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#436 (permalink) | |
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Dieser Aufruhr um das Prosa-Gedicht von Grass ist mir unverständlich. Er äußert seine Meinung, was in unserem Grundgesetz ausdrücklich als Grundrecht verankert ist. Ich empfinde seine Darstellung der Situation im Nahen Osten als einseitig und habe deshalb eine entschieden andere Haltung. Auch ärgert es mich, dass er so viel Aufmerksamkeit bekommt. Dass es zu solch einem Aufschrei kommt, hat in erster Linie mit unserer geradezu psychotischen Einstellung gegenüber Israel zu tun, die sich immer wieder zeigt, wenn bekannte Personen Kritik an Israels Nahostpolitik üben. Sofort taucht vor uns der Begriff Ausschwitz wie ein Schreckgespenst auf, was reflexartig dazu führt, dass die sachliche Auseinandersetzung mit dem Konflikt in Palästina in Deutschland nur sehr schwer möglich ist. Ich hoffe, dass es der heutigen jungen Generation gelingt, sich einerseits aktiv an der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu beteiligen, andererseits aber offen dazu zu stehen, dass sie keine Schuld an Ausschwitz trägt und eine Instrumentalisierung ablehnt. Dann erst ist ein ungezwungenerer Umgang mit dem Staat Israel möglich und allem, was dazu geäußert wird. |
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#437 (permalink) | |
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Und langsam melden sich auch kritische Stimmen aus Israel, USA, Italien, die die Massenhysterie gegen Grass nicht verstehen bzw. versuchen zu erklären: Intellektuelle melden sich in Hintergrund zu Wort. Kommentare zur Grass-Debatte von Moshe Zuckermann, Noam Chomsky, Domenico Losurdo, Rolf Verleger, Ekkehart Krippendorff und Norman Paech - Am Mittwoch, den 4. April, veröffentlichte Günter Grass sein Gedicht „Was gesagt werden muss“. Noch am gleichen Tag setzte ein medialer Amoklauf gegen den Literaturnobelpreisträger ein....... MOSHE ZUCKERMANN: Was hat Günter Grass gesagt, das die in Deutschland ausgebrochene Hysterie, wenn schon nicht zu begründen, so zumindest zu erklären vermöchte? Die Erwartungen können sogleich aufs Normalmaß des Diskutierbaren heruntergeschraubt werden: Nichts, was in Israel selbst nicht schon hundertfach gesagt und erörtert worden wäre. Nichts, was man im Hinblick auf Fakten bzw. aufs begründbar Mögliche lapidar infrage stellen könnte.... Man mag vieles an Grass aussetzen, nicht zuletzt auch eine Selbstgefälligkeit, die nicht davor zurückschreckt, von „letzter Tinte” zu reden. Aber ein Antisemit ist er nicht – es sei denn in den Augen der Broders, Graumanns, Giordanos und Wolffsohns, denen das Wohl Israels so am Herzen liegt, dass sie Israel – aus angemessener Entfernung! – emphatisch „in Schutz“ nehmen, um sich für sein Wohl umso effektiver blind machen zu können. Wer nicht zwischen Antisemitismus und berechtigter Israelkritik zu unterscheiden vermag, sollte zumindest bescheidener auftreten, wenn er selbstgewisse Verdikte ausspricht: das Jahrzehnte alte Okkupationsregime Israels (und andere Erscheinungen im israelischen Alltag, die hier unerörtert bleiben mögen) straft die schablonenhafte Larmoyanz dieser „Israel-Solidarität“ Lügen........ Prof. Moshe Zuckermann lehrt Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. Von 2000 bis 2005 leitete er dort das Institut für Deutsche Geschichte Was auch noch gesagt werden muss! |
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#438 (permalink) | |
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Das ist der springende Punkt. Und deshalb kann ich die Pauschalkritik an Grass nicht nachvollziehen - vorallem nicht von der Politik. Die bügeln auch nen Jugendlichen, sollte er seine Meinung kund tun wollen.
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#439 (permalink) | |
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O.K. Mein Fehler.
Ist ja gut.
Dann hat er Recht, genau. |
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#440 (permalink) | |
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Nein, warum auch? Wie in der "Augsburger Puppenkiste". Manche ziehen die Fäden, andere führen das aus, egal was die Ziehenden so ziehen. |
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#441 (permalink) | |
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Er ist kein Antisemit, er ist nicht antiisraelisch er hat nur einfach undifferenziert dahergeschrieben. Da haben Sie vollkommen Recht Herr Segev.. und vllt. auch mit Ihrer psychologischen Einschätzung, dass er das tat um "zu Unrecht angegriffen zu werden" - eigentlich ein interessanter Aspekt. Und wir tun ihm ja auch den Gefallen, Grass in allen Medien angegriffen kann sich kräftig selbst leid tun. Ich bin nur erstaunt, dass die Leute nicht kapieren, dass Grass wissentlich oder nicht, Stereotype bedient hat, die es sehr wohl noch gibt. Wer möchte, wenn man ihn in seiner Undifferenziertheit und Falschgewichtung frei von jeder Schuld spricht noch irgendwem mal antisemitisches Gedankengut nachweisen, wenn das was Grass abgeliefert hat - als nicht zu kritisieren anzusehen ist.
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#442 (permalink) | |
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Danke, @augustus [437] |
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#443 (permalink) | |
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Zu was braucht Israel Atomwaffen? Hat Israel nicht verlässliche Verbündete? |
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#444 (permalink) | |
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#445 (permalink) | |
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Die trauen sich aber nicht, was einen so genannten Erstschlag anbelangt. |
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#446 (permalink) | |
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Israel Mimosen
Israel teilt kräftig in alle Richtungen aus kann aber nichts einstecken. |
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#447 (permalink) | |
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Danke auch Ihnen. Sie haben sich sehr viel Mühe gegeben, die Hintergründe auszuleuchten. Es geht hier einigen leider mehr um die Psyche des Herrn Grass als um seine Worte über den bedrohlichen Iran-Israel-Konflikt. Über den Inhalt seiner Worte kann man jederzeit streiten. Wenn es nun jemand anders so gesagt hätte? Das gefällt mir auch gut: Günter Grass kann seiner Wahrheit nicht ausweichen, auch wenn sie Kontroversen auslöst. Das Traurige daran ist, dass das Aufzeigen der gefährlichen und selbstmörderischen Seiten israelischer Regierungspolitik – wie wir es ebenfalls sehen – etwas berührt, „was nicht gesagt werden kann“. Adam Keller ist Sprecher der israelischen Friedensinitiative Gush Shalom http://www.hintergrund.de/201204062011/feuilleton/zeitfragen/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html |
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#448 (permalink) | |
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Mutig? Nein, es ist nicht mutig, weil man natürlich Kritik an Israel äußern darf, wie es auch gemacht wird: Zum Beispiel auch in der „Erklärung aus der Friedensbewegung und Friedensforschung“, die Herr Grass laut Ausführung von Herrn Krippendorf, der in diesen Kommentaren auch zu Wort kommt, nicht mit unterschrieben hat. "Lassen wir es dahingestellt sein, warum Günter Grass die wenige Tage zuvor im Freitag und danach in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichte ebenso unzweideutige wie analytisch differenzierte „Erklärung aus der Friedensbewegung und Friedensforschung“ zum Irankonflikt nicht mit unterzeichnet hat: Seine Stimme hätte ihr mehr Gewicht und Resonanz gegeben und ihn davor bewahrt, jetzt Erläuterungen und Interpretationen nachschieben zu müssen" Offenbar wollte Grass eben lieber sein eigenes Pferdchen reitend sich ein Denkmal setzen. Das hat er auf seine Weise nun ja auch erreicht. Mission geglückt. |
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#449 (permalink) | |
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Da würde ich gar nicht hinwollen, in dieses Land.
Kein weiterer Kommentar. Kostet eh schon genug, wofür ich nichts kann. |
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#450 (permalink) | |
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Die Verantwortlichen in Israel wissen sehr wohl, dass Grass kein Antisemit ist. Aber sie wissen, dass seine Worte Wirkung haben. Und genau deshalb tut es ihnen ja so weh. Warum sonst fühlen sich Ministerpräsident, Außenminister und Innenminister genötigt ihre Keulen auszupacken? |
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