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"Where peaceful waters flow" - ein Chris de Burgh zum Anfassen in der Philharmonie

Der Titel seines neuen Albums „A better world“ scheint für den mittlerweile 68jaehrigen irischen Sänger Chris de Burgh mehr zu sein als eine Plattitüde. Mit mildem Lächeln begrüßt er seine Fans, welche die Münchener Philharmonie an diesem Donnerstag, Christi Himmelfahrt, fast zur Gänze füllen. Mit sich bringt de Burgh, der seit 35 Jahren auf den Bühnen steht, eine Vierer-Mannschaft zur musikalischen Unterstützung.

Das Flirten mit dem Publikum betreibt er nicht mehr so emsig wie in den vergangenen Jahrzehnten, er ist gesetzter geworden. So schlägt der gerade mal 1,68 Meter "große" Entertainer denn vor allem soft-dezente Töne an, mit denen er sich immer noch in Null-Komma-Nichts ins Herz seines Publikums schmuggelt. Seine Zurückhaltung in Sachen "Amore" bedeutet allerdings nicht, dass der „Lady in red“-Barde nun völlig auf jeden Kontakt verzichten würde. Im zweiten Teil des insgesamt zweieinhalb Stunden dauernden Konzerts infiltriert er sich wagemutig in die Reihen, flankiert von mehreren Bodyguards, schüttelt Hände, verteilt Bussis, steht brav für Handyfotos parat.

Der Anschlag in Manchester hat de Burgh persönlich schwer getroffen, kennt er doch einige Leute von dort. Und so singt er ganz allein am Piano den Beatles-Song „Let it be“, um gegen Hass und Zerstörung aufzurufen. „Am liebsten würde ich Euch alle bei mir zu Hause haben. Fühlt Euch wie in meiner Küche“, schmust er mit den Zuhörern, die es an Gegenliebe denn auch nicht fehlen lassen. Das Konzert ist noch nicht zu zwei Dritteln beendet, da stehen sie schon in den Rängen, wiegen sich im Takt zu Altbekanntem, 1000 mal Gehörtem wie „Don`t pay the ferryman“ oder „High on emotion“.

Endlich drängt ein Großteil des Publikums direkt vor zur Bühne. Zusammen mit dem Sänger, der in der irischen Grafschaft Connemara wohnt, ergeben sie sich dem Zauber der weichgespülten Klänge, die von der Bühne wehen. Ein besonderer Abend, den viele, die in die Philharmonie gekommen sind, nicht vergessen werden. Chris de Burgh ruft zum Kuscheln und Händchenhalten auf, friedliche Momente in einer Welt, die durch Terrorismus und religiösen Fanatismus immer wieder aus den Fugen zu geraten scheint.

Gerne würde man ihm noch weitere Stunden zuhören, doch der sensible Star verlässt schließlich ein wenig eilig das Podium. Aus der angekündigten Presseführung hinter den Kulissen wird leider nichts, de Burgh drängt es in sein Hotel. Oder er sitzt schon längst im „Spanish train“... Na dann: "Good bye and come back, Chris!"

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