Samstag, 18. Mai 2013

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Leitartikel von Markus Günther: Kirche im Widerspruch
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21.11.2011 11:19 Uhr
christ
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Beiträge: 143
Danke @Mariat

Wir haben auf unserer Suche nach Gott und Glauben viel Selbstgerechtigkeit, geistigen und geistlichen Hochmut von Menschen erlebt. Als Ungläubiger Namenschrist bin ich hunderte von Kilometern gefahren, um mich mit einem Killer zu treffen. Als gläubiger Christ haben wir Hilfe gesucht von "bezahlten Christen". Wir sind Beide hunderte von Kilometern gefahren um Trost bei einem Pfarrer zu suchen und zu finden. Beim Eintreten in dessen Arbeitszimmer haben wir über seinem Schreibtisch an der Wandlesen lesen können:

"Christen haben den besseren Sex"

Uns wurde dann von diesem ev. Pfarrer geraten, dass wir doch so denken sollten, wie es im Buch Hiob geschrieben steht:

"Gott hat´s gegeben,

Gott hat´s genommen'".

So, als ob uns ein Fahrrad gestohlen worden wäre. 

Kein Trost von unserer Kirche, keine Hilfe von unserem Staat.

Wir haben leidvoll die Wahrheit der Worte  Jesus erlebt:

"Wenn die Ungerechtigkeit überhand nimmt,

wird die Liebe in vielen erkalten".

In Hiob 6, 14 ist zu lesen:

Wer Barmherzigkeit seinem Nächsten verweigert,

der gibt die Furcht vor dem Allmächtigen auf.“

Wir haben leidvoll erlebt, dass in den Kirchen und in christlichen Gemeinschaften glückliche und sorglose Menschen gesucht werden.

Frauenfrühstück, Männerabende, lustige Ausflüge. 

Vergessen werden die Worte von Jesus:

"Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht,

sondern die Kranken".

Wie wahr sind doch auch die Worte von Eugen Drewermann, der schrieb:

"Menschen benehmen sich, was Mitgefühl und Nächstenliebe angeht, nicht anders, als Möwen. Kommt eine Möwe, total unschuldig am Strand, zufälligerweise an einen Ölklumpen, der durch abgelassenes Öl eines Schiffes an Land getrieben wurde, so wird diese Möwe von ihren Artgenossen gemieden. Sie ist nicht mehr wie die anderen. Statt dass sie Hilfe erfährt, wird sie von ihren Artgenossen gepickt, oder sogar getötet. Nicht anders verhalten sich Menschen gegenüber ihren Mitmenschen im Leid, die auf Hilfe und Nächstenliebe warten."

Wir leben heute Beide einen einsamen, christlichen Glauben, ohne den Zwang einer Kirche, Sekte, oder Glaubensgemeinschaft, nach den Worten von Jesus:

"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,

da bin ich mitten unter ihnen".

In unserem christlichen Kalenderblatt konnten wir folgende Zeilen lesen über den heutigen Zustand der Kirchen und christlichen Gemeinden:

-----------------------------------------

Clubhaus oder Rettungsstation

-----------------------------------------

Die folgende Geschichte zeigt in Gestalt eines modernen Gleichnisses, wie weit sich viele Gemeinden von ihrer ursprünglichen Berufung entfernt haben, nämlich in Wort und Tat für andere dazusein:

 

An einer gefährlichen Küste machten vor Zeiten, ein paar Leute eine Seenot-Station für Schiffbrüchige auf. Zu dieser Rettungsstation gehörte nur ein einziges Boot. Damit wagte sich eine kleine, mutige Mannschaft immer wieder bei Tag und Nacht auf das Meer hinaus, um Menschen in Seenot zu helfen. Bald war dieser kleine Stützpunkt überall bekannt und viele der Geretteten und auch sehr viele Leute aus der Umgebung unterstützten die armseelige Station mit Geld.

 

Damit wurde die Rettungsstation großzügig ausgebaut, immer schöner und komfortabler. Sie wurde allmählich zu einem beliebten Aufenthaltsort, ein Clubhaus für die Stationsleute. Immer mehr Mitglieder der alten Mannschaft weigerten sich nun auszufahren und Menschen in Seenot zu bergen.

 

Schließlich kam man stillschweigend überein den Bergungsdienst ganz einzustellen, weil er unangenehm und dem normalen Clubleben hinderlich sei.

 

Den ursprünglichen Auftrag hatt man vergessen.

________

21.11.2011 11:29 Uhr
Mariat
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Beiträge: 2713

 

Zitat von christ
Danke @Mariat

Niemand kann sich vorstellen, durch was wir für eine Hölle gegangen sind.

Zu uns kam nach der schlimmen Nachricht, vom grausamen Tod unserer Tochter kein Pfarrer, kein Seelsorger, kein Psychologe. Wir haben aber leidvoll erleben müssen, wie mutmaßliche Täter betreut wurden. Damals war ich als Vater ein ev. Namenschriste. Hatte keinerlei Glauben. Nannte die Bibel Märchenbuch und kannte aus der Bibel nur die Worte:

"Auge um Auge,

Zahn um Zahn".

Nach der Verhaftung des 1.Tatverdächtigen kam zu uns ein Oberstaatsanwalt der sagte, dass die Indizienkette geschlossen sei und dieser Mann die höchste Strafe im dt. Strafrecht erhalten würde. "Lebenslänglich".

"Eigentlich", so sagte dieser gerechte Mann des Staates, "sollte man ihn an die Wand stellen und standrechtlich erschießen".

Kurze Zeit später war ihm die Karriereleiter wichtiger, als die Aufklärung eines Mädchenmordes und er wurde Gerichtspräsident in Bamberg. Es folgte ein zweiter Oberstaatsanwalt, welcher die Anklage schrieb. Aber auch er wurde noch vor Beginn des 1.Prozesses gegen den 1.Tatverdächtigen versetzt, als Gerichtspräsident nach Coburg. Es folgte ein dritter Staatsanwalt, der zum Oberstaatsanwalt gekürt wurde. Dieser war völlig passiv im Prozeß.

Urteil:

"Freispruch aus Mangel an Beweisen".

Von der Justiz und von der Kripo wurde uns gegenüber keinerlei Zweifel daran geübt, dass dieser Mann der Mörder unserer Tochter ist. Kann sich überhaupt jemand vorstellen, wie wir damit leben sollten, nachdem dieser Mann nur wenige hundert Meter von uns entfernt wohnte ?

Damals hatte ich noch keinen Glauben, als ich Rache üben wollte. Wir haben auf der Suche, wo jetzt unsere Tochter ist, viele Bücher gelesen. Von Esoterik bis zum tibetischen Totenbuch und haben erst nach dem Kauf einer Bibel, mit Konkordanz Antwort gefunden. Von Kirche und Staat/Justiz wurden wir in der schwersten Zeit unseres Lebens alleine gelassen.

Wir sind durch ein tiefes Tränental gegangen, als wir unser Elternhaus verkauften und wegzogen. 

@christ, vielen Dank, dass Sie meine Aussagen zu Ihrem Bekenntnis verstanden haben. 

So eine bittere Qual wie ihr sie durchleiden mußtet, ist nur an der Hand Jesu zu verkraften, sonst denke ich, wird man verrückt. Im Vertrauen darauf, dass er jeden Schritt mit uns geht, alle unsere Leiden und Tränen kennt, können wir weiterleben.

Sie wißen, dass dies kein leeres Geschwafel meinerseits ist, sondern meine Glaube; den man nur erfahren kann, wenn man ihn im Leben intergriert hat. In der Bibel findet sich Trost und Gewißheit, dass man auch im tiefsten Leid nicht allein ist. Wenn auch von weltlicher  und kirchlicher Seite keine Hilfe vorhanden ist, sondern im Gegenteil, auf den am Boden liegenden auch noch draufgeschlagen wird, kann man schon verzweifeln, auch an der Kirche.

Dass Sie anzweifeln, ob der andere Mann der Täter ist, ist für mich nachvollziehbar, da einiges an der Beweisführung nicht paßt. Dennoch denke ich, dieser Mann möchte dafür büsen. Ob er den 2. Mord nur gestanden hat, damit er mildere Umstände bekommt, glaube ich eher nicht. Für was auch immer er leiden möchte, lassen Sie es ihm. Ich denke er sucht zugleich Hilfe für seine Erkrankung, so empfinde ich es.

Ich darf gar nicht daran denken, wie es mir ergehen würde, wenn ich so eine Tat am eigenen Kind hinnehmen müßte. Man macht sich u. U. Vorwürfe, man konnte dem Kind nicht helfen.

Vielleicht ist es Ihnen ein kleiner Trost, wenn ich jetzt sage: dass Ihre Tochter Melanie nicht alles mitbekommen hat, was ihr geschehen ist.

Sie und Ihre Frau suchten dann den Sinn für das Leben. Und nun haben Sie Jesus gefunden und glauben auch an ein Leben nach dem Tode, so, wie ich auch.

Und ich denke: über die vergangene Zeit hinweg - konnten Sie Jesus alles übergeben und etwas inneren Frieden finden.

In Gedanken bei euch.

LG Mariat 

________
    Es ist das Herz, das schenkt, die Finger geben nur her. ( aus Afrika)

Zuletzt geändert von Mariat, am 21.11.2011 um 11:32 Uhr
21.11.2011 11:40 Uhr
christ
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Beiträge: 143
@PuK

Wir möchten nur Antworten auf unsere Fragen und Zweifel. 

Wie soll man einem Mörder glauben, der alles versucht, mit einem Geständnis eines zweiten Mordes eine niedrigere Strafe zu erhalten ?

Warum werden die Täter betreut und wir vergessen, wo wir doch wirklich alles aufgegeben haben, um anständig zu bleiben.

Sind wir es nicht wert, dass man mit uns redet ?, unsere Zweifel beseitigt !

Ein Journalist hat nach den beiden Prozessen geschrieben:

"In unserer heutigen Tätergesellschaft erhalten nicht mehr die Opfer, bzw. Hinterbliebenen Mitleid und Mitgefühl,

sondern die Täter".

....und der Theologe Friedrich Schorlemmer schrieb:

"Der Rechtsstaat läßt den Tätern das Zugute kommen,

was er den Opfern verweigert".

Es gibt überhaupt keinen Zweifel. In diesem Staat kommt Täterschutz und Täterhilfe, vor Opferhilfe.

In unserer Tageszeitung konnten wir einen Bericht lesen, über ein Gefängnis hier in unserer Nähe:

Überschrift: 

Hinter Gittern am Festungsberg:

" In der JVA gibt es einen festen Tagesablauf. Nach dem Frühstück um 6.30 Uhr müssen die Häftlinge zur Arbeit ausrücken. Um 11.30 Uhr geht es in die Mittagspause. Von 12 bis 15.30 Uhr nehmen sie wieder ihre Beschäftigung auf. Danach dürfen die Gefangenen beim einstündigen Hofgang an die frische Luft. Im Anschluss gibt die Küche das Abendessen aus und die Beamten schließen die Häftling in die Zellen ein. Ab 18 Uhr dürfen die Insassen die Freizeitangebote der Anstalt nutzen.

Es besteht Möglichkeiten wie Tischtennis oder Krafttraining. Ihr Geschick können die Häftlinge beim Malen und Basteln beweisen. Sie haben auch die Chance, sich fortzubilden: Die Gefangenen können Sprach- und Erste-Hilfe-Kurse belegen. Eine eigene Bücherei versorgt die Männer im Vollzug mit Lesestoff. Geeigneten Gefangenen gewähren die JVA-Leitung in Absprache mit der Staatsanwaltschaft die Freigabe, eine betriebliche Ausbildung außerhalb der Gefängnismauern zu absolvieren.

Tagsüber stehen Sozialarbeiter, Drogenberater und ehrenamtliche Betreuer für Einzel- und Gruppengespräche bereit. Ein katholischer und evangelischer Pfarrer kümmern sich um die Seelsorge der Häftlinge."

-------------------------

Von diesen Hilfen, von diesen Betreuungen können wir nur träumen !!!

________

21.11.2011 11:42 Uhr
PuK
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Beiträge: 19034

 

Zitat von christ
 

In unserer Tageszeitung konnten wir einen Bericht lesen, über ein Gefängnis hier in unserer Nähe:

Überschrift: 

Hinter Gittern am Festungsberg:
(...)

Was würden Sie stattdessen vorschlagen?

21.11.2011 18:33 Uhr
I.M.S
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Beiträge: 6013

 

Zitat von Lumpensammler
 

 

Lesen Sie einfach mal, was für ein humaner und durch und durch auf das Wohl seiner Mitarbeiter bedachter Arbeitgeber kirchliche Institutionen sind: http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/tid-16756/arbeitgeber-kirche-von-naechstenliebe-keine-spur_aid_468469.html

Wie lassen sich die Sonderrechte der Kirche 2011 noch mit den Grundgesetzen vereinbaren? :eek:

22.11.2011 20:27 Uhr
christ
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Beiträge: 143

 

Zitat von PuK
 

 

Was würden Sie stattdessen vorschlagen?

Zumindest, dass die Opfer, bzw. Hinterbliebenen auch diesselben Betreuungen und Hilfen erhalten.

Nicht nur die Täter.   

________

22.11.2011 21:26 Uhr
Alois
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Beiträge: 5151

 

Zitat von christ

 

Zumindest, dass die Opfer, bzw. Hinterbliebenen auch diesselben Betreuungen und Hilfen erhalten.

Nicht nur die Täter.   

Und finanzielle Hilfen gibt es von Vater Staat bzw. von Sabine *Justitia* für die Angehörigen der Opfer offensichtlich nur dann, wenn Neonazis die Täter waren.......das verstehe wer will Nein!

Entschädigung für Familien der Neonazi-Opfer

Und von den Kirchen gibts sowieso nix! Außer einer Rechnung für die Beerdigung des Opfers.

Zuletzt geändert von Alois, am 22.11.2011 um 22:36 Uhr
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