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Reise in den Weltraum

Blog zum Thema Raumfahrt von Gunter Oley

Rekordastronautin verlässt nach dem Kommandowechsel die ISS

Seit gestern hat die ISS mit Gennadi Padalka einen neuen Kommandanten. Nach ihrem Rekordflug verlässt Samantha Cristoforetti mit ihren Teamkameraden heute die Raumstation, die Rückreise ist auch im Livestream zu sehen.

Knapp einen Monat später als ursprünglich geplant ging gestern das Kommando über die Internationale Raumstation von der ISS-Expedition 43 zur ISS-Expediton 44 über. Terry Virts ist seit einer kurzen Zeremonie, die inzwischen Tradition hat, nur noch Bordingenieur zunächst für die Station als auch ab heute Vormittag von Sojus TMA-15M. Chef auf der ISS ist jetzt Gennadi Padalka, schon jetzt weltweit auf Platz zwei der Raumfahrer mit der längsten Einsatzzeit. Am 27. Juni wird er insgesamt den 803. Tag im All gewesen sein - und damit den bisherigen Rekordhalter Sergej Krikaljow einholen.

Heute Mittag wird Sojus TMA-15M die ISS verlassen, mit Terry Virts und Sojus-Kommandant Anton Schkaplerow macht sich auch die Rekordastronautin Samantha Cristoforetti auf den Heimweg. Mit 200 Tagen Dauer ist es der längste Raumflug, den je eine Frau absolviert hat. Zudem war sie gleich bei ihrer ersten Weltraummission länger im All als jeder ihrer Landsleute. Geplant war dies allerdings nicht, die Rekorddauer ist eine Folge des Absturzes von Progress M-27M von Ende April. Da zunächst unklar war, was zu der schweren Panne geführt hat, wurden alle Starts von Sojus-Raketen für einige Wochen untersagt, darunter auch der Flug von Sojus TMA-17M mit der Nachfolgebesatzung. Um den effizienten Betrieb der ISS zu sichern, wurde die ISS-Expediton 43 um etwa einen Monat verlängert. Bei der Gesamtaufenthaltsdauer sind der Italienerin allerdings noch mehrere US-Astronautinnen voraus.

Für ungewöhnlich lange Zeit wird nun Padalka mit nur zwei Kollegen im All arbeiten, wobei Scott Kelly und Michail Kornijenko ebenfalls über Langzeiterfahrung verfügen und jetzt sogar für fast ein ganzes Jahr auf der Station bleiben. Wenn heute Sojus TMA-15M von der ISS abdockt, bleibt der Kopplungsstutzen noch für mehr als sechs Wochen leer. Bei einem routinemäßigen Wechsel der Besatzungen ist diese Phase dagegen nur zwei Wochen lang. Nach aktuellem Stand wird die zweite Hälfte der ISS-Expedition 44, die aus Oleg Kononenko und den beiden Weltraumneulingen Kimiya Yui und Kjell Lindgren besteht, erst zwischen dem 23. und 25. Juli an Bord von Sojus TMA-17M zur ISS starten. Der genaue Starttermin muss noch einmal neu berechnet werden, denn nach einem Ausweichmänover fliegt die ISS auf einer veränderten Bahn.

Zunächst steht heute jedoch die Rückkehr von Sojus TMA-15M auf dem Programm. Am Vormittag unserer Zeit verabschiedet sich die Mannschaft und die Raumfahrer schließen die Luken. Um 12.20 Uhr legt die Sojus ab und entfernt sich von der Raumstation. Knapp drei Stunden später soll eine mehrere Minuten dauernde Bremszündung das Raumschiff auf Kollisionskurs zur Erde bringen, nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre soll es schließlich zwischen 15.30 Uhr und 15.45 Uhr MESZ an einem riesigen Fallschirm hängend die kasachische Steppe erreichen. Von der Abkopplung und der Landung berichtet NasaTV im Livestream.

  • Bei der Beobachtung mit bloßem Auge wird man heute Abend im Vergleich zu den vergangenen Wochen keinen Unterschied an der Raumstation ISS erkennen können, auch wenn sie um ein Sojus-Raumschiff kleiner ist. Die Station ist von Augsburg aus beim Blick in Richtung Norden auf dem Weg von Nordwest nach Nordost in der Zeit zwischen 21.40 Uhr und 21.47 Uhr MESZ zu sehen. Beim zweiten gut sichtbaren Überflug taucht sie gegen 23.17 Uhr in Westnordwest am Horizont auf, gegen 23.20 Uhr überfliegt sie Kempten und taucht etwas mehr als zwei Minuten später im Südosten in den Schatten der  Erde ein.

(11. Juni 2015, Donnerstag)

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Über diese Kolumne

Der Weltraum, unendliche Weiten - sie faszinieren mich seit meiner Jugend. In ferne Galaxien sind wir Menschen bislang allerdings nur im Film gereist. Einige Hundert Menschen haben es bis in eine Erdumlaufbahn, mehr als ein Dutzend sogar bis zum Mond geschafft. Damit erkunden wir derzeit gerade mal unseren "Vorgarten", doch das ist mindestens genauso spannend. Von der Raumfahrt (und ein bisschen aus der Astronomie) erzählt dieses Blog. Hoch über unseren Köpfen ist immer etwas los.

von Gunter Oley
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