Mittwoch, 22. Oktober 2014

Registrieren | Neueste Einträge | Aktuellste Themen | Forum | Benutzerliste | Suche | Regeln | Hilfe

Wohl doch kein Korruptions-Prozess gegen Christian Wulff
Seite nächste Seite
sort Ersten ungelesenen Beitrag anzeigen Thema durchsuchen
13.01.2013 11:22 Uhr
Redaktion
Ehrenmitglied


ist gerade online
Registriert seit: 30.04.07
Beiträge: 74970
Wohl doch kein Korruptions-Prozess gegen Christian Wulff
Ex-Bundespräsident Christian Wulff bleibt ein Prozess wegen Korruption aller Voraussicht nach erspart. Das berichtet die "Bild am Sonntag".
Wohl doch kein Korruptions-Prozess gegen Christian Wulff

________
www.augsburger-allgemeine.de - Alles was uns bewegt

13.01.2013 11:22 Uhr
lotte
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 05.07.07
Beiträge: 2587

Aber wehe ein kleiner Mann bezahlt irrtümlich zuviel erhaltenes Kindergeld nicht sofort zurück.....!!?  Der Teufel  ist los!

13.01.2013 12:01 Uhr
Bongo
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 07.10.07
Beiträge: 12688

 

Zitat von Redaktion
Wohl doch kein Korruptions-Prozess gegen Christian Wulff
Ex-Bundespräsident Christian Wulff bleibt ein Prozess wegen Korruption aller Voraussicht nach erspart.

War doch zu erwarten; alles andere wäre eine Überraschung gewesen. Weder bei Schmiergeldprozessen oder Fehlleistungen, wie z.B. beim Flughafenbau in  Berlin, werden die Politiker rechtlich oder finanziell zur Rechenschaft gezogen.

Wulff hatte nur überzogen und musste weg. Sweatdrop...das sah seine Bettina auch so und ist auch weg.

Nur wir Steuerzahler müssen dafür blechen.

Alles wird gut.

________
  

13.01.2013 16:47 Uhr
Hannemann
Ständiges Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 29.08.08
Beiträge: 205

Wulff hat doch selbst die Antwort gegeben:

Nicht alles was juritisch Korrekt ist, ist politisch richtig. 

Wieso aber ein Arbeitnehmer oder Beamter schon bei kleinsten Zuwendungen oder einem Mittagessenseinladung Schwierigkeiten bekommt, ist in diesem Zusammenhang schon schwer zu verstehen.

13.01.2013 19:26 Uhr
Jürgen Marks
Ständiges Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 22.08.08
Beiträge: 429

Vor allem ist Wulff inzwischen eine tragische Figur oder?

Blog Greater Augsburg; " Paria Christian Wulff oder ein Freispruch dritter Klasse"

13.01.2013 20:05 Uhr
plupps
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 19.07.11
Beiträge: 5631

Die Causa Wulff zeigt vor allem eins:

So leicht wurde es in der Geschichte der BRD noch niemand gemacht, in das höchste Amt im Staat zu gelangen. Dasselbe gilt für die First Lady. Einen ernstzunehmenden moralischen Kodex scheint es nicht mehr zu geben, weder für die Kandidaten selbst noch für die Wahlversammlung. Die Gesellschaft, in der sie sich mit Vorliebe bewegten und von der sie in vielerlei Hinsicht profitierten, ist eine (Geld-)Schein- und Glitzerwelt. Aber das wusste man schon vor der Wahl.
Ich sehe das als Spiegelbild unserer Gesellschaft. Wer und was nicht in dieses Bild passt, wird ausgeblendet und von Volksberuhigungsanstalten wie RTL versorgt.

13.01.2013 20:09 Uhr
Stadtwanderer
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 24.09.07
Beiträge: 22485

 

Zitat von Hannemann

Wulff hat doch selbst die Antwort gegeben:

Nicht alles was juritisch Korrekt ist, ist politisch richtig. 

Wieso aber ein Arbeitnehmer oder Beamter schon bei kleinsten Zuwendungen oder einem Mittagessenseinladung Schwierigkeiten bekommt, ist in diesem Zusammenhang schon schwer zu verstehen.

Tja! Ein Arbeitnehmer oder Beamter ist eben kein Manager oder Politiker! Alle Tiere sind gleich, aber manche eben gleicher!

13.01.2013 22:11 Uhr
Gast_1923542788
gelöscht
Beiträge: 2482

Und dann wundern sich unsere Herren und Damen aus der Politik, daß das Volk immer mehr Polit-Verdrossenheit zeigt!

14.01.2013 08:08 Uhr
_solon_
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 03.06.07
Beiträge: 18836

 

Zitat von Jürgen Marks

Vor allem ist Wulff inzwischen eine tragische Figur oder?

Blog Greater Augsburg; " Paria Christian Wulff oder ein Freispruch dritter Klasse"

Sie haben ja heute mindestens schon eine e-mail zu diesem THema(Kommentar) bekommen.

Wenn ich heute oder morgen bilanziere, sehe ich, daß ich vermutlich recht hatte.

________
Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

14.01.2013 09:30 Uhr
Jürgen Marks
Ständiges Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 22.08.08
Beiträge: 429

@solon: Ja, ich habe drei Mails mit Reaktionen von Lesern, die nicht meiner Meinung sind, erhalten. Bei mehr als 900.000 Zeitungslesern hätte ich mir mehr Mails gewünscht. Wie auch immer: Wenn die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren tatsächlich einstellt, dann ist Wulff juristisch unschuldig.

Dennoch spricht die Staatsanwaltschaft von "Restzweifeln". Das ist sehr vornehm ausgedrückt. Gemeint ist: Die Staatsanwälte glauben der Version von Wulffs Schwiegermutter nicht ganz, können nur nicht das Gegenteil beweisen.

So etwas nennt man Freispruch zweiter oder dritter Klasse.

Politisch hat Wulff bereits die Verantwortung für sein Fehlverhalten übernommen. Es gibt nun keinen Grund nachzutreten. Aber es gibt auch keinen Grund, Wulff reinzuwaschen.

14.01.2013 12:25 Uhr
_solon_
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 03.06.07
Beiträge: 18836

 

Zitat von Jürgen Marks

...

So etwas nennt man Freispruch zweiter oder dritter Klasse.

Politisch hat Wulff bereits die Verantwortung für sein Fehlverhalten übernommen. Es gibt nun keinen Grund nachzutreten. Aber es gibt auch keinen Grund, Wulff reinzuwaschen.

Ja - von einer solchen Klasseneinteilung ist öfters mal zu lesen.

Trotzdem vertrete ich die Ansicht, daß es ein "halb-schuldig", positiv ausgedrückt: "halb-unschuldig" einfach nicht geben kann. 

Natürlich ist mir klar was Sie damit ausdrücken wollen. "Reinwaschen" wird nicht ganz gehen, aber die Flecken sind weniger geworden und auch die Farbe würde sich von schwarz nach hellgrau aufhellen. Ja!

________
Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

14.01.2013 13:27 Uhr
montebaldo
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 25.01.07
Beiträge: 11840
In der Causa Wulff...

 

... manifestiert sich ein Selbsthass des Deutschen Volkes und die Wollust der Presse als sog. Vierte Gewalt im Staate, ihre Macht zu demonstrieren.

Noch nie seit ich Zeitung lesen kann, wurde eine Person des öffentlichen oder politischen Lebens derartig vernichtet bei vergleichsweise geringen Verfehlungen.

Wulff mag den Vorstellungen vor allem intellektueller Kreise und der Presse von einem würdigen Präsidenten nicht entsprochen haben, er hätte seine Amtszeit dennoch gut und mit Anstand über die Bühne bringen können, hätte Letztere nicht zur großen Jagd geblasen, um einmal zu demonstrieren, was möglich ist, wenn man sie zu sehr reizt.

Das Grundgesetz sieht keine Wahl durch das Volk und keine Abwahl durch die Bundesversammlung vor. Im Grunde hätte Wulff  rein rechtlich nicht mal bei Anklageerhebung zurücktreten MÜSSEN schon gar nicht bei der Aufhebung der Immunität.

Warum stürzt sich fast Gesamtdeutschland in einer wahrhaften Beschimpfungs- und Demütigungsorgie auf Christian Wulff? Es wird auf seine Mittelmäßigkeit verwiesen, Wulff, den die Leitmedien jahrelang als möglichen Kanzler gepriesen hatten. Wäre ein mittelmäßiger Kanzler besser zu ertragen gewesen als ein mittelmäßiger Bundespräsident? Von schnellem Aufstieg und noch schnellerem Fall wird geschrieben. Schneller Aufstieg? Bei jemanden, der seit seiner Jugend seine Karriere entwickelt hat und drei Anläufe brauchte, um MP von Niedersachsen zu werden? Schnell sieht anders aus.

Schnäppchenjägerei und Mitnahmementalität ist ihm vorgeworfen worden. Und nicht zu vergessen, chronische Geldknappheit. Also in etwa das, was bei einer sehr großen Zahl der Bundesbürger auch an der Tagesordnung sein dürfte.

Wissend um die eigenen Schwächen mögen es die Leute nicht, dass einer mit ebensolchen vorne dran steht. Auch wenn keiner gedenkt, sich gute Vorbilder tatsächlich zum Vorbild zu nehmen, so soll ein solches doch eben vorspiegeln, dass es das Volk repräsentiert. Seht her, so toll sind wir. Ein  guter Repräsentant soll also in diesem speziellen Fall die Wirklichkeit eher nicht wiedergeben.

Die Presse hat gezeigt, wozu sie in der Lage ist, wenn sie meint, es reicht.

Und nun, da es vermutlich keine Anklageerhebung geben wird,  muss natürlich die Schuld für das Jagdfieber, das sie offenbar nicht so ganz zu Recht befallen hat, bei Christian Wulff selbst liegen. Er hätte ja können, er hätte nicht müssen... Die Presse hätte auch können, hätte auch nicht müssen… Wie sie ja sonst auch durchaus Zurückhaltung zu üben versteht, wenn sie meint, dass Zurückhaltung angebracht wäre… Sein Umgang mit den aufkommenden Vorwürfen. Ja, im Nachhinein ist gut besser Wissen

Und nun die Überschrift "ihm bleibt ein Strafprozess erspart".

In unserem Rechtsstaat, gibt es so etwas wie die Unschuldsvermutung. Bis ein Gericht jemanden verurteilt, hat er als unschuldig zu gelten. Erst recht, wenn es nicht mal zu einem Prozess kommen wird.

Freisprechen tut nur ein Gericht.

Eine nicht erhobene Anklage ist eine nicht erhobene Anklage und kein Freispruch dritter Klasse.

Soviel Rechtsstaatlichkeit hat, auch wenn es das Volk nicht hören mag,  auch ein in Ungnade gefallener Ex-Präsident verdient.

 

 

________

14.01.2013 14:18 Uhr
spacevulture
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 07.01.10
Beiträge: 8733
Ich finde, dieser Dialog gehört hier rein.
14.01.2013 11:14 von spacevulture: Freisprüche sind klassenlos

Zitat: "Einen Freispruch dritter Klasse darf man das nennen."

Nein, das darf man nicht. Jedenfalls nicht, wenn man etwas vom Rechtsstaat und seinen elemantarsten Grundsätzen hält, hier: "Im Zweifel für den Angeklagten." Bis zum Beweis des Gegenteils hat jeder (selbst Wulff) als unschuldig zu gelten. Unschuldig ist unschuldig ist unschuldig. Und: Ein Freispruch ist ein Freispruch ist ein Freispruch. (Wobei es vorliegend ja noch nicht mal ein Urteil gibt.)

Wer von einem "Freispruch 3. Klasse" spricht, will dem Angeklagten/Beschuldigten trotz nicht erwiesener Schuld zumindest ein bischen Schuld anheften. Damit verstößt man unwillkürlich gegen den Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten", den auch und gerade die Presse achten sollte. Dieses "alice-schwarzersche" Nachkarteln, welcher "Klasse" ein Freispruch zuzuordnen sein könnte, ist nichts als sinnloses Geschwätz.

(ps: Ansonsten aus meiner Sicht ein guter Kommentar.)
14.01.2013 12:00 von Jürgen Marks:

@spacevulture: Als einen Freispruch zweiter oder dritter Klasse bezeichnet man einen Verfahrensausgang, der Zweifel an der Nicht-Schuld beinhaltet. Im Fall Wulff gibt es diese Zweifel. Die Staatsanwaltschaft kann, wenn die Berichte zutreffen, Herrn Wulff nur nicht das Gegenteil seiner entlastenden Darstellung beweisen. Wesentlich ist, dass Wulff die politische Verantwortung für sein Fehlverhalten übernommen hat. Allerdings sehr spät.
14.01.2013 14:11 von spacevulture: @Jürgen Marks

Ich weiß nicht, wer "man" ist, aber jedenfalls die seriöse Presse sollte Freisprüche schlicht als Freisprüche bezeichnen, und sich Unfug wie "Freispruch 3. Klasse" verkneifen. (Gründe: siehe oben)

Wenn die Strafverfolgungsbehörden die Schuld des Beschuldigten nicht nachweisen oder die Entlastungsangaben eines Beschuldigten nicht widerlegen können, hat der Beschuldigte schlicht und einfach als unschuldig zu gelten.

Soll denn auf einmal der Beschuldigte seine Unschuld nachweisen müssen, um auch vor dem "AZ-Gericht" als unschuldig zu gelten?
14.01.2013 18:39 Uhr
rochus
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 26.08.11
Beiträge: 829

 

Zitat von Jürgen Marks

Vor allem ist Wulff inzwischen eine tragische Figur oder?

Blog Greater Augsburg; " Paria Christian Wulff oder ein Freispruch dritter Klasse"

Tragisch ( griechisch τραγικό&sigmaf ;) heißt nach Aristoteles ein Ereignis, das zugleich Mitleid (mit dem Betroffenen), eleos, und Furcht (um uns selbst), phobos, erweckt. Es kann allgemein "erschütternd" bedeuten, in der Literatur bezeichnet es aber die Tragik und die Form Tragödie.

Wo soll man mit Wulff Mitleid, Betroffenheit oder Furcht um uns selbst empfinden???. Beziehungen gehen kaputt und Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Kommt davon, wenn man aus Selbstüberschätzung den Robikon überschreitet und alleine dem Heer der Medien und der Öffentlichkeit gegenübersteht. Am Ende hies es auch für Wulff, die Würfel sind gefallen.

 

14.01.2013 18:54 Uhr
cato
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 12.02.09
Beiträge: 4156

Warum eigentlich Bild-Sympathisant Wulff dort so in Verschieß geriet, erschließt sich mir immer noch nicht, aber der grundlegende Fehler des Ex-Präsidenten liegt m.E. darin, daß er bei seinem Hauskauf-Kredit so herumtrickste. Er kann doch seinen Kredit nehmen, von wem er will, und wenn es ein Freund ist. Doch er mußte tricksen, und die Meute war alarmiert.

Seite nächste Seite
Schlagworte

Christian Wulff | Korruption


Auf einen Beitrag antworten

 
Um antworten zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich.

Alle Zeitangaben in MEZ. Es ist jetzt 11:38 AM Uhr.