Freitag, 24. Mai 2013

Registrieren | Neueste Einträge | Aktuellste Themen | Forum | Benutzerliste | Suche | Regeln | Hilfe

Kontroverse über Sterbehilfe neu entbrannt
sort Ersten ungelesenen Beitrag anzeigen Thema durchsuchen
25.04.2012 13:23 Uhr
Redaktion
Ehrenmitglied


ist gerade online
Registriert seit: 4/30/07
Beiträge: 63295
Kontroverse über Sterbehilfe neu entbrannt
Der Berliner Professor Volker Gerhardt eine fordert offene Debatte über das Thema Sterbehilfe und widerspricht der Mehrheit im Ethikrat.
Kontroverse über Sterbehilfe neu entbrannt

________
www.augsburger-allgemeine.de - Alles was uns bewegt

25.04.2012 13:23 Uhr
gauni2002
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 9/23/10
Beiträge: 2186
Gutmenschentum

damit meine ich diejenigen, die glauben, was besser für die Anderen ist, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, was der Andere will. Am schlimmsten sind dabei noch die christlichen Scheinheiligen, die das Wort Gott eher mißbrauchen, um ihre eigenen Vorstellungen durch zu setzen. 
Ed kann und darf nicht sein, dass andere Menschen über Leben und Tod des einzelnen entscheiden, das sollte jeder Mensch für sich selber tätigen.  
ich persönlich befürworte, dass jeder Mensch das Recht hat, noch zu geistig  klar denkenden Zeiten eine Art Verfügung zu unterschreiben, falls er Sterbehilfe haben möchte, so bald man in einem gewissen Stadium ist. Soll aber jeder im Vorfeld selber entscheiden, damit on den "lieben" Erben später kein Mißbrauch getätigt wird. 
Oder er lässt es sein und möchte sich dann liebevoll totgepflegt wähnen. 

________
Eine Diskussion bedarf der Würze(ironie), damit sie auch polarisiert, sonst zu trocken. uwe ostertag

25.04.2012 13:48 Uhr
nervenruh
Erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 5/10/07
Beiträge: 498

"Gutmensch" erhielt den zweiten Platz bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2011. "Insbesondere in Internet-Foren wird das ethische Ideal des guten Menschen in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“, gab die Jury als Begründung an. Kurz gesagt: Wer gute Menschen ins Schlechte zieht, behauptet letztendlich, das Böse sei gut. Wer das Unwort wie im obigen Beitrag verwendet, disqualifiziert sich letztendlich selbst.

Zum Thema: Wer schon einmal in einer Situation war, in der es um Leben oder Tod ging, möchte i.d.R. sich nicht schon vorher für den Tod entschieden haben. Ethisch ist es ein ganz großes Problem. Nicht nur für diejenigen, die leben oder sterben wollen, sondern auch für diejenigen in seinem Umfeld, für Ärzte, Sterbehelfer usw. Es kann nicht alles individualisiert werden.

25.04.2012 15:54 Uhr
Hunsrücker
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 4/7/11
Beiträge: 1772

 

Zitat von nervenruh
  Ethisch ist es ein ganz großes Problem. Nicht nur für diejenigen, die leben oder sterben wollen, sondern auch für diejenigen in seinem Umfeld, für Ärzte, Sterbehelfer usw. Es kann nicht alles individualisiert werden.

Mal ganz provokativ: Würde ein Mensch auf die Intensivstation kommen, wenn es keiner bezahlen würde?

 

________
Diese Signatur ist in Deinem Land leider nicht verfügbar!

25.04.2012 16:04 Uhr
bbuchsky
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 12/21/11
Beiträge: 2316

Von welcher verlorenen, würdigen Sterbekultur haben Sie denn erfahren? Außer sakraler Architektur ist mir bisher nichts würdevolles begegnet.

Bisher wird die Auseinandersetzung mit dem würdigen Sterben von denen blockiert, die eine Deutungshoheit für den Zeitraum danach beanspruchen.

Solange man den Diskurs denen übelässt, die sich mit der Endgültigkeit des Todes nicht wirklich abfinden wollen, werden Leute weiter in Agonie und ohne Hoffnung auf Trinkwasser in Neon- Röhren starren, bis die Summe der Unterlassungen und Behandlungsfehler dann "Erlösung" bringt.

25.04.2012 16:04 Uhr
Redaktion
Ehrenmitglied


ist gerade online
Registriert seit: 4/30/07
Beiträge: 63295
Der Tod darf kein Tabu sein
Mit seinem Sondervotum regt Volker Gerhardt die Debatte um die aktive Sterbehilfe in unserem Land neu an. Solche, wenngleich unbequemen Beiträge sind wichtig.
Der Tod darf kein Tabu sein

________
www.augsburger-allgemeine.de - Alles was uns bewegt

25.04.2012 16:12 Uhr
Morgan le Fay
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 12/7/08
Beiträge: 2579

@gauni

Ich gebe Ihnen vom Inhalt her Recht, aber den Ausdruck "Gutmensch" habe ich auch nie gemocht. Ich weiß wohl, was damit gemeint ist, er verfehlt hier aber sowieso die Beschreibung.

In einer Diskussion zur aktiven Sterbehilfe hat mir mal ein Arzt ein Beispiel genannt, das mich schon nachdenklich gemacht hat: Er könne sich durchaus vorstellen, dass eine 18jährige, die von ihrem geliebten Freund sitzengelassen wurde, womöglich auch sterben möchte. Sollte ihr ein Arzt beim Sterben behilflich sein müssen?

Man müsste deshalb definieren, unter welchen Umständen ein Arzt (aktive) Sterbehilfe leisten darf, was auch ein Dispensierrecht für entsprechende Gifte bedingen würde. Hat er dieses nicht, müsste auch dem Apotheker die "Absolution" erteilt werden, denn sonst macht er sich der Beihilfe zum Totschlag schuldig.

Das alles ist in D nicht so einfach. Grundsätzlich stimme ich aber der Überlegung zu, dass es zur Tätigkeit eines Arztes gehören muss, unbehebbares Leiden notfalls durch verlangtes Töten zu beenden.

Gerade dann, wenn man sich auf ethische Grundsätze beruft.

________
Hier könnte eine Signatur stehen, wenn mir was Vernünftiges einfiele

25.04.2012 16:18 Uhr
spacevulture
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 1/7/10
Beiträge: 5826

 

Zitat von nervenruh
 

"Gutmensch" erhielt den zweiten Platz bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2011. "Insbesondere in Internet-Foren wird das ethische Ideal des guten Menschen in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“, gab die Jury als Begründung an. Kurz gesagt: Wer gute Menschen ins Schlechte zieht, behauptet letztendlich, das Böse sei gut. Wer das Unwort wie im obigen Beitrag verwendet, disqualifiziert sich letztendlich selbst.

  Daumen rauf

Meine Meinung: Wer andere mit dem Unwort "Gutmensch" tituliert, gibt damit zu erkennen, selbst ganz genau zu wissen, dass er im Unrecht ist oder er diesen Anderen argumentativ nichts entgegenzusetzen hat. Statt der Verwendung des Worts Gutmensch könnte man seinen Artikel auch gleich überschreiben mit

"Ich weiß, dass ich keine Ahnung habe, kann aber den Mund zu halten. Deshalb: [...]".

Wobei ich, werter gauni2002, Ihren Artikel in der Sache für recht treffend halte. Schade, dass Sie ihn mit so einer unsinnigen Überschrift versauen .

25.04.2012 16:20 Uhr
spacevulture
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 1/7/10
Beiträge: 5826

 

Zitat von Morgan le Fay
In einer Diskussion zur aktiven Sterbehilfe hat mir mal ein Arzt ein Beispiel genannt, das mich schon nachdenklich gemacht hat: Er könne sich durchaus vorstellen, dass eine 18jährige, die von ihrem geliebten Freund sitzengelassen wurde, womöglich auch sterben möchte. Sollte ihr ein Arzt beim Sterben behilflich sein müssen ?

 Häh? Redet irgend wer von müssen?

25.04.2012 18:42 Uhr
Alois
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 2/13/08
Beiträge: 5151

Solange ein über Wochen oder gar Monate andauernder Sterbeprozess ein überaus einträgliches und risikoloses Geschäft für einige Weißkittel darstellt, werden sie den Sterbenden keinen Gnadentod zugestehen.  Wobei sie selber aber nicht selten auf die Mittel zurückgreifen, die sie anderen verwehren und die ein humanes Sterben ermöglichen würden.

25.04.2012 18:46 Uhr
Alois
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 2/13/08
Beiträge: 5151

 

Zitat von bbuchsky

Bisher wird die Auseinandersetzung mit dem würdigen Sterben von denen blockiert, die eine Deutungshoheit für den Zeitraum danach beanspruchen.

 Hier sollte man mal ernsthaft hinterfragen, welchen Nutzen diese Leute vom Leiden anderer haben.

25.04.2012 18:50 Uhr
Alois
Äußerst erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 2/13/08
Beiträge: 5151

 

Zitat von Morgan le Fay

Man müsste deshalb definieren, unter welchen Umständen ein Arzt (aktive) Sterbehilfe leisten darf.....

 Haben wir diese Definition nicht schon für die passive Sterbehilfe?

25.04.2012 19:04 Uhr
Gast_963760819
gelöscht
Beiträge: 8106

 

Zitat von Redaktion
Kontroverse über Sterbehilfe neu entbrannt
Der Berliner Professor Volker Gerhardt eine fordert offene Debatte über das Thema Sterbehilfe und widerspricht der Mehrheit im Ethikrat.
Kontroverse über Sterbehilfe neu entbrannt

Eine offene Debatte diesbezüglich ist schon lange wünschenswert. Der Begriff "Sterbe-  HILFE" ist jedoch, zumindest für mich, mehr als danebengegriffen. Ich weiß das es viele Menschen gibt, die wirklich eine Hilfe brauchen, um sterben zu können bzw. auch zu dürfen.

Sterben sollten wir alle, mit einem ruhigen Gefühl und vor allen Dingen, ohne Hilfe. Kommt schon noch.

 

________

25.04.2012 19:29 Uhr
Morgan le Fay
Sehr erfahrenes Mitglied


ist gerade online
Registriert seit: 12/7/08
Beiträge: 2579

 

Zitat von spacevulture
 

 

 Häh? Redet irgend wer von müssen?

Ja, ich! Wenn wir uns darüber einig sind, dass der Mensch in einem unheilbar erkrankten und mit permanenten Schmerzen erfüllten Stadium selbst entscheiden darf, ob und wann er abtritt, folgt daraus auch die Sterbehilfe pflicht für Ärzte.

________
Hier könnte eine Signatur stehen, wenn mir was Vernünftiges einfiele

25.04.2012 19:31 Uhr
Gast_963760819
gelöscht
Beiträge: 8106

 

Zitat von Morgan le Fay
 

 

Ja, ich! Wenn wir uns darüber einig sind, dass der Mensch in einem unheilbar erkrankten und mit permanenten Schmerzen erfüllten Stadium selbst entscheiden darf, ob und wann er abtritt, folgt daraus auch die Sterbehilfe pflicht für Ärzte.

Daumen rauf So ist es.

________

Schlagworte

aktive Sterbehilfe


Auf einen Beitrag antworten

 
Um antworten zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich.

Alle Zeitangaben in MEZ. Es ist jetzt 4:26 AM Uhr.