Donnerstag, 23. Mai 2013

Registrieren | Neueste Einträge | Aktuellste Themen | Forum | Benutzerliste | Suche | Regeln | Hilfe

Der Streit um das Betreuungsgeld
sort Ersten ungelesenen Beitrag anzeigen Thema durchsuchen
18.04.2012 14:20 Uhr
spacevulture
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 1/7/10
Beiträge: 5808

 

Zitat von Schepperle
Ist die Arbeit von Frauen immer noch nichts wert?

 Gibt es immer noch Frauenarbeit und Männerarbeit?

18.04.2012 14:31 Uhr
Schepperle
Aktives Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 11/19/10
Beiträge: 30

 

Zitat von spacevulture

 

 Gibt es immer noch Frauenarbeit und Männerarbeit?

 Ja, leider.

Selbst die mutigsten Männer haben Angst vor feuchten Textilien (Windeln, Wäsche, Putzlumpen...) und vieles, was die Frauen machen, darf ungestraft als "Gedöns" verunglimpft werden: Hausarbeit, Einkaufen & Vorratshaltung, Kochen & Resteverwertung... aber auch Erziehung, Gesundheit, Krankenpflege inkl.Begleitung bei entsprechenden Gängen... Erst wenn man die Arbeitsleistung der Frauen einkaufen muss (z.B. in KiTa, Gaststätte, Reinigung, Putzhilfe...), stellt man fest, dass das Geld nicht ausreicht!  

18.04.2012 15:06 Uhr
pkeszler
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 8/21/11
Beiträge: 1117

 

Zitat von DerMichel  

Entstehen bei einer Betreuung zuhause keine Kosten? Wird im winter nicht länger das Licht benutzt und die Heizung auch während des Tages nicht abgesenkt? Kosten entstehen extern wie intern.

Natürlich hat jede Familie bstimmte Haushaltskosten. Damit mussten die  Familien bisher auch ohne finanziellen Zuschuss (außer Kindergeld) immer klar kommen. Junge Familien zahlen mehr für die Kinderbetreuung, wenn die Kinder größer sind, fallen Kosten für den Schulbesuch an und wenn die Kinder studieren wollen, kommen noch höhere Kosten auf die Familie zu.

Nach dem Gleichheitsprinzip müssten folglich alle Familie mit Kindern entsprechend unterstützt werden. Verfassungsrechtler sind der Meinung, dass das Betreuungsgeld, so wie es die CSU einführen will, gegen das in der Verfassung festgelegte Gleichheitsprinzip verstößt.

Verfassungsrechtlerin Margarete Schuler-Harms von der Bundeswehruniversität Hamburg bezweifelt, dass die Auszahlung des Betreuungsgeldes von bis zu 150 Euro monatlich allein davon abhängig gemacht werden könne, ob Eltern ihre zwei- und dreijährigen Kinder zu Hause betreuen oder nicht. "Wenn man eine Gruppe bevorzugt behandelt, muss es einen sachlichen Grund dafür geben", sagte sie."Will man nicht gegen den Gleichheitssatz verstoßen, müsste man 150 Euro an alle Eltern mit zwei- und dreijährigen Kindern auszahlen."

 

18.04.2012 15:14 Uhr
Schepperle
Aktives Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 11/19/10
Beiträge: 30

 

Zitat von pkeszler

... "Will man nicht gegen den Gleichheitssatz verstoßen, müsste man 150 Euro an alle Eltern mit zwei- und dreijährigen Kindern auszahlen."

 

Ein Zuschuss vom Staat, der Eltern zusteht, die ihre Kinder in staatliche Betreuung geben, geht in den enormen Kosten für diese Fremdbetreuung unter. Diese kostet den Staat ein Vielfaches (!) des jetzt diskutierten Betreuungsgeldes.

18.04.2012 15:23 Uhr
pkeszler
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 8/21/11
Beiträge: 1117

 

Zitat von DerMichel  

Nein, ich rede sehr wohl von zusätzlichen Kosten, die durch die Betreuung zuhause anfallen. Und in meinen Augen hat die Arbeit einer Mutter den gleichen Wert wie die Arbeit einer Kinderbetreuerin in der Kita. Im Gegenteil, die Mutter ist normalerweise sogar anwesend wenn das Kind krank ist etc.

Alle Familien, die Kinder haben, haben auch zusätzliche Kosten. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Wer seine Kinder in einer Kita betreuen lässt, muss monatlich mehrere Hundert Euro dafür bezahlen. Wer seine Kinder daheim betreut, hat dann andere Kosten zu tragen. Jede Familie muss folglich genau überlegen, welcher Weg für sie günstiger ist. Kann ein Partner den Familienunterhalt der Familie allein aufbringen oder nicht? Diese Entscheidung müssen die Familien allein treffen, ohne dass der Staat diese Entscheidung durch finanzielle Anreize beeinflusst.

18.04.2012 15:38 Uhr
pkeszler
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 8/21/11
Beiträge: 1117

 

Zitat von Schepperle  

Ein Zuschuss vom Staat, der Eltern zusteht, die ihre Kinder in staatliche Betreuung geben, geht in den enormen Kosten für diese Fremdbetreuung unter. Diese kostet den Staat ein Vielfaches (!) des jetzt diskutierten Betreuungsgeldes.

Das mag so sein, ist aber in unserer Verfassung nicht so vorgesehen. Gesetze, die nicht dem Gleichheitsprinzip entsprechen, wurden schon mehrfach vom Bundesverfassungsgericht widerrufen.

Im Übrigen will unsere Bundesfamilienministerin Frau Schröder erst vor der Sommerpause einen Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld vorlegen. Spätestens dann dürfte die Debatte erneut aufflammen. Noch unklar ist beispielsweise auch, wie die Regierung das Betreuungsgeld am Bundesrat vorbeibringen will. Sollten nämlich die Länder für die Auszahlung des Betreuungsgeldes zuständig sein, wie dies auch beim Kindergeld und beim Elterngeld der Fall ist, wäre das Gesetz vom Bundesrat zustimmungspflichtig. Aber das würde die Mehrheit der SPD-geführten Bundesländer ablehnen. Das Thema "Betreuungsgeld" bleibt uns folglich noch eine ganze Weile erhalten.

18.04.2012 16:08 Uhr
spacevulture
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 1/7/10
Beiträge: 5808

 

Zitat von Schepperle
Selbst die mutigsten Männer haben Angst vor feuchten Textilien (Windeln, Wäsche, Putzlumpen...) und vieles, was die Frauen machen, darf ungestraft als "Gedöns" verunglimpft werden: Hausarbeit, Einkaufen & Vorratshaltung, Kochen & Resteverwertung... aber auch Erziehung, Gesundheit, Krankenpflege inkl.Begleitung bei entsprechenden Gängen... Erst wenn man die Arbeitsleistung der Frauen einkaufen muss (z.B. in KiTa, Gaststätte, Reinigung, Putzhilfe...), stellt man fest, dass das Geld nicht ausreicht!  

Sorry, aber das ist mir zu klischeehaft. Oder Sie leben in einer anderen Welt als ich, in der die Dinge wirklich noch so klar nach Männchen und Weibchen verteilt sind. Bei meinen Großeltern war das noch so und vielleicht kann man sogar meine Eltern noch irgendwie in diese klassischen Rollenbilder pressen, aber mit meinem beruflichen und privaten Umfeld hat ihr Familienbild recht wenig zu tun. 

18.04.2012 18:16 Uhr
_solon_
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 6/3/07
Beiträge: 16306

 

Zitat von pkeszler
 

 

Nach Ihren Beiträgen zu urteilen, muss man den Eindruck gewinnen, dass Sie entweder keine Kinder selbst großgezogen haben oder diese nie eine Kita besucht haben.

....

Dann urteilen Sie mal. Fehlurteile gibt es immer wieder. Breites Grinsen

Zu Qualität und Aussagekraft von Umfragen sage ich bewusst lieber nichts

 

________
Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

Zuletzt geändert von _solon_, am 18.04.2012 um 18:20 Uhr
18.04.2012 18:42 Uhr
pkeszler
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 8/21/11
Beiträge: 1117

 

Zitat von Schepperle  

Selbst die mutigsten Männer haben Angst vor feuchten Textilien (Windeln, Wäsche, Putzlumpen...) und vieles, was die Frauen machen, darf ungestraft als "Gedöns" verunglimpft werden: Hausarbeit, Einkaufen & Vorratshaltung, Kochen & Resteverwertung... aber auch Erziehung, Gesundheit, Krankenpflege inkl.Begleitung bei entsprechenden Gängen... Erst wenn man die Arbeitsleistung der Frauen einkaufen muss (z.B. in KiTa, Gaststätte, Reinigung, Putzhilfe...), stellt man fest, dass das Geld nicht ausreicht!  

Wahrscheinlich ist auf dem Land das traditionelle Familienbild noch stärker verbreitet als in den Städten. Was Sie hier beschreiben, kommt nur noch in wenigen städtischen Familien vor. Unsere Nachbarn haben zweijährige Zwillinge, die in einer Kita betreut werden. Beide Elternteile üben einen qualifizierten Beruf aus. Bei Krankheit eines der beiden Kinder bleiben mal die Mutter oder der Vater zu Hause. Das muss dann eben individuell auf der Arbeit abgesprochen werden. Diese Familie hat aber trotz mancher Probleme ihr Leben im Griff, denn andere Familienangehörige wohnen nicht am Ort.

19.04.2012 13:14 Uhr
pkeszler
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 8/21/11
Beiträge: 1117
Wie sinnvoll ist das Betreuungsgeld?

Darüber streiten deutsche Politiker seit Monaten. Und wie soll das Ganze überhaupt funktionieren? D as ist völlig unklar. SPIEGEL-online beschreibt einen fiktiven Dialog in einer deutschen Amtsstube.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,828294,00.html#ref=rss

In dieser Satire geht es also um den schon angesprochenen Gleichheitsgrundsatz, der laut Verfassung auch beim Betreuungsgeld garantiert sein muss.

19.04.2012 15:55 Uhr
DerMichel
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 3/12/11
Beiträge: 4601

 

Zitat von pkeszler
Wie sinnvoll ist das Betreuungsgeld?

Darüber streiten deutsche Politiker seit Monaten. Und wie soll das Ganze überhaupt funktionieren? D as ist völlig unklar. SPIEGEL-online beschreibt einen fiktiven Dialog in einer deutschen Amtsstube.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,828294,00.html#ref=rss

In dieser Satire geht es also um den schon angesprochenen Gleichheitsgrundsatz, der laut Verfassung auch beim Betreuungsgeld garantiert sein muss.

Wissen Sie, ich habe den Eindruck, dasss die Sache mit dem Betreuungsgeld alleine unter wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten gesehen wird. M.E. müsste die Diskussion zuerst vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Die grundsätzliche Frage muss doch lauten: "Was ist dem Kindeswohl zuträglich?". Erst wenn diese Frage ausreichend diskutiert und beantwortet ist, kann über das ganze "Begleitwerk" gesprochen werden. Für mich hat es nichts mit Kindeswohl zu tun wenn Argumente kommen wie:

- Eine moderne Gesellschaft ......

- Heute müssen auch Frauen arbeiten können ..... (Ist Haushalt und Erziehung keine Arbeit?)

- Damit alle Deutsch lernen muss eine gute Durchmischung von Autochtonen und Migranten gegeben sein.... (Sind unsere Kinder eigentlich "Hilfs"-Sozialarbeiter?)

- wir brauchen auch die Frauen als Arbeitskräfte .......

usw.

Alle diese Fragen sollten uns bei dieser Entscheidung nicht interessieren. Es geht nur um die Kinder! Wenn morgen in der AA ein Artikel erscheinen würde, in dem geschrieben wird, dass einer Hündin ihre 3 - 4 wöchigen Welten genommen wurden, wäre der Aufschrei riesig.

Und zuletzt, Modern ist kein Qualitätsmerkmal, es sagt lediglich, dass es dem Zeitgeist entspricht. Ob es gut und sinnvoll ist, ist eine komplett andere Frage.

________
    "Wahre Worte sind nicht angenehm, angenehme Worte sind nicht wahr." (Laotse, Kapitel 81)

19.04.2012 18:25 Uhr
_solon_
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 6/3/07
Beiträge: 16306

 

Zitat von pkeszler

 

Wahrscheinlich ist auf dem Land das traditionelle Familienbild noch stärker verbreitet als in den Städten.

....

 Es ist nicht nur das Bild stärker verbreitet - auch die Realität orientiert sich stärker an diesem Bild.

M.e.  existiert da ein ganz schönes Gefälle Ohmy - egal von welcher Seite aus man das betrachtet.

________
Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

21.04.2012 09:32 Uhr
pkeszler
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 8/21/11
Beiträge: 1117

 

Zitat von Schepperle
Ist die Arbeit von Frauen immer noch nichts wert? 

Diese Frage sollten Sie mal den Arbeitgebern stellen, die den Frauen immer noch für die gleiche Arbeit 20 bis 30 % weniger Lohn als den Männern bezahlen.

21.04.2012 12:26 Uhr
Marc.Jacobs
Ständiges Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 2/5/11
Beiträge: 256

Diese Frage sollten Sie mal den Arbeitgebern stellen, die den Frauen immer noch für die gleiche Arbeit 20 bis 30 % weniger Lohn als den Männern bezahlen.

Können Sie ein paar von diesen Arbeitgebern nennen? Baubereich wäre optimal. Ich suche nämlich gerade Firmen, die mein Häuschen mit Maurerinnen und Zimmerinnen um 20 bis 30 % billiger hochziehen können.

________

21.04.2012 18:17 Uhr
_solon_
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 6/3/07
Beiträge: 16306

 

Zitat von pkeszler

 

Diese Frage sollten Sie mal den Arbeitgebern stellen, die den Frauen immer noch für die gleiche Arbeit 20 bis 30 % weniger Lohn als den Männern bezahlen.

 Warum beschäftigen diese Firmen, richtiger diese Unternehmen, eigentlich noch Männer? Wenn Frauen die gleiche Arbeit leisten und 20%-30% weniger verdienen würde es in jedem Unternehmen, das einigermaßen betriebswirtschaftlich rechnet, nur Frauen als Arbeitnehmer geben.

________
Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

Schlagworte

Betreuungsgeld


Auf einen Beitrag antworten

 
Um antworten zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich.

Alle Zeitangaben in MEZ. Es ist jetzt 3:08 AM Uhr.