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Gestern abend gings wieder los: Ab in den Wald und auf die Joggingstrecke. Ich bin ein bisschen später dran als die Gruppe, aber mental voll drauf gepolt, meinen Körper - getragen von meinen Füßen - ordentlich in Bewegung zu bringen. Ich weiß, ich werde die anderen noch treffen und laufe zuversichtlich los.
Es dauert nicht lange und schon kommen mir die ersten Laufpartner von ihrer Runde entgegen. Auch Trainer Christoph - immer noch auf dem Fahrrad. Alle begrüßen mich freundlich und Christoph verspricht, später nochmal umzudrehen und mich auf der Strecke zu besuchen.
Ich trabe voran - im Kopf das Ziel, weiter als bis zum Bauwagen, dem Umkehrpunkt vom letzten Mal, zu kommen. Doch irgendwie beschleichen mich Zweifel... Die Beine fühlen sich an wie Blei - am Montag war ich offenbar besser drauf. Ich zwinge mich nach vorn. Eine Aufgeberin war ich eigentlich noch nie. In mir steckt eher die zähe Kämpferin, die weiß, dass mancher Erfolg hart erarbeitet werden muss. Also Augen zu, die Bleischwere ignorieren und durch ...
Das lohnte sich im Nachhinein betrachtet wirklich! Etwa ab dem Waldpavillon (nach 1 gelaufenen Kilometer) komme ich in einen echt meditativen Trott. Jeder Schritt ist ein Rhythmusschlag und monotoner immer gleicher Taktgeber. Die Gedanken beginnen zu fliegen und verflüchtigen sich schließlich vollends. Ich bin allein mit mir, meinem Atem, meinen Schritten. Fast wie eine endlos laufende Maschine mit unerschöpflicher Energie funktioniere ich. So könnte ich ewig weiter laufen und zum Kilometerfresserchen werden. Ich passiere die Brücke und den Bauwagen - von Christoph noch keine Spur - macht nix, ich komme gerade super allein zurecht.
Noch zwei Wegabzweigungen lasse ich hinter mir und mache mich dann auf den Rückweg Richtung Wanderparkplatz. Wie ein Uhrwerk lauft "Maschine Annegret" und etwa am Bauwagen erreicht mich Trainer Christoph - und ist begeistert. So weit vom Ausgangspunkt entfernt hätte er mich nicht erwartet.
"Ja ganz gut!", strahlt er, was mich natürlich auch beflügelt. Er findet das eine tolle Steigerung und führt mir den 1. Laufabend vor 3 Wochen vor Augen. Sofort fallen mir meine damals nach kürzester Zeit schmerzenden Waden ein. An diesen unfitten Zustand will ich gar nicht mehr zurückdenken. Jedenfalls ist jetzt klar, dass man es tatsächlich schaffen kann, auf 10 Kilometer Laufstrecke zu kommen. Christoph kontrolliert noch mein Tempo - und ist zufrieden. Ich bin nicht zu schnell, habe also alleine den richtigen und nicht überfordernden Rhythmus gefunden. Objektiv betrachtet bewege ich mich zwar kaum schneller als ein flotter Fußgänger vorwärts, "aber daran darf man nicht denken", sagt Christoph. "Du hast ja durch das Abfedern und den Laufschritt einen viel höheren Energieumsatz als ein Fußgänger", erklärt er. Das genügt mir fürs Erste. Nur keinen überzogenen Ehrgeiz aufkommen lassen ...
Nach einer Weile biegt Christoph ab in Richtung Krumbach. Er hat noch was vor. Ich laufe allein zurück zu meinem inzwischen einsam dastehenden Auto, mache noch ein paar Dehnübungen und denke bei mir "Mehr als 5 Kilometer gelaufen. Erfolg schenkt Glück ", und fahre zufrieden heimwärts.
Nächster Lauftreff ist wieder am Dienstag. Ich denke, diesmal schaffe ich es, vorher noch einen Allein-Trainigstermin einzulegen.
Bis dann ...
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