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Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm eine Mitschuld
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18.06.2013 10:17 Uhr
Redaktion
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Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm eine Mitschuld

Fahrradfahrer tragen bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Verkehrsteilnehmer Mitschuld, wenn ein Helm ihre Kopfverletzungen ver- oder gemindert hätte. Dies gilt auch bei verkehrswidrigem Verhalten des Unfallgegners.
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm eine Mitschuld

 

Mitschuld bei Unfall: Fahrradclub will Helm-Urteil anfechten
Ein Gericht hat einer Radfahrerin bei einem Unfall mit einem Auto die Mitschuld gegeben, da die Frau keinen Helm trug. Der ADFC hält dies für absurd.
Mitschuld bei Unfall: Fahrradclub will Helm-Urteil anfechten
 
ADFC: Fahrradfahren mit Helm soll weiter freiwillig bleiben

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18.06.2013 04:56 Uhr
augschburger
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demnächst auch für Fußgänger ?

interessante Entscheidung ...
Bin zwar überzeugter Helmträger ( auch wenn's nicht wirklich Spaß macht ) ...
Aber die Logik dahinter kann ich trotzdem nicht verstehen.
Demnächst muss ich als Fußgänger im Vollkörperschutzanzug mit Protektoren und Helm ausgestattet am Straßenverkehr teilnehmen ?
So könnte für Eigenschutz gesorgt werden ... eigenartig das ganze ...

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__________________________ Boris Ott Augsburg - Antonsviertel augschburger.de

18.06.2013 08:04 Uhr
hrafnagaldr
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Sehr eigenartig. Ich trage zwar immer einen Helm, das Urteil ist für mich aber nicht nachvollziehbar. Wäre in etwa so, als wenn ich bei einem Hobbyfußballturnier eins auf die Haxn krieg und dann eine Teilschuld bekomme, weil ich wg. des Hobbycharakters des Turniers keine Schienbeinschoner getragen habe.

Achja, obwohl ich mehrere tausend KM im Jahr radle hab ich mir meine schwerste Kopfverletzung zu Fuß zugezogen.

Klingt für mich so, als wollte da jmd. hintemrum eine Helmpflicht einführen. Sinnvoller wäre es, Radlern nahe zu bringen, vom parkenden Autos ausreichend Abstand einzuhalten (das dürfen sie ja), auch wenn dann halt ein anderes Auto, das dann nicht überholen kann mal warten muss.

Mir hat letzte Woche auch so ne dumme Nuss vor der Nase die Autotür aufgemacht, ich war zum Glück schon mittig auf der Straße unterwegs.

18.06.2013 08:42 Uhr
Gast_185643948
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Zitat von hrafnagaldr

Sehr eigenartig. Ich trage zwar immer einen Helm, das Urteil ist für mich aber nicht nachvollziehbar. Wäre in etwa so, als wenn ich bei einem Hobbyfußballturnier eins auf die Haxn krieg und dann eine Teilschuld bekomme, weil ich wg. des Hobbycharakters des Turniers keine Schienbeinschoner getragen habe.

Achja, obwohl ich mehrere tausend KM im Jahr radle hab ich mir meine schwerste Kopfverletzung zu Fuß zugezogen.

Klingt für mich so, als wollte da jmd. hintemrum eine Helmpflicht einführen. Sinnvoller wäre es, Radlern nahe zu bringen, vom parkenden Autos ausreichend Abstand einzuhalten (das dürfen sie ja), auch wenn dann halt ein anderes Auto, das dann nicht überholen kann mal warten muss.

Mir hat letzte Woche auch so ne dumme Nuss vor der Nase die Autotür aufgemacht, ich war zum Glück schon mittig auf der Straße unterwegs.

Ich denke, dass der Helm erst mal für mich selbst gut sein kann.

Die "dummen Nüsse" kenne ich auch. Andererseits gibt es diese ebenso häufig auf dem Rad. Zweimal Vollbremsung trotz Grünpfeil für mich, weil solche Spacken bei Rot über die Kreuzung brettern, dann wird einem auch noch der Stinkefinger gezeigt. Mein Mitleid hielte sich in Grenzen wenn so einer mit der Feuerwehr ins Spital muss.

18.06.2013 09:26 Uhr
hrafnagaldr
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Das sehe ich ja auch so. Aber wir haben zum Glück keine Helmpflicht, und hier lag die Schuld eindeutig beim Autofahrer. Es gab wohl schon ähnliche Urteile, wenn Leute zum Sport- oder Trainigszweck unterwegs waren und keinen Helm trugen, aber wenn das für 0815-Stadtradler kommt ist das schon sehr bedenklich. Damit werden zwangsläufig auch die Städte dahingehend aus der Verantwortung genommen, dafür sorgen zu müssen, dass Radler überhaupt nahe an parkenden Autos vorbei müssen.

Zitat von AndyHberg

Ich denke, dass der Helm erst mal für mich selbst gut sein kann.

 edit: Zur Schutzwirkung von Helmen will ich aber doch noch kurz was sagen, die können sehr viel Schlimmeres verhindern. Mir selber ist schonmal mein Rad aufn Kopf gefallen, das Pedal hätte sicher eine nette Delle im Kopf hinterlassen. Bei manchen Herstellern gibt es auch Crashberichte, ich hab da mal einen angefügt (siehe Link zu flash-pdf unten). MTB-Rennen, Sturz bei ca. 50kmh bergab. 10 Rippen gebrochen, punktierte Lunge und div. andere Brüche und innere Verletzungen, bei dem Sturz landete er unter anderem auch auf dem Kopf. Nur da hatte er keine wirklich bedrohlichen Verletzungen, der Helm wurde auch ordentlich deformiert (sieht man auf dem Bild nicht so toll). Hochwertige Helme leisten schon weit mehr, als es die Standardnormen vorgeben. Die mögen tatsächlich zu niedrig angesetzt sein, aber das ist ein anderes Thema

http://www.file-upload.net/download-7728716/Flash.pdf.html

18.06.2013 10:17 Uhr
Redaktion
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Urteil: Wer ohne Fahrradhelm fährt, trägt bei Unfall eine Mitschuld

Wichtiges Urteil für Fahrradfahrer: Wer auf dem Rad ohne Helm unterwegs ist, trifft bei einem Unfall mit Kopfverletzung unter Umständen eine Mitschuld und muss zahlen.
Urteil: Wer ohne Fahrradhelm fährt, trägt bei Unfall eine Mitschuld

 

Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm eine Mitschuld
Fahrradfahrer tragen bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Verkehrsteilnehmer Mitschuld, wenn ein Helm ihre Kopfverletzungen ver- oder gemindert hätte. Dies gilt auch bei verkehrswidrigem Verhalten des Unfallgegners.
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm eine Mitschuld

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18.06.2013 10:17 Uhr
Gast_2072943889
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Endlich ein sinnvolles Urteil! 

18.06.2013 10:35 Uhr
Gast_1603336853
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Zitat von Stadtwanderer

Endlich ein sinnvolles Urteil! 


Nein ist es nicht ! 

Wenn man jedesmal ohne gesetzliche Grundlagen befürchten muss irgendwie und für irgendwas eine "Mitschuld" zu bekommen wo führt das dann hin ? Wenn man jemanden eine Teilschuld aufbrummen will dann sollen sie eine Helmpflicht einführen und gut ist, dann weiß jeder woran er ist. Alles andere ist Wischi Waschi und immer von der Laune und/oder den persönlichen Ansichten des jeweilgen Richters abhängig.

18.06.2013 10:40 Uhr
montebaldo
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Da fragt man doch...

 

....warum nicht auch Fußgänger und warum nicht auch Schutzausrüstung für den übrigen Körper!

Die Minimierung des Schadens für den Unfallverursacher und stärkeren Verkehrsteilnehmer ist unabdingbare Pflicht. Blink

________

18.06.2013 10:46 Uhr
JWBraun
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Zitat von hml

 


Nein ist es nicht ! 

Wenn man jedesmal ohne gesetzliche Grundlagen befürchten muss irgendwie und für irgendwas eine "Mitschuld" zu bekommen wo führt das dann hin ? Wenn man jemanden eine Teilschuld aufbrummen will dann sollen sie eine Helmpflicht einführen und gut ist, dann weiß jeder woran er ist. Alles andere ist Wischi Waschi und immer von der Laune und/oder den persönlichen Ansichten des jeweilgen Richters abhängig.


Dazu bedarf es keiner Rechtsgrundlage, Ich MUSS mich auch nicht anseilen, im Gebirge.

Ist aber besser, wegen des "Eigenschutzes"

Hier ging es nicht um den Schaden am anderen Auto oder ähnliches, sondern um den Schaden am EIGENEN KOPF!!

EIGENVERANTWORTUNG heisst das Zauberwort, wir können nicht für jedermanns Leichtsinn immer die Allgemeinheit zahlen lassen.

 

hier mal auszugweise aus den Gründen zitiert:

Die Fahrradfahrerin trifft ein Mitverschulden an den erlittenen Schädelverletzungen, weil sie keinen Helm getragen und damit Schutzmaßnahmen zu ihrer eigenen Sicherheit unterlassen hat (sogenanntes Verschulden gegen sich selbst).

 

und weiter:

Zwar besteht für Fahrradfahrer nach dem Gesetz keine allgemeine Helmpflicht. "Fahrradfahrer sind heutzutage jedoch im täglichen Straßenverkehr einem besonderen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Der gegenwärtige Straßenverkehr ist besonders dicht, wobei motorisierte Fahrzeuge dominieren und Radfahrer von Kraftfahrern oftmals nur als störende Hindernisse im frei fließenden Verkehr empfunden werden. Aufgrund der Fallhöhe, der fehlenden Möglichkeit, sich abzustützen (die Hände stützen sich auf den Lenker, der keinen Halt bietet) und ihrer höheren Geschwindigkeit, z.B. gegenüber Fußgängern, sind Radfahrer besonders gefährdet, Kopfverletzungen zu erleiden. Gerade dagegen soll der Helm schützen. Dass der Helm diesen Schutz auch bewirkt, entspricht der einmütigen Einschätzung der Sicherheitsexperten und wird auch nicht ernsthaft angezweifelt.

________
Life is a dream for the wise, a game for the fool, a comedy for the rich, a tragedy for the poor. (Sholom Aleichem)

18.06.2013 10:55 Uhr
spacevulture
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Eine sehr gefährliche Rechtsprechung!

Demnächst wird einer von einem Auto über den haufen gefahren, bricht sich die Wirbelseule und bekommt dann von einem Richter gesagt, er hätte je einen Rückenprotektor anziehen können. Konsequent wäre es, denn man kann in diesem Urteil ohne weiteres Kopf mit Wirbelsäule ersetzen und Helm mit Rückenprotektor.

Wenn sich diese unsägliche Rechtsprechung durchsetzt, kann man ("aus rechtlicher Sicht") nur noch mit der Eishockey-Ausrüstung Fahrrad fahren. Oder vor die Tür gehen, wie Montebaldo schon sagte.

18.06.2013 10:55 Uhr
0xFFF
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Mitschuld vielleicht ja, wenn dann aber wegen nicht eingehaltenem Seitenabstand.

18.06.2013 10:58 Uhr
Gast_2072943889
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Dieses Urteil findet hoffentlich auch bei den Skifahrern entsprechende Anwendung! 

18.06.2013 11:01 Uhr
Gast_1603336853
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Zitat von JWBraun

EIGENVERANTWORTUNG heisst das Zauberwort, wir können nicht für jedermanns Leichtsinn immer die Allgemeinheit zahlen lassen.

So, und wo fängt diese an oder hört diese auf, warum brauchen wird dann eigentlich überhaupt Gesetze wenn man alles was nicht gesetzlich festgeschrieben ist mit so einem Kaugummibegriff "Eigenverantwortung" etc. regeln kann oder könnte ? Träfe dies wie "montebaldo" beispielsweise erwähnt dann nicht auch auf Fussgänger zu ?, schlieslich sind ja auch Verkehrsteilnehmer, .... wo setzt man also hier die Grenze ?
Ihre Zitate sind recht und schön, aber in keinem Gesetztext zu finden und deshalb bestenfalls als Empfehlungen zu werten. Darauf hin ein Urteil zu fällen enbehrt zumindest im Moment noch jeder rechtlichen Grundlage.
18.06.2013 11:01 Uhr
Gast_2072943889
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Zitat von spacevulture
Eine sehr gefährliche Rechtsprechung!

Demnächst wird einer von einem Auto über den haufen gefahren, bricht sich die Wirbelseule und bekommt dann von einem Richter gesagt, er hätte je einen Rückenprotektor anziehen können. Konsequent wäre es, denn man kann in diesem Urteil ohne weiteres Kopf mit Wirbelsäule ersetzen und Helm mit Rückenprotektor.

Wen sich diese unsägliche Rechtsprechung durchsetzt, kann man ("aus rechtlicher Sicht") nur noch mit der Eishockey-Ausrüstung Fahrrad fahren. Oder vor die Tür gehen, wie Montebaldo schon sagte.

Aha! Sie sind sicherlich auch gegen das Anlegen eines Sicherheitgurtes beim Autofahren!  Gell!?

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