Donnerstag, 22. Februar 2018

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Reise in den Weltraum

Blog zum Thema Raumfahrt von Gunter Oley

Russland will Rekord der Mondrakete Saturn V übertreffen

Die bisher stärkste Rakete, mit der Weltraummissionen gestartet wurden, war die Saturn V - sie beförderte die Apollo-Raumschiffe zum Mond. Nun will Roskosmos eine noch stärkere Rakete entwickeln.

Große Pläne muss die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos verfolgen, wenn sie die bislang leistungsstärkste Trägerrakete der Welt entwickeln lassen will. Oleg Ostapenko, der im Oktober vergangenen Jahres an die Spitze der Organisation gestellt wurde, kündigte am Dienstag an, im Laufe des nächsten Monats der zuständigen Regierungskommission Vorschläge für eine neue Schwerlastrakete zu unterbreiten. Sie soll in ihrer Grundkonfiguration bis zu 80 Tonnen Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn ( LEO - Low Earth Orbit, etwa 200 bis 2000 Kilometer) befördern können. In einer solchen Bahn fliegt auch die Raumstation ISS, die in etwa 400 Kilometer Höhe die Erde umkreist. Diese hat heute eine Masse von rund 450 Tonnen, dafür waren Dutzende Raketenstarts und Space Shuttle-Flüge notwendig.

Nach der Ankündigung Ostapenkos soll die neue Rakete jedoch auch viel stärker ausgelegt werden können und bis zu 160 Tonnen Nutzlast in den niedrigen Erdorbit beförden können. Das wären 30 bis 40 Tonnen mehr, als die Saturn V (120 bis 130 Tonnen) tragen konnte, rein auf die Masse bezogen wären für die ISS damit lediglich drei Starts nötig. Die Proton als derzeit stärkste russische Trägerrakete schafft gerade mal 20 Tonnen in eine Erdumlaufbahn. Allerdings wäre das nicht die Zweckbestimmung für die neue Rakete, heute übliche Satelliten wie auch die geplanten oder in Bau befindlichen ISS-Module können mit existierenden und bewährten Raketen ins All befördert werden. Gebraucht würde die neue Schwerlastrakete dagegen für bemannte Missionen in den tiefen Weltraum oder zu unserem Nachbarplaneten Mars.

An der Entwicklung leistungsstärkerer Raketen arbeiten derzeit mehrere Raumfahrtnationen. In Russland läuft die Entwicklung der Angara, die bis zu 40 Tonnen in den LEO bringen soll. Die US-Firma SpaceX, die in den nächsten Jahren mit ihrem Raumfrachter Dragon die ISS versorgt und damit auch größere Mengen von Material wieder zur Erde zurück bringt, plant mit der Falcon Heavy einen Träger, dessen Nutzlast bis zu 55 Tonnen schwer ist. Das Space Launch System der NASA ist für 70 bis 130 Tonnen konzipiert, dabei sollen Entwicklungen für die Saturn V und die Space Shuttle weiter genutzt werden. Ebenfalls bis zu 130 Tonnen (also etwa soviel wie bei der Saturn V) soll die chinesische Rakete Langer Marsch 9 starten können, wobei auch deren eigentliches Einsatzziel wahrscheinlich eine bemannte Mondmission sowie interplanetare Flüge sind. Die derzeit stärkste Version der europäischen Rakete Ariane 5 kann rund 20 Tonnen Nutzlast befördern (Angaben jeweils auf einen Transport in den LEO bezogen).

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Über diese Kolumne

Der Weltraum, unendliche Weiten - sie faszinieren mich seit meiner Jugend. In ferne Galaxien sind wir Menschen bislang allerdings nur im Film gereist. Einige Hundert Menschen haben es bis in eine Erdumlaufbahn, mehr als ein Dutzend sogar bis zum Mond geschafft. Damit erkunden wir derzeit gerade mal unseren "Vorgarten", doch das ist mindestens genauso spannend. Von der Raumfahrt (und ein bisschen aus der Astronomie) erzählt dieses Blog. Hoch über unseren Köpfen ist immer etwas los.

von Gunter Oley
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