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#1 (permalink) | |
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Reform der Organspende: Die wichtigsten Antworten
Der Bundestag berät heute ab 9 Uhr über eine Reform der Organspende in Deutschland. In Deutschland gibt es nach wie vor zu wenig Spenderorgane. Antworten zur Organspende. Reform der Organspende: Die wichtigsten Antworten |
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#2 (permalink) | |
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Kann dieser Mensch zum Organspender werden? "Fußball-Profi Fabrice Muamba von den Bolton Wanderers war nach seinem Zusammenbruch im Spiel bei Tottenham Hotspur am Samstag über eine Stunde lang klinisch tot. Dies teilten die Ärzte mit, die den 23-Jährigen nach dessen Herzstillstand wiederbelebt hatten."
Da bleiben dann schon Fragen offen! |
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#3 (permalink) | |
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Ja, allerdings. Was selbst mir, der sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzt, so nicht klar war, ist die Tatsache, dass die komplette Logistik in den Kliniken fehlt. Wer den Filmbeitrag im WDR gesehen hat, hat auch mitbekommen, dass im Falle einer als Spender in Frage kommenden "Leiche" sage und schreibe 8 Leute (Ärzte und assistierendes Personal) parallel arbeiten, da die Zeit bis zum "Verderb" der Organe recht kurz ist. Aufbewahrung und Abtransport der entnommenen Organe müssen organisiert , der empfangende Patient ermittelt und dieser vorbereitet sein, etc. Angenommen, jeder dieses 1 Prozentes aller Bürger, die einen Hirntod sterben, um überhaupt als Spender in Betracht zu kommen, würde sich als Spender registrieren lassen, dann wäre das eine logistische Herausforderung an das Personal in den Kliniken, die m.E. gar nicht zu bewältigen wäre. In Zahlen würde das nämlich bedeuten, jährlich ca. 8500-9000 Spender explantieren zu müssen (was ja nicht in jeder beliebigen Kleinstadtklinik möglich ist). Jede bindet eine Menge Zeit und Personal, die/das für andere Patienten fehlt. Und wer bezahlt das? |
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#4 (permalink) | |
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organspende
Ein Hirntoter ist bestenfalls ein Sterbender. Warum wird dieser Fakt aus der Diskussion völlig ausgeblendet. Angehörige müssen sich von einem warmen Menschen verabschieden, dessen Herz schlägt. Eine schwangere Frau könnte in diesem Stadium unter Umständen sogar noch ihr Kind austragen! Auch ein zweites Argument wird kaum aufgegriffen: Der Sterbeprozeß wird künstlich in die Länge gezogen.
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#5 (permalink) | |
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@keksi Ein Hirntoter gilt eben in D als Toter. Ganz kann man sich dem ja auch nicht verschließen, auch wenn Leute wie Bavastro einer Hirntoten noch ein Baby entbinden konnten. Insofern wird auch kein "Sterbeprozess" in die Länge gezogen, denn gestorben ist der Mensch bereits. Wo Nerven keine Reize mehr leiten, gibt es weder Bewegung, noch Schmerz oder Bewusstsein. Allerdings stellt sich die Frage, wie zuverlässig festgestellt werden kann, dass keine Reize mehr transportiert werden. |
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#6 (permalink) | |
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Nein, da bleibt überhaupt keine Frage offen, weil die Ärzte während der Wiederbelebungsversuche garantiert kein EEG geschrieben haben und sich die doll-dramatische Aussage "klinisch tot" lediglich auf einen Herz- und Atemstillstand bezieht, der eben gerade keine hinreichende Bedingung dafür ist, um jemanden für tot zu erklären. Hätte man ein EEG geschrieben, dann hätte man dort selbstverständlich noch Hirnaktivität messen können. Aber die Helfer haben in so einer Situation wesentlich wichtigeres zu tun. |
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#7 (permalink) | |
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Wenn ein Spender zur Verfügung steht informiert die Klink normalerweise Eurotransplant dann geht alles sehr schnell. Ein Problem dabei möchte ich allerdings nicht verschweigen, die Entnahmeklinik hat einen recht hohen Aufwand im Vergleich zu der finanziellen Erstattung. Auch sie muss ein Team bereitstellen dass für die Entnahmen zur Verfügung steht. Natürlich ist es häufig ein Frage der vorhandenen Struturen und auch des Geldes ob man alles Machbare und Wünschenswerte umsetzen kann. Gerade deshalb will man ja die Zahl der verfügbaren erhöhen weil nicht alle immer gerade dann und dort in Frage kommen wo es möglich ist. Es gibt zudem genug Empfänger die Pech hatten weil sie nicht rechtzeitig erreichbar waren. Über deren Organ hat sich dann ein anderer auf der Liste gefreut. |
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#8 (permalink) | |
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Organspende
Bisher war ich ein Organspender, doch diese Art der "Organspendeforderung" veranlaßt mich dazu das ganze noch einmal zu überdenken. Nicht weil ich Angst vor der Art der Organentnahme habe, sondern weil ich dass Gefühl habe das wir uns immer mehr von einem "natürlichen Tod" entfernen. Warum fällt es dem Menschen so schwer den Tod zu akzeptiern? Keiner darf (oder muss) hier bleiben. Seit unserer Geburt hält uns der Tod an seiner Hand und eines Tages wird er uns die Richtung angeben. Ein Organempfänger braucht für den Reste seines Lebens Medikamente, von deren verkauf lediglich die Pharmaindustrie profitiert. Ich bekomme langsam das Gefühl dass es den Politikern nur darum geht die Pharmaindustrie zu unterstützen! Und dagegen werde ich mich wehren! Zitat keksi Eine schwangere Frau könnte in diesem Stadium unter Umständen sogar noch ihr Kind austragen! Kann SIE das wirklich? Meiner Meinung nach wird hier eine Frau mit hilfe von Maschinen zu einem Brutkasten degradiert! Mit "Kind austragen" hat das in meinen Augen nichts zu tun! |
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#9 (permalink) | |
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Sterbensversicherung
Ich bin Ihrer Meinung. Es ist nicht zuviel verlangt eine Meinung einzufordern, und der Hinweis, dass es "bequem und unverantwortlich" ist, wenn wir diese Thematik ausblenden ist durchaus legitim. |
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#10 (permalink) | |
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Ein großer Wurf ist das nicht
Jeden Tag sterben – statistisch betrachtet – drei Menschen in Deutschland, weil es nicht genügend Organspenden gibt. Die Neuregelung soll dem entgegenwirken, hat jedoch Schwächen. Ein großer Wurf ist das nicht |
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#11 (permalink) | |
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Dem kann ich mich nur anschließen! Danke meierin! |
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#12 (permalink) | |
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Eine Widerspruchslösung widerspricht der Menschenwürde
Die Würde des Menschen ist unantastbar Aber ein Hirntoter ist offenbar kein Mensch mehr. Anders lassen sich die gewundenen Argumentationen für eine Widerspruchslösung, die nur vom Ende her gedacht sind - wir brauchen mehr verwertbare Organe - nicht erklären und rechtfertigen. Wer in einen Zustand gerät, dass ihm Ärzteschaft den Hirntod bescheinigt, der ist qua Gesetz ein Ersatzteillager für andere Menschen. Nichts anderes bedeutet das Ansinnen, sich einer Weitergabe der eigenen Organe nur mittels eines Widerspruchs entziehen zu können, Herr Hofmann. Ich gehe mal davon aus, Angehörige dürften bei einer Widerspruchslösung natürlich nicht widersprechen für ein verunfalltes Familienmitglied, das keinen Widerspruch eingelegt hatte. Die Gedanken sind frei auch das ist ein Grundsatz unserer Verfassung. Wir hätten aber also eine Verpflichtung, uns mit dem eigenen Tod auseinander zu setzen. Mit welchem Recht fordern Sie dieses ein? Weil man seit ein paar Jahrzehnten anderen Menschen Organe verpflanzen kann? Wer sich im Interesse seiner Angehörigen noch nie mit dem eigenen Tod und dessen Folgen konfrontiert hat, soll das nun für fremde Menschen tun müssen? Und wenn nicht, dann ist er automatisch Spender. Das soll richtig sein? Es ist wohl eher die Umkehr des Annehmbaren. Es mag Betroffene verbittern, sich vorzustellen, sie könnten ein Organ bekommen, wenn sich mehr Menschen dazu aufraffen könnten, ihre Spendenbereitschaft zu dokumentieren. Aber daraus eine Auseinandersetzungspflicht mit dem eigenen Ableben ableiten zu wollen scheint mir doch ein gewaltiger Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht eines Menschen zu sein. Noch schreiben Sie, dass die guten Gründe, die jeder für eine Ablehnung haben mag, redlich seien. Noch. In zehn Jahren, wären sie es dann wohl nicht mehr. Natürlich ändert die Frage Zustimmung oder Widerspruch ALLES in der Beziehung zwischen Abgeber und Empfänger. Was würden Sie denn davon halten, wenn man Ihnen bei einer Katastrophe automatisch 10% Ihres Monatseinkommens vom Gehalt abzöge? Sie könnten aber widersprechen. Würden Sie das noch als Spende ansehen oder als einen relativ dreisten Eingriff in ihr Vermögen, das ja lt. unserer Verfassung auch verpflichtet? Es soll doch nur Gutes... und Sie wären doch sicher bereit für die armen Opfer zu spenden... kämen nur nicht dazu, eine Überweisung zu tätigen und überhaupt sollten Sie einfach mal drüber nachdenken. Was würden Sie zu so einem Verfahren sagen? Es geht hierbei wohlgemerkt nur um Ihren Geldbeutel.
montebaldo seit vielen Jahren Organspendeausweisinhaberin |
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#13 (permalink) | |
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Nein. Diese Leute sterben, weils andere gibt die mehr Bakschisch springen lassen, um auf der "Warte"-Liste weiter nach oben zu kommen. Oder wer glaubt dass ein Promi oder ein Mitglied der Politikerkaste an einem nicht vorhandenem Transplantat sterben würde? |
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#14 (permalink) | |
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#15 (permalink) | |
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Die Widerspruchslösung setzt den Gedanken voraus, dass es der Normalumstand zu sein hat, dass die Organe eines Menschen einem anderen zu dienen haben. Ich halte es immer für problematisch, wenn ethische Grundsätze pragmatischen zu weichen haben. Erinnern Sie sich an das Problem, darf ein von Terroristen entführtes Flugzeug abgeschossen werden, wenn es droht auf über einer Großstadt abzustürzen? Das BVerfG hat das entsprechende Gesetz ganz klar kassiert. Der Staat hat keine Abwägung zwischen den Leben seiner Bürger zu treffen. Das verletze die Menschenwürde. Sehr richtig. Sehe ich vergleichbar für die Zwangsorganspende, derer man sich nur mittels eines deklaratorischen Aktes entziehen kann. Unser Staat hat keinen seiner Bürger per Gesetz zum Organspender zu machen. Das mag noch so logisch, praktisch, aus Empfängersicht wünschenswert sein. Es ist nicht verfassungsgemäß, davon bin ich überzeugt und vllt. ist die Sorge vor einer entsprechenden Klage auch der Grund, dass die Widerspruchslösung keine Chance erhalten wird. Was Sie schreiben, ist ja gerade nicht so. Bei einer Widerspruchslösung wird niemand gezwungen, sich mit seinem Ableben auseinander zu setzen. Er wird dann nur einfach verwertet, ohne dass er das getan hat. Das genau verletzt meines Erachtens die Menschenwürde. |
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