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Reise in den Weltraum

Blog zum Thema Raumfahrt von Gunter Oley

Krater Kupalo auf Zwergplanet Ceres ist so groß wie das Nördlinger Ries

Seit Mitte Dezember umkreist die Forschungssonde Dawn den Zwergplaneten Ceres in einer Höhe von etwas weniger als 400 Kilometer. Derzeit wird ein 3D-Modell des Himmelskörpers erstellt. Der Krater Kupalo - etwa so groß wie das Nördlinger Ries - ist für die Wissenschaftler eines der spannendsten Untersuchungsobjekte.

Mehrere Wochen hat das voraussichtlich letzte Bahnmanöver der Forschungssonde Dawn gedauert. Mitte Dezember hat sie eine Umlaufbahn um den Zwergplaneten Ceres in einer Höhe von etwa 385 Kilometer über der Oberfläche erreicht, das sind nur etwa 15 Kilometer weniger als bei der Flugbahn der Raumstation ISS um die Erde. Mit einem in Deutschland entwickelten Kamerasystem wird derzeit die Oberfläche von Ceres erfasst, in diesen Tagen wird erstmals aus dieser Höhe eine komplette Darstellung der Oberfläche mit einer Auflösung von 35 Meter pro Pixel fertiggestellt. In den nächsten Monaten soll Ceres mehrfach vollständig aus dem Orbit fotografiert werden. Da Dawn dann dieselbe Stelle auf dem Boden aus mehreren Perspektiven aufnehmen wird, wollen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit diesen Daten ein noch detaillierteres 3D-Modell des Zwergplaneten erstellen. Bereits aus den Beobachtungsdaten, die aus der bisherigen Bahn in rund 1300 Kilometer Höhe geliefert wurden, war ein solches Modell entstanden, das nun verfeinert werden soll.

Das besondere Interesse nicht nur der deutschen Wissenschaftler, sondern auch ihrer Kollegen aus den USA - das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa leitet die Dawn-Mission - und Italien, die ebenfalls an dem Projekt beteiligt sind, richtet sich unter anderem auf den Krater Kupalo. Dieser Einschlagkrater hat einen Durchmesser von etwa 26 Kilometer. Damit ist er ungefähr so groß wie das Nördlinger Ries, dessen Durchmesser mit 20 bis 24 Kilometer nur wenig kleiner ist. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Forscher, über die das DLR auf seiner Webseite berichtet, ist der Krater eigentlich etwa zwei Kilometer tief, aber von der heutigen Talsohle bis zu den oberen Kanten des Kraterrandes sind es heute nur noch rund 1000 Meter Höhenunterschied. Offen sind die Fragen, welches Material den Boden des Kraters füllt, wie es dort hin gelangte und ob Eis oder Salzablagerungen an den Kraterhängen zu sehen sind. Die Forschungssonde hat neben dem Kamerasystem aus Deutschland auch Instrumente an Bord, mit denen die Oberfläche von Ceres in anderen Spektralbereichen untersucht werden kann, damit wird dann auch die chemische Zusammensetzung des Materials entschlüsselt.

Die Mission von Dawn soll nach aktuellem Stand noch bis Mitte des Jahres 2016 dauern. Die Sonde bleibt dann dauerhaft in ihrem jetzigen Orbit um Ceres in etwa 385 Kilometer, weitere Bahnmanöver sind bislang nicht geplant. Nachdem sie 2011/2012 für mehr als ein Jahr den Asteroiden Vesta untersucht hatte, nahm sie mit Hilfe ihres Ionentriebwerks Kurs auf Ceres, dort kam sie vor etwa zehn Monaten an. In mehreren Schritten wurde die Umlaufbahn von zunächst 75000 und 40000 Kilometer bis auf zuletzt 1300 Kilometer verringert. Ceres ist mit einem Durchmesser von etwa 975 Kilometer der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

(13. Januar 2016, Mittwoch)

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Der Weltraum, unendliche Weiten - sie faszinieren mich seit meiner Jugend. In ferne Galaxien sind wir Menschen bislang allerdings nur im Film gereist. Einige Hundert Menschen haben es bis in eine Erdumlaufbahn, mehr als ein Dutzend sogar bis zum Mond geschafft. Damit erkunden wir derzeit gerade mal unseren "Vorgarten", doch das ist mindestens genauso spannend. Von der Raumfahrt (und ein bisschen aus der Astronomie) erzählt dieses Blog. Hoch über unseren Köpfen ist immer etwas los.

von Gunter Oley
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