Freitag, 24. Mai 2013

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Reform der Organspende: Die wichtigsten Antworten
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23.03.2012 17:37 Uhr
Gast_1724048426
gelöscht
Beiträge: 171
Das Leben ist ein Geschenk

und wenn es vorbei ist, ist es vorbei. So wie ich keinen Anspruch auf die Organe eines anderen erhebe und auch nicht werde. So hat auch niemand das Recht auf meine Organe.

Es wird ja geradezu so getan als wäre es ein Naturrecht, dass wir Organe verpflanzen. Sorry, aber das kann nicht sein.

 

23.03.2012 19:03 Uhr
mark8568
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Zitat von Aufgemerkt!
 

Nein. Diese Leute sterben, weils andere gibt die mehr Bakschisch springen lassen, um auf der "Warte"-Liste weiter nach oben zu kommen.

Oder wer glaubt dass ein Promi oder ein Mitglied der Politikerkaste an einem nicht vorhandenem Transplantat sterben würde?

Nicht in unserem Land. Die Warteliste unterscheidet nicht nach Prominenz oder Geld. Naütrlich haben die die Möglichkeit, sich in China von einem zum Tode verurteilten eine Niere usw zu holen.

 

Zitat von montebaldo
 

 Unser Staat hat keinen seiner Bürger per Gesetz zum Organspender zu machen. Das mag noch so logisch, praktisch, aus Empfängersicht wünschenswert sein. Es ist nicht verfassungsgemäß, davon bin ich überzeugt und vllt. ist die Sorge vor einer entsprechenden Klage auch der Grund, dass die Widerspruchslösung keine Chance erhalten wird.

 

Woanders klappts doch auch. In Österreich, unserem Nachbarland, wartet kein Dialysepatient länger als 2 Jahre auf ein Organ. Hier in Deutschland warten kleine Kinder, die ja in unserer Achtung doch so hoch stehen, bis zu 10 Jahre auf ein Herz, niere oder sonstwas. Die Kindheit dieser Kinder ist geprägt von Krankenhausaufenthalten und geht dabei völlig verloren. Und das nur, weil ein Lebender meint, seine Organe sollen unbedingt in einem Grab verrotten.

Manchmal schäme ich mich wirklich, das darüber überhaupt diskutiert wird.

________
"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ Benjamin Franklin Die EU wird überleben, genauso wie die DDR

23.03.2012 19:06 Uhr
mark8568
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Zitat von vespaschrauber
Das Leben ist ein Geschenk

und wenn es vorbei ist, ist es vorbei. So wie ich keinen Anspruch auf die Organe eines anderen erhebe und auch nicht werde. So hat auch niemand das Recht auf meine Organe.

Man redet sich leicht, wenn man nicht in der Situation ist. Ich hatte das Glück, nach fast 4 Jahren eine Lebendspende zu erhalten. Wer einmal Dialyse mitgemacht hat, der wird verstehen, was ich meine.

Ich denke, Sie würden dann auch anders denken. Aber Sie waren noch nicht in der Situation.

 

Zitat von vespaschrauber

Es wird ja geradezu so getan als wäre es ein Naturrecht, dass wir Organe verpflanzen. Sorry, aber das kann nicht sein.

 

Ja, das sollte ein Naturrecht sein. Schon alleine, weil wir heute dazu in der Lage sind.

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"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ Benjamin Franklin Die EU wird überleben, genauso wie die DDR

24.03.2012 10:40 Uhr
montebaldo
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Beiträge: 8046

 

Zitat von mark8568
 

Woanders klappts doch auch. In Österreich, unserem Nachbarland, wartet kein Dialysepatient länger als 2 Jahre auf ein Organ. Hier in Deutschland warten kleine Kinder, die ja in unserer Achtung doch so hoch stehen, bis zu 10 Jahre auf ein Herz, niere oder sonstwas. Die Kindheit dieser Kinder ist geprägt von Krankenhausaufenthalten und geht dabei völlig verloren. Und das nur, weil ein Lebender meint, seine Organe sollen unbedingt in einem Grab verrotten.

Manchmal schäme ich mich wirklich, das darüber überhaupt diskutiert wird.

Was hat "klappen" damit zu tun, dass man sich über elementare Grundsätze der Menschenrechte hinwegsetzt: Die Unversehrtheit des menschlichen Körpers?

Sie würden vermutlich auch jemanden foltern, von dem Sie glauben, dass er den Aufenthalt Ihres entführten Kindes kennt. Aus Sicht des Betroffenen sind diese Extremforderungen und -wünsche stets nachvollziehbar. Dennoch ist es nicht im Sinne des Rechtsstaates, einem solchen Anliegen nachzugeben.

Bemühen Sie sich darum, die Leute zu einer freiwilligen Spende zu bewegen, da gibt es viele Möglichkeiten. Zu sagen Du hast ein Organ, das ich brauchen kann, das ist meins, sofern Du nicht ausdrücklich, nein sagst, was ja im Sinne Ihrer Denkweise ("Es sollte ein Naturrecht sein") auch verwerflich aber halt nicht zu verhindern ist, ohne sämtliche ethischen Aspekte über Bord zu werfen, ist jedenfalls nicht der richtige Weg.

Sie sollten nicht ganz aus den Augen verlieren, dass für die Organe, die anderen so nützlich sind, immer noch Menschen meist eines Unfalltodes sterben müssen. Das nimmt man eben mal so schulterzuckend hin - die sind ja eh (hirn)tot. Und natürlich hoffen Betroffene auf das Ableben anderer. Da kann man sich noch so zieren und ein bedrücktes Gewissen vorschürzen, die Freude wird immer überwiegen, das eigene Überleben geht eben dem Überleben anderer vor.

Die Menschen auch Kinder, die sterben müssen, sterben weil ihre eigenen Organe krank sind und ihren Dienst versagen und nicht weil andere ihnen etwas vorenthalten, worauf sie meinen einen Anspruch zu haben. Genau dieses Anspruchsdenken ist es, weshalb die Widerspruchslösung keinen Einzug halten kann.

Niemand tut etwas Unredliches, weil er seine Organe mit bestattet haben möchte. Niemand tut etwas Unredliches, der sich mit seinem Ableben nicht auseinandersetzen will aber auch nicht ausgeweidet werden will.

Allein, dass Abstoßungsreaktionen mit Medikamenten unterdrückt werden müssen, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass es mit Ihrem angedachten "Naturrecht" nicht so weit her ist. Hätte die "Natur" so etwas vorgesehen, wären die Organe der Menschen untereinander kompatibel. Man setzt also die Natur außer Kraft, trickst sie aus und kann sich mit Sicherheit nicht auf sie berufen.

 

 

24.03.2012 10:45 Uhr
Heinz S.
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Beiträge: 1078

 

Zitat von mark8568
  .... Und das nur, weil ein Lebender meint, seine Organe sollen unbedingt in einem Grab verrotten.

Manchmal schäme ich mich wirklich, das darüber überhaupt diskutiert wird.

Die Organe eines Toten sind nicht mehr zu gebrauchen. Die Entscheidung,  ob jemand als Sterbender noch zerstückelt und auf andere Menschen verteilt werden möchte, sollte jeder für sich treffen können. Da brauchen Sie sich nicht zu schämen, wenn darüber diskutiert wird.

24.03.2012 11:17 Uhr
Nathot
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 @montebaldo

Was ist denn so schlimm an dieser Reform? Sie können doch nein sagen, wenn Sie kein Organspender sein wollen.

Hier Menschenrechte zu bemühen, oder anderen zu unterstellen, sie würden auch foltern, bloß weil sie nicht Ihrer Meinung sind, ist doch wirklich nicht nötig.

Einesteils zerfließen Sie in Mitleid, daß Menschen (meist bei Unfällen) sterben müssen für Organspenden, andererseits macht es Ihnen nichts aus, wenn, auch Kinder, nur deshalb sterben, weil viele Menschen zu egoistisch oder gleichgültig sind, über Organspende überhaupt nachzudenken.

 

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Es würde viel weniger Böses auf Erden geben, wenn das Böse niemals im Namen des Guten getan werden könnte. Marie von Ebner-Eschenbach

24.03.2012 12:09 Uhr
montebaldo
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Zitat von Nathot
 

 @montebaldo

Was ist denn so schlimm an dieser Reform? Sie können doch nein sagen, wenn Sie kein Organspender sein wollen.

Hier Menschenrechte zu bemühen, oder anderen zu unterstellen, sie würden auch foltern, bloß weil sie nicht Ihrer Meinung sind, ist doch wirklich nicht nötig.

Einesteils zerfließen Sie in Mitleid, daß Menschen (meist bei Unfällen) sterben müssen für Organspenden, andererseits macht es Ihnen nichts aus, wenn, auch Kinder, nur deshalb sterben, weil viele Menschen zu egoistisch oder gleichgültig sind, über Organspende überhaupt nachzudenken.

 

Erstens ist an der jetztigen Reform gar nichts schlimm, weil es ja nicht zu einer Widerspruchslösung gekommen ist.

Zweitens müssen Sie mich nicht persönlich ansprechen, dass ich mich gegen eine Organentnahme verwehren könnte, weil ich Organspender bin, was mich

drittens aber nicht daran hindert, mir über Menschenwürde und -rechte Gedanken zu machen, auch wenn Ihnen das unpassend erscheint.

Der zentrale Punkte meiner Aussage lautet: Der Mensch ist kein "geborener"  Ersatzteillieferant für andere Menschen. Das beweist allein schon der Umstand, dass das Gewebe nicht kompatibel ist sondern ohne Einnahme von Immunreaktionen unterdrückenden Medikamenten abgestoßen würde.

Ein Geschenk für einen anderen Menschen ist etwas Wunderbares. Organe einzufordern und nur im Notfall durch Widerspruch von einer Verwertung auszunehmen ist dagegen ein die Menschenwürde außer Acht lassendes Anspruchsdenken, das aber natürlich gut in unserere Zeit passt.

Man bemühe sich doch bitte bevorzugt um die Entwicklung künstlicher Organe oder um ihre Bildung aus Stammzellen. Das ist der richtige Weg die Probleme von Menschen mit kranken Organen zu lösen. Je eher der Bedarf mit "herkömmlichen Organen" gedeckt werden kann, umso länger wird eine solche Weiterentwicklung auf sich warten lassen.

Zuletzt geändert von montebaldo, am 24.03.2012 um 12:26 Uhr
24.03.2012 17:28 Uhr
Gast_963760819
gelöscht
Beiträge: 8106

 

Zitat von Redaktion
Reform der Organspende: Die wichtigsten Antworten
Der Bundestag berät heute ab 9 Uhr über eine Reform der Organspende in Deutschland. In Deutschland gibt es nach wie vor zu wenig Spenderorgane. Antworten zur Organspende.
Reform der Organspende: Die wichtigsten Antworten

Die wichtigsten Antworten? Antworten auf was denn eigentlich?

  • Angst, eventuell noch (rein den körperlichen Funktionen entsprechend), noch zu leben, obwohl der Hirntod fachlich expizit festgestellt wurde?
  • Angst, wenn ein Teil der körpereigenen Organe entfernt wird, kein vollwertiger Mensch, obwohl gestorben, mehr zu sein?
  • Angst vor dem Tod?
  • Angst vor was?

Das Problem ist meiner Meinung nach doch folgendes. Die meisten Menschen identifizieren sich doch eher mit ihrem Körper als mit ihrer unsterblichen Seele. Fazit. Selbst, wenn ich Tot bin, muss/sollte mein Körper unversehrt bleiben. Ja, ich weiß, die Verwesung. Trotzdem, mein Körper gehört mir.

Die guten "Hinterbliebenen" spielen bei dieser Thematik auch eine nicht gerade unerhebliche Rolle. Zwinkernd

 

________

24.03.2012 17:34 Uhr
Gast_963760819
gelöscht
Beiträge: 8106

 

Zitat von montebaldo
  Man bemühe sich doch bitte bevorzugt um die Entwicklung künstlicher Organe oder um ihre Bildung aus Stammzellen.
Das ist der richtige Weg die Probleme von Menschen mit kranken Organen zu lösen. Je eher der Bedarf mit "herkömmlichen Organen" gedeckt werden kann, umso länger wird eine solche Weiterentwicklung auf sich warten lassen.
  1. Aus welchem Grund?
  2. Der richtige Weg? Ich habe es, gefühlt, schon tausend mal gesagt:  "Es gibt keine Zufälle". Wenn also ein Mensch stirbt wegen irgendeiner Krankheit, ist es da wirklich sinnvoll, diesem Menschen mit Organen anderer Menschen zu einem Leben zu verhelfen, das dieser (innerlich) eigentlich schon lange aufgegeben hat?  Ich weiß, schwieriges Thema.

________

24.03.2012 17:36 Uhr
Lumpensammler
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Zitat von vespaschrauber

So wie ich keinen Anspruch auf die Organe eines anderen erhebe und auch nicht werde.  

 Mal abwarten, ob Sie immer noch so große Reden schwingen, wenn es Ihnen mal wirklich dreckig geht.

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今天你做爱了吗?

24.03.2012 18:36 Uhr
Gast_963760819
gelöscht
Beiträge: 8106

 

Zitat von Lumpensammler
 

 

 Mal abwarten, ob Sie immer noch so große Reden schwingen, wenn es Ihnen mal wirklich dreckig geht.

Schließen Sie von sich auf andere? Jeder Mensch hat zum Thema Sterben eine andere Meinung.

________

24.03.2012 19:23 Uhr
mark8568
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Zitat von montebaldo
 

 

Man bemühe sich doch bitte bevorzugt um die Entwicklung künstlicher Organe oder um ihre Bildung aus Stammzellen. Das ist der richtige Weg die Probleme von Menschen mit kranken Organen zu lösen. Je eher der Bedarf mit "herkömmlichen Organen" gedeckt werden kann, umso länger wird eine solche Weiterentwicklung auf sich warten lassen.

Als damals ein Dr. Barnard das erste Herz verplanzte, dachte er wahrscheinlich auch, das er den Menschen was Gutes täte. Leider denke ich, das er aufgrund der heutigen Diskussionen niemals diesen Schritt getan hätte und der Mensch würde heute in der medizinischen Entwicklung weit hinterherhinken.

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"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ Benjamin Franklin Die EU wird überleben, genauso wie die DDR

24.03.2012 19:26 Uhr
mark8568
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Einacher Vorschlag von meiner Seite. Wer ür das ganze ist, der soll bei der jetzigen Initiative zustimmen und fertig. Im Fall der Fälle bekommt er das benötigte Organ, wer ablehnt oder nicht antwortet, der wird absolut zweit- bzw. letztrangig behandelt.

 

So kann jeder darüber nachdenken und evtl. auch seine Würde wahren. Wenn es halt ernst wird, dann hat er halt einfach Pech gehabt und er stirbt, so wie es die Natur vorgesehen hat, in Würde einen vermeidbaren Tod.

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24.03.2012 19:29 Uhr
Clarissa
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Zitat von mark8568: Und das nur, weil ein Lebender meint, seine Organe sollen unbedingt in einem Grab verrotten.

Das ist unter anderem auch eine Glaubenssache! Und wenn in Deutschland Glaubensfreiheit herrscht sollte es mir auch erlaubt sein meine Organe mit ins Grab zu nehmen ohne dass ich das vorher schriftlich festlegen muß. Es sind nämlich immer noch MEINE!! 

@ Lumpensammler:

Es gibt doch tatsächlich Menschen die sich mit dem Tod auseinandergesetzt haben und durch eine Patientenverfügung geregelt haben dass sie keine Organe erhalten wollen!  

 

24.03.2012 19:32 Uhr
Clarissa
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Zitat von mark8568

So kann jeder darüber nachdenken und evtl. auch seine Würde wahren. Wenn es halt ernst wird, dann hat er halt einfach Pech gehabt und er stirbt, so wie es die Natur vorgesehen hat, in Würde einen vermeidbaren Tod.

 Der Tod ist nicht vermeidbar, er wird nur hinausgezögert!! Und das in oft Menschenunwürdiger weise!!!

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