Donnerstag, 2. Oktober 2014

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Neue Dimension der Finanzkrise: Spanien und Zypern auch unter dem Rettungsschirm
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07.06.2012 20:11 Uhr
schienenfreund
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Kapitalverkehrskontrolle?

 

Die AZ berichtet sicher außergewöhnlich zurückhaltend über die Krise um Staatsschulden, Euro und Haftung.

 

Beim Euro Kollaps kann man nun auch die Grenzkontrollen wieder einführen:

http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Wann-in-Europa-die-Schlagbaeume-wieder-fallen-id20481976.html

Die EU-Länder haben einen Notfall-Mechanismus für den Fall beschlossen, dass «außergewöhnliche Umstände das Funktionieren des (Schengen-)Raums insgesamt ohne interne Grenzkontrollen gefährden» - etwa wenn viele Flüchtlinge nach Europa kommen, weil ein Land die Schengen-Außengrenzen trotz EU-Hilfe nicht ausreichend kontrolliert. Ausgelöst wurde der Ruf nach einer solchen Option durch die Ankunft zahlreicher nordafrikanischer Flüchtlinge in Italien während des Arabischen Frühlings im vergangenen Jahr sowie die Tatsache, dass Griechenland mit der Kontrolle seiner Grenze zur Türkei überfordert ist.

 

Außer an der italienischen Küstenlinie und ein paar griechischen Dörfern hat wohl niemand in der EU diese nordafrikanischen Flüchtlinge gesehen. Für die EU insgesamt war das kein Ereignis - schon gar keines für Grenzkontrollen zwischen allen Schengen Staaten.

Bemerkenswert, dass diese Schließung der Grenzen ohne parlamentarische Kontrolle erfolgen kann!

http://www.swissinfo.ch/ger/news/newsticker/international/Schengen-Staaten_geben_sich_neue_Moeglichkeit_fuer_Grenzkontrollen.html?cid=32859554

Allerdings kann der Mechanismus nicht unilateral von einem der 26 Schengen-Staaten beschlossen werden. Vorgängig evaluiert die EU-Kommission die Situation. Ihre Empfehlung kommt in den Ministerrat (Vertretung der Mitgliedstaaten), der mit qualifizierter Mehrheit entscheidet.

 

 

________
Wir müssen endlich aufhören, Wirtschaftswissenschaftlern die Deutungshoheit über die Wirksamkeit von Familienleistungen zu überlassen.

08.06.2012 09:13 Uhr
Mars
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Dass der Euro in der existierenden Form ein sündhaft teures Unding ist, kann kaum noch jemand bezweifeln.

Die wichtigsten Fehler sind:
a) Kein Ersatz für die korrigierenden Wechselkurse
b) Zulassung der ausufernden Spekulation mit nahezu allen Real-Gütern und Kunstprodukten (Derivaten)
c) Die schon historisch zu nennende Ignoranz des Kapital / Finanzmarktes als Steuer- und Abgabenquelle

Zu a)
So langsam scheint der Zins eine etwas korrigierende Rolle zu übernehmen – und sofort soll er wieder via z.B. Eurobonds / Geldschwemme usw. ausgeschaltet werden

zu b)
Eine tatsächlich Spekulation unterbindende Finanztransaktionssteuer ist schon lange überfällig. Es ist zu bezweifeln, dass Zinssätze von 0,1 bzw. 0,01 % wirksam unterbindend wirken werden

zu c)
Öffentliche Armut einerseits und abstrus große Rettungsschirme andererseits zu Finanzierung der (!) Kreditzinsen. Einkommenssteuern und Sozialabgaben auf alle 7 Einkommensarten sind schon längst überfällig. Gleiche Behandlung der Einkommensarten in Erfassung, Bemessung ohne Begrenzungen, und Abführung sind definitiv verfassungsgemäß!
Eine MwSt. auf Kapitalumsätze ist ebenfalls definitiv verfassungsgemäß!
Dass Kapitalerträge damit geringer werden, ist gewollt, denn letztlich kann man nur von REAL-Gütern leben!

Hat man dies verstanden, so ist dies eine natürliche und korrigierende Entwicklung unseres Wirtschaftssystems und kein Umsturz. Die Grundlagen der freien und sozialen Marktwirtschaft werden ja nicht angetastet - lediglich sozial etwas mehr betont!

Die Frage ist jetzt, da dieses Unding EURO nun mal existiert, wie man die Fehler und Fehlentwicklungen mindern oder gar beseitigen kann.

 Der Austritt Deutschlands aus dem Euro bedeutet, dass der Euro NICHTS mehr wert ist!!!

Das ist Kohl`sche Politik der Einführung der D-Mark in den neuen Bundesländern, mit verheerenden Folgen für die neuen Bundesländer und schon 20 Jahre lang andauernden Transferzahlungen!!!
Analoges ist für den Rest Europas zu erwarten bzw. Transferzahlungen ohne Ende!!! will man Europa nicht zerstören.

Zudem erleben wir doch die systematische Kapitalmarktbedrohung der einzelnen Länder. Das jeweils schwächste Land wird zum Gegenstand von Spekulation und Abzockerei. Ist aktuell dann nichts Wesentliches mehr zu holen, ist ein anderes Land dran.

Deshalb ist es wirklich die Frage, welche Zielsetzung wir haben!

Die Fortsetzung der ständigen Banken- und Finanzmarkt- Sättigung (= MERKEL und Co)?
Oder
Eine schrittweise Lösung des Problems „Spekulation und Dominanz der Kapitalmärkte?
Und
Einführung von Korrekturmechanismen als Ersatz für den Wegfall von u. a. Wechselkurse?

Meine Vorstellung ist die zum Wirtschaftssystem passende und gut ausreichende Finanzierung der Staaten, der Sozialsysteme und der menschlichen Arbeit in einer Real-Wirtschaft!

08.06.2012 09:23 Uhr
Drago
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Zitat von augschburgr
 

Diese Versorgungsmentalität. Die Leute haben nur noch Ansprüche, an den Staat, im Kopf. Damit paradoxerweise an sich selbst.

Danke für Ihre umfangreichen Beiträge in diesem Strang. Zumindest zu diesem Thema haben Sie eine Menge Dinge richtig dargestellt.

Eine Ergänzung zu o.g. Thematik: Die armen Menschen der Gesellschaft (und das sind nicht wenige, wir reden von 60% der Bevölkerung) sieht sich selbst psychologisch in der Opferrolle. Medienbeiträge, in letzter Zeit auch vermehrt in Form ganzer Serien im Hartz4-TV (Begehrlichkeiten-weckende Serien "Die Geissens" etc.) tun ihr übriges, um dem kleinen Mann dies zu bestätigen, er brennt es gerne in seinem Gedächtnis ein.

Diesen Überfluss betrachtend, sieht sich der kleine Mann in seiner Rolle laufend bestätigt, und aus seinem Gerechtigkeitsempfinden heraus KANN er nur die von Ihnen beschriebene Mentalität entwickeln. "Die habens doch, die da oben sollen bezahlen - ich bin der ärmste Schlucker". (dass im Sozialstaat im Verhältnis am meisten die aussterbende Mittelschicht die Zeche zahlt, wollen wir mal nur am Rande bemerken).

Das legitimiert dann in deren Augen auch ein Stück weit den inzwischen groß angelegten Sozialbetrug, ein Kavaliersdelikt aus dem Gerechtigkeitsempfinden heraus. Und spätestens hier wird die eigentlich gute Grundidee des Sozialstaats massakriert.

Äußerst interessant hierbei: Seit der Umsetzung des Euro-Wahns ist dieses Verhalten nicht nur innerdeutsch, sondern auch länderübergreifend zu beobachten. Genau dasselbe Bild: Betrug, und dazu/danach noch die kesse Forderung nach finanzieller Hilfen. Die Griechen sagen es inzwischen offen, dass die "reichen Deutschen" zahlen sollen. Andere Länder werden das auch noch tun. Und spätestens hier wird die eigentlich gute Grundidee einer europäischen Union massakriert.

Und das schlimmste ist: Es wird funktionieren. Unsere gewählten Volksvertreter haben nichts anderes getan, als den Länderfinanzausgleich auf Europa ausgedehnt. Ich bin gespannt, wieviel die tragenden Bundeländer noch alles aushalten können - zusammen mit der Neuverschuldung werden sie wohl noch ein paar Schritte gehen, bevor sie letztlich zusammenbrechen.

________

Zuletzt geändert von Drago, am 08.06.2012 um 09:33 Uhr
08.06.2012 10:50 Uhr
tom1212
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tja . . .

egal wie hier alle "schlau" umher plappern . . . der Kaptialismus ist immer zum Scheitern verurteilt . . . das war schon immer so und wird eben auch immer so bleiben, bis der Mensch es endgültig erkennt und das System grundlegend verändert. 

08.06.2012 11:50 Uhr
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Spanien will offenbar Finanzhilfen in Brüssel beantragen
Spanien will offenbar tatsächlich Finanzhilfen aus dem Rettungsfonds EFSF beantragen. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Kreise.
Spanien will offenbar Finanzhilfen in Brüssel beantragen

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08.06.2012 11:50 Uhr
Billy Joe
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Durch den illegalen EFSF oder ESM eben nur zum Teil. Leider lösen solche illegalen Aktionen keine Probleme. Das Hauptproblem ist die Fehlkonstruktion Euro, durch diese Fehlkonstruktion wird eine Haftung für andere Länder abgeleitet, ohne wirklichen Einfluß auf deren Schuldenpolitik. Wer sich in einem solchen System überschuldet wird belohnt und sparsame Länder werden bestraft. Deswegen ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch Staaten wie Frankreich und Deutschland "dran glauben" müssen, und ihre eigenen Rettungsschirme brauchen.

Den Banken sollte außerdem verboten werden, weiterhin Staatsanleihen der Euroländer zu kaufen. Dann wäre die Neuverschuldung ganz schnell gestoppt und die Staatsausgaben wären auf die Einnahmen durch Steuern und Abgaben beschränkt!!

08.06.2012 12:41 Uhr
schienenfreund
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Zitat von tom1212
tja . . .

egal wie hier alle "schlau" umher plappern . . . der Kaptialismus ist immer zum Scheitern verurteilt . . . das war schon immer so und wird eben auch immer so bleiben, bis der Mensch es endgültig erkennt und das System grundlegend verändert. 

 Wir werden noch viel Spaß haben, wenn die Griechen in 2 Wochen die Kommunisten wählen.

________
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08.06.2012 14:23 Uhr
circusmaximus
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Zitat von tom1212
tja . . .

egal wie hier alle "schlau" umher plappern . . . der Kaptialismus ist immer zum Scheitern verurteilt . . . das war schon immer so und wird eben auch immer so bleiben, bis der Mensch es endgültig erkennt und das System grundlegend verändert. 

Komisch -daß Ihr geliebtes System schon vor Jahrzehnten den Großen Bankrott erklären mußte - und dies Weltweit !

Die Vietcong etwa trachten mittlerweile massiv danach,Kapital ins Arbeiterparadies in Indochina zu ziehen  .

In Saigon gibt es sogar wieder eine Börse.

Die kommunistischen Chinesen sind ja die größen Kapitalisten - da können sich die Leute von der Walsltreet sogar noch eine Scheibe abschneiden.

Welche unglaublichen Verheerungen Ihr kommunistisches System während der 80 Herrschaftsjahre in den betroffenen Ländern hinterlassen hat -die bis heute sogar noch nachwirken- ,sind kaum beschreibbar.

Ganz abgesehen von den schätzugnsweise mehr als 500 Millionen Toten (insgesamt) ,welche wohl auf das Konto des Kommunismus gehen.

Mao's "Großer Sprung" allein hatin China 300 Millionen Tote gekostet.

Stalin's Säuberungen in der Sowjetunion 30 Millionen,Millionen Tote im Koreakrieg,Vietnamkrieg,während der kommunistischen Herrschaft im Ostblock,in Mittelamerika...

 

Also -Ihr System ist wahrlich keine Alternative !

 

08.06.2012 14:27 Uhr
circusmaximus
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Zitat von Mars
 

Dass der Euro in der existierenden Form ein sündhaft teures Unding ist, kann kaum noch jemand bezweifeln.

Die wichtigsten Fehler sind:
a) Kein Ersatz für die korrigierenden Wechselkurse
b) Zulassung der ausufernden Spekulation mit nahezu allen Real-Gütern und Kunstprodukten (Derivaten)
c) Die schon historisch zu nennende Ignoranz des Kapital / Finanzmarktes als Steuer- und Abgabenquelle

Zu a)
So langsam scheint der Zins eine etwas korrigierende Rolle zu übernehmen – und sofort soll er wieder via z.B. Eurobonds / Geldschwemme usw. ausgeschaltet werden

zu b)
Eine tatsächlich Spekulation unterbindende Finanztransaktionssteuer ist schon lange überfällig. Es ist zu bezweifeln, dass Zinssätze von 0,1 bzw. 0,01 % wirksam unterbindend wirken werden

zu c)
Öffentliche Armut einerseits und abstrus große Rettungsschirme andererseits zu Finanzierung der (!) Kreditzinsen. Einkommenssteuern und Sozialabgaben auf alle 7 Einkommensarten sind schon längst überfällig. Gleiche Behandlung der Einkommensarten in Erfassung, Bemessung ohne Begrenzungen, und Abführung sind definitiv verfassungsgemäß!
Eine MwSt. auf Kapitalumsätze ist ebenfalls definitiv verfassungsgemäß!
Dass Kapitalerträge damit geringer werden, ist gewollt, denn letztlich kann man nur von REAL-Gütern leben!

Hat man dies verstanden, so ist dies eine natürliche und korrigierende Entwicklung unseres Wirtschaftssystems und kein Umsturz. Die Grundlagen der freien und sozialen Marktwirtschaft werden ja nicht angetastet - lediglich sozial etwas mehr betont!

Die Frage ist jetzt, da dieses Unding EURO nun mal existiert, wie man die Fehler und Fehlentwicklungen mindern oder gar beseitigen kann.

 Der Austritt Deutschlands aus dem Euro bedeutet, dass der Euro NICHTS mehr wert ist!!!

Das ist Kohl`sche Politik der Einführung der D-Mark in den neuen Bundesländern, mit verheerenden Folgen für die neuen Bundesländer und schon 20 Jahre lang andauernden Transferzahlungen!!!
Analoges ist für den Rest Europas zu erwarten bzw. Transferzahlungen ohne Ende!!! will man Europa nicht zerstören.

Zudem erleben wir doch die systematische Kapitalmarktbedrohung der einzelnen Länder. Das jeweils schwächste Land wird zum Gegenstand von Spekulation und Abzockerei. Ist aktuell dann nichts Wesentliches mehr zu holen, ist ein anderes Land dran.

Deshalb ist es wirklich die Frage, welche Zielsetzung wir haben!

Die Fortsetzung der ständigen Banken- und Finanzmarkt- Sättigung (= MERKEL und Co)?
Oder
Eine schrittweise Lösung des Problems „Spekulation und Dominanz der Kapitalmärkte?
Und
Einführung von Korrekturmechanismen als Ersatz für den Wegfall von u. a. Wechselkurse?

Meine Vorstellung ist die zum Wirtschaftssystem passende und gut ausreichende Finanzierung der Staaten, der Sozialsysteme und der menschlichen Arbeit in einer Real-Wirtschaft!

 

 

Kohl und Waigel haben der Einführung des TEuro deswegen zugestimmt,weil dies die Bedingung Mitterrands zur Zustimmung der Fanzosen zur Deutschen Einheit war.

Darüber existiert sogar ein Geheimprotokoll.

 

Deswegen durfte es ja auch keine Volksabstimmung über die Aufgabe der DM zugunsten desTEuro geben.

Denn Kohl und Waigel wußten,daß die allergrößte Mehrheit dagegen stimemn würden,waswiederum zu Schwierigkeiten mit Mitterrand führen würde.

Und den Deutschen vor einer solchen Volks- Abstimmung zu sagen,daß die Franzosen der Einheit nur für den Preis des TEuro als Kontrollwährung gegenüber dem dann in TEuropa übermächtig werdenden Deutschland zustimmen würden -das nun wagten die beiden nicht.

Zuletzt geändert von circusmaximus, am 08.06.2012 um 14:32 Uhr
08.06.2012 15:08 Uhr
Redaktion
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Kreise: Spanien kurz vor EFSF-Antrag für Bankenhilfe
Spanien wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur voraussichtlich noch an diesem Samstag beim Euro-Rettungfsonds EFSF einen Antrag auf Hilfe für seine kriselnden Banken stellen.
Kreise: Spanien kurz vor EFSF-Antrag für Bankenhilfe

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08.06.2012 15:08 Uhr
Billy Joe
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Macht Spanien auf unsere Kosten Feierabend?

Lesenswerter Artikel:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/euro-krise-nicht-auf-unsere-kosten/6725150.html

08.06.2012 15:42 Uhr
augschburgr
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Wie gesagt, Kapitalismus ist nicht mit freier, gar sozialer, Marktwirtschaft gleichzusetzen. Kapitalismus kann, muss nicht, ein Teil einer Marktwirtschaft sein. In den Nachkriegsjahrzehnten ist Westdeutschland perfekt mit seiner sozialen Marktwirtschaft, der Sozialpartnerschaften, Interessenausgleichs und Solidarität sowie gesellschaftlichem Verantwortungsgefühl auch höchster "Wirtschaftskapitäne" gefahren. Seitdem sich diese selbst als "Manager" bezeichnen haben sich die Dinge gewandelt, amerikanisiert. Denn klar, für diese Gruppe ist es bezüglich des Eigennutz vorteilhafter den "Raubtierkapitalismus" zu beklatschen - zunächst. Aber letztlich wollen die auch in einem funktionierenden, sicheren, Land mit trinkbarem Wasser und atembarer Luft leben.

 

Der sozialmarktwirtschaftliche deutsche Wohlfahrtsstaat ist für mich nicht das Problem. Das Problem fängt für mich da an wo man versucht Sozialismus für die Großkapitalisten zu betreiben, siehe Bankenrettungen etc., auf Kosten der Allgemeinheit. Und dass von Wirtschafts- und Politikeliten Sozialabbau und Entsolidarisierung auf mal mehr und mal weniger subtile Art betrieben wird, teilweise der Staat einspringt (siehe "Aufstockung" von Hungerlöhnen auf Hartz4-Niveau) und damit aber nichts geholfen ist weil das Gemeinwesen dadurch nur noch stärker geschwächt wird, außer für Pflichtausgaben, also auch solche Sozialleistungen, keine Mittel mehr da sind um die Lebensumstände der Menschen vor Ort zu verbessern, in Daseinsvorsorge - auch so ein Wort was außer Mode gekommen ist - zu investieren.

 

Die freie Marktwirtschaft ist super, Kapitalismus kann in engen Schranken auch sehr nützlich sein, denn keine Wirtschaftsform ist so effektiv im Generieren von Wohlstand und der Befriedigung von Konsumbedürfnissen der Menschen. Wie dieses Füllhorn dann aber unter den Bürgern verteilt wird ist eine ganz andere Frage und gerade die Entwicklung in Deutschland, zwischen den beiden SPD Kanzlern Brandt und Schröder als "Extreme", zeigt das wunderbar. Freie Marktwirtschaft, ja bitte! Bloß kein Sozialismus - und schon gar nicht für das Großkapital a lá Bankenrettungen! Auch nicht für am Markt gescheiterte Unternehmen wie Schlecker oder Quelle - lieber einen vitalen Arbeitsmarkt, der attraktive Stellen bereithält so dass es den Menschen gar nicht Bange sein muss wenn sie mal eine Stelle verlieren, weil sie nicht befürchten müssen länger als einen Monat arbeitslos zu sein. Das war ja früher in Deutschland so, einschlägige Statistiken über die Entwicklung der Bezugsdauern von Arbeitslosenleistungen belegen das, und ist auch in der Schweiz und Norwegen so wenn man Berichten glauben mag.

 

Wir brauchen eine Mischung aus "Solidarität" und "Arbeit muss sich lohnen" - gerade die SPD war früher immer die Partei der Aufsteiger, die Partei derer die nicht das Geld anderer Leute wollen, keine staatlichen Almosen, nicht neidisch auf "die Reichen" waren, nicht passiv auf "die da Oben" geschimpft haben. Die Partei des Menschenschlages der die Bundesrepublik aufgebaut hat nach dem Krieg. Der Ehrgeizigen, Selbstbewussten, Rechtschaffenden. Ich sehe solch eine Partei nicht mehr und ich bin mir sicher dass nicht nur ich solch eine politische Kraft vermisse und nur zu gern wählen würde. Denn alle Probleme mit denen wir so rumschustern sind ja nur Symptome von gesellschaftlichen Fehlentwicklungen. Ohne viele Dinge grundlegend zu ändern wird es immer eine nächste Finanzkrise, Eurokrise, etc. geben und mit jedem Flickversuch reißen wir nur neue Löcher an anderen Stellen...

Zitat von tom1212
nun . . .

 

neigen Sie zur Untertreibung? 

Amerika ist pleite . . . Europa geht pleite . . . und "morsch" war und ist der Kapitalismus sowieso . . . 

 

08.06.2012 18:42 Uhr
tom1212
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tja . . .

 

Zitat von circusmaximus
 

 

Komisch -daß Ihr geliebtes System schon vor Jahrzehnten den Großen Bankrott erklären mußte - und dies Weltweit !

 

Also -Ihr System ist wahrlich keine Alternative !

 

hier ist es wieder, das (mit Verlaub) dumme Geplappere . . . @circusmaximus: wenn Sie sich nur auf das "Bekannte" minimieren, wird es Ihnen verwehrt bleiben, das wirklich Zukünftige zu sehen!

"Mein" (definitiv NICHT mein) System können Sie z.B. bei Thomas Morus in Utopia nachlesen . . . (ist auch schon über 500 Jahre alt).

09.06.2012 00:40 Uhr
augschburgr
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Zitat von tom1212
tja . . .

hier ist es wieder, das (mit Verlaub) dumme Geplappere . . . @circusmaximus: wenn Sie sich nur auf das "Bekannte" minimieren, wird es Ihnen verwehrt bleiben, das wirklich Zukünftige zu sehen!

"Mein" (definitiv NICHT mein) System können Sie z.B. bei Thomas Morus in Utopia nachlesen . . . (ist auch schon über 500 Jahre alt).

Sie propagieren doch selbst das "Bekannte", siehe Ihr zweiter Satz. Man wird die Zukunft nicht mit alten Debatten, Utopien, Ideologien meistern können. Darum ist auch der alte Links/Rechts Zwiestreit nur noch von historischem Wert. Karl Marx hat sich überholt. Genauso wie John Locke.

09.06.2012 08:52 Uhr
Martin
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Spanien braucht mindestens 40 Milliarden - Deutschland soll Bestnote verlieren
Die erste Zahl ist raus: Der Internationale Währungsfonds rechnet damit, dass Spanien mindestens 40 Milliarden braucht, um seine Banken zu stützen - allerdings könnte auch das Doppelte fällig werden. Die Rating-Agentur Moody's droht unterdessen auch Deutschland die Bonitätsnote "AAA" zu entziehen.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/iwf-schaetzung-spaniens-banken-brauchen-mindestens-40-milliarden-a-837868.html


Zum Vergleich: Der Etat für Gesundheit im deutschen Bundeshaushalt lag 2011 bei knapp 16 Milliarden. Nur damit man die Größenverhältnisse besser einschätzen kann und auch versteht, warum und wo das Geld dann hinterher bei uns selbst feht. Aber das sollte der Euro uns schließlich wert sein!

Martin

Schlagworte

Spanien | Euro-Krise


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