Donnerstag, 23. Mai 2013

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Joghurt Sonderangebot: Bauernverband sauer auf Lidl
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18.04.2012 12:57 Uhr
Zackbumm
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Beiträge: 3731

 

Zitat von Drago
So dann auch nicht

 

"Kein kleiner Bauer verdient noch Geld" diese Aussage würde ich gelten lassen. Bei den großen bleibt (derzeit) durchaus etwas hängen (sonst würden die ja auch aufhören).

Und das gilt insbesondere für Milchbauern. Es MUSS so sein, wenn ich folgende Entwicklung sehe: In meinem Heimatort gibt es zB einen, der vor 10 Jahren einen Stall baute, und jetzt aktuell schon wieder einen (100 Milchvieh). D.h. er hat seine Betriebsgröße jetzt binnen 10 Jahren vervierfacht (400%!).

Ich frage mich da manchmal ernsthaft, wie der erst bauen könnte, wenn Milchbauern die 40 Cent wirklich bekämen, die sie ja laufend fordern und die angeblich so überlebenswichtig sind.

Wäre Milchvieh nicht rentabel, würde der sich auf Ackerbau konzentrieren und das Zeug den Biogasanlagen verkaufen. Aber wer mehrere Millionen investiert, um weiter Milch erzeugen zu können, hat vermutlich einen Investitionsplan, nachdem er relativ zeitnah abzahlen kann. Denn dumm ist der sicher nicht.

Dank großzügiger PV-Anlage auf dem Dach rechnet sich so ein Stall schon, wenn noch keine einzige Kuh auch nur einen einzigen Tropfen Milch aus dem Euter geworfen hat. Gezahlt haben das Sie und ich - mit unserer Stromrechnung.

In aller Regel gehört so ein Stall ohnehin der Bank.

________
"Die Fähigkeit, das Wort 'Nein' auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit." - Nicolas Chamfort

18.04.2012 23:39 Uhr
Gast_469452013
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Zitat von peter groll
Stryker125, das war mal!

Wenn ich sehe, das in fast allen Dörfern (zu mindest in Bayern) früher 40 - 50 Bauern waren, sind es heute noch 2-3 , die haben die Felder der anderen gepachtet um eine Größe zu haben wo es noch rentabel ist. den Nebenerwerbslandwirt gibt es ja kaum noch.

 

Ok aber dann gibt´s 40-50 Pachtbezieher die sich die Maschinen und die Arbeit sparen. Wenn die noch nebenher zur Arbeit gehen haben die auch mehr als ein kleiner Durchschnittsverdiener!

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18.04.2012 23:47 Uhr
Gast_469452013
gelöscht
Beiträge: 3386

 

Zitat von Drago
So dann auch nicht

 

"Kein kleiner Bauer verdient noch Geld" diese Aussage würde ich gelten lassen. Bei den großen bleibt (derzeit) durchaus etwas hängen (sonst würden die ja auch aufhören).

Und das gilt insbesondere für Milchbauern. Es MUSS so sein, wenn ich folgende Entwicklung sehe: In meinem Heimatort gibt es zB einen, der vor 10 Jahren einen Stall baute, und jetzt aktuell schon wieder einen (100 Milchvieh). D.h. er hat seine Betriebsgröße jetzt binnen 10 Jahren vervierfacht (400%!).

Ich frage mich da manchmal ernsthaft, wie der erst bauen könnte, wenn Milchbauern die 40 Cent wirklich bekämen, die sie ja laufend fordern und die angeblich so überlebenswichtig sind.

Wäre Milchvieh nicht rentabel, würde der sich auf Ackerbau konzentrieren und das Zeug den Biogasanlagen verkaufen. Aber wer mehrere Millionen investiert, um noch wahnsinnig mehr Milch erzeugen zu können, hat vermutlich einen Investitionsplan, nachdem er relativ zeitnah abzahlen kann. Und das bedingt nunmal eine derzeit (und wohl auch planbar für die Zukunft) mehr als faire Marge auf Milch.

Nicht dass das falsch verstanden wird, ich gönne dem Mann sein Geld. Nicht zuletzt, weil er rackert wie ein Irrer, von morgens halb 5 bis abends 10. Aber mir kann keiner erzählen, dass zumindest bei Milch nicht gut verdient wird!

 

100 % ohne vernünftige Darlegung seiner Einnahmen, Guter Bilanzen und realistischen Tilgungsplan bekäme er kein Geld von der Bank. Die sind ja auch nicht Doof und vergeben Kredite mit hohen Risiko!

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19.04.2012 07:32 Uhr
Gast_726401649
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Beiträge: 582

 

Zitat von Redaktion
Joghurt Sonderangebot: Bauernverband sauer auf Lidl
Die deutschen Landwirte sind einmal mehr wütend auf den Discounter Lidl. Dieses Mal geht es um einen Joghurt.
Joghurt Sonderangebot: Bauernverband sauer auf Lidl

Lustig, ich sehe in meinem Kaff (hier gibt es beide Discounter nebeneinander) nur die Bauern aus dem Umland beim einkaufen. Angebote werden wohl grundsätzlich nicht von denen konsumiert oder wie?

Ich möchte den Bauern mal sehen der "bewusst" teuer einkauft um den Wert einer Ware zu "schätzen". laut lachend

Ungkaublich diese Mentalität.

Lidl sollte mal drei Wochen gar keine Milch-Produkte verkaufen. Tt2

19.04.2012 08:13 Uhr
_solon_
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Beiträge: 16315

 

Zitat von Zackbumm

 

Dank großzügiger PV-Anlage auf dem Dach rechnet sich so ein Stall schon, .....

 aber erst nach 10-15 Jahren.

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Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

19.04.2012 08:34 Uhr
Gast_2139481608
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Zitat von Stryker125
 

 

 

100 % ohne vernünftige Darlegung seiner Einnahmen, Guter Bilanzen und realistischen Tilgungsplan bekäme er kein Geld von der Bank. Die sind ja auch nicht Doof und vergeben Kredite mit hohen Risiko!

Hinter einer Landwirtschaft stehen immer auch Grundstuecke und meist auch Gebaeudeeigentum. Das Riskíko fuer die Bank ist da gleich Null.Kenne auch genuegend Faelle in denen Bauern mit den Erloesen aus Grundstuecksverkaeufen ihren Hof erweitert haben.

Ich bleibe da schon dabei, mit Milch ist in Deutschland kein Geld zu verdienen. Die wenigsten Landwirte haben aber eben auch nur ein Standbein. Die PV-Anlage und die Biogasanlage, die ab einem gewissen Tierbestand immer vorhadnen sein solte und dazu die Erloese aus diversen Feldfruechten, evtl. noch Wald dienen dann zur Quersubevention und zum ueberleben.

Milchvieh hat auch eine ganz starke emotionale Bindung, da gibt man die Haltung nicht einfach mal so eben auf sondern im Regelfall erst dann wenn es gar nicht mehr anders geht.

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19.04.2012 08:50 Uhr
optimistischerRealist
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Der Kreis schließt sich...

Billigware überall, vor Wochen waren es Billigsemmeln (welche im Übrigen von den Discountern im Osten für 2-3 Cent/Semmel bezogen werden, ansonsten lohnt es sich garnicht selbigen Discountern ein Angebot zu unterbreiten), bei Speiseöl gehts weiter, und bei verseuchtem Hackfleisch hört´s auf... Nun haben wir wieder einmal die Bauern mit Ihren Milchprodukten.

Letzendlich bin ich für eine Marktregulierung; d.h. ich bin absoluter Subventionsgegner; für jede Branche und jeden Bereich. Also hat es wieder der Verbaucher im Griff wie er mit offensichtlichen Lockangeboten umgeht; wie er mit Lebensmitteln umgeht... Persönlich finde ich den Joghurtpreis nicht schlimm; denn von Molkereien direkt kann man für gleiches Geld täglich sogenannte  B-Ware beziehen... Einziger Unterschied: Es ist eventuell ein falscher Deckel drauf...

Das der Bauernverband den Preisverfall nicht besonders gut findet ist erstens nachvollziehbar und zweitens auch sein Job als Interessensvertretung seiner Klienten; ähnlich wie Ver.di und Co... Es ist aber nur gefährlich für die kleineren Landwirte sollte sich das Preisdumping langfristig festsetzen, denn in aller Regel bestehen Lieferverträge auf einen längeren Zeitraum. Es sterben nur Kleinbauern aus, welche nicht investiert haben/konnten, oder keine Nachfolgeregelung gefunden wurde.

Was das Bauerbashing generell betrifft, ohne sich Gedanken zu machen, könnte ich mich extremst aufregen: Ein moderner landwirtschaftlicher Betrieb ist vom Arbeitsaufwand, von der Bürokratie, von den Umsatzzahlen und vom unternehmerischen Risiko her ein mittelständischer Betrieb. Ja ich kenne sehr viele Bilanzen von Landwirten. Einige dieser Landwirte wären ohne PV-Anlagen, ohne eventuelle BIO-Gasanlagen nicht überlebensfähig; was ich persönlich als falsch und den größten Missgriff der modernen Zeit empfinde, aber dies wurde ja so von der "grünen" Gesellschaft und der Politik gewünscht. Das hier nebenbei Resourcen auf Jahre vergeudet werden scheint zweitrangig. Denn, wenn man rein betriebswirtschaftlich die Stückkosten eines Liter Milch´s errechnen würde, incl. aller Gemeinkosten, wären unvorstellbare Preise zu verlangen!

Darum bitte ich in diesem Sinne: Erst denken, dann schreiben...

19.04.2012 09:03 Uhr
Drago
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Beiträge: 786

 

Zitat von Waldmann
 

 

Hinter einer Landwirtschaft stehen immer auch Grundstuecke und meist auch Gebaeudeeigentum. Das Riskíko fuer die Bank ist da gleich Null.Kenne auch genuegend Faelle in denen Bauern mit den Erloesen aus Grundstuecksverkaeufen ihren Hof erweitert haben.

Gut, dass Sie das ansprechen. Hätte fast noch vergessen zu erwähnen, dass er nebenbei auch 2 Äcker während dieser Zeit hinzugekauft hat.

Solaranlage wurde vor 3 Jahren auch groß gebaut. Aber die kann auch 100% fremdfinanziert sein. Falls die überhaupt mal "quersubventionieren" könnte, dann vielleicht 12 Jahre später. Das hat also mit der Hoferweiterung nichts zu tun.

Das Geld MUSS aus der Milch kommen.

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19.04.2012 09:07 Uhr
optimistischerRealist
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Beiträge: 1078

 

Zitat von Drago

 

Gut, dass Sie das ansprechen. Hätte fast noch vergessen zu erwähnen, dass er nebenbei auch 2 Äcker während dieser Zeit hinzugekauft hat.

Solaranlage wurde vor 3 Jahren auch groß gebaut. Aber die kann auch 100% fremdfinanziert sein. Falls die überhaupt mal "quersubventionieren" könnte, dann vielleicht 12 Jahre später. Das hat also mit der Hoferweiterung nichts zu tun.

Das Geld MUSS aus der Milch kommen.

 TUT ES NICHT ! Jedenfalls nicht zu 100%; nicht mal annähernd. Vielleicht bei einem von 20 !

Ich finanziere nämlich diese Dinger... Und ich kenne die Ertragslage und die Gewinnbestandteile von Landwirten!

19.04.2012 09:35 Uhr
Gast_2139481608
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Beiträge: 976

 

 

 

 TUT ES NICHT ! Jedenfalls nicht zu 100%; nicht mal annähernd. Vielleicht bei einem von 20 !

Ich finanziere nämlich diese Dinger... Und ich kenne die Ertragslage und die Gewinnbestandteile von Landwirten!

Zum besseren Verstaendnis. Sie reden von Solaranlagen? Und da soll sich nur jede zwanzigste rechnen? Oder habe ich das falsch verstanden?

________

19.04.2012 09:42 Uhr
optimistischerRealist
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Zitat von Waldmann

 

Zum besseren Verstaendnis. Sie reden von Solaranlagen? Und da soll sich nur jede zwanzigste rechnen? Oder habe ich das falsch verstanden?

War so gemeint: Einer von 20 kann sich eine PV-Anlage aus dem Reinertrag der Milch leisten; oder Grundstückskaufe. War bezogen auf die Aussage von DRAGO, dass das Geld aus der Milch kommen muss.

Rechnen tut sich nach Abzug aller Kosten incl. Steuern und Rücklagen für Reperaturen/Investitionen nach meiner Erfahrung 3/4.

Könnte auch sein das ich Drago falsch verstanden haben, in diesem Fall haben wir eine fehlerhafte Kausalkette Breites Grinsen

19.04.2012 12:15 Uhr
Drago
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Beiträge: 786

 

 

 

War so gemeint: Einer von 20 kann sich eine PV-Anlage aus dem Reinertrag der Milch leisten; oder Grundstückskaufe. War bezogen auf die Aussage von DRAGO, dass das Geld aus der Milch kommen muss.

Rechnen tut sich nach Abzug aller Kosten incl. Steuern und Rücklagen für Reperaturen/Investitionen nach meiner Erfahrung 3/4.

Könnte auch sein das ich Drago falsch verstanden haben, in diesem Fall haben wir eine fehlerhafte Kausalkette 

Das haben Sie in der Tat. Sie sollten alle Beiträge lesen. Dann verstehen Sie auch, dass ich bei einem mir früher nachbarschaftlichen Landwirt ein Betriebsgrößenwachstum von 400% binnen 10 Jahren bemerkt habe. Das schafft sonst keiner, kein Zetsche und kein Ackermann.

Und darauf (den derzeit wieder mal im Gange befindlichen Stallbau) war meine Aussage gerichtet.

Deshalb auch meine Abgrenzung zur PV-Anlage. Diese wird sehr oft überwiegend oder vollständig fremdfinanziert. Das ist mit einem Kuhstall jedoch nicht möglich, da spielt keine Bank mit, da werden Sie mir zustimmen. Woher soll also all das Geld kommen? Da es sonst keine Wirtschaftszweige gibt, und die bestehende PV des Landwirts erst 3 Jahre alt ist - natürlich aus der Milch.

 

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19.04.2012 18:45 Uhr
_solon_
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Beiträge: 16315

 


 

...

Rechnen tut sich nach Abzug aller Kosten incl. Steuern und Rücklagen für Reperaturen/Investitionen nach meiner Erfahrung 3/4.

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 Haben Sie dafür echte Beispiele die repräsentativ sind.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand einen 5-stelligen oder gar 6-stelligen Betrag investiert wo nicht nach einer gewissen Zeit ein Gewinn "rausschaut".

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Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

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