglich, den Atommüll von jetzt rund 600 Metern umzulagern in Tiefen um die 1000 Meter. In diesem Falle würden wie bei einer Rückholung unter Tage fast ausschließlich ferngesteuerte Maschinen und Fahrzeuge eingesetzt, um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten. Im Falle der Rückholung würde zudem über Tage ein Zwischenlager nötig. Bei einer hundertprozentigen Rückholung müssten rund 126.000 Kubikmeter Abfall in das noch im Bau befindliche Endlager Schacht Konrad in Salzgitter gebracht werden. Geprüft wird laut König auch eine Kombination verschiedener Optionen: "Wir haben bislang keine Präferenz." Für die von vielen Anwohnern und Umweltorganisationen bislang befürwortete Rückholung des Abfalls haben die Gutachter vier Varianten entwickelt. Binnen drei bis vier Jahren könnten bei den beiden ersten Varianten 70 oder 92 Prozent des radioaktiven Inventars geborgen werden, dabei würden nur bis zu 28.000 Kubikmeter Atommüll neu verpackt an die Oberfläche gelangen. Eine hundertprozentige Rückholung wird in den Varianten drei und vier auf etwa acht bis 15 Jahre eingeschätzt. Allerdings wird gegenwärtig die Standsicherheit des alten Bergwerks nur bis zum Jahr 2020 garantiert. Je nach Rückholungsvariante werden laut Gutachten die Grenzwerte für die Strahlenbelastung bei den Bergleuten bis zu 50 und bei der Bevölkerung im Umfeld bis zu 27 Prozent ausgeschöpft. Das Bundesamt hatte nach einer langjährigen Serie von Negativschlagzeilen zum 1. Januar die Aufgabe des Betreibers vom Münchener Helmholtz-Zentrum übernommen. Den Atomkraftgegnern gelten die immer neuen Probleme in der Asse als Beleg dafür, dass auch der Gorlebener Salzstock ungeeignet ist als Endlager für hoch radioaktiven Müll. Der Naturschutzbund NABU forderte, die Energiekonzerne sollten an den Kosten für die Sanierung der Asse beteiligt werden. Schließlich stamme der Großteil des Atommülls unter Tage aus der Atomindustrie.

02.10.2009 23:20 Uhr
Zaapfenwastel
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Der Naturschutzbund NABU forderte, die Energiekonzerne sollten an den Kosten für die Sanierung der Asse beteiligt werden. Schließlich stamme der Großteil des Atommülls unter Tage aus der Atomindustrie.

Diese berechtigte Forderung ist leider nach dem Atomgesetz nicht realistisch. Hierfür haftet und bezahlt der Steuerzahler. Abgesehen davon ist nach letzten Erkenntnissen überhaupt nicht klar, ob man die Probleme in Asse in den Griff bekommen kann. Bergbaufachleute sprechen von einem "Bergrutsch" der die eingelagerten Fässer verschüttet und zerstört. Dieser strahlende Müll kommt dann irgendwann durch das eindringende Wasser wieder in den Kreislauf der Natur, sprich Grundwasser.

"Mittelfristig könnte die Asse das Grundwasser verseuchen" Professor für Endlagersysteme sagt: Ein altes Salzbergwerk wie die Asse ist als Endlager ungeeignet newsclick.de - Braunschweiger Zeitung, Wolfsburger Nachrichten, Salzgitter-Zeitung

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11.10.2009 14:31 Uhr
RaimundKamm
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Fernsehtipp Arte über den Atommüll
Albtraum Atommüll - ARTE Albtraum Atommüll ARTE | 13.10.09 | 21 Uhr Wiederholung: 15.10.09 09:55 Uhr Während die Gefahren der Erderwärmung immer mehr ins öffentliche Bewusstsein dringen, preisen einige Industrielle und einige Politiker die Atomkraft als die geeignetste Energiequelle der Zukunft an: sauber, kontrollierbar und gefahrlos für Umwelt und Gesundheit. Für den Verbraucher ist es schwer, den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen zu beurteilen. Der Dokumentarfilm "Albtraum Atommüll" zeigt die vielen unbekannte Todesseite der Atomenergie. Auf Ewigkeit aktuell! Auf seiner Homepage weist Arte u.a. auch auf unsere BI-Informationen hin: Weblinks - ARTE Raimund Kamm Verein FORUM | Gemeinsam gegen das Zwischenlager
13.04.2010 15:31 Uhr
RaimundKamm
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Greenpeace macht öffentlich: Gorleben-Entscheidung war Willkür
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/atomkraft/ausdruck_pk_gorleben_13042010.pdf
13.4.10 www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,688299,00.html Greenpeace-Recherche Dokumente entlarven Willkür bei Gorleben-Wahl Von Christoph Seidler Geologen rieten ab, die Politik entschied anders: Warum wurde ausgerechnet Gorleben als Nuklear-Müllhalde ausgewählt? Von Greenpeace veröffentlichte Dokumente zeigen, wie Fachleute immer wieder übergangen wurden …

Die von Greenpeace öffentlich gemachten Staatsdokumente zeigen, dass wir, und damit meine ich Bürger wie Politiker, bisher nicht in der Lage sind, das Atommüllproblem zu verstehen, geschweige denn die richtigen Lehren zu ziehen und es zu lösen zu versuchen! Raimund Kamm

14.04.2010 08:17 Uhr
mwdillingen
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Das gleiche im ZDF
Zitat von RaimundKamm
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/atomkraft/ausdruck_pk_gorleben_13042010.pdf Die von Greenpeace öffentlich gemachten Staatsdokumente zeigen, dass wir, und damit meine ich Bürger wie Politiker, bisher nicht in der Lage sind, das Atommüllproblem zu verstehen, geschweige denn die richtigen Lehren zu ziehen und es zu lösen zu versuchen! Raimund Kamm
Wem Greenpeace zu umweltlastig und zu einseitig Anti- Atom ist, kann das Ganze auch hier nachschauen: Standortwahl Gorleben Auf der folgenden Seite ist auch ein Link zum Beitrag gestern in Frontal21: Frontal21 13.04.2010 Wie war das? Eigentlich ist der Betrieb der AKWs doch an das Vorhanden sein von einem Endlager gebunden?
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Atomendlager


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