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Reise in den Weltraum

Blog zum Thema Raumfahrt von Gunter Oley

Sojus zündet Triebwerk und wirft die ISS aus der Bahn

Mit Hilfe von Progress M-26M hat die Bodenkontrolle am Montag die Bahn der Raumstation ISS angehoben, um einem Stück Weltraumschrott auszuweichen. Einen Tag später zündete ein Triebwerk von Sojus TMA-15M - das war jedoch nicht so geplant.

Gleich zwei Änderungen ihrer Umlaufbahn hat die Raumstation ISS an den vergangenen beiden Tagen durchgeführt. Die erste Bahnänderung war zwar sehr kurzfristig geplant, fand dann aber wie vorgesehen statt. Am Montagabend kurz vor 22 Uhr unserer Zeit zündete die russische Bodenkontrolle die Triebwerke des Raumfrachters Progress M-26M für fünf Minuten und 22 Sekunden. Auf diese Weise wurde die Umlaufbahn der ISS um wenige hundert Meter angehoben.

Das Manöver wurde aus Sicherheitsgründen durchgeführt, weil die Station auf ihrer ursprünglichen Bahn einem Trümmerteil einer Minotaur-Rakete, die im Jahr 2013 gestartet war, gefährlich nahe gekommen wäre. Anders als bei einem routinemäßigen Bahnmanöver zum Anheben der Flugbahn der ISS, bei dem aufgrund eines Programmierfehlers die Zündung der Triebwerke erst beim zweiten Versuch gelungen war, funktionierte diesmal alles wie berechnet und die ohnehin geringe Gefahr einer Kollision der Raumstation mit dem Überrest der Rakete war eliminiert.

Die Besatzung der ISS ist bei solchen Manövern im Normalfall passiver Beobachter, oft werden sie sogar dann durchgeführt, wenn die Crew schläft. Alexander Gerst erzählte von den mitunter lustigen Effekten, wenn sich bislang frei schwebende Gegenstände aufgrund der Beschleunigung der Station plötzlich auf den Weg in Richtung Heck machen. In Vorbereitung solcher Bahnmanöver muss die Besatzung daher auch alles in Boxen verstauen oder hinter Spanngummis festklemmen, was nicht durch die gesamte Station fliegen soll. Auch einzelne Experimente müssen dann unterbrochen werden, bei denen es auf die Schwerelosigkeit ankommt.

Am Dienstagabend veränderte die Raumstation ISS erneut ihre Flugbahn - diesmal jedoch völlig überraschend. Bereits im Tagesverlauf hatten Anton Schkaplerow, Samantha Cristoforetti und Terry Virts in Sojus TMA-15M zur Probe gesessen und die Abläufe geübt, die beim für Donnerstag vorgesehenen Rückflug mit dem Raumschiff durchgeführt werden müssen. Am Abend fanden vom Boden gesteuert aus Funktionstests des Raumschiffs und seines Kopplungssytems statt, bei denen plötzlich eines der Triebwerke der Sojus zündete - diese Zündung war allerdings nicht vorgesehen. Es gelang jedoch schnell, das Triebwerk wieder abzuschalten, mit einer Reihe weiterer Steuertriebwerke wurde die Station in ihrer Umlaufbahn stabilisiert, so dass zum Beispiel alle Forschungskameras je nach Aufgabe wieder in Richtung Erde oder Weltraum schauen und die Solarpanele in Richtung Sonne ausgerichtet sind und damit die Energieversorgung sichern.

Was der Grund für die ungeplante Triebwerkszündung war, blieb zunächst unklar. Die Bodenkontrolle ging am Dienstagabend jedoch davon aus, dass es keinen Grund dafür gibt, die Rückkehr von Sojus TMA-15M zu verschieben. Morgen Mittag gegen 12.20 Uhr MESZ soll das Raumschiff von der Station abkoppeln und gegen 15.40 Uhr MESZ landen.

  • Heute Abend fliegt die Raumstation ISS zunächst im Norden an Augsburg vorbei, sie taucht gegen 22.34 Uhr im Westen auf und verschwindet gegen 22.40 Uhr im Osten hinter dem Horizont. Auf dem Flug von Westen nach Süden ist sie kurz nach Mitternacht noch einmal von 0.10 Uhr bis etwa 0.13 Uhr MESZ zu sehen, von Augsburg aus gesehen taucht sie beim Blick in Richtung Südwesten in den Erdschatten ein.

(10. Juni 2015, Mittwoch)

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Der Weltraum, unendliche Weiten - sie faszinieren mich seit meiner Jugend. In ferne Galaxien sind wir Menschen bislang allerdings nur im Film gereist. Einige Hundert Menschen haben es bis in eine Erdumlaufbahn, mehr als ein Dutzend sogar bis zum Mond geschafft. Damit erkunden wir derzeit gerade mal unseren "Vorgarten", doch das ist mindestens genauso spannend. Von der Raumfahrt (und ein bisschen aus der Astronomie) erzählt dieses Blog. Hoch über unseren Köpfen ist immer etwas los.

von Gunter Oley
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