Samstag, 25. Mai 2013

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Israel und der Iran: Der Konflikt und die Meinungen dazu
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08.04.2012 18:10 Uhr
k.brenner
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Dieser Aufruhr um das Prosa-Gedicht von Grass ist mir unverständlich. Er äußert seine Meinung, was in unserem Grundgesetz ausdrücklich als Grundrecht verankert ist. Ich empfinde seine Darstellung der Situation im Nahen Osten als einseitig und habe deshalb eine entschieden andere Haltung. Auch ärgert es mich, dass er so viel Aufmerksamkeit bekommt.

Dass es zu solch einem Aufschrei kommt, hat in erster Linie mit unserer geradezu psychotischen Einstellung gegenüber Israel zu tun, die sich immer wieder zeigt, wenn bekannte Personen Kritik an Israels Nahostpolitik üben. Sofort taucht vor uns der Begriff Ausschwitz wie ein Schreckgespenst auf, was reflexartig dazu führt, dass die sachliche Auseinandersetzung mit dem Konflikt in Palästina in Deutschland nur sehr schwer möglich ist. Ich hoffe, dass es der heutigen jungen Generation gelingt, sich einerseits aktiv an der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu beteiligen, andererseits aber offen dazu zu stehen, dass sie keine Schuld an Ausschwitz trägt und eine Instrumentalisierung ablehnt. Dann erst ist ein ungezwungenerer Umgang mit dem Staat Israel möglich und allem, was dazu geäußert wird.

08.04.2012 18:16 Uhr
augustus
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Und langsam melden sich auch kritische Stimmen aus Israel, USA, Italien, die die Massenhysterie gegen Grass nicht verstehen bzw. versuchen zu erklären:

Intellektuelle melden sich in Hintergrund zu Wort. Kommentare zur Grass-Debatte von Moshe Zuckermann, Noam Chomsky, Domenico Losurdo, Rolf Verleger, Ekkehart Krippendorff und Norman Paech -

Am Mittwoch, den 4. April, veröffentlichte Günter Grass sein Gedicht „Was gesagt werden muss“. Noch am gleichen Tag setzte ein medialer Amoklauf gegen den Literaturnobelpreisträger ein.......

MOSHE ZUCKERMANN:

Was hat Günter Grass gesagt, das die in Deutschland ausgebrochene Hysterie, wenn schon nicht zu begründen, so zumindest zu erklären vermöchte? Die Erwartungen können sogleich aufs Normalmaß des Diskutierbaren heruntergeschraubt werden: Nichts, was in Israel selbst nicht schon hundertfach gesagt und erörtert worden wäre. Nichts, was man im Hinblick auf Fakten bzw. aufs begründbar Mögliche lapidar infrage stellen könnte....

Man mag vieles an Grass aussetzen, nicht zuletzt auch eine Selbstgefälligkeit, die nicht davor zurückschreckt, von „letzter Tinte” zu reden. Aber ein Antisemit ist er nicht – es sei denn in den Augen der Broders, Graumanns, Giordanos und Wolffsohns, denen das Wohl Israels so am Herzen liegt, dass sie Israel – aus angemessener Entfernung! – emphatisch „in Schutz“ nehmen, um sich für sein Wohl umso effektiver blind machen zu können.

Wer nicht zwischen Antisemitismus und berechtigter Israelkritik zu unterscheiden vermag, sollte zumindest bescheidener auftreten, wenn er selbstgewisse Verdikte ausspricht: das Jahrzehnte alte Okkupationsregime Israels (und andere Erscheinungen im israelischen Alltag, die hier unerörtert bleiben mögen) straft die schablonenhafte Larmoyanz dieser „Israel-Solidarität“ Lügen........

Prof. Moshe Zuckermann lehrt Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. Von 2000 bis 2005 leitete er dort das Institut für Deutsche Geschichte

Was auch noch gesagt werden muss!

Eine bemerkenswerte und wirklich mutige Stellungnahme. Da sitzt jeder Satz.

Kann man solche fundierten Kommentare auch in den mainstream Medien lesen? Unschuldig

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08.04.2012 18:19 Uhr
ZeT
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 Das ist der springende Punkt. Und deshalb kann ich die Pauschalkritik an Grass nicht nachvollziehen - vorallem nicht von der Politik. Die bügeln auch nen Jugendlichen, sollte er seine Meinung kund tun wollen.

Zitat von k.brenner

Ich hoffe, dass es der heutigen jungen Generation gelingt, sich einerseits aktiv an der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu beteiligen, andererseits aber offen dazu zu stehen, dass sie keine Schuld an Ausschwitz trägt und eine Instrumentalisierung ablehnt. Dann erst ist ein ungezwungenerer Umgang mit dem Staat Israel möglich und allem, was dazu geäußert wird.

 

08.04.2012 19:06 Uhr
Gast_963760819
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Zitat von Zackbumm
 

 

Ein jüdischer Staatsbürger? Wo lebt der? In Judoslawien? :D

O.K. Mein Fehler.

 

Zitat von Der Fotoadlige
 

 

Wer oder was ist das?
Ein Mensch jüdischen Glaubens ist Staatsbürger eines Staates. Und weiter?

Ist ja gut.

 

Zitat von Lumpazi
 

Ich meine, keiner dieser Staaten darf bei seinem Vorhaben unterstützt werden, egal von wem !!

Wenn dann jemand meint:"Das muss gesagt werden", dann hat er recht !!

Dann hat er Recht, genau.

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08.04.2012 19:13 Uhr
Gast_963760819
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Beiträge: 8106

 

Zitat von augustus
 

Was auch noch gesagt werden muss!

Eine bemerkenswerte und wirklich mutige Stellungnahme. Da sitzt jeder Satz.

Kann man solche fundierten Kommentare auch in den mainstream Medien lesen? Unschuldig

Nein, warum auch? Wie in der "Augsburger Puppenkiste". Manche ziehen die Fäden, andere führen das aus, egal was die Ziehenden so ziehen. Zwinkernd

________

08.04.2012 19:20 Uhr
montebaldo
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Zitat von Philogenes
 

 

Solche Stellungnahmen erinnern mich irgenwie an Carnivoren denen man auf die Rute getreten ist.
Es zeigt dass Grass so völlig unrecht gar nicht hat.

Es gibt auch ganz andere iraelische Stimmen dazu wie zB Tom Segev.

Zitat Deutschlandradio Kultur:

Tom Segev: Ja, also, ich habe manchmal das Gefühl, wenn ich so Äußerungen von Günter Grass lese, ich habe ja auch kürzlich mit ihm ein Interview, langes Interview gemacht. Ich habe manchmal den Eindruck, dass er das Bedürfnis hat, zu Unrecht angegriffen zu werden. Und das passiert ihm jetzt wieder. Aber wirklich zu Unrecht ... Er ist kein Antisemit, er ist nicht antiisraelisch, er ist auf keinen Fall gegen Israel in irgendeiner Weise. Er kritisiert die Politik der israelischen Regierung. Es hat sich noch in keinem Land jemand gefunden, der die israelische Regierung heftiger kritisiert als Israelis selber, und die sind auch nicht antisemitisch und sind auch nicht antiisraelisch. Im Gegenteil ist es oft so, dass Kritik an Israel ein Zeichen von Freundschaft und Unterstützung sein kann.

Er ist kein Antisemit, er ist nicht antiisraelisch er hat nur einfach undifferenziert dahergeschrieben. Da haben Sie vollkommen Recht Herr Segev.. und vllt. auch mit Ihrer psychologischen Einschätzung, dass er das tat um "zu Unrecht angegriffen zu werden" - eigentlich ein interessanter Aspekt. Und wir tun ihm ja auch den Gefallen, Grass in allen Medien angegriffen kann sich kräftig selbst leid tun.

Ich bin nur erstaunt, dass die Leute nicht kapieren, dass Grass wissentlich oder nicht, Stereotype bedient hat, die es sehr wohl noch gibt. Wer möchte, wenn man ihn in seiner Undifferenziertheit und Falschgewichtung  frei von jeder Schuld spricht noch irgendwem mal antisemitisches Gedankengut nachweisen, wenn das was Grass abgeliefert hat - als nicht zu kritisieren anzusehen ist.

 

08.04.2012 19:29 Uhr
timewanderer
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Beiträge: 645

Danke, @augustus [437]

Die Beiträge im Hintergrund sind gewaltig und klar und entlarvend.
Zuckermanns Beitrag: grandios.

Was soll so ein kleiner People wie ich da noch ergänzen oder herausarbeiten?
Nur das Eine: es lohnt sich, sich NICHT in gedankliche Abhängigkeiten zu begeben. Eigene Verantwortlichkeit ermöglicht durch Hinterfragen der Obrigkeit ein stimmigeres Bild als uns angeboten wird und entlarvt so manchen flotten öffentlichen Spruch, von wem auch immer.

08.04.2012 19:30 Uhr
Lindemann
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Zu was braucht Israel Atomwaffen? Hat Israel nicht verlässliche Verbündete?

08.04.2012 19:33 Uhr
Gast_963760819
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Beiträge: 8106

 

Zitat von montebaldo
 

 

 

Ich bin nur erstaunt, dass die Leute nicht kapieren, dass Grass wissentlich oder nicht, Stereotype bedient hat, die es sehr wohl noch gibt.

Wer möchte, wenn man ihn in seiner Undifferenziertheit und Falschgewichtung  frei von jeder Schuld spricht noch irgendwem mal antisemitisches Gedankengut nachweisen, wenn das was Grass abgeliefert hat - als nicht zu kritisieren anzusehen ist.

 

  • Hat Herr Grass sicherlich nicht! monte, bitte einfach mal (versuchen), zwischen den Zeilen zu lesen. Danke
  • Frei von jeder Schuld. Der Ausdruck "Schuld" war und ist ein egoistischer, von Anfang an zum Scheitern verdammter Versuch, von den eigenen Unzulänglichen, im Kleinen wie im Großen, abzulenken.

________

08.04.2012 19:35 Uhr
Gast_963760819
gelöscht
Beiträge: 8106

 

Zitat von Lindemann
 

Zu was braucht Israel Atomwaffen? Hat Israel nicht verlässliche Verbündete?

Die trauen sich aber nicht, was einen so genannten Erstschlag anbelangt. Zwinkernd

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08.04.2012 20:04 Uhr
Igelhaus
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Israel Mimosen

Israel teilt kräftig in alle Richtungen aus kann aber nichts einstecken.

08.04.2012 20:05 Uhr
augustus
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Beiträge: 7049

 

Zitat von timewanderer
 

Danke, @augustus [437]

Die Beiträge im Hintergrund sind gewaltig und klar und entlarvend.
Zuckermanns Beitrag: grandios.

Was soll so ein kleiner People wie ich da noch ergänzen oder herausarbeiten?
Nur das Eine: es lohnt sich, sich NICHT in gedankliche Abhängigkeiten zu begeben. Eigene Verantwortlichkeit ermöglicht durch Hinterfragen der Obrigkeit ein stimmigeres Bild als uns angeboten wird und entlarvt so manchen flotten öffentlichen Spruch, von wem auch immer.

Danke auch Ihnen. Sie haben sich sehr viel Mühe gegeben, die Hintergründe auszuleuchten. Es geht hier einigen leider mehr um die Psyche  des Herrn Grass als um seine Worte über den bedrohlichen  Iran-Israel-Konflikt. Über den Inhalt seiner Worte kann man jederzeit streiten. Wenn es nun jemand anders so gesagt hätte?

Das gefällt mir auch gut:

Günter Grass kann seiner Wahrheit nicht ausweichen, auch wenn sie Kontroversen auslöst. Das Traurige daran ist, dass das Aufzeigen der gefährlichen und selbstmörderischen Seiten israelischer Regierungspolitik – wie wir es ebenfalls sehen – etwas berührt, „was nicht gesagt werden kann“.

Adam Keller ist Sprecher der israelischen Friedensinitiative Gush Shalom
http://www.hintergrund.de/201204062011/feuilleton/zeitfragen/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html

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08.04.2012 20:06 Uhr
montebaldo
Äußerst erfahrenes Mitglied


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Beiträge: 8070

 

Zitat von augustus
 

Eine bemerkenswerte und wirklich mutige Stellungnahme. Da sitzt jeder Satz.

Kann man solche fundierten Kommentare auch in den mainstream Medien lesen? Unschuldig

Mutig? Nein, es ist nicht mutig, weil man natürlich Kritik an Israel äußern darf, wie es auch gemacht wird:

Zum Beispiel auch in der „Erklärung aus der Friedensbewegung und Friedensforschung“, die Herr Grass laut Ausführung von Herrn Krippendorf, der in diesen Kommentaren auch zu Wort kommt, nicht mit unterschrieben hat.

"Lassen wir es dahingestellt sein, warum Günter Grass die wenige Tage zuvor im Freitag und danach in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichte ebenso unzweideutige wie analytisch differenzierte „Erklärung aus der Friedensbewegung und Friedensforschung“ zum Irankonflikt nicht mit unterzeichnet hat: Seine Stimme hätte ihr mehr Gewicht und Resonanz gegeben und ihn davor bewahrt, jetzt Erläuterungen und Interpretationen nachschieben zu müssen"

Offenbar wollte Grass eben lieber sein eigenes Pferdchen reitend sich ein Denkmal setzen. Das hat er auf seine Weise nun ja auch erreicht. Mission geglückt.

08.04.2012 20:14 Uhr
donnerwetter
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Beiträge: 591

Da würde ich gar nicht hinwollen, in dieses Land.

 

Kein weiterer Kommentar. Kostet eh schon genug, wofür ich nichts kann.

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Wer in meinen Texten Rechtschreibfehler findet darf sie behalten

08.04.2012 20:27 Uhr
jerose
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Registriert seit: 3/8/08
Beiträge: 1825

 

Zitat von timewanderer
 

Persona non grata.
Wer Wind sät: der Sturm hat Grass erreicht.


„...das Feuer des Hasses auf den Staat Israel und das Volk Israel anzufachen.“
und
„...Grass wolle so die Idee weiterbringen, die er früher mit dem Tragen der SS-Uniform offen unterstützt hat.“

Das ist also die Stellungnahme des israelischen Innenministers.

Die Verantwortlichen in Israel wissen sehr wohl, dass Grass kein Antisemit ist.

Aber sie wissen, dass seine Worte Wirkung haben. Und genau deshalb tut es ihnen ja so weh.

Warum sonst fühlen sich Ministerpräsident, Außenminister und Innenminister genötigt ihre Keulen auszupacken?

Schlagworte

Israel, Iran


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