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Die Miami Heat, Dirk Nowitzkis Finalgegner aus dem vergangenen Jahr, haben in den Playoffs in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA schon fast ihre Rückkehr in die Finals sicher - obwohl sie erst eine Partie absolviert haben. Doch beim Spiel der Chicago Bulls gegen die Philadelphia 76ers riss beim besten Bulls-Akteur Derrick Rose das vordere Kreuzband. Der Aufbauspieler wird frühestens kommende Saison wieder ins Geschehen eingreifen können. Damit ist der Weg quasi frei für die Heat, die in der Ost-Gruppe keinen weiteren ernsthaften Konkurrenten mehr haben.
Im Westen herrscht dafür drangvolle Enge an der Spitze. Dirk Nowitzki rettete sich mit seinen Dallas Mavericks nach einer durchwachsenen Saison als Siebter der West-Gruppe in die Playoffs. Das erfahrene Team scheint aber seine Endrunden-Form rechtzeitig gefunden zu haben. Im ersten Spiel der Serie brauchten die Oklahoma City Thunder einen Wurf in letzter Sekunde ihres Superstars Kevin Durant, der mit freundlicher Unterstützung von Ring und Brett noch den Weg in den Korb fand.
Mit ein wenig Glück können die Mavericks die Serie gegen die Thunder offen gestalten und in einem siebten Spiel durch ihre Erfahrung vielleicht sogar eine Sensation schaffen. Die direkten Duelle stehen zumindest nicht so schlecht für Dallas, dass man von einer klaren Niederlage ausgehen müsste. Für den ganz großen Wurf fehlt den Mavericks allerdings ihr Defensiv-Anker der letzten Saison: Center Tyson Chandler wechselte vor der Saison nach New York. Ohne den Abräumer könnte ein Seriensieg zwar möglich sein, für eine Rückkehr in die Finals wird es in der bärenstarken Western Conference aber nicht reichen.
Die weiteren Favoriten:
San Antonio Spurs: Der dicht gedrängte Spielplan konnte den alten Knochen der Texaner nichts anhaben. Souverän holten sie sich den ersten Platz im Westen und Heimrecht für die gesamten Playoffs. Dabei schaffte es Trainerfuchs Gregg Popovich, die Minuten seiner Stars so weit zu begrenzen, dass Tim Duncan, Manu Ginobili und Tony Parker frisch in die Endrunde starten können. Die Ruhepausen schadeten dem Team überhaupt nicht: Die Spurs gewannen 21 der letzten 23 Sasionspiele. Zudem verstärkte sich die Mannschaft zur Saisonhalbzeit mit dem Flügelspieler Stephen Jackson, Aufbau Patty Mills und Center Boris Diaw.
Fraglich ist allerdings, ob sich der neue Offensivstil der Spurs auf das langsamere, defensivorientierte Spiel in der Endrunde übertragen lässt. Denn in der Abwehr sind die Sporen nicht mehr die Macht, die sie einst waren. Vor allem gegen Mannschaften, die mit zwei offensivstarken Männern am Brett aufwarten können, machen den Spurs Probleme. Im vergangenen Jahr brachte ihnen diese Schwäche das Aus in der ersten Runde gegen Memphis. Jetzt treffen sie auf die Utah Jazz, die mit Paul Millsap und Al Jefferson ebenfalls zwei Offensivwaffen am Brett haben. Weitere potentielle Hindernisse: Memphis und die LA Lakers.
Eben diese Los Angeles Lakers sind die zweite favorisierte Mannschaft im Westen - und gleichzeitig die größte Wundertüte. Superstar Kobe Bryant musste in der Endphase der Saison lange verletzt aussetzen. Besonders eingespielt sind die Lakers also nicht. Dazu kommt, dass Center Andrew Bynum auch nicht in jedem Spiel seine Topleistung abruft. Drittes Hindernis ist Metta World Peace, der nach einem brutalen Ellenbogenschlag gegen Oklahomas James Harden, für insgesamt sieben Spiele gesperrt wurde.
Im vergangenen Jahr präsentierten sich die Lakers in der Serie gegen Dallas als wenig funktionale Einheit und konnten dem Druck der Texaner nicht standhalten. Fraglich, ob sie in diesem Jahr das Zeug zum Titelkandidaten haben. Gute Chancen hätten sie nur, wenn sich Center Bynum dazu entschließen könnte, in jedem Spiel sein großes Talent abzurufen und Kobe Bryant seine übliche Dominanz zeigt.
Die Oklahoma City Thunder gelten gemeinhin als Top-Favorit im Westen. Doch die junge Mannschaft muss erst noch beweisen, dass sie in einer engen Serie gegen die erfahrenen Recken aus San Antonio oder LA bestehen kann. Im vergangenen Jahr kauften die Dallas Mavericks den jungen Wilden um Kevin Durant den Schneid ab. Wichtig wird sein, dass Aufbauspieler Russel Westbrook seine Nerven im Griff hat und nicht auf Teufel komm raus versucht, Spiele im Alleingang zu drehen. Falls Westbrook seine Aufgabe im Schlussviertel konsequent als Passgeber interpretiert, könnten die Thunder tatsächlich den Weg bis ins Finale gehen.
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