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09.03.2015 09:00 Uhr
Remarc
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Wuchernde Wildplakatierung

Man muss nicht an das aktuelle Epizentrum der Papiermüllflut Leoberg gehen, auch am Moritzplatz sind wilde Plakate eine Pest. Inzwischen wurde der Sockel der Stahlstehle vor dem Capitol davon befreit (wahrscheinlich von der Stadtreinigung, die ja nichts besseres zu tun hat.), anhand der schwarzen Klebestreifen sieht man aber noch, daß sie vom Schaf gründlich vollgeklatscht wurde. Klar, kann man als "urbanes Flair" betrachten, nur lösen sich die Plakate auch auf natürlichem Weg und fallen zu Boden. Gestrichenes Papier ist schon trocken rutschig, als Brei nach Regen sowieso. Die Stadtreinigung kommt da nicht hinterher, also ist es nur eine Frage der Zeit, daß ein Fussgänger verunfallt. Wer haftet dann? Eben, die Verantwortung wird dann im Kreis herumgereicht.


Am Leoberg ist das Spiel noch etwas lustiger, da wird am Bretterverschlag der Hotelbaustelle fröhlich getackert. Vorzugsweise abends und nachts, wozu man im Absoluten am Straßenrand oder gleich auf dem Radweg parkt. Dafür ist kein Weg zu weit, manche "Werbefachleute" kommen aus (Neu)Ulm oder München angereist. Die den Hinweis, sie sollen sich schleichen, gerne mit Pöbeleien quittieren. Den Bauherren des Hotels kratzt das eher wenig, letzte Woche wurde dann doch mal das Gröbste von Wand und Boden entfernt. Worauf das schwarze Schaf sofort nachplakatiert hat, was aber gleich wieder entfernt wurde. Und so wird das immer weitergehen, weil man das Dutzend Plakate des Urhebers dieser Kettenreaktion ("Wo andere plakatieren, plakatiere ich auch!") nicht entfernen konnte.  Denn die Band "Impotenz" hat ihren Papiermüll anscheinend mit Superkleber befestigt, da müsste man wohl mit dem Dampfstrahler ran.


Frage: Tut diese Vermüllung not? Vielleicht bewegt sich ja was, wenn man den wirtschaftlichen Aspekt anspricht. Also nicht nur die Fleissaufgaben für die Stadtreinigung auf Kosten der Steuerzahler, die Vermieter von Werbeflächen fühlen sich auch verkohlt. Nein, das Problem ist nicht neu, es kommt nur immer wieder, sobald man den Leuten nicht mehr auf die Finger klopft. Das Argument, Clubs würden mit ihrem Umsatz das Stadtsäckel füllen, ist spätestens dann irrelevant, wenn es sich um auswärtige Veranstalter handelt.

09.03.2015 14:38 Uhr
Anonyme
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Ich habe Ihren Hinweis an die Redaktion weitergeleitet.

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10.03.2015 20:50 Uhr
forest
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Das ist Banalisierung des öffentlichen Raums.

Der öffentliche Raum sei bitte keine Klitsche, auch nicht mißbraucht von angeblich superheißen Events.

Die Stadt ist nicht die Hure des Tapetenkleisters.

Was soll der immer mehr um sich greifende Gammel?

Fängt ja schon bei den Wahlplakaten an und gibt so Beispiel für die plötzlich Wichtigen.

Schlamper sans, grattlige und unverschämte. Außerdem faul, ihren Mist zu entsorgen.

Wer was zu sagen hat, macht das in einem passenden Umfeld, aber nicht wild wie der ungezogene Hund an jedem Stiel, der sich ihm an die Beine reckt.

17.03.2015 14:23 Uhr
Remarc
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Zitat von Anonyme

Ich habe Ihren Hinweis an die Redaktion weitergeleitet.

...die nicht vor die Tür geht, um sich z.B. den Sockel der Stehle a Moritz anzusehen, der schon ganz schwarz vor Tape ist. An der Spitze der üblichen Verdächtigen steht das Schwarze Schaf, auch am Leoberg hat man gestern wieder zugeschlagen. Wie prognostiziert, über die gekleisterten Plakate der Band Impotenz, die sich anscheinend nicht ohne massive Beschädigung des Bretterverschlags entfernen lassen. Haben wir vielleicht verpasst, daß Görlich zum Müllkulturreferenten ernannt wurde und eine Dauerinstallation nach Art des H.A. Schult betreibt? Es ist wirklich albern, die Aphrodite wurde von Wutbürgern als Müll aus der Stadt verbannt, Werbemüll ist hingegen kein Problem, ist ja ein Symbol für Wachstum. Auch ganz entzückend, am Rathausplatz gesellt sich zum To go-Trash der Gastronomie jetzt auch noch der vom REWE. Die Picknick-Kids in allen Ehren, nur Abfalldisziplin haben die nicht mit den Löffeln gefressen. Das Europabüro mag die meiste Zeit unbesetzt sein, trotzdem muss man die Treppe nicht mit Pappbechern, Flaschen & Co. pflastern, ein paar Meter weiter sind Abfallbehälter. Den Männern in Orange macht es sichtlich keinen Spaß, je nach Wetter mehrmals am Tag hinter den kleinen Schweinchen aufzuräumen. Nee, Kehrwoch ist anders, gegen die Gemütlichkeit einer gesunden, urbanen Unordnung (z.B. Laub, das war das Zeug, das von den Dingern gefallen ist, die man Bäume nannte) ist auch nichts einzuwenden. Nur befindet sich die Stadt schon an der Grenze zum Messitum. Machen wir doch gleich wieder in den Rinnstein, das gibt wenigstens ein historisches Flair für die Touristen, abgewischt wird mit Plakaten.

17.03.2015 17:35 Uhr
Remarc
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Der Werbmüllmagnetismus funktioniert besser als befürchtet bzw. als eine Infektion, da kann selbst die Grippe noch was lernen. Kaum hat das Schwarze Schaf wieder 3 Reviermarkierung über die alten Plakate am Leoberg gesetzt, klebt die Mahagonibar 2 x 6 daneben. Am selben und hellichten Tag, da geht sich wohl noch ein Hattrick aus. Daß selbst bei echten Freiflächen die Regel "Clean up your own mess!" gilt, ist den lokalen Müllmeistern ebenso scheissegal wie den auswärtigen.

19.03.2015 23:54 Uhr
Remarc
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Öfter mal was Neues, trotz anscheinend regelmässiger Säuberung vom Werbeüll wurde der Bretterverschlag am Leoberg heute schon wieder plakatiert. Nach der Revierregel, über die gekleisterten und deswegen offensichtlich nur teilweise wieder entfernbaren Impotenz-Plakate. Die 8 (!) neuen Plakate sind ebenfalls felsenfest verklebt. Neu ist die Botschaft, es grüsst der Gottesstaat. Wer sich über die Sekte dahinter ein wenig schlau macht, findet nicht nur zig Widersprüche zwischen Image (Frieden) und Anspruch (Weltherrschaft), es existiert auch eine Fatwa. Der Investor aus Dubai kriegt leider gar nicht mit, was da alles an sein zukünftiges Hotel geklebt wird, in diesem speziellen Fall wäre er wohl extremst angepisst und würde Anzeige wegen Sachbeschädigung stellen. Stellt sich die Frage, ob dieses passiert oder ob vorher die "Patriotischen Europäer gegen die Plakatierung Augsburgs" gegründet werden. Ich freue mich jetzt schon auf nächtliche Gegenpropagandaaktionen...

27.04.2015 14:23 Uhr
Remarc
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Das Doppelbild des Tages, "Herr Saubermann auf verlorenem Posten" & "Mittagscowboy"

Das Wildplakat war ca. 50 m vorher zu Boden gefallen, ein regelmässiger Vorgang, das Werbelaub nimmt ja eher zu als ab. Der ältere Herr wollte den Papiermüll aber nicht in irgendeine Ecke pfeffern, sondern in einem dafür vorgesehenen Behältnis entsorgen. Welches er erst nach der Verlängerung seiner hilflosen Queste um ca. 30 weitere Meter fand. Eine Szene wie aus einem Kaurismäki-Film, mehr Tristesse geht nicht. Tatsächlich hat ein lokaler Filmemacher die Kleisterstadt als Kulisse benutzt. Ja, das ist etwas weiter oben, zählt also noch zur "guten Stube". Der Kampf eines Bürgers gegen die Papierflut auf dem Gehsteig ist hier nur gespielt, aber nicht weniger vergeblich, täglich kommen ca. 3 neue Motive dazu, im Dutzend, versteht sich. Die Eigentümer der Leerstände interessieren sich herzlich wenig, irgendjemand räumt schon auf. Also dieses Teilstück der Strecke zum Dom, welche ja von nicht gerade wenigen Touristen frequentiert wird. Nee, die Nestbeschmutzer sind diejenigen, die solch relativ leicht lösbaren Probleme beharrlich aussitzen und lieber ständig neue wie sinnlose Image-Kampagnen in Auftrag geben.

04.07.2015 10:38 Uhr
plupps
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07.07.2015 16:19 Uhr
Remarc
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Zitat von plupps

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Wieder mal das Geheimnis der unsichtbaren Anhänge?

Am Leo- bzw. Schmiedberg hat es sich die "Papierpatroullie" offensichtlich gelohnt, die Werber scheinen die Lust am Kleben verloren zu haben. Oben am hohen Weg wurden die Fassaden mit extraharten Antihaftplatten verkleidet und/oder mit Hinweisschildern versehen, schon ist der Kollateral-Saustall auf Gehwegen & Strassen auf ein Minimum reduziert, die Stadtreinigung sagt "Danke!". Der nächste Stick-Spot ist jetzt die Stahlstele am Moritzplatz, da wird munter weitergemüllt und die Stadtreinigung sagt "§$%&#!!!". Dabei müsste man den Betonklotz nur dezent einseifen, da hält kein Leim und kein Band...

19.08.2015 07:36 Uhr
do1mde
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Zitat:

" Die den Hinweis, sie sollen sich schleichen, gerne mit Pöbeleien quittieren."

 

Kein Wunder....

..wer einen dumm anquatscht, braucht sich über eine entsprechende Antwort nicht beschweren.

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