Donnerstag, 23. Mai 2013

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Israel und der Iran: Der Konflikt und die Meinungen dazu
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07.04.2012 19:46 Uhr
timewanderer
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Beiträge: 644

Wer Wind sät, wird Sturm ernten, Günther Grass hat das gewusst.
Was mich in einem seiner Interviews erstaunt hat, war, dass er sagte, er habe ja keine Elephantenhaut.
Dickhäutigkeit braucht man aber, wenn man gegen ein bundesdeutsches Tabu löckt. Das Tabu besteht darin, dass sich der Staat Israel seit vielen Jahren berechtigt sieht, seine Interessen VORBEUGEND zu vertreten.

Was aus diesem „VORBEUGEND“ bereits wurde, wird bzw. werden könnte, ein offener Blick genügt...

Sein Prosa-Gedicht, es ist nach drei Tagen zum Vehikel geworden, in der Kritik, national und international, den Dichter so zu schmähen, dass mir der Atem wegbleibt. Finsterste Abgründe des 12-jährigen 1.000jährigen Reiches werden bemüht, die Person Grass mit Injurien bedacht, vergleichbar mit dem Einsatz einer verbalen Abriss-Birne, sein Verstand wird hinterfragt, freundlich ausgedrückt. Verräterische unheilige Allianzen werden sichtbar, dass mir graut.

Eines bleibt unbestritten: das Existenzrecht Israels, das sich nicht auslöschen lässt. Und das hat der Dichter doch nicht bestritten?
Verantwortung für eigenes Handeln wird durch das international vielfach beschworene und bestätigte Existenzrecht des Staates Israel  jedoch nicht aufgehoben.

07.04.2012 19:57 Uhr
Der Fotoadlige
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Zitat von manuel
 

 

Naja, also, man muss ja auch bedenken, dass Reich-Ranicki zum einen Jude ist und zum anderen unter den Nazis unvorstellbare Grausamkeiten erlitten hat.

Es wäre ja reichlich seltsam, wenn er vor diesem Hintergrund gut fände, was Grass da von sich gegeben hat.

 

Das ist ein Urproblem der Juden in Deutschland.
Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem, der jüdischen Glaubens ist und einem der israelischer Staatsbürger ist.
Man kann das nicht so einfach miteinander vermengen.

Ein Deutscher jüdischen Glaubens kann sehr wohl gegen den israelischen Staat sein.

________
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen...

07.04.2012 19:59 Uhr
Gast_963760819
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Zitat von jerose
 

 

 

Je mehr Beiträge ich lese, desto klarer wird mir wie Recht Grass hat.

 

 

 

Zitat von cato
 

 

 Da hilft nur das Gleichgewicht der Kräfte, hoffentlich.

Welche Kräfte? Verwirrt

 

Zitat von timewanderer
 


Eines bleibt unbestritten: das Existenzrecht Israels, das sich nicht auslöschen lässt. Und das hat der Dichter doch nicht bestritten?
Verantwortung für eigenes Handeln wird durch das international vielfach beschworene und bestätigte Existenzrecht des Staates Israel  jedoch nicht aufgehoben.

Daumen rauf

________

07.04.2012 20:08 Uhr
Gast_963760819
gelöscht
Beiträge: 8106

 

Zitat von Der Fotoadlige
 

 

 

Ein Deutscher jüdischen Glaubens kann sehr wohl gegen den israelischen Staat sein.

Ein Jüdischer Staatsbürger aber wohl auch.

________

07.04.2012 20:14 Uhr
Zackbumm
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Beiträge: 3729

 

Zitat von Kallewirsch
 

 

Ein Jüdischer Staatsbürger aber wohl auch.

Ein jüdischer Staatsbürger? Wo lebt der? In Judoslawien? :D

________
"Die Fähigkeit, das Wort 'Nein' auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit." - Nicolas Chamfort

07.04.2012 20:31 Uhr
manuel
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Beiträge: 224

 

Zitat von Der Fotoadlige

 

Das ist ein Urproblem der Juden in Deutschland.
Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem, der jüdischen Glaubens ist und einem der israelischer Staatsbürger ist.
Man kann das nicht so einfach miteinander vermengen.

Ein Deutscher jüdischen Glaubens kann sehr wohl gegen den israelischen Staat sein.

Hier müsste man dann aber folgerichtig weiter differenzieren, denn es ist ja wiederum ein großer Unterschied, ob man gegen den jüdischen Staat oder gegen die Iran-Politik der aktuellen israelitischen Regierung ist.

Dazu kommt, dass Reich-Ranicki viel zu analytisch denkt als dass er so (g)krass einseitige Schwarz-Weiß-Beurteilungen gut fände.

07.04.2012 21:10 Uhr
Der Fotoadlige
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Zitat von manuel
 

 

Hier müsste man dann aber folgerichtig weiter differenzieren, denn es ist ja wiederum ein großer Unterschied, ob man gegen den jüdischen Staat oder gegen die Iran-Politik der aktuellen israelitischen Regierung ist.

Dazu kommt, dass Reich-Ranicki viel zu analytisch denkt als dass er so (g)krass einseitige Schwarz-Weiß-Beurteilungen gut fände.

Diese feine Differenzierng wird bei einem Nichtisraeli kaum vorgenommen. Entweder ist man dafür (Amerikaner jüdischen Glaubens) oder man ist dagegen.

Reich-Ranicki ist bei vielen, durch seine zahlreichen Fehlinterpretation (freundlich ausgedrückt), unten durch. Er wird nicht mehr sonderlich ernst genommen. Sein Lieblingsfeind hat ihn wiederbelebt. Sonst kommt von ihm eigentlich nichts.

________
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen...

07.04.2012 21:11 Uhr
Der Fotoadlige
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Beiträge: 1385

 

Zitat von Kallewirsch
 

 

Ein Jüdischer Staatsbürger aber wohl auch.

Wer oder was ist das?
Ein Mensch jüdischen Glaubens ist Staatsbürger eines Staates. Und weiter?

________
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen...

07.04.2012 21:22 Uhr
Lumpazi
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Beiträge: 3766
Fakten - Fakten -Fakten

Der eine Staat droht mit der Vernichtung des anderen Staates.

Der andere Staat will dies verhindern und droht mit einem Präventivschlag mit allen Mitteln.

Ich möchte hier die Hand nicht umdrehen, wer hier grausamer denkt und ggf. handelt.

Ich meine, keiner dieser Staaten darf bei seinem Vorhaben unterstützt werden, egal von wem !!

Wenn dann jemand meint:"Das muss gesagt werden", dann hat er recht !!

________
Da bemühen sich viele Männer ein Leben lang, die Frauen zu verstehen, anstatt sich mit einfachen Dingen wie der Relativitätstheorie zu beschäftigen. Albert Einstein

07.04.2012 22:23 Uhr
Sepp1950
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Beiträge: 600

 

Zitat von CarlNapf
Danke, danke!
wer grass seine ss- zugehoerigkeit um die ohren haut zeigt, dass er keine argumente fuer die ueber 200 atombomben israels hat!

Woher wissen Sie dass, die Vermutungen schwanken zwischen 75 und 400. Dass Israel überhaupt Atomwaffen besitzt beruht auf der Aussage eines Mannes der bekannt gemacht hat, dass Israel an einem eigenes Atomprogramm arbeitet. Wikkipedia weis auch nicht alles. 

07.04.2012 22:39 Uhr
OldMike
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Beiträge: 4522
Ceterum Censeo......

 

Zitat von montebaldo
Zensur und Selbstzensur

 

 

Warum bemühst Du denn die Floskel von der Zensur? Wer hat denn Grass zensiert? Kein Mensch. Das ist ja nun wieder der andere stereotype Reflex auf erwartbar heftige Antworten zu provokanten Thesen. Selbst wenn man formuliert, er hätte besser geschwiegen, ist das keine Zensur, ich hoffe doch der Unterschied ist klar.

Denn man kann sich ja durchaus auch mal selbst zensieren und statt sich ein Denkmal in der Geschichte als Anmahner des Weltfriedens setzen zu wollen ("mit letzter Tinte"), sich seiner eigenen Vergangenheit besinnend (Zugehörigkeit zur Waffen-SS jahrzehntelang verschwiegen aus opportunistischen Gründen, statt dessen mal eben Kanzler Kohl scharf kritisiert -wie doppelbödig ist das denn, bitte - , hübsch thematisiert auch von Hochhuth in seinem Beitrag im Handelsblatt - bitte richtig lesen, Hochhuth formuliert einen Satz auch missverständlich, seltsam, dass die Creme de la Creme der deutschen Literatur immer so undifferenziert formulieren muss - das Verschweigen ist die Schuld, nicht die Zugehörigkeit) eingestehen, dass man nicht die richtige Person ist, dies zu tun - vor allem wenn man offensichtlich von solchen Ressentiments getrieben wird, wie GG.

Grass kann jetzt hinterherschicken, was er will. Fakt ist, und genau deshalb schlagen ja nun die Wogen der Empörung über ihm zusammen, dass er das Bild vom bösen, den Weltfrieden bedrohenden und die Weltherrschaft an sich ziehen wollenden Juden wieder in die Köpfe befördert hat. Natürlich steht da Israel, statt Jude, jetzt schiebt er die Regierung Nethanjahu nach. Dennoch ist sein Gedicht von oben bis unten so ausstaffiert, dass Israel wie Goliath erscheint und der Iran, wie der arme kleine David, der sich nur wehren möchte. Das suggeriert Grass und das ist das Infame an diesem "Kunst"stückchen. Er verdreht die Fakten und es wird ja auch munter aufgesprungen auf den Zug. Öl heißt wieder einmal das verschwörungstheoretische Zauberwort.

Natürlich kann er das Infame trotzdem sagen. Aber natürlich muss der, der das sagt, eben mit den Reaktionen leben. Jetzt bedient er sich des Nazi-Jargons, spricht von Kampagne und Gleichschaltung, weil ihm nicht genügend Presse zur Seite springt. Hat man eigentlich von Grass was gehört als die Presse-Kampagne gegen Wulff... das nur am Rande. Stört einen immer nur, wenn man selbst betroffen ist...

Was er darüber hinaus formuliert ist richtig - aber nun ja nun auch nichts Neues. Kann man beispielsweise hier im Forum alles nachlesen, von kritisch interessierten Usern. Von wegen, dürfe man nicht äußern, würde nicht geäußert. Natürlich steht es auch hier in der Kritik, warum auch nicht? Aber immer zu tönen, man dürfe nicht sagen, in dem man ununterbrochen genau das sagt, ist irgendwie nicht besonders glaubwürdig. Man darf, erntet aber eben nicht unbedingt die gewünschten Reaktionen. Auf die hat man aber keinen Anspruch. Und wenn man bei seinen Argumentationen antisemitisches Gedankengut befördert, dann darf das bennant und kritisiert werden. Und so prallen eben die unterschiedlichen Ansichten aufeinander. Ähnlich wie bei den NPD- und Islam-Debatten, bei Sarrazin etc.

Was anderers ist es aber, sich als prominenter Literaturnobelpreisträger an prominenter Stelle zu äußern und berechtigte Kritik mit alten Vorurteilen, die schon zu verheerenden Handlungen geführt haben, in Verbindung zu bringen. Das wird berechtigtermaßen gegeißelt.

 

Liebe Monte,

bei dem was Du schreibst, kann ich Dir nur beipflichten.

Dass ich gegen Zensur bin, das betrifft hier nicht nur Grass, sondern ist mein Ceterum Censeo, vielleicht sollte ich dies verdeutlichen. Weil durch diese blödsinnige Doktrin der Political Correctness werden die Menschen zu notorischen Selbstzensierern und Lügnern gemacht: so hat in diesem konkreten Falle Grass verleugnet, bei der SS gewesen zu sein.

Warum sollte er sein Gedicht oder wie man dieses Machwerk bezeichnen will, nicht herausbringen dürfen ?

Ich denke, ich brauche Dir und dem Rest der Mitleserschaft nicht deutlich zu machen, auf wessen Seite ich stehe. Wenn es gegen ein verbrecherisches, verlogenes und blutrünstiges Mullah-Regime wie das des Iran geht, dann dürfte meine Position mehr als klar sein, hoffe ich mal.

Ansonsten Frohe Ostern noch.

________
Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen. (Helmut Qualtinger)

07.04.2012 22:45 Uhr
manuel
Ständiges Mitglied


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Beiträge: 224

 

Zitat von Der Fotoadlige
 

 

Diese feine Differenzierng wird bei einem Nichtisraeli kaum vorgenommen. Entweder ist man dafür (Amerikaner jüdischen Glaubens) oder man ist dagegen.

Reich-Ranicki ist bei vielen, durch seine zahlreichen Fehlinterpretation (freundlich ausgedrückt), unten durch. Er wird nicht mehr sonderlich ernst genommen. Sein Lieblingsfeind hat ihn wiederbelebt. Sonst kommt von ihm eigentlich nichts.

Naja, ich bin jetzt auch kein Reich-Ranicki-Fan, aber der Mann ist über 90 und bei all dem, was er so aushalten musste, ist es ohnehin bewundernswert, dass er überhaupt dieses hohe Alter erreicht hat und sich zu diesem Vorgang noch äußert.

 

08.04.2012 06:46 Uhr
_solon_
Äußerst erfahrenes Mitglied


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Beiträge: 16306

 

Zitat von manuel
 

 

Naja, also, man muss ja auch bedenken, dass Reich-Ranicki zum einen Jude ist und zum anderen unter den Nazis unvorstellbare Grausamkeiten erlitten hat.

Es wäre ja reichlich seltsam, wenn er vor diesem Hintergrund gut fände, was Grass da von sich gegeben hat.

 

Ist alles bedacht, aber als Literaturkritiker muß er einiges an Persönlichem beiseite lassen. Das erwarte ich eigentlich von objektiver Kririk.

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Difficile est satiram non scribere (Juvenal). Die Zeit wird kommen, wo, wer nicht weiß, was ich über eine Sache gesagt habe, sich als Nichtwisser bloßstellt...

08.04.2012 08:13 Uhr
Gast_1444600011
gelöscht
Beiträge: 2768

Ekelhaft - um mit dem Literatur-Papst zu sprechen - ja ekelhaft empfinde ich es, wenn Kritik an der Regierung des Staates Israel ihrer Atompolitik wegen zu einer Keule gegen Juden und Judentum umgedeutet wird.

Kritik am Staate Israel, an seiner Regierung und deren Atom- und Aussenpolitik stellt doch nicht das Existenzrecht des Staates Israel in Frage, holt nicht die judenfeindliche Keule heraus und  relativiert doch nicht den Holocaust mit der daraus folgenden besonderen Verantwortung für uns Deutsche und dem deutschen Staat.

Das mögen sich die literarischen Kritiker mal zu Gemüte führen und auch die offizielle Politik, die einen Eiertanz aufführt. Glasklare Positionen - ja die gibt es wohl noch - mit dem deutlichen Bekenntnis zur historischen Verantwortung zum einen und einer deeskalierenden Politik im Brandherd Nah-Ost zum anderen sind durchaus möglich - und das beinhaltet auch die Fähigkeit - trotz Holocaust - Verwerfungen der israelischen Politik einer kritischen Betrachtung zu unterziehen.

Zuletzt geändert von Gast_1444600011, am 08.04.2012 um 08:24 Uhr
08.04.2012 09:22 Uhr
Martin
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Beiträge: 12131

 

Zitat von leopold
 

Israel hat dem Iran nie mit der Atombombe gedroht. Israel hat bisher nicht einmal zugegeben, dass es die Bombe überhaupt hat. Israel droht lediglich mit der konventionellen Zerstörung der iranischen Atomanlagen. Warum macht Grass nicht auch die ständige existentielle Bedrohung Israels zum Thema?
Das "Gedicht" hat leider eine argumentative Schieflage und diese macht es den Isralis leicht, sich der eigentlich notwendigen Auseinandersetzung (Siedlungspolitik, Palästinenser-Staat) zu entziehen.

Die Frage ist nun: Warum schrieb Grass einen Text, der so angreifbar ist? Ich denke, er wollte den Vorwurf des Antisemitismus - vielleicht unbewusst - provozieren. Jemand, der vor einigen Wochen mit ihm sprach (ein Jude, mir fällt der Name jetzt nicht ein) beobachtete bei Grass, den "starken Wunsch zu Unrecht beschuldigt zu werden". Grass hat sein verspätetes SS-Outing und die Reaktion darauf offensichtlich noch nicht verarbeitet: Das Resultat ist dieses missglückte "Gedicht". Meine Meinung.


Klasse Beitrag Leopold, ich sehe das ähnlich. Israel besitzt lt. Expertenmeinung (aber unbestätigt) seit 1969 die A-Bombe, hat aber zu keiner Zeit irgend einem Land mit einem Nuklearschlag gedroht. Israel nutzt die Bombe - wie die USA oder Russland auch -  ausschließlich zur präventiven Abschreckung. Israel hat auch zu keiner Zeit irgendeinem anderen Land mit der "Tilgung von der Landkarte" gedroht oder dessen Existenzrecht abgesprochen. Bei anderen Staaten im nahen Osten hingegen gehört es zur täglichen Übung, Israel das Existenzrecht abzusprechen. Zu Grass selbst gibt es nicht viel zu sagen. Weder hat er einen Tabubruch begangen, noch konnte er der Debatte etwas Substantielles beisteuern. Ein alter Elefant im Porzellanladen, der mit seiner höchstpersönlichen Vergangenheitsbewältigung beschäftigt ist. Vermutlich hatte er auch nur unverschämts Glück, dass nicht zeitgleich eine Bohrplattform havarierte oder an einer US-Schule ein Amoklauf stattfand. Vermutlich würde diese Debatte sonst von der Öffentlichkeit weitestgehend unbeachtet in den Feuilletons weniger Tageszeitungen ausgefochten. Sicherlich darf er jetzt noch mal zu Jauch oder Will auf die Couch, dann sollte man ihm mit gebührendem Abschiedsapplaus in den endgültigen Ruhestand verabschieden.

Martin

Schlagworte

Israel, Iran


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