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Reise in den Weltraum

Blog zum Thema Raumfahrt von Gunter Oley

Seti sucht Außerirdische auf Kepler-452b

Vor knapp zwei Wochen hat die Nasa über die Entdeckung von Kepler-452b informiert, der unserer Erde so ähnlich ist wie bisher kein anderer entdeckter Expplanet. Das Seti-Institut sucht bereits nach Signalen von Außerirdischen in diesem Sonnensystem.

Die Auswertung der Daten des Weltraumteleskops Kepler sorgt für immer neue Planetenentdeckungen. Kepler-452b ist unserer Erde ziemlich ähnlich, wenn auch sein Durchmesser etwa 60 Prozent größer ist. Doch er umkreist seinen Stern, der ebenfalls etwas größer und auch ein wenig älter als die Sonne und in rund 1400 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Schwan zu finden ist, einmal in 385 Tagen und das auch noch in einer Umlaufbahn, die in der sogenannten habitablen Zone liegt. Es ist also möglich, dass sich auf der Oberfläche flüssiges Wasser befindet, eine wesentliche Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen. Einige Erkenntnisse haben die Kepler-Daten also geliefert, die Astronomen haben aber viele offene Fragen zu dem Planeten. So konnten sie bislang noch nicht einmal seine Masse bestimmen.

Das hinderte ihre Kollegen am Seti-Institut nicht daran, das Sonnensystem mit Kepler-452b ins Visier zu nehmen. Ihr Ziel ist es, Zeichen außerirdischen intelligenten Lebens zu finden. Sie richteten das Allen Telescope Array (ATA) auf das Sternensystem und lauschten damit nach Signalen, die auf die Aktivität intelligenter Lebewesen hinweisen. Die 42 Radioteleskope, jedes mit einem Durchmesser von rund sechs Meter, haben bislang mehr als zwei Milliarden Frequenzen nach solchen Signalen durchsucht, am Ende sollen es rund neun Milliarden Frequenzen sein. Bislang wurde allerdings noch nichts gefunden, was auf Außerirdische schließen lässt.

Seth Shostak, einer der leitenden Astronomen bei Seti, lässt sich davon jedoch nicht entmutigen. In einer per Webcast übertragenen Diskussionsrunde zu den Erkenntnissen über Kepler-452b wies er darauf hin, dass es auf der Erde schon über sehr lange Zeiträume Bakterien, Trilobiten und Dinosaurier gibt oder gab. "Sie waren da", erklärte er, "aber sie haben keine Funksender gebaut."

Das Weltraumteleskop Kepler wurde am 7. März 2009 gestartet und sollte bis Ende 2012 einen Himmelausschnitt im Sternbild Schwan systematisch durchmustern, um Exoplaneten zu finden. Diese Hauptmission verlief erfolgreich, bis heute sind mehr als 1000 Planetenfunde bestätigt, es gibt aber noch einige tausend weitere Kandidaten, die noch zu überprüfen sind.

Zunächst war die Kepler-Mission verlängert worden, doch im Sommer 2013 fiel das zweite von insgesamt vier Reaktionsrädern aus. Für die genaue Ausrichtung der Sonde müssen jedoch drei dieser Räder in Betrieb sein, so dass die bisherige Nutzung von Kepler beendet werden musste. Doch mit den verbliebenen zwei Reaktionsrädern und den Triebwerken für die Höhenregelung wird das Weltraumteleskop jetzt immer wieder für etwas mehr als zwei Monate so platziert, dass es einen neuen Himmelsabschnitt durchsuchen kann. So ist zwar keine weitere volle Durchmusterung des ursprünglichen Beobachtungsgebiets mehr möglich, dafür können einige andere Himmelsregionen auf Exoplaneten überprüft werden.

  • Derzeit ist von Mitteleuropa aus die Beobachtung der Raumstation ISS wieder in den Abendstunden möglich. Heute Abend können Beobachter im Raum Augsburg sie von 21.49 Uhr bis 21.56 Uhr auf dem Weg von Südwest nach Ost sehen. Beim zweiten Überflug von 23.26 Uhr bis 23.31 Uhr MESZ taucht sie im Westen am Horizont auf, fliegt nördlich an Augsburg vorbei und wird im Nordosten beim Eintritt in den Erdschatten allmählich immer dunkler.

(03. August 2015, Montag)

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Über diese Kolumne

Der Weltraum, unendliche Weiten - sie faszinieren mich seit meiner Jugend. In ferne Galaxien sind wir Menschen bislang allerdings nur im Film gereist. Einige Hundert Menschen haben es bis in eine Erdumlaufbahn, mehr als ein Dutzend sogar bis zum Mond geschafft. Damit erkunden wir derzeit gerade mal unseren "Vorgarten", doch das ist mindestens genauso spannend. Von der Raumfahrt (und ein bisschen aus der Astronomie) erzählt dieses Blog. Hoch über unseren Köpfen ist immer etwas los.

von Gunter Oley
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