Mittwoch, 23. Juli 2014

Registrieren | Neueste Einträge | Aktuellste Themen | Forum | Benutzerliste | Suche | Regeln | Hilfe

Birma lässt die Helfer nicht ins Land
sort Ersten ungelesenen Beitrag anzeigen Thema durchsuchen
08.05.2008 20:33 Uhr
Redaktion
Ehrenmitglied


ist gerade online
Registriert seit: 30.04.07
Beiträge: 73013
Birma lässt die Helfer nicht ins Land
Rangun (dpa) - Die Not von hunderttausenden Zyklon-Opfern in Birma wird immer größer, gleichzeitig wachsen Ohnmacht und Verzweiflung der internationalen Hilfsorganisationen. Die Bundesregierung und der Bundestag forderten die Machthaber des südostasiatischen Landes angesichts der katastrophalen Lage nach dem Wirbelsturm «Nargis» zu mehr Zusammenarbeit bei der Hilfe auf. Das Auswärtige Amt bestellte den Botschafter Birmas am Donnerstag in Berlin ein. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) appellierte an die Militärjunta, sofort internationale Hilfsorganisationen ins Land zu lassen. Die birmanischen Behörden haben die Zahlen von 23 000 Toten und mehr als 42 000 Vermissten noch nicht weiter korrigiert - Beobachter gehen dagegen von mehreren zehntausend Toten aus. Eine Million Menschen sind obdachlos, davon 60 Prozent Frauen und Kinder. Die Tragödie hat auch schwere wirtschaftliche Folgen. So hat der Zyklon nach Einschätzung der Vereinten Nationen schlimmer gewütet als der Tsunami im Jahr 2004. Dabei gehe es nicht nur um die befürchteten Folgen für den Reisanbau und die Viehzucht, Satellitenaufnahmen zeigten auch erhebliche Schäden an Fischerbooten in den Häfen, heißt es in einer am Donnerstag in Bangkok herausgegebenen Mitteilung der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). EU- Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sprach von einer «unglaublichen Katastrophe». Nach ihrem Eindruck entsprächen die Auswirkungen einem «fünffachen Tsunami». Immer noch dramatisch ist die Lage im am schwersten betroffenen Irrawaddy-Delta. Insgesamt stehen nach UN-Angaben noch 5000 Quadratkilometer Land unter Wasser. Doch die dringend benötigte internationale Hilfe lässt sich nach wie vor nur zäh an. Die Junta mauert weiter bei der Erteilung von Visa. Helfer sitzen in den Nachbarländern fest. Der Leiter von Malteser International, Ingo Radtke, sagte: «Wir könnten heute schon deutlich mehr Hilfe leisten, wenn wir in die Region rund um das Irrawaddy-Delta reisen könnten. Die Regierung lässt unsere Mitarbeiter jedoch nicht hinein.» Laut UN werden schon in den kommenden Wochen sechs Millionen Euro für die Soforthilfe benötigt. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) will am Samstag Hilfsgüter nach Birma liefern. Im Nordwesten Thailands stünden bei Mae Sot 22 Tonnen Hilfsgüter bereit, sagte Sprecherin Jennifer Pagonis in Genf. Sie dürften am Samstag über die Grenze nach Rangun gebracht und an die Opfer des Zyklons verteilt werden. «Es ist nur eine Frage der Logistik.» Hilfsgüter würden nicht aufgehalten. Die Wohltätigkeitsstiftung des Herrschers von Dubai, Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, kündigte an, in Birma 200 Schulen aufzubauen. Das größte Problem sei derzeit wegen der Seuchengefahr das verschmutzte Wasser, sagte UNICEF-Gesundheitsexperte Osamu Kunii der dpa. «Sauberes Wasser und Medikamente - das ist jetzt das Wichtigste.» Außerdem bräuchten die Menschen Notunterkünfte und Lebensmittel. Kunii, der sich in Rangun aufhält, sagte zur Haltung der Militärregierung knapp: «Wir beobachten nur.» Er habe «viel Polizei gesehen». Unterdessen wurde vier Mitarbeitern des UN- Katastrophenabschätzungs- und Orientierungsteams (UNDAC) die Einreisegenehmigung nach Birma erteilt. Ein fünftes Teammitglied wartet noch auf sein Visum. «Hier ist eine echte Revolution gefordert», sagte ein Diplomat in Rangun. «Nötig wäre eine Öffnung des Landes, die es in dem Ausmaß hier noch nie gegeben hat.» Es sei noch nicht klar, ob das Regime zu der Kooperation bereit sei. Wie Frankreich wollen auch die USA nun den Weltsicherheitsrat einschalten. Die Vereinten Nationen müssten die Militärjunta in Birma «drängen und antreiben», sagte der amerikanische UN-Botschafter Zalmy Khalilzad am Donnerstag. Auf den Straßen in die verwüstete Küstenregion sind nach Informationen des britischen Senders BBC vereinzelt Lastwagen unterwegs. Die meisten Menschen in den Dörfern seien aber auch Tage nach der Katastrophe noch komplett auf sich gestellt. Dem BBC- Reporter war es gelungen, mit Kamera ins Land zu reisen. Es gebe kaum etwas zu essen, kein Trinkwasser und für viele kein Dach über dem Kopf. Unzählige Leichen seien zu sehen. Der 37 Jahre alte Tin Oo verlor in seinem Heimatort an der Küste 16 Mitglieder seiner Familie. «Sie hatten in den Reisfeldern gearbeitet, sie wollten die Ernte retten», sagt er. «Es gab keine Warnung, dass ein Sturm aufzieht.» Die Behörden erklärten dagegen, Warnungen veröffentlicht zu haben. Aber in abgelegenen Orten, wo sich die wenigsten einen Fernseher oder ein Radio leisten können, verhallten die Hinweise ungehört. In der Millionen-Metropole Rangun scheint sich die Lage ein wenig zu bessern. Viele Hauptstraßen sind von umgestürzten Bäumen und abgerissenen Gebäudeteilen geräumt. Geschäfte haben wieder geöffnet. Doch nachts bleibt die Stadt weitgehend dunkel: Es fehlt noch immer an Strom.

________
www.augsburger-allgemeine.de - Alles was uns bewegt

08.05.2008 20:33 Uhr
daddbr
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 25.08.07
Beiträge: 3587
Die Schuldigen müssen endlich international geächtet werden
da haben die Militärs Milliarden in Waffensystem angelegt und verhindern die Hilfe für Ihr Volk. Nun kommt man zu uns und bitten, dass wir Hilfsgelder geben? Natürlich kann das arme Volk dort nicht direkt dafür - obwohl es heisst "der Untertan macht den Tyrann". Aber wir haben ja in unserer Geschichte selbst erlebt - zuletzt in der DDR - wie schwierig es ist eine Schreckensherrschaft los zu werden. Ich werde jedenfalls nur noch spenden, wenn das Geld für die internationale Fandung und Verurteilung der Schuldigen dieser koruppten Länder verwendet wird. Nur das bringt nachhaltige Besserung! Leider wollen unsere Politiker und die Rüstungslobby (und natürlich andere) koruppte Partner in diesen Ländern - ist ja viel einfacher Geschäfte zu machen. Noch schlimmer ist, dass die Hilfsorganisationen die sich dutzenderweise in den hilfsbedürftigen Ländern gegenseitig Konkurenz machen, scheinbar wenig dafür tun die wahren Schuldigen aufzuzeigen. Wenn in einem Land tausende Kinder verhungern - dann sind zunächst die verantwortlichen Politiker die Mörder - die haben die Verantwortung übernommen und sahnen immer Geld ab. An Waffen fehlt es in diesen Ländern nie!
09.05.2008 19:58 Uhr
Redaktion
Ehrenmitglied


ist gerade online
Registriert seit: 30.04.07
Beiträge: 73013

Rangun (dpa) - Die Vereinten Nationen haben ihre Hilfsflüge in das vor knapp einer Woche vom Zyklon «Nargis» verwüstete Birma vorerst gestoppt. Die letzten beiden Lieferungen im Umfang von 38 Tonnen seien am Freitag auf dem Flughafen in Rangun konfisziert worden und könnten nicht verteilt werden. Das sagte die Sprecherin des UN- Welternährungsprogramms (WFP), Brenda Barton, in Rom der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Aber wir sind in Gesprächen mit der birmanischen Regierung und hoffen, dass dieser Dialog zu einer positiven Lösung führt.» Eventuell hätten lediglich zolltechnische Fragen zu der Beschlagnahmung geführt. Unterdessen bleibt die Militärjunta hart, trotz hunderttausender Opfer, die immer verzweifelter auf Hilfe warten: Ausländer als Helfer seien unerwünscht, beschied das Außenministerium. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will den Druck auf Birmas Machthaber zur Öffnung des Landes erhöhen. Die Kanzlerin verlangte die Einschaltung des UN- Sicherheitsrats. Die Militärjunta in Birma hatte erklärt, Hilfslieferungen könnten am Flughafen in der Millionenstadt Rangun abgeliefert werden. Darauf wollen sich viele Organisationen aber nicht einlassen. «Wir bestehen darauf, dass wir unser Material immer nur in Hände von Rote-Kreuz- Helfern geben», sagte eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin. Daher wolle man die Hilfsgüter von Deutschland aus nach Birma bringen und dort den Kollegen übergeben. «Wir wollen garantieren, dass die Hilfsgüter an die Bedürftigen verteilt werden - da vertrauen wir unseren Rote-Kreuz-Helfern vor Ort.» WFP-Sprecher Paul Risley sagte zu der Beschlagnahmung dem BBC- Fernsehen: «Die Nahrungsmittel liegen in einem Lagerhaus, sie sind nicht auf Lastwagen und unterwegs zu denen, die sie brauchen.» Er erläuterte weiter: «Wir haben keine andere Wahl, als weitere Flüge abzusagen, bis die Nahrungsmittel freigegeben werden.» Die für Freitag geplanten acht Flüge mit weiteren Hilfsgütern sollten vorläufig nicht starten, hieß es in Rom. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die Luftbrücke am Wochenende wieder aufgenommen werden könne. Bislang konnten die UN-Hilfsorganisationen, die bereits im Land tätig sind, Nothilfe-Ausrüstung für knapp 280 000 Menschen nach Birma bringen, die meisten von ihnen in Rangun. «Das erreicht nicht die Größenordnung, die nötig wäre», sagte Richard Horsey, Sprecher des Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA). Merkel zeigte sich erschüttert «über die schrecklichen Bilder menschlichen Leids». Sie sagte der dpa: «In dieser Situation ist es mir vollkommen unverständlich, dass die Armeeregierung in Birma die angebotene, dringend benötigte Hilfe nicht ins Land lässt.» Die CDU- Politikerin fügte hinzu: «Ich appelliere nachdrücklich an die Regierung, ihrer Verantwortung gegenüber ihrer Bevölkerung gerecht zu werden und die internationale Hilfe schnell in das gesamte Katastrophengebiet zu lassen.» Die Kanzlerin kündigte an, mit UN- Generalsekretär Ban Ki Moon telefonieren zu wollen. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verlangte von den Machthabern in Birma, die Grenzen zu öffnen. Die Bundesregierung wird ihre Soforthilfe von einer auf zwei Millionen Euro aufstocken, teilte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) mit. Nach Schätzungen seien zwischen 1,5 Millionen und 1,9 Millionen Menschen nach dem Wirbelsturm in einer akuten Notlage. Nothilfe-Experten von UNICEF dürften noch immer nicht nach Birma einreisen, sagte eine Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks in Köln. Zwar hätten die 131 teilweise schon seit Jahren in Birma tätigen Helfer sofort Katastrophenhilfe geleistet und Hilfsgüter verteilen können. «Experten, die UNICEF aber zusätzlich ins Land schicken will, wurden bisher nicht reingelassen.» Der Malteser-Hilfsdienst verlangte einen besseren Zugang zu den Katastrophengebieten. Vor allem die Lage im Irrawaddy-Delta sei dramatisch. «Es muss schneller gehen», sagte ein Sprecher. Der Leiter von Malteser International, Ingo Radtke, sagte, Soforthilfe sei möglich, da sich die hoch spezialisierten lokalen Mitarbeiter frei in Birma bewegen könnten. Nach der Rückkehr eines Erkundungsteams aus dem Delta sei deutlich geworden: «Da kommt nichts an, es gibt keinen Zugang zu Medikamenten, keine Vorräte.» Der Malteser-Hilfsdienst errichtet in der Küstenstadt Labutta im Irrawaddy-Delta ein Gesundheitszentrum. «Die Situation dort verschlechtert sich von Stunde zu Stunde, die Menschen brauchen dringend sauberes Trinkwasser und medizinische Versorgung», sagte ein Teilnehmer des Erkundungsteams. Unterdessen erreichte ein erster Hilfskonvoi die schwer verwüstete Stadt Labutta mit Nahrungsmitteln des Welternährungsprogramms. Allerdings reichte die Lieferung bei weitem nicht für die 120 000 Flüchtlinge aus, die sich aus umliegenden Dörfern in die Stadt geschleppt hatten. Die Lastwagen, die sechs bis acht Stunden von Rangun aus unterwegs waren, hatten Energiekekse für etwa 20 000 Menschen geladen, teilte die Hilfsorganisation ADRA mit. Tausende Menschen seien dort zu Fuß angekommen, die meisten am Ende ihrer Kräfte, sagte ADRA-Programmkoordinator Joakim Cotting der dpa in Rangun. In der Region gebe es kaum noch Nahrungsmittel und kein Trinkwasser. Überall lägen Leichen herum. «Die Gefahr von Seuchen ist jetzt sehr groß», sagte Cotting. Mehr als 23 000 Menschen kamen nach offiziellen Angaben ums Leben, mehr als 42 000 werden noch vermisst - Beobachter gehen von mehreren zehntausend Toten aus. In Rangun kam am Freitagmorgen ein UNICEF-Hilfsflug mit drei Millionen Tabletten zur Wasseraufbereitung an. Die Tabletten reichen aus, um für 200 000 Menschen Trinkwasser für eine Woche zu reinigen. Außerdem wurden Hilfsgüter verteilt, die insgesamt mehrere hunderttausend Opfer erreichen sollten.

________
www.augsburger-allgemeine.de - Alles was uns bewegt

09.05.2008 19:58 Uhr
basadelic
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 29.08.07
Beiträge: 791
Zum Einen...
...muss man sagen, dass es zwar vollkommen klar war, und doch extrem traurig ist, dass sich die Augsburger lieber weiterhin über den Fünffingerlesturm etc. auszulassen - anstatt ein doch deutlich ernsteres Thema zu diskutieren (aber so ist die Provinz wohl). Zum Anderen sollten die UN schlicht ein Intervention beschließen, in den Staat eindringen und Hilfe leisten. IMHO.

________
Ironie ist die Rache des menschlichen Geistes an der uneinsichtigen Gesellschaft. Helmar Nahr

10.05.2008 01:24 Uhr
Matze2786
Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 10.05.08
Beiträge: 6
Birma - Ein Land, das befreit werden sollte
Wie kann die Welt dabei zusehen, wie die Militärjunta sein Volk in Birma unterdrückt, es schändet, es quält, es sterben lässt... Ihnen nicht mal helfen lässt, wenn sie es selbst schon nicht tun :no: Nur ein Beispiel: Die Junta lässt sehr gerne Bürger über Minenfelder laufen, wohl zur Belustigung... Man sollte Land und Volk befreien! Wenn nicht politisch, dann militärisch! Das Volk versucht sich schon seit langem gegen die Militärjunta zu wehren, doch sie werden bei Aufständen niedergeknüppelt, beim größten Aufstand mit über 3000 Toten. Wo ist da die Gerechtigkeit, wo ist die große "Weltpolizei"? Wo ist die UN? Was ist mit dem UN-Sicherheitsrat? Wie kann man ein Volk so sterben und unterdrücken lassen? Große Kritik an den Staatsoberhäuptern, an der Junta... Ich denke berechtigt!
10.05.2008 01:37 Uhr
GAST

Zitat von Matze2786
Wie kann die Welt dabei zusehen, wie die Militärjunta sein Volk in Birma unterdrückt, es schändet, es quält, es sterben lässt... Ihnen nicht mal helfen lässt, wenn sie es selbst schon nicht tun :no: Nur ein Beispiel: Die Junta lässt sehr gerne Bürger über Minenfelder laufen, wohl zur Belustigung... Man sollte Land und Volk befreien! Wenn nicht politisch, dann militärisch! Das Volk versucht sich schon seit langem gegen die Militärjunta zu wehren, doch sie werden bei Aufständen niedergeknüppelt, beim größten Aufstand mit über 3000 Toten. Wo ist da die Gerechtigkeit, wo ist die große "Weltpolizei"? Wo ist die UN? Was ist mit dem UN-Sicherheitsrat? Wie kann man ein Volk so sterben und unterdrücken lassen? Große Kritik an den Staatsoberhäuptern, an der Junta... Ich denke berechtigt!
Und als nächstes helfen wir Tibet, dann helfen wir den Kubanern, dann... Sie sind wohl noch sehr jung und sehr idealistisch, oder? Schon zur Fremdenlegion angemeldet? Ich finde es erstaunlich, dass Menschen immer noch militärische Lösungen vorschlagen, obwohl die Geschichte der letzten Jahrzehnte beweist, dass diese nicht funktionieren. Vietnam, Nordkorea, Sudan, Afghanistan, Irak... überall war nach dem Eingreifen westlicher Militärs hinterher mehr Chaos als vorher. Und unsere jungen Soldaten holen sich die blutige Nase... :no::no::no:
10.05.2008 09:20 Uhr
daddbr
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 25.08.07
Beiträge: 3587
Isolieren und Schuldige ächten
Zitat von Clark
Und als nächstes helfen wir Tibet, dann helfen wir den Kubanern, dann... Sie sind wohl noch sehr jung und sehr idealistisch, oder? Schon zur Fremdenlegion angemeldet? Ich finde es erstaunlich, dass Menschen immer noch militärische Lösungen vorschlagen, obwohl die Geschichte der letzten Jahrzehnte beweist, dass diese nicht funktionieren. Vietnam, Nordkorea, Sudan, Afghanistan, Irak... überall war nach dem Eingreifen westlicher Militärs hinterher mehr Chaos als vorher. Und unsere jungen Soldaten holen sich die blutige Nase... :no::no::no:
Da ist was dran - und die Ami's "helfen" militärisch nur da wo der "Intelligente-Service" feststellt, wo Öl und Macht gesichert werden muss. Die Menschlein, die da sterben sich doch da untergeordnet. Wie könnten sonst täglich 10-tausende Kinder weltweit sterben - um nur mal die unschuldigen Kinder zu nennen....
10.05.2008 09:46 Uhr
Gast_521986336
gelöscht
Beiträge: 5286

Zitat von daddbr
Da ist was dran - und die Ami's "helfen" militärisch nur da wo der "Intelligente-Service" feststellt, wo Öl und Macht gesichert werden muss. Die Menschlein, die da sterben sich doch da untergeordnet. Wie könnten sonst täglich 10-tausende Kinder weltweit sterben - um nur mal die unschuldigen Kinder zu nennen....
Die USA sind seit dem 2. Weltkrieg ununterbrochen in Burma aktiv. ;) Die USA haben Burma auch immer wieder in den Sicherheitsrat gebracht, jedesmal ohne Erfolg. Denen kann man hier nun wirklich am wenigsten Vorwuerfe machen. Ich hab hier im Forum schon oefter versucht Burma zum Thema zu machen. Das ist aber ein Land, das kaum einen interessiert, leider, leider. Der Zyklon rueckt die Region mal wieder kurzfristig in die Schlagzeilen. Dass dort seit Jahrzehnten eiin Voelkermord stattfindet, dass dort mehr als die Haelfte der Kindersoldaten auf dieser Welt kaempfen wird auch diesmal hoechstens mal wieder achselzuckend kurz registriert werden und das war es dann auch.
10.05.2008 11:36 Uhr
Analphabet
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 02.05.07
Beiträge: 2521

Mit Blick auf das Diktatorenregime in Birma und das dieses deckende China und auf viel andere politische Kapitalverbrecher, fällt mir eben wieder Friedrich Schiller ein, was er in seiner Glocke mit unveränderter Gültigkeit schreibt: "Gefährlich ist's, den Leu zu wecken, // Verderblich ist des Tigers Zahn, // Jedoch der schrecklichste der Schrecken, // Das ist der Mensch in seinem Wahn." Die Menschenverachtung der Machthabenden ist furchterregend und erschreckend!

________
Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein! Mir nach - ich folge euch! 

10.05.2008 17:44 Uhr
Redaktion
Ehrenmitglied


ist gerade online
Registriert seit: 30.04.07
Beiträge: 73013

Ein Kommentar von Rainer Bonhorst zur Katastrophe in Birma: Wir hier in unserem schönen Bayern genießen ein Pfingstwochenende, wie man es sich nur wünschen kann. Sonne, Freunde, Garten, Grill und Badesee. Wir dürfen sie uns gönnen, diese Heiterkeit, aber sie findet nicht abgekoppelt vom Rest der Welt und ihren Sorgen statt. Aus dem fernen Birma erreichen uns seit Tagen entsetzliche Nachrichten. Die Zerstörung, die der Zyklon "Nargis" im Delta des Irrawaddy angerichtet hat, hat praktisch die Ausmaße der Tsunami-Katastrophe, die vor vier Jahren Südostasien heimgesucht hat. Das allein wäre schlimm genug. In Birma aber kommt eine politische Schweinerei hinzu, wie es sie damals nicht gab. Nirgendwo in Südostasien bestehen die Regierungen aus Chorknaben. Die harten Herren von beispielsweise Thailand haben sich damals aber fast vorbildlich human verhalten, verglichen mit der Kälte der Generäle von Birma. Es ist schwer, die Kälte dieser Herren zu begreifen. Sie zeichnete sich ja schon ab, als man internationale Helfer tagelang vor den Landesgrenzen warten ließ. Wir Beobachter glaubten da schon, eine Menschenverachtung ohnegleichen zu erleben. Dabei war das Abwimmeln der Helfer nur der Anfang. Inzwischen haben sich die Generäle selbst an Unmenschlichkeit überboten, indem sie die Hilfsgüter, die ins Land gelangten, einfach beschlagnahmt haben. Wir haben es hier mit einem Extremfall diktatorischen Verhaltens zu tun. Aber die Symptome kennen wir von anderen Diktaturen, nur treten sie hier schärfer als üblich auf. Ganz oben steht das krankhafte Bedürfnis, alles zu kontrollieren, in diesem Fall auch die Hilfsgüter "selber zu verteilen". Wer alles kontrolliert, kann jeden Widerstand im Keim ersticken. Das Motiv ist Angst vor dem eigenen Volk, Kontrolle aus Angst also. Ebenfalls aus Angst schirmt man sich systematisch vom Volk ab, damit von der Realität bis hin zum Realitätsverlust. Eine englische Zeitung berichtet, dass Generäle unter den Menschen im Katastrophengebiet, die kein Dach über dem Kopf, nichts zu trinken und nichts zu essen haben, DVD-Player verteilt haben. Das ist klassische Sinnesverwirrung extremer Diktatoren. Was kann man tun? Mit Gewalt helfen? Einfach hinein, ohne die Verbrecher an der Staatsspitze lange zu fragen? Eigentlich ja. Aber das ist ein großes Risiko. Nur im Einzelfall wird man es wagen. Auf keinen Fall dürfen die Generäle weitere Hilfsgüter in ihre Finger kriegen. Da muss man hart bleiben, die Hilfe einstellen, öffentlichen Druck ausüben. Dass solcher Druck die Generäle zur Räson bringt, ist eher unwahrscheinlich. Aber die Hoffnung darf man nicht aufgeben. Auch nicht die Hoffnung, dass sie eines Tages doch noch zur Rechenschaft gezogen werden.

________
www.augsburger-allgemeine.de - Alles was uns bewegt

10.05.2008 17:44 Uhr
basadelic
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 29.08.07
Beiträge: 791
Da lobe ich mir unsere französischen Nachbarn...
...die handeln nicht so zahnlos wie die UN. Die bringen die Hilfsgüter jetzt per Kriegsschiff in die betroffenen Regionen. Ich muss es einfach sagen: DIE HABEN EIER Ganz im Gegensatz zu den anderen Lullis (dazu gehören auch die deutschen Politiker-Lullis)

________
Ironie ist die Rache des menschlichen Geistes an der uneinsichtigen Gesellschaft. Helmar Nahr

10.05.2008 18:36 Uhr
Meckerer
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 07.11.07
Beiträge: 3019

Zitat von basadelic
...die handeln nicht so zahnlos wie die UN. Die bringen die Hilfsgüter jetzt per Kriegsschiff in die betroffenen Regionen. Ich muss es einfach sagen: DIE HABEN EIER Ganz im Gegensatz zu den anderen Lullis (dazu gehören auch die deutschen Politiker-Lullis)
Und wie lange dauert es, bis so ein Schiff dort ankommt?? Dann hat sich ein großer Teil des Problems auf eine sehr traurige Art bereits gelöst! Wenn sich die Herrschaften in der UN nicht einig sind (China und Russland) und einfach Sanktionen blockieren, werden die Herrn Generäle noch länger ihr Unwesen treiben. Da ist ein Kriegsschiff reine Augenauswischerei.
11.05.2008 18:11 Uhr
daddbr
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 25.08.07
Beiträge: 3587
Muskelspiele
Zitat von Meckerer
Und wie lange dauert es, bis so ein Schiff dort ankommt?? Dann hat sich ein großer Teil des Problems auf eine sehr traurige Art bereits gelöst! Wenn sich die Herrschaften in der UN nicht einig sind (China und Russland) und einfach Sanktionen blockieren, werden die Herrn Generäle noch länger ihr Unwesen treiben. Da ist ein Kriegsschiff reine Augenauswischerei.
Da werden wieder grosse Gesten gemacht - aber nachhaltig solche Burschen weltweit zu ächten? Das sind doch nicht minder Verbrecher, wie solche, die in Bosnien getobt haben - also internationalen Haftbefehl. Nicht per Waffengewalt in diese Länder eindringen - da leiden wieder nur die Menschen dort und man hat wieder das Problem mit der Souveränitätsverletzung eines Landes. Solche Regierungen isolieren, bis das Volk die Bande wegputzt und wenn sich einer im Ausland sehen lässt weg und einsperren.
11.05.2008 19:35 Uhr
basadelic
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 29.08.07
Beiträge: 791

Zitat von Meckerer
Und wie lange dauert es, bis so ein Schiff dort ankommt?? Dann hat sich ein großer Teil des Problems auf eine sehr traurige Art bereits gelöst!
Und deswegen soll ich lieber GARNIX hinschicken? Sie wissen doch - selbst eine Weltreise beginnt mit dem ersten Schritt.
Zitat von Meckerer
Da ist ein Kriegsschiff reine Augenauswischerei.
Nicht wenn 30 weitere Nationen dem Beispiel folgen würden. Aber die verlassen sich lieber auf ihr Nicht-verpflichtet-Gefühl, das ihnen durch die UN auch noch bestätigt wird. Das nenne ich Augenwischerei - "wir können nix machen, die UN hat keine Resolution verabschiedet". Gleichzeitig ein verdatterter Blick und die Bürger haben sich Ihre Meinung (über die UN) anstatt die einzelnen Staaten gebildet. Sie sind einer davon.

________
Ironie ist die Rache des menschlichen Geistes an der uneinsichtigen Gesellschaft. Helmar Nahr

11.05.2008 19:42 Uhr
GAST

Zitat von basadelic
Und deswegen soll ich lieber GARNIX hinschicken? Sie wissen doch - selbst eine Weltreise beginnt mit dem ersten Schritt. Nicht wenn 30 weitere Nationen dem Beispiel folgen würden. Aber die verlassen sich lieber auf ihr Nicht-verpflichtet-Gefühl, das ihnen durch die UN auch noch bestätigt wird. Das nenne ich Augenwischerei - "wir können nix machen, die UN hat keine Resolution verabschiedet". Gleichzeitig ein verdatterter Blick und die Bürger haben sich Ihre Meinung (über die UN) anstatt die einzelnen Staaten gebildet. Sie sind einer davon.
Sie wissen, was ein Rechtsstaat ist? Sie wissen, was der Begriff Souveränität eines Staates bedeutet? Nur weil Sie meinen, es gut zu meinen, wollen Sie gleich Soldaten losschicken und es damit nur noch schlimmer machen, auch gegen die eigenen Grundsätze verstossen?
Schlagworte

Keine Schlagworte vergeben.


Auf einen Beitrag antworten

 
Um antworten zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich.

Alle Zeitangaben in MEZ. Es ist jetzt 7:13 AM Uhr.