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Hartz IV News
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01.09.2008 21:45 Uhr
augustus
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Beiträge: 6009
Hartz IV News

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Echte Demokratie jetzt!

01.09.2008 23:08 Uhr
Mookait
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Beiträge: 232
Sehr gute Idee
Hallo Augustus, danke für diese Initiative, vielleicht fällt es jetzt den Betroffenen etwas leichter sich hier zu äußern und die "überheblichen Besserwisser" kriegen eventuell mal einen Einblick in die Realität. Ich bin selber haarscharf an HARTZ IV vorbeigerutscht und weiß, daß das sogar verdammt schnell gehen kann.
01.09.2008 23:53 Uhr
augustus
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Beiträge: 6009

Zitat von Mookait
Hallo Augustus, danke für diese Initiative, vielleicht fällt es jetzt den Betroffenen etwas leichter sich hier zu äußern und die "überheblichen Besserwisser" kriegen eventuell mal einen Einblick in die Realität. Ich bin selber haarscharf an HARTZ IV vorbeigerutscht und weiß, daß das sogar verdammt schnell gehen kann.
danke auch für die motivierende Rückmeldung! Mir ging es auch so, haarscharf vorbei, nochmal Glück gehabt. Deshalb bin ich auch sensibilisiert worden für dieses Thema und ich kenne einige Fälle. Diese Menschen werden in diesem System kaputt gemacht, von der ARGE schikaniert, mit sinnlosen 1 Euro-Jobs oder Bewerbungstrainings kurzzeitig aus der Statistik entfernt. Selbst Krebskranke werden nicht in Ruhe gelassen. Erst wenn sie nach Jahren beweisen können, dass sie wirklich nicht mehr 3 Std. am Tag arbeiten können, werden sie in Rente geschickt oder zum Sozialamt rübergeschoben. Was ist das für eine Politik, die viele Menschen, die ihr Leben lang geschuftet haben, so demütigt? Ich hätte gar nichts gegen die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, aber es kann ja nicht sein, dass jemand der noch nie gearbeitet hat oder nur kurz das gleiche bekommt wie jemand, der Jahrzehnte Beiträge bezahlt hat. Eine unterschiedliche Bezugsdauer, so wie früher, sollte ein wenig Gerechtigkeit herstellen. Das ist nur ein Punkt in diesem ganzen verkorksten System.... Stichwort: Altersvorsorge (Freibeträge viel zu gering), Zwangsarbeit wurde wieder eingeführt, Niedriglohnsektor hat enorm zugenommen (Aufstockungung kann ja zu Lasten der Steuerzahler beantragt werden) usw. usw.

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Echte Demokratie jetzt!

02.09.2008 06:14 Uhr
germit
Erfahrenes Mitglied


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Prozesskostenhilfebegrenzungsgesetz
02.09.2008 08:36 Uhr
lotte
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Wenn man diesen Entwurf liest, könnte man glauben ,dass da schlaue (ich weiss nicht wie man Inteligent schreibt) Menschen am Werk sind! Jetzt wollen die doch allen Ernstes den Minderbemittelten noch den Rechtsbeistand streichen! In welchem Staat leben wir eigentlich?? Ein Bürger mit 55 kommt schneller in Harz IV als man glauben kann. Sicher, gibt es Menschen, die das schamlos ausnützen, aber der weitaus größere Teil ist völlig schuldlos in diese Situation gekommen und kann sie trauriger Weise nicht ändern. Wie schon einige hier geschrieben haben, man kann einen, der fast 40 Jahre für dieses Land gearbeitet hat, nicht mit einem auf die gleiche Stufe stellen, der noch nie etwas geleistet hat!
02.09.2008 08:48 Uhr
Realist 1966
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Beiträge: 233

Ach unsere Volksvertreter haben damit kein Problem. Politik die am Geldbeutel des "kleinen Mannes" vorbeigeht ist doch die einzige Stärke die unsere Landes- und Bundesvertreter mit Perfektion beherrschen.

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http://www.youtube.com/watch?v=uXixD1PklD0

02.09.2008 09:19 Uhr
Lumpazi
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Schauen wir uns mal an, was Fakt ist:
Zitat von augustus
Diese Menschen werden in diesem System kaputt gemacht, von der ARGE schikaniert, mit sinnlosen 1 Euro-Jobs oder Bewerbungstrainings kurzzeitig aus der Statistik entfernt. Selbst Krebskranke werden nicht in Ruhe gelassen. Erst wenn sie nach Jahren beweisen können, dass sie wirklich nicht mehr 3 Std. am Tag arbeiten können, werden sie in Rente geschickt oder zum Sozialamt rübergeschoben. Was ist das für eine Politik, die viele Menschen, die ihr Leben lang geschuftet haben, so demütigt? .
1 Euro - Jobs und Bewerbungstrainings dienen dazu, Langzeitarbeitslose für den 1. Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Viele dieser Menschen sind "arbeitsentwöhnt" und hätten ohne diese Maßnahmen überhaupt keine Chance mehr für den 1.Arbeitsmarkt. Der Fall mit dem Krebskranken liegt vermutlich so, dass er in die Mühlen der Ärzte geraten ist. Der Hausarzt sagt, der Mann kann nicht mehr arbeiten, der Amtsarzt sagt, der Mann kann sehr wohl noch!! Dafür gibt es das Sozialgericht, um das zu klären.
Zitat von augustus
Ich hätte gar nichts gegen die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, aber es kann ja nicht sein, dass jemand der noch nie gearbeitet hat oder nur kurz das gleiche bekommt wie jemand, der Jahrzehnte Beiträge bezahlt hat. Eine unterschiedliche Bezugsdauer, so wie früher, sollte ein wenig Gerechtigkeit herstellen. Das ist nur ein Punkt in diesem ganzen verkorksten System.....
Die Beitragszahlung zur Arbeitslosenversicherung dient einzig und allein zum Erwerb eines Anspruches auf Arbeitslosengeld I und hat mit den Leistungen Arbeitslosengeld II (Hartz IV) - früher Arbeitslosenhilfe - überhaupt nichts zu tun. Das war und ist eine steuerfinanzierte Leistung, die mit der Beitragszahlung überhaupt nichts zu tun hat!! Übrigens: Bei der früheren Arbeitslosenhilfe gab es auch keine "Bezugsdauer", die begrenzt war durch zeitlichen Ablauf !!
02.09.2008 09:51 Uhr
Lumpazi
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Zitat von lotte
Ein Bürger mit 55 kommt schneller in Harz IV als man glauben kann. Sicher, gibt es Menschen, die das schamlos ausnützen, aber der weitaus größere Teil ist völlig schuldlos in diese Situation gekommen und kann sie trauriger Weise nicht ändern. Wie schon einige hier geschrieben haben, man kann einen, der fast 40 Jahre für dieses Land gearbeitet hat, nicht mit einem auf die gleiche Stufe stellen, der noch nie etwas geleistet hat!
Das tut man ja auch nicht !! Nehmen wir mal an, Beide melden sich zur gleichen Zeit. Derjenige mit langjähriger Arbeitsleistung bekommt Arbeitslosengeld I, also ca. 60% des letzten Nettoverdienstes für die gesamte Bezugsdauer des ALG I. Der Andere erhält von Anfang an Hartz IV
02.09.2008 10:57 Uhr
lotte
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Aber leider gibt es auch Menschen, die dann ALG II bekommen müssen!
02.09.2008 11:35 Uhr
Lukas
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02.09.2008 11:46 Uhr
stinki
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1-Euro-Job
Ich finde den Begriff 1-Euro-Job absolut falsch und irreführend und auch gefährlich, was die Einstellung und Motivation vieler ALG II-Bezieher betrifft. Es ist doch verständlich, dass niemand für 1 Euro/Stunde arbeiten will, wenn die Arbeitsstelle explizit als 1-Euro-Job "ausgeschrieben" ist. Richtig ist - und Klartexter hat es in einem seiner Beiträge schon einmal auf den Punkt gebracht -, dass zu dem sog. 1-Euro-Job auch die ALG II - Gelder hinzugezählt werden müssen. Ich sehe in dem 1-Euro-Job ein vielleicht für viele willkommenes Zubrot, um die ALG II-Einkünfte aufzubessern und dabei wieder unter Menschen zu kommen. Dieser - wenn auch nur geringe - Zuverdienst sollte deshalb ein Anreiz sein und nicht länger mit dem negativen Titel "1-Euro-Job" belegt werden.

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Der Anschein trügt, denn Aussitzen ist nicht mein Ding.

02.09.2008 12:19 Uhr
Lumpazi
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Zitat von lotte
Aber leider gibt es auch Menschen, die dann ALG II bekommen müssen!
DÜRFEN liebe lotte... oder lassen Sie ganz einfach das "müssen" weg, es muss ja keiner. In den meisten Ländern dieser Erde gibt es keine vergleichbaren Leistungen !! Etwas Bescheidenheit wäre angebracht.
02.09.2008 14:36 Uhr
lotte
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Beiträge: 2448

Genau das wollen doch unsere Politiker nicht hören, sie sind ja keine Schmarotzer!
02.09.2008 21:19 Uhr
augustus
Äußerst erfahrenes Mitglied


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Beiträge: 6009

Zitat von Lumpazi
Schauen wir uns mal an, was Fakt ist: 1 Euro - Jobs und Bewerbungstrainings dienen dazu, Langzeitarbeitslose für den 1. Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Viele dieser Menschen sind "arbeitsentwöhnt" und hätten ohne diese Maßnahmen überhaupt keine Chance mehr für den 1.Arbeitsmarkt. Der Fall mit dem Krebskranken liegt vermutlich so, dass er in die Mühlen der Ärzte geraten ist. Der Hausarzt sagt, der Mann kann nicht mehr arbeiten, der Amtsarzt sagt, der Mann kann sehr wohl noch!! Dafür gibt es das Sozialgericht, um das zu klären.
Wie kann man jemand für den 1. Arbeitsmarkt "qualifizieren", der schon 40 Jahre Berufserfahrung hat und dessen Firma in Insolvenz gegangen ist? Das ist Schikane und dient vorwiegend zur Statistikbereinigung. Bei Jugendlichen mag das anders sein, aber auch da halte ich 1 Euro-Jobs für den falschen Weg. Es gibt viele Kranke bei den Alg-II-Empfängern, die immer noch bei der ARGE vorstellig werden müssen und ihre erfolglosen Bewerbungen vorlegen müssen. Nicht jeder hat die Kraft zu klagen.
Die Beitragszahlung zur Arbeitslosenversicherung dient einzig und allein zum Erwerb eines Anspruches auf Arbeitslosengeld I und hat mit den Leistungen Arbeitslosengeld II (Hartz IV) - früher Arbeitslosenhilfe - überhaupt nichts zu tun. Das war und ist eine steuerfinanzierte Leistung, die mit der Beitragszahlung überhaupt nichts zu tun hat!! Übrigens: Bei der früheren Arbeitslosenhilfe gab es auch keine "Bezugsdauer", die begrenzt war durch zeitlichen Ablauf !!

[/QUOTE] Das war ja wohl mal anders, oder nicht? Erstens gab es eine Bezugsdauer von ALG I bis zu 32 Monaten und dann ALHI ohne Zeitbegrenzung aus den Beiträgen. Deshalb erstickt ja auch die Bundesagentur im Geld und kann laufend die Beiträge reduzieren. Was ist das für eine sinnlose Politik? Das Geld sollte man lieber für mehr und sinnvolle Qualifizierung verwenden. Früher waren es mal über 3 Millionen ALG I-Empfänger, heute weniger als 1 Million, dafür über 3 Millionen ALG-II-Empfänger + die Kinder/Partner in den Bedarfsgemeinschaften. Arbeitslos ist arbeitslos, aber hier ist eindeutig eine Zweiklassengesellschaft geschaffen worden.

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Echte Demokratie jetzt!

02.09.2008 21:47 Uhr
Redaktion
Ehrenmitglied


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Registriert seit: 4/30/07
Beiträge: 48729

Nürnberg (dpa) - Die von Grünen und Wohlfahrtsverbänden geforderte Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes von 351 auf 420 Euro monatlich würde nach Berechnungen von Arbeitsmarktforschern jährlich rund zehn Milliarden Euro kosten. Zugleich würde dadurch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger jährlich um bis zu zwei Millionen höher, berichtete das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) unter Berufung auf Modellrechnungen am Dienstag. Das IAB ist das Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit. Allerdings könnte durch die Erhöhung auf 420 Euro der Anteil der von Armut bedrohten Personen von 15 auf 13 Prozent gesenkt werden, räumen die Arbeitsmarktforscher ein. Auch Haushalte mit Kindern würden in überdurchschnittlichem Maß von dem höheren Regelsatz profitieren. Beispielsweise könnte so die Armutsrisiko-Quote - der Anteil der von Armut bedrohten Personen in der Bevölkerung - für die Gruppe der Alleinerziehenden von 22,5 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden. «Der Preis für diese Veränderungen wäre jedoch hoch. Zum einen weil über Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen zehn Milliarden Euro jährlich aufzubringen wären. Zum anderen hätte die höhere Regelleistung auch deutliche negative Anreizeffekte und liefe somit dem Ziel der Aktivierung und der Hilfe zur Beendigung des Leistungsbezugs entgegen», warnen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Schließlich würde der Abstand zu den niedrigsten Löhnen weiter schrumpfen. Die vom DGB, den Grünen und der Linkspartei erhobene Forderung nach einer Kindergrundsicherung würde bereits bei einer Höhe von 300 Euro nach IAB-Rechnungen rund 18 Milliarden Euro an Mehrkosten verursachen. Das Armutsrisiko von Haushalten mit Kindern ließe sich so zwar tatsächlich senken, die Kosten seien jedoch «immens», betont das IAB. Dagegen sei die zum 1. Oktober wirksam werdende Ausweitung des Kinderzuschlags und die zum Jahresbeginn 2009 in Kraft tretende Erhöhung des Wohngelds aus Sicht des Instituts nachvollziehbar.

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