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#1 (permalink) | |
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Kaffeefahrten: Rechtliche Grauzone
Viele Veranstalter von Kaffeefahrten sind unseriös. Deshalb sollte man ein paar Dinge beachten. |
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#2 (permalink) | |
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Wo ist denn da die Grauzone?
Das UWG gilt für jede geschäftliche Handlung (Definition im Link). Vor allem die Ausübung von Druck auf die Fahrgäste ist verboten.
Außerdem kann man den Widerruf des Kaufvertrages nicht nur per Einschreiben, sondern auch per Brief, Fax oder E-Mail erklären. |
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#3 (permalink) | |
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Nach meiner Wahrnehmung sind 99% der Kaffeefahrten als professionelle Betrugsveranstaltungen angelegt und das schon seit Jahren. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb scheint der Problematik nicht Herr zu werden. Für die potentiellen Teilnehmer muss dies bedeuten, dass sie grundsätzlich von der Betrugsabsicht des Veranstalters ausgehen müssen. Der gesunde Menschenverstand muss einem sagen, dass niemand etwas zu verschenken hat und dass der Veranstalter deshalb immer auf seine Kosten kommen wird und erfahrungsgemäß auch weit darüber hinaus. Die Veranstalter arbeiten nach dem Motto: "Jeden Tag stehen viele dumme Menschen auf, man muss sie nur finden". Offensichtlich werden sie nach wie vor reichlich fündig, mein Mitleid mit den Geprellten hält sich deshalb in Grenzen. Ungeachtet dessen ist der Gesetzgeber gefordert, den Betrügern das Handwerk zu legen. Empfindliche Strafen, Abschöpfung der Gewinne und eine Aufklärungskampagne sind das Mindeste, was hier zu leisten ist.
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#4 (permalink) | |
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Das traurige an der ganzen Geschichte ist, dass häufig Ältere alleinstehende Menschen dort mitfahren, um einfach mal aus dem Haus zu kommen. Und diese Menschen lassen sich dann schnell überreden, etwas zu kaufen, was man eigentlich gar nicht braucht! Ich denke, da sollte man schon Mitleid haben. |
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#5 (permalink) | |
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@Maxwell Dumm? Ich weiß nicht... Ein Jurist a.D. hat mal zu investigativen Zwecken an solchen Fahrten mitgemacht, weil man seine Mutter besch!ssen hat und hat festgestellt, dass es oftmals Teilnehmer sind, die sich sehr wohl darüber bewusst sind, dass sich mit Abzockern auf den Weg machen. Aber bevor sie alleine zuhause rumhocken....! Oder man bildet sich ein, den Überredungskünsten standzuhalten und unterschätzt den Gruppenzwang (siehe Tupper-Parties u.ä.) und die ausgefeilte Rhetorik dieser Leute. Nicht nur der Gesetzgeber ist gefragt, sondern auch karitative Einrichtungen.. Böte bspw. die AWO, die Caritas etc. günstigste Fahrten für ältere Leute an, dann entzöge man den "Kaffeefahrern" weitgehend ihre Klientel. |
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#6 (permalink) | |
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Alternativen
In einem gewissen Rahmen gibt es bereits solche Fahrten, zb. das Rote Kreuz bietet allmonatlich eine betreute Seniorentagesbusfahrt an, und soviel ich weiß, macht teilweise auch die AWO so etwas, bei anderen Organisationen müsste man nachfragen. |
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#7 (permalink) | |
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Ich frage mich aber schon, warum der Gesetzgeber sich um solch rechtliche Grauzonen nicht kümmert. Hier in Deutschland ist sogar die Krümmung von Gurken geregelt, aber daß die alten Leute besch!ssen werden, darum kümmert sich keiner. Hier dürfte es keine rechtliche Grauzone geben. Der Staat sollte seine alten Mitbürger schützen und nicht die Gauner. Leider fallen die alten Leute immer wieder auf diese Ganoven herein, weil sie früher bessere Zeiten erlebt haben und den heutigen Tricks und falschen Versprechungen aufgrund ihrer Gutgläubigkeit nicht mehr gewachsen sind. Alte Leute haben keine Lobby - traurig ist das.
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#8 (permalink) | |
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Frage mich schon, wie oft noch darauf hingewiesen wird, dass diese Fahrten mehr als unseriös sind. Warum also sind sie nach wie vor gut gebucht? Soll man da eventuell und kräftig Mitleid heucheln? Selber schuld, wer darauf immer noch reinfällt. |
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#9 (permalink) | |
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Zitat von Anni und Ernst. Da habt ihr sicherlich beide recht, wobei ich Ernst intuitiv jetzt etwas mehr "Sternchen" gönne. |
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#10 (permalink) | |
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Interessant an Ihrem Vorschlag, AWO oder Caritas oder Gott weiß wer möge ich sich um die einsamen, alten Menschen kümmern, finde ich, dass sie die wichtigste Institution, nämlich die Familie, elegant außen vor lassen. Möge es doch eine karitative Einrichtung managen, die eigene Familie hat damit nix zu tun. AWO, Caritas und andere veranstalten regelmäßig Veranstaltung für ältere Menschen, organisieren auch Ausfahrten. Aber die Fahrten kosten i.d.R. ein paar Euro. Es gibt auch mehrtägige Fahrten, die AWO Hochfeld fährt z.B. für eine Woche an die Mosel, das kostet dann aber 250 € p.P., da ist der Betrüger vordergründig natürlich billiger. Alt werden in Deutschland - ein (Alb)Traum? |
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#11 (permalink) | |
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Altwerden in D ist ein Albtraum. Aber verglichen mit dem, was uns vermutlich noch erwartet, herrschen derzeit noch paradiesische Zustände. Verkaufsfahrten finden selten mehrtägig statt, insofern hinkt schon mal der Preisvergleich mit einer 1-wöchigen Moselfahrt. Wer keine bemühten Verwandten hat, kann es halt nicht ändern. Das ist aber noch kein Grund, sich wissentlich in die Hand von Neppern und Bauernfänger zu begeben, vor allem, wenn es seriöse Alternativangebote gäbe, die natürlich nur geringfügig teurer sein dürften als das Lockangebot. Es spricht auch nichts gegen eine Fahrt zu einer kommerziellen Veranstaltung, die u.U. die Fahrt sponsert, solange die Leute nicht bedrängt werden. "Exit through the giftshop" eben! |
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#12 (permalink) | |
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Schon eine komische Sache...
...dass es diese Kaffe-Fahrten immer noch gibt. Seriöse alternative Tagesreisen für Senioren wären sicher eine gute Sache. Aber anscheinend sind die Leute nicht bereit, für so eine Tagesreise kostendeckende 20 € zu zahlen. Lieber zahlt man nix oder nur 5 €, setzt man sich dann 3 Stunden in die Hinterstube einer Dorfgaststätte am Ende der Welt und läßt sich Küchengeräte andrehen. |
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#13 (permalink) | |
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Sparen, koste es, was es wolle. |
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#14 (permalink) | |
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So können nur Leute reden, die (noch) nicht der Altersarmut unterliegen. |
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#15 (permalink) | |
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@Sonnawirbl
Ist es nicht wirklich etwas skuril, dass manche Leute anscheinend die 30 € für die Headline-Tagesfahrt nicht aufbringen können/wollen, sich dann aber bei den Verkaufsveranstaltungen Kochtopfsets, Zimmerbrunnen und was weis ich was noch für hunderte von € aufschwatzen lassen? |
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