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Reise in den Weltraum

Blog zum Thema Raumfahrt von Gunter Oley

Nasa und Isro schicken ihre Marssonden in Urlaub

Für mehrere Wochen haben die Nasa und die Isro, die Raumfahrtagenturen der USA und Indiens, ihre Marssonden in Urlaub geschickt. Grund dafür ist eine besondere Konstellation von Erde, Sonne und Mars.

Etwa alle 26 Monate steht der Mars von der Erde aus gesehen in Konjunktion zur Sonne. So wird die Konstellation bezeichnet, wenn Erde, Sonne und Mars in einer geraden Linie stehen, unser Nachbarplanet versteckt sich quasi hinter dem Zentralgestirn. Bei der zweiten möglichen Situation, dass die drei Himmelskörper eine Linie bilden, steht der Mars in Opposition zur Sonne, dabei steht unser Heimatplanet genau zwischen Sonne und Mars.

Die Position des Mars genau hinter der Sonne führt nicht nur dazu, dass der Planet nicht beobachtet werden kann. Auch die Funkverbindung zu den derzeit fünf aktiven Forschungssonden im Marsorbit kann nicht mehr stabil aufgebaut werden.

Drei dieser Sonden hat die Nasa im Einsatz, vorgestern hat die amerikanische Raumfahrtagentur dem Mars Reconnaissance Orbiter, Mars Odyssey und der im vergangenen Jahr eingetroffenen Sonde Maven für etwa zwei Wochen Urlaub verordnet. Die Sonden schicken zwar Telemetriedaten zur Erde und teilweise auch Beoachtungsdaten ihrer wissenschaftlichen Instrumente, speichern die Daten aber zusätzlich, da nicht sicher ist, welche Übertragungen auf der Erde fehlerfrei ankommen. Sie werden nach dem Ende der Konjunktion die kompletten Datensätze noch einmal zur Erde schicken.

Auch für die beiden Marsrover Opportunity und Spirit gibt es ein eingeschränktes Arbeitsprogramm, wobei sie weder durch die Gegend fahren noch ihre Ausleger mit den Forschungsinstrumenten bewegen. Sie erfassen kontinuierlich die Atmosphärendaten und halten in Ausschau nach Veränderungen in ihrer Umgebung. Während Spirit die Daten lokal speichert und mit den Orbitern nur Statusinformationen austauscht, wird Opportunity alle Informationen an die Forschungssonden übermitteln, diese übernehmen den  Part des Zwischenspeichers. Bei diesem Rover hatte es in den vergangenen Monaten mehrfach Probleme mit einem Datenspeicher gegeben, die wiederholt zum Neustart des Bordcomputers führten.

Bereits am 27. Mai hat die indische Raumfahrtagentur Isro ihre Mars Orbiter Mission (MOM) in den Schlafmodus geschickt, alle Forschungsinstrumente wurden bis 1. Juli abgeschaltet. Die Sonde schickt in diesen Wochen lediglich Telemetriedaten zur Erde, die Auskunft über den technischen Zustand des Geräts geben.

  • Eine Videosequenz haben Forscher des DLR aus Aufnahmen der amerikanischen Sonde Dawn erstellt, die seit einigen Wochen Ceres erforscht. Dabei sind erstmals alle Regionen des Zwergplaneten mit hellen Flecken, Kratern und ausgedehnten Ebenen zu sehen.
  • Die Bodenkontrolle untersucht, ob ein Stück Weltraummüll, das von einer Minotaur-Rakete stammt, die Raumstation ISS gefährdet. Doch auch wenn ein Ausweichmanöver notwendig ist, wird die Rückkehr von Sojus TMA-15M ohne Probleme möglich sein. Dessen Besatzung Anton Schkaplerow, Samantha Cristoforetti und Terry Virts soll am Donnerstag nach 200 Tagen im All auf der Erde landen.
  • Die Beobachtung der Raumstation ISS von Süddeutschland aus ist heute beim Blick in Richtung Norden von 21.50 Uhr bis 21.57 Uhr MESZ sowie von 23.27 Uhr bis 23.33 Uhr MESZ möglich.

(09. Juni 2015, Dienstag)

 

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Über diese Kolumne

Der Weltraum, unendliche Weiten - sie faszinieren mich seit meiner Jugend. In ferne Galaxien sind wir Menschen bislang allerdings nur im Film gereist. Einige Hundert Menschen haben es bis in eine Erdumlaufbahn, mehr als ein Dutzend sogar bis zum Mond geschafft. Damit erkunden wir derzeit gerade mal unseren "Vorgarten", doch das ist mindestens genauso spannend. Von der Raumfahrt (und ein bisschen aus der Astronomie) erzählt dieses Blog. Hoch über unseren Köpfen ist immer etwas los.

von Gunter Oley
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