Mittwoch, 13. Dezember 2017

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Europas Finanzkrise
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16.11.2012 10:01 Uhr
Gast_221528877
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Zitat von Circeflex

 

Sie meinen mit "sanieren" wohl einen umfassenden Schuldenerlass. Die Schulden GR sind größtenteils bereits beim Steuerzahler, dem "Badbanker" der Großbanken, abgeladen worden. Ein Schuldenschnitt auf ein für GR "erträgliches Maß" würde über 200 Mrd. € kosten. Da sin die Target2-Forderungen von 80 Mrd., alleine für D, noch gar nicht eingerechnet. Mit den Geldern aus der EU-Kasse seit 1998 summieren sich die Zahlungen damit auf sagenhafte 300 bis 400 Mrd. € für GR. Damit wurde/würde jeder einzelne Bürger mit 300 bis 400.000 € allimentiert; allein in den letzten 12 Jahren.

Und "saniert" ist GR damit auch nicht. Sie werden eiter am EU-Tropf hängen. Die Portugiesen, Spanier, Iren usw. werden zurecht die gleichen Maßnahmen fordern. Insofern gefährdet GR sehr wohl unsere Zukunft, leopold.

Es genügen etwa 100 Milliarden, dann hat Griechenland einen Schuldenstand, den es langfristig selbst finanzieren kann. Voraussetzung sind natürlich die notwendigen Reformen. Griechenland ist viel zu klein, als dass es unsere Zukunft ernsthaft gefährden könnte.
Anders sieht es aus, wenn Griechenland Pleite geht und den Euro verlassen muss. Dann droht der bekannte Dominoeffekt und der gefährdet unsere Zukunft tatsächlich.

16.11.2012 10:21 Uhr
tylerdurden
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Zitat von leopold

... dann hat Griechenland einen Schuldenstand, den es langfristig selbst finanzieren kann. 

Zumindest bis zu einem Zeitpunkt in nicht all zu ferner Zukunft, an dem es das dann wieder nicht mehr kann.

Was genau meinen Sie mit Reformen? Einsparungen bei den Beamten? Oder einen Marshall-Plan?

Griechenland hat keine produzierende Industrie. Das ist deren Problem. Genau so wenig wie das übrigens auch die anderen PIIGS-Staaten haben. Zum Teil könnten sie das über eine niedrigere Währung abfedern. Dazu müssten sie aber erstmal raus aus dem Euro.

Sollte Griechenland aber aus diesem Grund (der fehlenden Industrie) zukünftig richtigerweise auf den notwendigen Import von (lebensnotwendigen) Gütern verzichten, dann könnte das schon klappen mit dem ausgeglichenen Haushalt auf Dauer. Aber auch nur dann!

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16.11.2012 10:30 Uhr
tylerdurden
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Zitat von leopold
Tut sie auch, weil es in der Realität der Wirtschaft keine exponentielle Kurve gibt.

So. Wie nennen Sie dann das, was am Jahresende als Zinsgutschrift auf ihrem Sparkonto gutgeschrieben wird und fortan nur darauf wartet, sich im nächsten Jahr selbst zu vermehren?

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16.11.2012 11:15 Uhr
tylerdurden
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Zitat von leopold

Das stimmt zwar theoretisch, in der Praxis lässt sich das aber nicht halten, da reale Wirtschaft nicht abläuft wie ein theoretisches Modell.

Vorsicht. Es lässt sich in der Praxis eben schon halten bzw. es tritt exakt so ein, weil das reale Wirtschaftsleben durch den beschriebenen "Systemfehler" (über diesen Begriff lässt sich streiten, da man auch durchaus der Meinung sein kann, dass der "Systemfehler" als Zweck vielleicht sogar das Mittel heiligt) beeinflusst wird.

Was aber in der Tat falsch ist, dass sind die auf zigfach (haltlosen) Annahmen basierenden theoretischen Modelle unserer VWL-Professoren.

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16.11.2012 11:48 Uhr
Gast_1220827248
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Zitat von leopold

 

Es genügen etwa 100 Milliarden, dann hat Griechenland einen Schuldenstand, den es langfristig selbst finanzieren kann. Voraussetzung sind natürlich die notwendigen Reformen. Griechenland ist viel zu klein, als dass es unsere Zukunft ernsthaft gefährden könnte.
Anders sieht es aus, wenn Griechenland Pleite geht und den Euro verlassen muss. Dann droht der bekannte Dominoeffekt und der gefährdet unsere Zukunft tatsächlich.

Das ist doch ausgemachter Unsinn was sie da von sich geben, leopold.

Der Schuldenerlass von ca. 100 Mrd. erst im Frühjahr dieses Jahres erfolgt, hat gar nichts bewirkt. Und Griechenland kann 200 Mrd., die bei einem weiterem Schuldenerlass von 100 Mrd. noch vorhanden wären, auch nicht bedienen.

Und bitte welche Reformen sollen den GR dazu bringen, diese 200 Mrd. zu bedienen, geschweige denn zu reduzieren???  Wenn Griechenland zu klein ist um den Euro und die EU zu gefährend, dann ist Zypern, Malta, Slowenien, Irland, Belgien usw. auch zu klein. Dann können diese Ländern die gleiche Hilfe der Euroländer verlangen. Und dann gute Nacht, leopold.

Über welchen "bekannten" Dominoeffekt reden sie eigentlich? Bekannt ist da gar nichts. Vermutet wird viel.

16.11.2012 12:10 Uhr
tom1212
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nun . . .

 

Zitat von Circeflex

Und "saniert" ist GR damit auch nicht. Sie werden eiter am EU-Tropf hängen. Die Portugiesen, Spanier, Iren usw. werden zurecht die gleichen Maßnahmen fordern. Insofern gefährdet GR sehr wohl unsere Zukunft, leopold.

der deutsche Steuerzahler zahlt doch aktuell auch noch die Schulden der USA ab . . . 

16.11.2012 12:11 Uhr
_solon_
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Zitat von tylerdurden

 

....

Was aber in der Tat falsch ist, dass sind die auf zigfach (haltlosen) Annahmen basierenden theoretischen Modelle unserer VWL-Professoren.

Modelle müssen auf Annahmen basieren, auf was denn sonst?

Sie sollten mal bei Prof. Dr. Sinn vorsprechen. Für ausgewiesene Talente hat er schon immer ein Herz gehabt. Breites Grinsen

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Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

16.11.2012 12:40 Uhr
optimistischerRealist
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Zitat von leopold

 

Das stimmt zwar theoretisch, in der Praxis lässt sich das aber nicht halten, da reale Wirtschaft nicht abläuft wie ein theoretisches Modell.

Dennoch ist es so, das wenn jemand einen Euro mehr hat, zwangsweise ein anderer einen weniger hat.... Ergo führt Vermögenssteigerung einer Person zu einer gleichwertigen Enteignung/Verschuldung einer anderen Person.

16.11.2012 12:44 Uhr
optimistischerRealist
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Zitat von leopold

 

Es genügen etwa 100 Milliarden, dann hat Griechenland einen Schuldenstand, den es langfristig selbst finanzieren kann. Voraussetzung sind natürlich die notwendigen Reformen. Griechenland ist viel zu klein, als dass es unsere Zukunft ernsthaft gefährden könnte.
Anders sieht es aus, wenn Griechenland Pleite geht und den Euro verlassen muss. Dann droht der bekannte Dominoeffekt und der gefährdet unsere Zukunft tatsächlich.

Solange nicht JEDER einzelne Grieche Reformern akzeptiert, die Mentalität ein wenig ändert, wird langfristig mal rein garnichts passieren... Das was da jetzt gerade abgeht schadet Griechenland mehr als es nützt!

16.11.2012 13:13 Uhr
Gast_221528877
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Zitat von Circeflex

 

Das ist doch ausgemachter Unsinn was sie da von sich geben, leopold.

Der Schuldenerlass von ca. 100 Mrd. erst im Frühjahr dieses Jahres erfolgt, hat gar nichts bewirkt. Und Griechenland kann 200 Mrd., die bei einem weiterem Schuldenerlass von 100 Mrd. noch vorhanden wären, auch nicht bedienen.

 

Griechenland hat derzeit einen Schuldenstand von etwa 180% des BIP. 120% werden allgemein als tragfähig angesehen. D. h. der Schuldenschnitt muss etwa ein Drittel der Schulden umfassen. Das sind etwa 100 Milliarden.

16.11.2012 13:15 Uhr
Gast_221528877
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Beiträge: 16947

 


 

Solange nicht JEDER einzelne Grieche Reformern akzeptiert, die Mentalität ein wenig ändert, wird langfristig mal rein garnichts passieren... Das was da jetzt gerade abgeht schadet Griechenland mehr als es nützt!

Stimmt. Aber dazu muss den Griechen Hoffnung gegeben werden. Der Schuldenschnitt wird kommen. Alles hängt an Merkel und den Wahlen in Deutschland im nächsten Jahr.

16.11.2012 13:18 Uhr
optimistischerRealist
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Zitat von leopold

 

Stimmt. Aber dazu muss den Griechen Hoffnung gegeben werden. Der Schuldenschnitt wird kommen. Alles hängt an Merkel und den Wahlen in Deutschland im nächsten Jahr.


Man darf bei eigenem Versagen und Betrug auch die Schuld mal bei sich selbst suchen...

16.11.2012 13:20 Uhr
Gast_221528877
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Zitat von tylerdurden

 

So. Wie nennen Sie dann das, was am Jahresende als Zinsgutschrift auf ihrem Sparkonto gutgeschrieben wird und fortan nur darauf wartet, sich im nächsten Jahr selbst zu vermehren?

Das Sparkonto beschreibt aber nicht den konjunkturellen Verlauf von realen Volkswirtschaften. Ihre Modelle von Exponentialkurven die zu irrwitzigen Endergebnissen führen gibt es in der Realität nicht, da die Zeiträume gleichbleibenden Wachstums nicht lange genug sind. Das Wachstum von Volkswirtschaften wird immer wieder durch externe Ereignisse unterbrochen. Die Steigerungsraten schwanken stark und sind zwischendrin oft auch negativ.

16.11.2012 13:23 Uhr
Gast_221528877
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Man darf bei eigenem Versagen und Betrug auch die Schuld mal bei sich selbst suchen...


Die meisten Griechen wissen das. Sie dürfen nicht nur die sehen, die auf den Straßen randalieren. Das ist eine kleine Minderheit.

16.11.2012 13:36 Uhr
optimistischerRealist
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Zitat von leopold

 


Die meisten Griechen wissen das. Sie dürfen nicht nur die sehen, die auf den Straßen randalieren. Das ist eine kleine Minderheit.

Auch die kleine Minderheit, der Tavernenwirt, der Taxifahrer, der Strandliegestuhlverkäufer, der Olivenbaumbauer hat jahrzehntelang an der Steuer vorbei verdient. Genau so wie der große Reedereibesitzer. Ich mache da keinen Unterschied.

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