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Reise in den Weltraum

Blog zum Thema Raumfahrt von Gunter Oley

Zwei Monde tanzen chaotisch um den Pluto herum

Erst seit zehn Jahren wissen die Astronomen, dass der Zwergplanet Pluto und sein Begleiter Charon Monde haben. Zwei der aktuell vier bekannten Himmelskörper bewegen sich dabei auf völlig chaotischen Umlaufbahnen.

Mit dem Weltraumteleskop Hubble haben Wissenschaftler der Nasa in den vergangenen Monaten noch einmal den Pluto und seinen Begleiter Charon ins Visier genommen. Die beiden Zwergplaneten bilden ein Doppelsystem, sie kreisen dabei um einen gemeinsamen Masseschwerpunkt. Erst vor zehn Jahren entdeckten Astronomen die beiden Monde Nix und Hydra. Noch zwei weitere Monde - Kerberos und Styx - kamen 2011 und 2012 dazu, damals suchte Hubble in der Umgebung des Pluto nach Objekten, die für die Forschungssonde New Horizons eine Gefahr darstellen könnten. Die Sonde wird Mitte Juli das System des Zwergplaneten in wenigen tausend Kilometern Entfernung passieren.

Eine neue Beobachtungskampagne hat nun ergeben, dass die beiden zuerst entdeckten Monde Nix und Hydra auf chaotischen Umlaufbahnen um Pluto und Charon kreisen. Würde man sich auf einem der Monde aufhalten, ginge die Sonne an jedem Tag in einer anderen Richtung über dem Horizont auf. Die Astronomen vermuten, dass sich beim Umlauf von Pluto und des nur etwa halb so großen Charon das Gravitationsfeld aufgrund der unterschiedlichen Masse der beiden Himmelskörper ständig ändert. Dadurch werden die beiden Monde, die einen Durchmesser von einigen Dutzend Metern und die Ei-Form eines amerikanischen Footballs haben, ständig in andere Bahnen gezwungen.

Diese Bewegung zu erforschen wird eine der Aufgaben von New Horizons sein, die Forscher erwarten sich dabei auch Erkenntnisse, wie sich Planeten in Doppelsternsystemen bewegen. Ein weiteres Ziel ist die Suche nach dem Grund für die ungewöhnliche Oberfläche von Kerberos. Der Mond ist schwarz wie ein Kohlebrikett, während die Oberfläche der anderen Monde hell wie Sand ist.

  • Eine seltenes Schauspiel bietet die Raumstation ISS heute Nacht, wenn sie von Augsburg aus zu sehen ist. Die ersten beiden sichtbaren Überflüge finden von 22.10 Uhr bis 22.17 Uhr MESZ und von 23.47 Uhr bis 23.54 Uhr MESZ statt, dabei fliegt Station jeweils nördlich vorbei. Bei der dritten Beobachtungsmöglichkeit taucht sie am frühen Samstagmorgen um 1.24 Uhr im Westen auf und fliegt direkt auf Augsburg zu, um 1.27 Uhr MESZ erreicht sie den höchsten Punkt ihrer Bahn fast genau über der Fuggerstadt. Doch kurz darauf wird der helle Punkt immer kleiner - um 1.28 Uhr, wenn die Station in südöstlicher Richtung die Grenze zu Österreich überfliegt, erreicht sie den Erdschatten und ist dann ohne technische Hilfsmittel nicht mehr zu sehen.

(05. Juni 2015, Freitag)

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Über diese Kolumne

Der Weltraum, unendliche Weiten - sie faszinieren mich seit meiner Jugend. In ferne Galaxien sind wir Menschen bislang allerdings nur im Film gereist. Einige Hundert Menschen haben es bis in eine Erdumlaufbahn, mehr als ein Dutzend sogar bis zum Mond geschafft. Damit erkunden wir derzeit gerade mal unseren "Vorgarten", doch das ist mindestens genauso spannend. Von der Raumfahrt (und ein bisschen aus der Astronomie) erzählt dieses Blog. Hoch über unseren Köpfen ist immer etwas los.

von Gunter Oley
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