Sonntag, 26. Mai 2013

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Der Streit um das Betreuungsgeld
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28.04.2012 17:04 Uhr
DerMichel
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Zitat von pkeszler
 

 

Schreiben Sie das hier eigentlich aus eigener Erfahrung oder nur vom "Hören - Sagen"?

Das die ideologische Beeinflussung in der DDR durch die SED, die Regierung usw. auf alle Lebensbereiche ausgerichtet war, ist unbestritten. Aber offensichtlich hatte sie doch nicht so gewirkt, wie man sich das erhofft hatte. Denn sonst wäre es 1989 nicht zu einer friedlichen Revolution und der Ablösung dieser ungeliebten "Diktatatur des Proletariats" gekommen. Lässt man die Idelogie weg, kann man durchaus der Meinung sein, dass Kinderbetreuung, Bildungssystem und gesundheitliche Betreuung in der DDR viele gute Seiten hatten. Und das schreibe ich aus persönlicher Erfahrung!

Sie geben es doch selbst zu. Ich zitiere:

"Das die ideologische Beeinflussung in der DDR durch die SED, die Regierung usw. auf alle Lebensbereiche ausgerichtet war, ist unbestritten. Aber offensichtlich hatte sie doch nicht so gewirkt, wie man sich das erhofft hatte".

Die Anzahl der SED Mitgleider, Stasi Mitarbeiter und IM spricht aber eine andere Sprache. Die ideologische Indoktrination hat sehr wohl funktioniert. Und was Kinderbetreuung, Bildungssystem und gesundheitliche Betreuung angeht, habe ich bei meinen Besuchen in der DDR eine andere Erfahrung gemacht. Ich habe einmal einen Arzt gebraucht. Es war mir eine Lehre. Die Menschen die ich in der DDR gekannt habe, hatten nicht das Glück in speziellen Krankenhäusern und bei besonderen Ärzten behandelt zu werden. Offensichtlich war das bei Ihnen anders. Ich habe die DDR wie hier beschrieben erlebt. Alleine der Durchmesser der Spritzenkanüle, bei meinem Zahnarztbesuch, war der reine Horror!

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    "Wahre Worte sind nicht angenehm, angenehme Worte sind nicht wahr." (Laotse, Kapitel 81)

28.04.2012 20:20 Uhr
pkeszler
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Zitat von DerMichel  

Sie geben es doch selbst zu. Ich zitiere:

"Das die ideologische Beeinflussung in der DDR durch die SED, die Regierung usw. auf alle Lebensbereiche ausgerichtet war, ist unbestritten. Aber offensichtlich hatte sie doch nicht so gewirkt, wie man sich das erhofft hatte".

Die Anzahl der SED Mitgleider, Stasi Mitarbeiter und IM spricht aber eine andere Sprache. Die ideologische Indoktrination hat sehr wohl funktioniert. Und was Kinderbetreuung, Bildungssystem und gesundheitliche Betreuung angeht, habe ich bei meinen Besuchen in der DDR eine andere Erfahrung gemacht. Ich habe einmal einen Arzt gebraucht. Es war mir eine Lehre. Die Menschen die ich in der DDR gekannt habe, hatten nicht das Glück in speziellen Krankenhäusern und bei besonderen Ärzten behandelt zu werden. Offensichtlich war das bei Ihnen anders. Ich habe die DDR wie hier beschrieben erlebt. Alleine der Durchmesser der Spritzenkanüle, bei meinem Zahnarztbesuch, war der reine Horror!

In der DDR war sehr viel nicht Ordnung, aber auch nicht alles schlecht. Das schreibe ich, obwohl ich auch keine Privilegien genossen habe, also auch keine speziellen Ärzte oder Krankenhäuser..

28.04.2012 20:38 Uhr
Athineos
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Zitat von pkeszler
 

 

In der DDR war sehr viel nicht Ordnung, aber auch nicht alles schlecht.

Eben :  der Kinderhort, die Poliklinik und der Rechtsabbiegerpfeil!

Die Autobahnen haben ja die diktatorischen Vorgänger schon für sich reklamiert!

Obwohl ... mit den DDR - Autobahnen war kein großer Staat zu machen ....

Kurz gefaßt : ich habe selten eine dümmere Apologie für irgendetwas gehört als dieses stupide " .. es war nicht alles schlecht ..".

Damit läßt sich so ziemlich alles sublimieren!

 

 

________
μολὼν λαβέ

Zuletzt geändert von Athineos, am 28.04.2012 um 20:46 Uhr
28.04.2012 21:26 Uhr
DerMichel
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Zitat von pkeszler
 

 

In der DDR war sehr viel nicht Ordnung, aber auch nicht alles schlecht. Das schreibe ich, obwohl ich auch keine Privilegien genossen habe, also auch keine speziellen Ärzte oder Krankenhäuser..

OK, konkrete Frage mit der Bitte um eine konkrete Antwort. Was war, im Vergleich zur BRD, in der DDR besser? Speziell auch bei der Kindererziehung und medizinischen Versorgung. Gerne auch andere Beispiele. Die "Wahlergebnisse" mit über 95 % Zustimmung gelten aber nicht!

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    "Wahre Worte sind nicht angenehm, angenehme Worte sind nicht wahr." (Laotse, Kapitel 81)

29.04.2012 08:59 Uhr
Athineos
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Zitat von DerMichel
 

 

...... Gerne auch andere Beispiele..,,,

Ich glaube, manche Schulbücher, solange sie nicht weltanschaulich gefärbt waren, waren recht gut.

Das galt in erster Linie für mathematischeTitel.

Denn 1+1 blieb auch im ersten Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden zwei !

 

 

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μολὼν λαβέ

29.04.2012 09:42 Uhr
_solon_
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Zitat von Athineos
 

 

Ich glaube, manche Schulbücher, solange sie nicht weltanschaulich gefärbt waren, waren recht gut.

Das galt in erster Linie für mathematischeTitel.

....

 

 

Bei denen dürfte es auch schwerfallen sie politisch/weltanschaulch zu färben.... Breites Grinsen

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Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

29.04.2012 10:33 Uhr
Athineos
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Zitat von _solon_
 

 

Bei denen dürfte es auch schwerfallen sie politisch/weltanschaulch zu färben.... Breites Grinsen

Eben !

Denn siehe :

 

Zitat von Athineos
  Denn 1+1 blieb auch im ersten Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden zwei !

 

 

 

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μολὼν λαβέ

29.04.2012 17:16 Uhr
pkeszler
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Zitat von Athineos  

Ich glaube, manche Schulbücher, solange sie nicht weltanschaulich gefärbt waren, waren recht gut.

Das galt in erster Linie für mathematischeTitel.

Denn 1+1 blieb auch im ersten Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden zwei !

Als Lehrer für den naturwissenschaftlichen Unterricht kann ich Ihre Meinung zu den Schulbüchern in der DDR in den naturwissenschaftlichen Fächern voll bestätigen. Diese waren auf einem hohen Niveau und wurden teilweise auch in einigen nordischen Staaten als Vorbild genommen. Vor allem wurden in der ganzen DDR die gleichen Schulbücher verwendet. Heute konzipiert jedes Bundesland seine eigenen Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, was nicht nur sehr teuer ist, sondern auch sehr negativ für die Schulkinder, wenn sie in ein anderes Bundesland umziehen müssen. Von den unterschiedlichen Schulsystemen einmal ganz abgesehen. Aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema.



29.04.2012 17:19 Uhr
pkeszler
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Zitat von DerMichel  

OK, konkrete Frage mit der Bitte um eine konkrete Antwort. Was war, im Vergleich zur BRD, in der DDR besser? Speziell auch bei der Kindererziehung und medizinischen Versorgung. Gerne auch andere Beispiele. Die "Wahlergebnisse" mit über 95 % Zustimmung gelten aber nicht!

Bei Ihrer Frage geht es um die ärztliche Betreuung der Kinder in Krippen und Kindergärten in der DDR. Alle Kinder wurden in diesen Einrichtungen, die zum großen Teil staatlich waren, aber auch teilweise den Kirchen unterstanden, regelmäßig ärztlich untersucht und wenn nötig in der Einrichtung geimpft. Kinder mit Sprachproblemen wurden ebenfalls von ausgebildeten Logopäden bis zur Einschulung betreut. Viele Eltern waren jedenfalls dankbar dafür, dass sie ihre Kinder in guten Händen wussten. Eine ideologische Beeinflussung der Kinder spielte nur am Rande eine Rolle und hatte in dem Alter keine negativen Auswirkungen für die Kinder.

29.04.2012 22:15 Uhr
Athineos
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Zitat von pkeszler
 

 

  Eine ideologische Beeinflussung der Kinder spielte nur am Rande eine Rolle ......

Das können Sie aber nicht ernstmeinen.

Mir sind andere Aussagen von Bekannten, die unter dieser Diktatur aufwuchsen, gegenwärtig!

Darunter die einer Tochter eines Parteimitgliedes.

 

 

Zitat von pkeszler
  Aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema.

Das ist es! Aber trotzdem ein Wort dazu.

Dieses Schul- und Bildungssystem ist Teil unseres föderativen Systems.

Und mit seinen von Ihnen als nachteilig herausgestellten Punkten ist es mir vielfach lieber als ein Bildungssystem in einer zentralisierten Diktatur!

Aber unsere Ansichten haben zu tun mit unserem Aufwachsen, dem meinen in einer Demokratie, dem Ihren in einer Diktatur, deren Anhänger Sie, wie Sie sich darstellen, zumindest teilweise heute noch sind.

Diese Einstellung zu äußern und zu leben, ist in unserem Staat möglich, in Ihrem untergegangenen System wäre es nicht möglich gewesen.

Oder besser gesagt, dann hätten Sie Bautzen näher kennengelernt .....

 

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μολὼν λαβέ

30.04.2012 07:57 Uhr
_solon_
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Zitat von Athineos

...

Dieses Schul- und Bildungssystem ist Teil unseres föderativen Systems.

Und mit seinen von Ihnen als nachteilig herausgestellten Punkten ist es mir vielfach lieber als ein Bildungssystem in einer zentralisierten Diktatur!

....

 Gäbe es da keinen Mittelweg? Ich könnte mir einen vorstellen.

Ob der Föderalismus in Bezug auf unser Schul- und Bildungssystem der Weisheit letzter Schluß ist - da kommen mir manchmal Zweifel.

Wie gesagt, es geht nicht um den Föderalismus als solches, respektive als Gesamtheit.

Die zentrale Frage in diesem Zusammenhang ist doch: wo ist Föderalismus sinnvoll und wo nicht. Überleben

________
Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

30.04.2012 08:04 Uhr
Athineos
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Zitat von _solon_
 

Die zentrale Frage in diesem Zusammenhang ist doch: wo ist Föderalismus sinnvoll und wo nicht. Überleben

Da erhebt sich natürlich sofort die Anschlußfrage:

was ist sinnvoll und für wen?

Ich z.B. stelle - ähnlich wie die Väter unseres Grundgesetzes - die Frage in den Vordergrund :

  wo hilft der Föderalismus die Entstehung einer Diktatur zu verhindern. ( Aber das mag eine Generationenfrage sein....)

Und das geschieht auch durch eine weitgehende Dezentralisierung, die außerdem auch noch hierzulande - im Ggs. zu Frankreich - historisch bedingt ist.

 

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μολὼν λαβέ

30.04.2012 08:18 Uhr
_solon_
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Zitat von Athineos

 

Da erhebt sich natürlich sofort die Anschlußfrage:

was ist sinnvoll und für wen?

Ich z.B. stelle - ähnlich wie die Väter unseres Grundgesetzes - die Frage in den Vordergrund :

  wo hilft der Föderalismus die Entstehung einer Diktatur zu verhindern. ( Aber das mag eine Generationenfrage sein....)

Und das geschieht auch durch eine weitgehende Dezentralisierung, die außerdem auch noch hierzulande - im Ggs. zu Frankreich - historisch bedingt ist.

 

 Da sind wir sicherlich einer Meinung. MIt meiner Frage dachte ich eher auf welchen Gebieten, wenn wir mal in unserem Lande bleiben, ist Föderlismus sinnvoll. Also Schul- und Bildungspolitik, Verkehrspolitik usw..

Und da würde ich mir (als Nicht-Lehrer) etwas mehr Zentralismus bei Bildung und Schule wünschen. >Ich denke dabei insbesondere an das Schulsystem und an die Gleichwertigkeit der diversen Abschlüsse.

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30.04.2012 09:38 Uhr
DerMichel
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Zitat von _solon_
 

 

 Da sind wir sicherlich einer Meinung. MIt meiner Frage dachte ich eher auf welchen Gebieten, wenn wir mal in unserem Lande bleiben, ist Föderlismus sinnvoll. Also Schul- und Bildungspolitik, Verkehrspolitik usw..

Und da würde ich mir (als Nicht-Lehrer) etwas mehr Zentralismus bei Bildung und Schule wünschen. >Ich denke dabei insbesondere an das Schulsystem und an die Gleichwertigkeit der diversen Abschlüsse.

dieses Mehr an Zentralismus in Bildung und Schule würde ich mir nur teilweise wünschen. Die Fächer Deutsch, Mathematik, Chemie, Physik sollten zentral gesteuert sein. Bei Geschichte, Religion, Geografie etc. wünsche ich mir nach wie vor eine regionale Bevorzugung.

Unser Föderalismus hat jedoch auch in der Praxis einige Vorteile. Während die Franzosen in der Politik nur Hop oder Top, mbedingt durch den Zentralismus, kennen sind unsere Politiker wesentlich mehr konsens orientiert. Dies ist durchaus auch von Vorteil.

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30.04.2012 18:18 Uhr
_solon_
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Zitat von DerMichel
 

 

dieses Mehr an Zentralismus in Bildung und Schule würde ich mir nur teilweise wünschen. Die Fächer Deutsch, Mathematik, Chemie, Physik sollten zentral gesteuert sein. Bei Geschichte, Religion, Geografie etc. wünsche ich mir nach wie vor eine regionale Bevorzugung.

Unser Föderalismus hat jedoch auch in der Praxis einige Vorteile. Während die Franzosen in der Politik nur Hop oder Top, mbedingt durch den Zentralismus, kennen sind unsere Politiker wesentlich mehr konsens orientiert. Dies ist durchaus auch von Vorteil.

1. Mir geht es beim "Zentralismus" in Bildung im wesentlichen darum:

- wenn ein Schüler in einer 5. Klasse(egal welche Schultyp) in ein anderes Bundesland zieht, muß es "nahtlos" weitergehen

- Abschlüsse wie Volksschule/Grundschule/mittlere Reife/Abitur ... sollten von den Anforderungen her identisch sein

 

2. Ich bin für Föderalismus da, wo er in meinen Augen Sinn macht. Das sind i.d.R. die Themenbereiche die lokal, also auf Landesebene besser zu entscheiden sind als zentral(auf Bundesebene)

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