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#271 (permalink) | |
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Verschüttete Wahrnehmungen...
Ja, durch die Filterung geht vieles verschüttet, bestimmt aber auch durch eine - ich nenne es einmal bewusst provokant - Zensur des Intellekts, der verwirft, was nicht sein darf und somit kann. Darüber hinaus ist ja der Mensch in den kognitiven Prozessen des Denkens stets darauf bedacht, das Wahrgenommene sinnvoll zu ordnen. Kultur, Wissen, Lebenserfahrung, erlernte Stereotypen und gesellschaftliche Vorstellungen bilden hier den Filter und einen Rahmen, in den der Mensch bemüht ist, seine Wahrnehmungen einzuordnen.
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#272 (permalink) | |
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Churchill und Reinkarnation
Ein vorwitziger Schimpanse hangelt sich von einer Kokospalme beschwingt herab, schlendert den Sandstrand entlang und inspiziert einen Haufen Treibholz. Er scheint etwas Bestimmtes zu suchen, und nach geraumer Weile zieht er aus der Wirrnis krummer Knüppel einen wunderschön geraden Stecken heraus. Dieser gefällt ihm ganz besonders. Der Stecken ist so gerade wie der Horizont, wo das Meer den Himmel trifft. Dann geht er ein bißchen herum, wobei er den Stecken hinter sich herzieht. Wenn er gerade am Wasser entlang ging, zeichnete der Stecken eine gerade Linie, so gerade, wie der Stecken war. Der Schimpanse bleibt alsdann stehen und dreht sich herum. Das was der Stecken da machte, gefiel dem Schimpansen ganz besonders gut; er hat einen Kreis um sich herum gezeichnet. Ein Mensch nähert sich neugierig, um zu sehen, was der Affe da macht, und setzt sich wortlos zu ihm. Der Affe läßt sich nicht stören - er fühlt sich gar bewundert. Und so erinnert er sich an die gerade Linie von vorhin, setzt eine so an den Kreis, daß diese ihn streift, dann eine auf der anderen Seite des Kreises, und dann noch zwei, so daß der Kreis viereckig eingezäunt ist. Angespornt von dem bewundernden Blick des Menschen zieht der Schimpanse noch eine Gerade, mitten durch den Kreis von einem Geradeneckpunkt zum gegenüberliegenden. Der Mensch ist baff. „Weißt du, was das ist?“ fragt er den Affen. „Keine Ahnung“, sagt der, „ich spiel nur so rum“. „Wenn du so weiterspielst“ sagt der Mensch, „wirst du so wie wir“. Und dann erzählt der Mensch von geometrischen Geschichten, vom Kreis, vom Quadrat, und daß man daraus zwei gleiche Dreiecke machen kann, und die ganze Geschichte der Menschheit bis heute, von Palästen, großen Schiffen und Flugzeugen, von Kirchen, Kriegen und Krankheiten, die der Mensch heilen kann. So geht der Tag zur Neige, die Sonne wird rot und rund am Ende des Horzonts, so rund, wie der Affe den Kreis gezeichnet hat. Alsda fällt eine groooße Kokosnuß herab genau auf den Kopf des Menschen, und der Affe sieht, daß der Mensch jetzt schläft. Auch er ist müde, nimmt die groooße Kokosnuß mit in den Dschungel als Frühstück für den nächsten Morgen. Dort setzt er sich auf einen dicken Ast hoch über einer groooßen Steinplatte. Und wie er so zufrieden einschläft, denkt er sich, alle groooßen Dinge auf der Welt sind einfach. |
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#273 (permalink) | |
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Wahnnsinn!!! |
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#274 (permalink) | |
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Wenn man sich an die Wissenschaft hält, ist man IM MOMENT auf jeden Fall immer auf der sicheren Seite. Die Erkenntnisse der Quantenphysik sind dann evtl. ein wenig verstörend, aber weil man das eh nicht begreift als Normalsterblicher, lassen sich diese leicht zur Seite schieben.
Das ist schon richtig. Die Frage ist aber, ob wir eine Seele haben und ob diese durch das Gehirn existiert. (Sorry, OM, wenn du das hier schon mal erörtert hast - habe nicht alles gelesen) Ist das, was wir als Seele zu bezeichnen pflegen, ein Produkt unseres Gehirns oder etwas Eigenständiges, lediglich noch nicht Messbares. Es gibt ja die schöne These (die nun durch diese ungeheuerlichen Erkenntnisse der Quantenphysik bestärkt werden), dass es ein Ego gar nicht gibt, dass unser Gehirn uns dieses nur vorgaukelt. Hübsch nicht? Damit habe auch ich meine Schwierigkeiten. Jedenfalls aber und davon bin ich überzeugt, ist das Ego verantwortlich für das Unheil, das auf der Welt geschieht. Die Erkenntnis, dass es ein Ego gar nicht gibt, wäre insofern schon eine, die die Menschheit voranbringen könnte. Und dieser Gedanke wiederum führt hin zum bislang nicht beweisbaren und deshalb nur angenommenen - ich nenne es mal, um es von den Religionslehren abzugrenzen - System der Reinkarnation, in dem die Seele über mehrere Prozesse hinweg reift und sich gegen die Vorspiegelungen des Gehirns durchsetzt. Ich halte das für möglich. Meine bescheide Meinung. Die keiner nachvollziehen oder für sich übernehmen muss. Missionierungsbedürfnis ist immer auch eine Sache des Ego. |
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#275 (permalink) | |
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Das ist in der Tat eine gute Frage, warum dieses "System" in unseren Breitengraden eher unbekannt ist. Erklärt sich aber über die Nichtbeweisbarkeit ganz gut. Bevor die Wissenschaft ergründete, was es damit auf sich hat, dass der Mensch mit den Beinen am Boden anhaftet (so er die Schwerkraft nicht überwindet) hat man sich wohl überall auf der Welt unterschiedliche Gedanken dazu gemacht oder auch gar keine. Sie kennen doch das System "Was du nicht willst, was man dir tu.... " ? Aus diesem heraus kann in keiner Gesellschaft irgendetwas Schlechtes erwachsen. Und es ist kein bisschen naiv. Es fehlt nur an der Umsetzung. Und die scheitert woran? Richtig - regelmäßig am (eingebildeten?) Ego. Womit sich der Kreis keinesfalls eine Gerade oder ein Dreieck schließt.
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#276 (permalink) | |
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Martin |
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#277 (permalink) | |
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Ihre logischen Verknüpfungen kann ich leider nicht so recht nachvollziehen. Die These, dass es ein "Ego gar nicht gibt", ist übrigens die These, von der ich ausgehe. |
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Zuletzt geändert von leopold, am 28.02.2012 um 07:48 Uhr
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#278 (permalink) | |
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Spielverderber. |
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#279 (permalink) | |
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Das ist kein System, sonderrn eine Regel, die das menschliche Zusammenleben vereinfachen soll. Und wie Sie wissen, fahren Regelbrecher immer besser als die, die die Regeln einhalten. |
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#280 (permalink) | |
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Eine derart lineare Reinkarnation mag zum Teil dem Hinduismus entsprechen und auch beim Lamaismus wieder eine Rolle spielen. Den beiden grossen buddhistischen Schulen Mahajana und vor allem Theravada ist eine solche individuelle Vorstellung von Reinkarnation fremd. Nach deren Vorstellung besteht ein Wesen, sei es Mensch, Tier, Pflanze oder Geistwesen unterschuiedlicher Qualitaet aus einer Unzahl von gleichrangig bewerteten Faktoren die man Dharmas nennt. Dazu gehoeren die Grundelemente Erde, Feuer, Wasser, Luft, die Farben, Duefte, Geraeusche, die Sinne, Empfinduingen, Willen, Bewusstsein und Unterbewustsein, Schlaf, Hunger, Krankheit, Altern, auch Dinge wie Reichtum, Schoenheit und eine Vielzahl anderes. All das zusammen bildet einen Menschen, steht aber als ein unvergaenglicher universeller Faktor nebeneinander.Und all das ist einzeln von Wiedergeburt betroffen in immer neuen Zusammensetzungen. Diese neuen Kombinationen sind aber Gesetzmaesigkeiten unterworfen und erfolgen nicht willkuerlich. Die Antriebe dafuer sind die Triebe, allem voran stellt der Buddhismus hier die Gier als Motor. Deshalb ist es im Buddhismus entscheident seine Triebe zurueckzudraengen um sich weiterzuentwickeln. Das loslassen vom Materiellem, von Ehrgeiz, von Alkohol und Sexualitaet sind der Schluessel das ewige Werden und Leiden langsam zu durchbrechen.
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#281 (permalink) | |
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Wenn wir einen Teil des Himmels bei Nacht sehen, können wir an den Sternen einen rötlichen Schimmer erkennen. Nach dem Dopplereffekt bedeutet dies, das gesamte Universum expandiert. Würde es schrumpfen, wären die Sterne bläulich. Es entwickelt sich also von einem Punkt weg, in alle Richtungen. Wenn man sich noch vorstellt, dass unser Universum ein winzig kleines Universum von hunderten von Milliarden anderer Universen ist, dann muss man diesen Sandvergleich heranziehen. Wirft man jedes Sandkorn der Erde auf einen Haufen, dann ist nicht die Erde ein einzelner Sandkorn in dem Haufen, sondern unser eigenes Universum. Unmöglich, dass es (rein physikalisch) bei einer Expansion des gesamten Universums, ausgerechnet auf der Erde zu einer Re-Materialisierung von Menschen kommt. Nichts anderes ist es ja. Seelenwanderung oder Re-Inkarnation kann ja nur aus dem Wunsch entstehen, die Grenzen des Bewusstseins zu übertreten. Da das Bewusstsein aber immer begrenzt sein wird, kann der Glaube an Re-Inkarnation nur eine Sehnsucht sein, die sich nie erfüllt. Wer es schafft, die Grenzen seines Bewusstsein, ohne Hilfe von Physik und Geisteskrankheit zu übertreten, wird uns auch erklären können, ob es eine Wiedergeburt gibt. Ich halte es schon für ausgeschlossen, weil es nicht einmal im Ansatz, eine gute Idee ist. Genau so könnten wir einer Amöbe einen Doktortitel verleihen. Vielleicht findet man irgendwann heraus, dass eine Amöbe ein Bewusstsein entwickelt hat, alles total ungerecht findet und mit „Sie“ angesprochen werden möchte, auf seine Wiedergeburt wartet, um uns Menschen mal zu zeigen was eine Harke ist. Olsen |
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#282 (permalink) | |
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Martin |
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#283 (permalink) | |
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Dass die Welt, was immer das auch ist, in extrem langen aber durchaus berechenbaren Zeeitablaeufen sich entwickelt, einen Wendepunkt erreicht und wieder zerfaellt bis das Ganze von neuem beginnt ohne, dass es einen tatsaechlichen Anfang und ein Ende gibt sondern unendlich so war und sein wird ist substantielle Kernlehre sowohl von Buddhismus als auch Hinduismus. Die buddhistische Reinkarnationslehre kommt im uebrigen ohne ein hoeheres steuerndes Wesen aus. Im Unterschied zum Hinduismus .Der Buddhismus schliesst Gott aber nicht aus, er raet allerdings ab sich mit solchen Fragen die der Mensch ohnehin nicht begreifen kann ueberhaupt zu beschaeftigen sondern sich um das wesentliche zu kuemmern. Buddhismus ist zunaechst einmal Philosophie und kommt auch ohne Religion zurecht. Ich halte es persoenlich auch fuer unlogisch, dass es nur ein Universum, eben unseres geben soll. Wissenschaftlich ist das aber nicht sondern reine nicht beweisbare Logik. Der Rueckschluss weil alles so unendlich gross ist koenne es keine Reinkarnation geben ist dagegen voellig unlogisch. Die asiatischen Denkmodelle entsprechen was Zeit und extreme Groesse angeht im Kern der heutigen wissenschaftlichen Realitaet. Eher sehen diese es noch etwas groesser als heute beweisbar. Es gibt gerade einen Nachbarthread zum Thema Reichtum und Moral. Die Diskussion ob die Arbeit daran seine Triebe nicht zu unterdruecken, nciht auszuschalten, denn das waere kontraproduktiv und wuerde das Gegenteil bewirken, sondern sie im innersten menschlichen Kern einfach ueberfluessig zu machen laecherlich ist koennte man auch dort weiterfuehren. |
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#284 (permalink) | |
Martin |
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#285 (permalink) | |
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Dieser Stand des Wissens ist aber schon wieder verdammt lange her! Und vertreten wurde er eigentlich nie als mehr denn eine vage Theorie. |
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