Donnerstag, 14. Dezember 2017

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Europas Finanzkrise
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17.11.2012 15:13 Uhr
hape_49
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werter leopold, einer fehlt noch!

 

Busch, Wilhelm, Bildergeschichten, Der Schreihals - Zeno.org

17.11.2012 15:56 Uhr
hape_49
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Heilung durch Flucht

17.11.2012 16:29 Uhr
Gast_221528877
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Tichy erzählt Märchen. Wie nett.

17.11.2012 18:32 Uhr
Martin
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Zitat von leopold

Tichy erzählt Märchen. Wie nett.


Alle doof, außer leopold. Im Westen nichts Neues. Schlafend

Martin

17.11.2012 18:45 Uhr
Gast_1316924435
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Zum Thema, mal in Ruhe darüber nachdenken. Danke

Zitat von Martin

 


Alle doof, außer leopold. Im Westen nichts Neues. Schlafend

Martin

Kommentar: Professor Schachtschneider – deutliche Worte eines ...

Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider über Europa, ESM und 

Prof. Schachtschneider - Europäischer Bundesstaat wird erzwungen ...


17.11.2012 19:10 Uhr
Gast_221528877
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Zitat von Martin

 Alle doof, außer leopold. Im Westen nichts Neues. Schlafend

Martin


Nicht alle, aber dass Sie nun schon mit Tichy daherkommen, beweist, dass es langsam schwierig wird für Sie.

17.11.2012 19:11 Uhr
Gast_221528877
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Wo haben Sie denn den gefunden? Der ist noch weiter neben der Spur als Tichy.

17.11.2012 19:19 Uhr
Martin
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Zitat von leopold

Nicht alle, aber dass Sie nun schon mit Tichy daherkommen, beweist, dass es langsam schwierig wird für Sie.


A-tens: Bin nicht ich mit Tichy gekommen, sondern "hape49". Wer lesen kann, ist wie immer klar im Vorteil.

B-tens: Im Vergleich zu den bräsigen Hardcore-Euro-Lobbyisten ihrer seltsamen Veranstaltung dürfte Tichy geradezu als Lichtgestalt durchgehen. Nachdem dort ein 16jähriger offenbar den bleibendsten Eindruck hinterließ, kann man auf das Niveau der Veranstaltung insgesamt schließen.

Martin

PS. Ich habe mir die Bildergalerie der Veranstaltung angesehen. Welcher der anwesenden Klischee-Beamten waren Sie?

17.11.2012 19:35 Uhr
augustus
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Schachtschneider war Mitglied der SPD, der CDU sowie Gründungsmitglied der 1994 gegründeten Kleinpartei Bund freier Bürger, aus der er jedoch nach einem halben Jahr wieder austrat.
In der Öffentlichkeit tritt er vor allem als Kritiker des europäischen Integrationsprozesses auf. So sieht er in der EU-Grundrechtecharta einen „undemokratischen Oktroi“ [17] und warnte, sie könnte die Wiedereinführung der Todesstrafe ermöglichen [18] Dies war auch einer der Inhalte seiner Verfassungsklage gegen den Vertrag von Lissabon, den das Lissabon-Urteil aber nicht aufgriff.
Während der Euro-Krise erklärte Schachtschneider 2010 den Euro, gegen dessen Einführung er 1998 geklagt hatte, für „gescheitert“. [19]
Anton Maegerle kritisiert im SPD-nahen Informationsportal Blick nach Rechts Tätigkeiten Schachtschneiders bei rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppen und Parteien. Er nannte unter anderen seine Auftritte am 10. März 2009 bei einer Veranstaltung der Bürgerbewegung pro Köln, am 30. Januar 2009 bei einem Kongress der FPÖ, als Referent im Studienzentrum Weikersheim, bei einer Sommerakademie von Leserkreisen der Jungen Freiheit, bei einem vom Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis ausgerichteten Kongress und Auftritte neben Rechtsextremisten bei diversen Burschenschaften, sowie einen Artikel Schachtschneiders in der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula 2006. [20]
Schachtschneider ist Gründungsmitglied der eurokritischen Wahlalternative 2013. [21]

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Albrecht_Schachtschneider

Da weiß man ja wieder woher der Wind weht. Whistling

Ich möchte nicht alle Euro-Kritiker und Europa-Kritiker in einen Topf schmeissen. Es gibt ja auch berechtigte Kritik, die aber nicht zu Rückschritten in die Nationalstaaten und zu weiteren Entsolidarisierungstendenzen führen sollte.

"Wir sind stark - wir brauchen die anderen nicht".  So nicht.

Deutschland ist nach wie vor einer der größten Profiteure des Euros.

17.11.2012 19:45 Uhr
DerMichel
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Zitat von augustus

 

Schachtschneider war Mitglied der SPD, der CDU sowie Gründungsmitglied der 1994 gegründeten Kleinpartei Bund freier Bürger, aus der er jedoch nach einem halben Jahr wieder austrat.
In der Öffentlichkeit tritt er vor allem als Kritiker des europäischen Integrationsprozesses auf. So sieht er in der EU-Grundrechtecharta einen „undemokratischen Oktroi“ [17] und warnte, sie könnte die Wiedereinführung der Todesstrafe ermöglichen [18] Dies war auch einer der Inhalte seiner Verfassungsklage gegen den Vertrag von Lissabon, den das Lissabon-Urteil aber nicht aufgriff.
Während der Euro-Krise erklärte Schachtschneider 2010 den Euro, gegen dessen Einführung er 1998 geklagt hatte, für „gescheitert“. [19]
Anton Maegerle kritisiert im SPD-nahen Informationsportal Blick nach Rechts Tätigkeiten Schachtschneiders bei rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppen und Parteien. Er nannte unter anderen seine Auftritte am 10. März 2009 bei einer Veranstaltung der Bürgerbewegung pro Köln, am 30. Januar 2009 bei einem Kongress der FPÖ, als Referent im Studienzentrum Weikersheim, bei einer Sommerakademie von Leserkreisen der Jungen Freiheit, bei einem vom Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis ausgerichteten Kongress und Auftritte neben Rechtsextremisten bei diversen Burschenschaften, sowie einen Artikel Schachtschneiders in der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula 2006. [20]
Schachtschneider ist Gründungsmitglied der eurokritischen Wahlalternative 2013. [21]

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Albrecht_Schachtschneider

Da weiß man ja wieder woher der Wind weht. Whistling

Ich möchte nicht alle Euro-Kritiker und Europa-Kritiker in einen Topf schmeissen. Es gibt ja auch berechtigte Kritik, die aber nicht zu Rückschritten in die Nationalstaaten und zu weiteren Entsolidarisierungstendenzen führen sollte.

"Wir sind stark - wir brauchen die anderen nicht".  So nicht.

Deutschland ist nach wie vor einer der größten Profiteure des Euros.

soll ich Ihnen von den Befürwortern die politischen Irrungen aufzeigen? Kein Problem. Fangen wir doch mit J. Trittin an. Der war, bevor er Grüner wurde, Mitglied beim Kommunistischen Bund.

Ihre Beiträge auf diesem Niveau zeigt eigentlich sehr deutlich, Sie haben keine Argumente und versuchen es wie Ihr Busenfreund, Leopold, mit reiner Verleumdung.

Gerne liefere ich Ihnen noch mehr Biographien. Überhaupt kein Problem.

________
    "Wahre Worte sind nicht angenehm, angenehme Worte sind nicht wahr." (Laotse, Kapitel 81)

17.11.2012 19:55 Uhr
Gast_1316924435
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Die Argumente sind trotzdem nicht von der Hand zu weisen.

Zitat von augustus

 

Schachtschneider war Mitglied der SPD, der CDU sowie Gründungsmitglied der 1994 gegründeten Kleinpartei Bund freier Bürger, aus der er jedoch nach einem halben Jahr wieder austrat.
In der Öffentlichkeit tritt er vor allem als Kritiker des europäischen Integrationsprozesses auf. So sieht er in der EU-Grundrechtecharta einen „undemokratischen Oktroi“ [17] und warnte, sie könnte die Wiedereinführung der Todesstrafe ermöglichen [18] Dies war auch einer der Inhalte seiner Verfassungsklage gegen den Vertrag von Lissabon, den das Lissabon-Urteil aber nicht aufgriff.
Während der Euro-Krise erklärte Schachtschneider 2010 den Euro, gegen dessen Einführung er 1998 geklagt hatte, für „gescheitert“. [19]
Anton Maegerle kritisiert im SPD-nahen Informationsportal Blick nach Rechts Tätigkeiten Schachtschneiders bei rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppen und Parteien. Er nannte unter anderen seine Auftritte am 10. März 2009 bei einer Veranstaltung der Bürgerbewegung pro Köln, am 30. Januar 2009 bei einem Kongress der FPÖ, als Referent im Studienzentrum Weikersheim, bei einer Sommerakademie von Leserkreisen der Jungen Freiheit, bei einem vom Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis ausgerichteten Kongress und Auftritte neben Rechtsextremisten bei diversen Burschenschaften, sowie einen Artikel Schachtschneiders in der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula 2006. [20]
Schachtschneider ist Gründungsmitglied der eurokritischen Wahlalternative 2013. [21]

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Albrecht_Schachtschneider

Da weiß man ja wieder woher der Wind weht. Whistling

Ich möchte nicht alle Euro-Kritiker und Europa-Kritiker in einen Topf schmeissen. Es gibt ja auch berechtigte Kritik, die aber nicht zu Rückschritten in die Nationalstaaten und zu weiteren Entsolidarisierungstendenzen führen sollte.

"Wir sind stark - wir brauchen die anderen nicht".  So nicht.

Deutschland ist nach wie vor einer der größten Profiteure des Euros.

Mag sein. Fragt sich nur, wie lange noch?

P.S . "...die aber nicht zu Rückschritten in die Nationalstaaten und zu weiteren Entsolidarisierungstendenzen führen sollte."

Das nicht, aber auch nicht zu einer ZENTRALMACHT ängstlich

17.11.2012 21:10 Uhr
augschburgr
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Dass Austerität das wahre Problem in Europa sei ist offenbar das neue Narrativ, das wird seit Wochen in allen Leitmedien akribisch untermauert (sofern man der Argumentation zustimmen möchte).


Das Problem ist in der Tat sehr viel struktureller. Wir erleben einen Bruch eines gewohnten Lebensstils, mit einer ganzen Melange von Ursachen. Viele sind hausgemacht, wie dezidierte Umverteilung von Unten nach Oben seit den "Neocons", viele sind aber einfach systemisch, wie z.B. massiv ansteigende Weltbevölkerung und die Globalisierung (=der alte Westen nicht mehr der einzige Dreh- und Angelpunkt der Weltwirtschaft sondern in Konkurrenz) und dabei enorme demografische Herausforderungen weltweit, schwindende Ressourcen und existentielle ökologische Folgen, wovon der Klimawandel nur eine ist.

Der Kapitalismus mag dabei an seine ganz eigenen Grenzen stoßen, vgl. das Geldsystem und unweigerliche Überschuldung eines Fiat-Geldsystems. Aber kein "System" kann die Grundbedingungen des Rahmens in dem wir existieren und wirtschaften verändern. Der Sozialismus hat bar aller Theorien und Debatten z.B. historisch unter Beweis gestellt besonders rücksichtslosen Raubbau an der Natur zu betreiben und damit die Lebensgrundlagen langfristig zu zerstören.


Fakt ist, wir brauchen nicht einfach nur eine "Energiewende" sondern eine Systemwende. Alles was ich bisher aber sehe sind überforderte alte Männer in den europäischen Hauptstädten, die versuchen ganz neuen Herausforderungen mit den stumpfen Instrumenten habhaft zu werden mit denen sie sozialisiert sind, versuchen die Ereignisse in Schubladen einzuordnen mit denen sie aufgeachsen sind, die lange auch wunderbar für sie funktioniert haben mögen. Wir müssen in jedem Bereich massiv reformieren, uns bewegen. Und dabei eben jene die z.B. schlicht zu alt sind und nicht nochmal "von vorne anfangen" können bei der Transformation unterstützen (nicht sie im Stich lassen, wie Hartz und Rentenreformen zur Folge haben).


-weg vom Wachstumsideal der Güter und Geldmenge, hin zum "Wachstum des Lebensglücks", vieles was das Bruttosozialprodukt steigern mag beeinträchtigt unsere Lebensqualität ganz massiv (vgl. Überstunden > mehr Einkommen aber kein "Leben" mehr um die Kaufkraft irgendwie zu genießen, vgl. anhaltende Versiegelung der Landschaft > vordergründig neue Einkaufsmöglichkeiten und bessere Verkehrsverbindungen, klassisches westliches Wachstum, aber Versiegelung und Zerstörung von Landschaft und Natur, somit geringere Lebensqualität im Alltag - z.B. Ruhrgebiet vs. Berchtesgadener Land).

-weg von der Schuldenwirtschaft; beim Staat ganz besonders, denn vermeintlich höhere Spielräume für Ausgaben verringen dauerhaft die Spielräume; durch Zins und Zinseszins werden immer mehr Steuereinnahmen für den Schuldendienst gebunden, gleichzeitig begibt man sich gezwungenermaßen immer tiefer in die Schuldenfalle weil irgendwann selbst bei größter Sparsamkeit die Einnahmen nicht mehr reichen um laufende Ausgaben und Schulden zu bedienen, im privaten Bereich ebenso wenn ich an hochverzinste Kleinkredite für den Kauf des Großbildfernsehers denke, den man sich eigentlich nicht leisten kann

-Erneuerung der Sozialpartnerschaft von Arbeitgebern und Arbeitnehmern

-massive Umverteilung von Oben nach Unten, durch Steuern und veränderte Rahmenbedingungen

-weg vom Ideal der wachsenden Bevölkerung; weg von der Darstellung einer kurzen historischen Momentaufnahme, nämlich der "Bevölkerungspyramide" wie sie während der Industrialisierung für einige Jahre existierte (aber noch nie davor und seitdem auch nicht wieder), als Idealbild; stattdessen begreifen der steigenden Lebenserwartung als historischen Zugewinn für uns alle, mit neuen Möglichkeiten (wir altern ja auch immer später im Leben; ein heute 50 Jähriger ist biologisch noch nicht so gealtert wie ein 50 Jähriger vor einigen Jahrzehnten), und unser Planet braucht weniger, viel weniger, Menschen und nicht immer mehr oder auch nur eine stagnierende Bevölkerungszahl

-in dem Zusammenhang auch die globale Entwicklungspolitk überdenken, wir können den "Hunger auf der Welt" nicht besiegen solange die Entwicklung raus aus der Armut in absoluten Zahlen langsamer ist als das Bevölkerungswachstum, sprich die Geburt neuer Erdenbürger in die Armut; und hier müssen wir uns als Menschheit begreifen und nicht als "reiche Westler" etc., denn Menschen überall auf der Welt zerstören ihre Umwelt massiv, auch in Entwicklungsländern, einfach weil wir inzwischen in solchen enormen Zahlen auftreten.

 

....ein "weiter so", irgendwie, ist keine Lösung. Die Herausforderungen werden damit nur in die Zukunft verschoben und damit immer gewaltiger.

17.11.2012 21:32 Uhr
augschburgr
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17.11.2012 21:38 Uhr
augschburgr
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17.11.2012 21:41 Uhr
augschburgr
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Deutschland ist nach wie vor einer der größten Profiteure des Euros.

Man muss hier sehr stark danach differenzieren was die kumulierten Volkswirtschaftlichen Statistiken besagen mögen und was das für das absolute Gro der Bevölkerung bedeutet. Richtig ist dass wir auch die letzten 10 Jahre ein anständiges durchschnittliches Wirtschaftswachstum hatten als Nation. Richtig ist aber auch dass dieses ausschließlich zu Gunsten der allerhöchsten Einkommen ging, die Mittelschicht aber auch besonders die Geringverdiener hatten massivste Einbußen der Realeinkommen hinzunehmen. Die Umverteilung ist dabei auch politisch gewollt, ein kurzes Beispiel hierzu: zu Zweiten von Willy Brandts Kanzlerschaft wurden 2/3 der gesamten Steuerlast von Unternehmen und Wohlhabenden getragen, heute ist das Verhältnis genau umgekehrt, 2/3 der Lasten unseres Gemeinwesens werden von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten getragen, nur noch 1/3 von Unternehmen und Wohlhabenden.

Richtig ist auch dass die Währungsunion massive Wohlstandstransfers aus der Bundesrepublik in vorherige Schwachwährungsräume bedeutet hat. Der "Teuro" mag sich nicht aus Mikroperspektive nachweisen lassen, ist aber ein makroökonomisches Phänomen welches der Durchschnittsbürger sehr wohl spürt und sich nicht nur einredet (die geringere Kaufkraft ist zu betrachten, nicht das Preisniveau; stabile Preise in Kombination mit sinkenden Realeinkommen bedeuten unter dem Strich geringere Kaufkraft, "man kann sich weniger von seiner Arbeit leisten" - das ist eine richtige Erfahrung der Bevölkerung, die sich instinktiv aber fälschlicherweise auf Teuerung projeziert; was aber gleichgültig ist da das Resultat in beiden Fällen sinkender Wohlstand der Masse ist). Ein gemeinsamer Währungsraum bedeutet immer erhebliche indirekte und informelle Wohlstandstransfers, von stärkeren Wirtschaftssubjekten hin zu schwächeren Wirtschaftssubjekten. Das war auch innerhalb der Bundesrepublik stets der Fall. Aber unter ganz anderen Vorzeichen und ganz anderen Grundlagen.

Zu behaupten dass Deutschland gar der größte Profiteur davon sei stellt IMHO einerseits die Tatsachen auf den Kopf und bringt uns andererseits in eine diplomatisch ungeheuer problematische Lage, diese Behauptung die selbst von der höchsten Politik andauernd geäußert wird vernimmt man auch im Ausland, z.B. in Griechenland. So ist es auch nicht verwunderlich dass dort der bizzare Eindruck entstanden ist dass Deutschland sich die Südstaaten des Euroraumes in einer Art Neokolonialismus aneignen wolle und nur auf den eigenen Vorteil bedacht sei - was die Tatsachen ebenfalls vollkommen umkehrt, ohne den Euro ginge es den Griechen noch viel schlechter als jetzt. Ich finde den Glauben, dass die Griechen unter der Drachme fleißig reformiert hätten weil sie nicht in der Ruhezone des starken Euros gewesen wären, schon fast rührend. Und die Wechselkurserleichterungen bzgl. Abwertung sind einerseits irrelevant da Griechenland nie ein exportstarkes Land war und andererseits die informellen Wohlstandstransfers viel schwerer wiegen. Das ist natürlich ein schwer belegbarer Mechanismus. An einer Stelle wird es aber in konkreten Zahlen deutlich, bei den Zinsen die Staat und Privatsektor zu zahlen haben. Diese sind nach der Währungsunion in Südeuropa massiv in die Tiefe gerauscht, noch heute sind diese zumeist niedriger als das was diese Staaten vor der Währungsunion lange Jahre an den Kapitalmärkten an Zinsen zahlen mussten. Die waren vor dem Euro langjährig nicht niedriger als aktuell.

Der Gipfel wäre nun eine vollständige Schulden- und Fiskalunion, damit würde der informelle Wohlstandstransfer offiziell und institutionalisiert und ganz Europa wäre in Zukunft deutlich ärmer und in einer dauerhaften Krise, ähnlich Japan, welches exakt mit den Mitteln einer expansiven Fiskal- und Geldpolitik seit inzwischen 20 Jahren (!) vergeblich versucht seiner Stagflation zu entrinnen. Inzwischen hat Japan eine Staatsverschuldung von annähernd 250% des Bruttoinlandsprodukt, mit sagenhaften Steigerungsraten. Man darf gespannt sein wann da die Implosion geschieht, ich würde mir derzeit aufjedenfall mehr Gedanken um einen japanischen Tsunami machen, der droht die gesamte Weltwirtschaft mit sich zu reißen. Dagegen wären Lehmann und Eurokrise nur ein Vorgeplänkel gewesen. Und doch muss man das alles als Einheit sehen, es ist kein Zufall dass sämtliche "alten", entwickelten, Wirtschaftsräume sehr ähnliche Probleme haben. Es handelt sich eben nicht um ein europäisches Problem sondern eine gesellschaftliche Sackgasse der USA, Westeuropas und Japans als älteste und "gesättigte" Industriegesellschaften. Es ist geradezu absurd zu denken dass ein Teil dessen was uns in diese Lage gebracht hat, eine ungedeckte Ausweitung staatlicher Ausgaben, uns gar aus dieser Lage befreien könnte. Austerität ist auch nicht die Lösung, sondern einfach die Einnahmen erhöhen. DAS GELD IST DA - es konzentriert sich immer stärker in wenigen Händen und muss besteuert werden. Ruhig für einige Jahre mit drakonisch anmutenden Steuersätzen. Nicht nur um die Haushalte auszugleichen und wieder Geld für notwendige Investitionen zu haben, es ist volkswirtschaftliches Gift wenn Kapital ungenutzt kumuliert wird anstatt es zirkulieren zu lassen, desto mehr Kaufkraft die Masse hingegen durch Umverteilung von Oben und Unten hat, desto mehr floriert eine Volkswirtschaft westlicher Prägung - die Menschen die jeden Cent umdrehen müssen würden Einkommenserhöhungen/Abgabensenkungen nur zu gerne in zusätzlichen Konsum umsetzen. MASSENKAUFKRAFT ist die Triebfeder allen westlichen Wohlstands, nichts anderes.

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