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Jetzt sind sie da, die Eisheiligen - und pünktlich mit ihnen schlechteres Wetter. Was für ein Glück, dass ich schon vorher auf die Jogging-Trainingsstrecke gegangen bin.
Am späten Abend sind Temperaturen richtig angenehm. So zieht es mich leicht hinaus nach einem langen Arbeitstag. Meine Tochter will mit. So geht es wieder los in Richtung Hirschfelden, zurück wollen wir aber oben am Waldrand entlang laufen, damit wir einen weichen Untergrund unter den Laufschuhsohlen haben. Der Lauftag ist offenbar gut gewählt, denn meine Glieder machen gut mit.Kein Vergleich zum vorigen Training.
Gerade laufen wir von Hirschfelden hinauf zum Waldrand, als uns ein Schreck durchfährt: Ein Feldhasse springt aus seiner Sasse am Feldrand und hoppelt ganz knapp vor unseren Füßen über den Weg und weiter Haken schlagend davon über den Acker. Damit hatten wir nicht gerechnet. Wie schnell er ist. Kein Vergleich zu dem Tempo, das wir Joggerinnen an den Tag legen. Beim Nachspielen des Märchens "Der Hase und der Igel", wäre meine Rolle also ganz klar die des Stacheltiers. Ich sinniere ein wenig darüber nach, wie lange es wohl dauern würde, so zu trainieren, bis ich hasenschnell durch die Landschaft spurten könnte, doch das rückt schnell als Utopie außer Betracht.
Obwohl - habe erst in der Zeitung gelesen, dass ein Sportler vom SV Mindelzell, also ganz bei uns in der Nähe, die EM-Bronzeemedaille im 100-Kilometer-Lauf gewonnen hat. Der Wahnsinn: Allein diese Zahl... 100 Kilometer ... Mehr als die doppelte Marathon-Distanz... Das ringt mir Respekt und Bewunderung ab. Was sind da schon meine 5 bewältigten Kilometer , auf die ich so stolz bin, dagegen? Nun, ich lasse mich davon nicht runterziehen, eher spornt mich der Gedanke an, dass Menschen zu solchen Leistungen fähig sind.
Das Gelände ist jetzt etwas hügelig, doch das Laufen klappt gut. Meine Tochter wundert sich über meine Kondition, die viel besser ist als bei unserem letzten gemeinsamen Laufversuch. Das war noch im letzten Aprildrittel. Ich habe damals ziemlich gekeucht und zwischendurch immer mal wieder gehen müssen. Davon bin ich meilenweit entfernt. Meine Fitness hat ziemlich zugenommen. Ob sie andere Sportler vereits als gut bezeichnen würden...?? Aber für mich selber ist es auf jeden Fall ein Fortschritt. Und darauf kommt es ja an.
Es wird jetzt schon ziemlich dunkel, und wir sind froh, schon nahe der Siedlung zu sein. Jetzt freuen wir uns auf die Dusche und darüber, dass wir so spät am Abend noch einen Firschluftgenuss hatten. Und der Hase "der war schon echt süüüüß", sagt meine Tochter.
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