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#1 (permalink) | |
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Leitartikel von Walter Roller: Deutschland steht allein
Wenn Nicolas Sarkozy die Wahl in Frankreich verliert, steht Deutschland im Kampf um mehr Haushaltsdisziplin ziemlich alleine da. |
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Zuletzt geändert von Anonyme, am 05.05.2012 um 11:28 Uhr
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#2 (permalink) | |
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Wie hat denn die "Sparpolitik" in Frankreich ausgesehen?
Frau Merkel und andere, vor allen Herr Sarkozy, rühmen sich immer wieder ihrer "Sparpolitik". Stellen sich die Fragen: Antworten: So sieht "Sparpokitik" Marke Merkel und Sarkozy aus. Und auf die kann Europa, können seine Bürger getrost verzichten. |
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#3 (permalink) | |
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Wieder mal ein typischer Roller. Einfach die Regierungsmeinung bedenken- und gedankenlos nachgeplappert. Es fängt mit der "Schuldenkrise" an, die keine ist, denn es handelt sich um eine Krise des Finanzmarkts, bis hin zu den vermeintlichen Lösungen. |
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#4 (permalink) | |
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So sieht es aus. Freilich ist es vernünftig, im Zuge der Rettungsmaßnahmen Disziplin zu verlangen. Die eingesetzten Gelder sind schließlich Steuermittel, die erst verdient werden müssen. Nur ein Narr gibt bedenkenlos Bürgschaften. Die Verursacher der Krise jedoch werden - ebenso wenig wie die Profiteure- zur Kasse gebeten. Ein schönes Beispiel ist in diesem Zusammenhang Griechenland. Während Evangelos Normalgrieche hungert und darbt, scheren sich die Reichen einen Dreck um Land, Volk und Steuergerechtigkeit: Eigentlich ist es traurig mit anzusehen, was aus der Vision eines De Gaulle und Adenauer geworden ist. Europa ist zum Spielball der Spekulanten, Ratingagenturen, Banken und Konzerne verkommen. Man nützt die Krise, um zu spekulieren und zu gewinnen. Man ist unfähig, sich der Angriffe zu erwehren. Schlimm ist auch, dass aus der Banken- eine Staatskrise geworden ist und die Gelder für die Bankenrettung verpulvert wurden. Die nächste Runde wird kein Blick in den Abgrund sein, sondern der Sprung in den Abgrund. |
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#5 (permalink) | |
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und das, obwohl der Schuldenberg weiter wächst und es nur darum geht, das Ausmaß der Neuverschuldung zu zügeln. Wenn Herr Roller wirtschaftspolitisch Anschluss an die Wirklichkeit schaffen würde, dann würde er verstehen, dass Merkels Spardiktat genau dazu führen musste. Und genau deswegen falsch ist. Was mir noch keiner von Rollerscher Denk-Richtung erläutern konnte: Wie soll Deutschland eigentlich als Vorbild dienen? Deutschland erwirtschaftet einen riesigen Aussenhandelsüberschuss, das kann rein logisch nur funktionieren, wenn andere mehr kaufen als verkaufen. Und das geht nur über Schulden machen. Deutschlands Wirtschaftspolitik ist also eine Grundvoraussetzung für die Schulden der Südländer. Der erste richtige Schritt wäre demnach, dass Deutschland endlich seine eigene Binnenwirtschaft ankurbelt. Dazu braucht es Geld in der Masse. Da Deutschland aktuell am aggressivsten unter den Industriestaaten seine Arbeitnehmer zugunsten der arbeitsfreien Dekadenz (aka reichsten 10%) enteignet, geht das natürlich nicht. Allerdings bleibt auch richtig: Öffentliche Schulden in Ausmaßen wie in Griechenland oder Italien sind kontraproduktiv. Aber Rezepte wie sondern gezielter Zukunftsinvestitionen und der Erneuerung verkrusteter Systeme sind schlicht Unfug, wenn die Probleme in den nächsten Monaten gelöst werden müssen. Erfolgreiche Beispiele von Entschuldungsstrategien wie z.B. Belgien sie verfolgt hat, zeigen, dass so etwas nur in Ruhe und über Jahre geht. Wobei die Qualität der Staatsverwaltung und der Politik dafür entscheidend sind und nicht die Frage von Kündigungsschutz oder ähnlichen neoliberalen Seifenblasen. Wie schrieb Thomas Fricke so schön: Vorbild Deutschland? Was für ein Blödsinn! |
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#6 (permalink) | |
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Klar steht Deutschland allein. Und wenn dies alles, was zur Zeit in Spanien, Portugal und auch in den USA passiert, auf alle anderen Staaten überspringt, kracht es mal wieder richtig. Wenn alles vorbei ist, gibt man Deutschland die Schuld an dieser Misere und dann zahlen wir wieder einmal. Warum liest man nichts in den Massenmedien über diese Dinge die sich dort ereignen?
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#7 (permalink) | |
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Ja, dann könnte der Funke ja vielleicht doch rüberspringen. Kürzlich war ein Grieche aus der neuen "Widerstandsbewegung" in Augsburg und hat über die Verhältnisse dort berichtet. Die Lage hat sich in den letzten Monaten derart verschlechtert, dass fast die Hälfte der Bevölkerung nicht mehr pünktlich oder gar nicht ihre Mieten/Rechnungen zahlen können und Probleme haben, genügend Lebensmittel einzukaufen. Leider waren bei dem Vortrag nur ca. 20 Leute da. So ist das halt in Deutschland an einem schönen Frühlingsabend. Da sitzt man halt lieber im Biergarten. Was wir allerdings mit dem Griechen anschließend auch gemacht haben. |
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#8 (permalink) | |
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"Es fehlt ja nicht, wie die immer höher gezogenen „Brandmauern“ zeigen, an Geld." Genau, Herr Roller. Das ist der Punkt. 8 oder 9 Regierungen um uns herum sind schon gefallen, u.a. wegen der Sparpolitiik. Morgen folgen zwei weitere. Ob es die Neuen besser machen, wissen wir nicht. Jedenfalls kann es nicht funktionieren, wenn man das Geld was da ist nicht sinnvoll einsetzt bzw. nicht da holt wo es im Überfluss vorhanden ist während der Großteil der europäischen Bevölkerung bis unter das Existenzminimum sparen soll. Sie sollten vielleicht doch mal über Ihren Schatten springen. |
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#9 (permalink) | |
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Traurig genug. Noch ist es bei uns noch nicht ganz soweit, bzw. wird verschwiegen. Die Leute wachen wirklich erst auf, wenn es nichts mehr zu futtern gibt. |
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#10 (permalink) | |
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Ein Blödsinn sondersgleichen. Eines meiner Kinder ist seit langem mit einem Griechen liiert und die beiden sind grad wieder in Griechenland. Ich höre jedenfalls andere Berichte.
...aber wenn ich das schon wieder lese ist mir alles klar.
Und vielleicht können Sie es auch mal nachvollziehen, dass Leute die 50 Std. in der Woche arbeiten Lust auf Biergarten haben und sich keine "Widerstandsbeweger" anhören wollen. |
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Zuletzt geändert von Gast_726401649, am 06.05.2012 um 07:43 Uhr
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#11 (permalink) | |
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Die Schlagzeile des Artikels scheint richtig. "Scheint" deswegen, weil keiner so genau weiß was Hollande nach seiner Wahl wirklich tun wird. Politiker sind an Wahlversprechen nicht gebunden. Ansonsten bringt der Artikel nichts Neues. |
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#12 (permalink) | |
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Die beiden waren dann wohl bei der anderen Hälfte in Griechenland zu Besuch. |
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#13 (permalink) | |
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Sparen allein genügt natürlich nicht. Die überschuldeten Volkswirtschaften brauchen einen Wachstumsschub. Dazu bedarf es keiner Strohfeuer in Form riesiger Konjunktur- und Ausgabenprogramme, sondern gezielter Zukunftsinvestitionen und der Erneuerung verkrusteter Systeme. Deutschland ist nicht der Lehrmeister Europas, aber ein gutes Beispiel dafür, dass sich strukturelle Reformen auszahlen und Wachstum erzeugen – Wachstum von jener Sorte, wie sie auch die Südländer (inklusive Frankreich) dringend benötigen. Die Jugendarbeitsloigkeit in Spanien liegt inzwischen bei knapp 50%, über Griechenland muss kein Wort verloren werden und auch sonst in der EU lebt man in erster Linie vom Prinzip Hoffnung. Die politische Strategie des "weiter so" wird jetzt schon seit über einer Dekade praktiziert, ohne das sich die Lebenssituaton für die Masse der EU-Bürger zum Besseren gewendet hat, ganz im Gegenteil. Der angebliche Musterschüler Deutschland hat sich seine Wirtschaftsleistung unter Ausnutzung der Arbeitskraft seiner Bürger erkauft, die niedrig entlohnt und mit hohen Abgaben belegt den EU- und Euro-Moloch am Leben erhalten. Man darf gespannt sein, was nach den Wahlen in Griechenland und Frankreich passieren wird. Sollte die Sparpolitik aufgegeben werden, wird sich die jetzt schon offensichtliche Inflation (siehe Immobiienmarkt!) stark beschleunigen, mit der letzten Konsequenz, dass viele privaten Ersparnisse davon aufgefressen und wertbeständige Sachgüter immer unerschwinglicher werden. Geht die Sparpolitik weiter, ist mit einer beschleunigt steigenden Arbeitslosigkeit in der EU zu rechnen, der Lebensstandard vieler wird noch deutlicher sinken und die Wirtschaftsleistung in den meisten EU-Staaten wird schrumpfen - mit Ausnahme vielleicht bei den "Musterschülern" innerhalb der EU, was aber die Probleme, resultierend aus unterschiedlicher Wirtschaftsleistung bei gleicher Währung, noch gravierend verstärken wird. Solange man an der EU und dem Euro festhält, wird sich die Wahl auch weiterhin nur zwischen Pest und Cholera erschöpfen. Alternativlos. Martin |
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#14 (permalink) | |
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Wachstum - schönes Wort. In Finanz- und Immobilienkreisen spricht man immer von einer Blase. Und die ist jetzt gerade am Platzen. Auch alternativlos. |
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#15 (permalink) | |
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Das nennt man freien und unabhänigen Journalismus. |
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