Montag, 22. Dezember 2014

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FCA-Viererkette

Alles rund um den FC Augsburg

Alessandro, Jürgen und Dominik - Söhne berühmter Väter

Die wenigen FCA-Fans, die am vergangenen Wochenende zu den Testspielen des FC Augsburg mit nach Regensburg und Straubing fuhren, staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass Alessandro Riedle das FCA-Trikot anziehen wird. Der Sohn des namhaften  Weltmeisters Karl-Heinz Riedle, der von 1983 bis 1986 seine erfolgreiche Fußball-Lehre beim FC Augsburg absolvierte, sucht derzeit einen Verein. Am besten natürlich in der Fußball-Bundesliga. Doch in Augsburg wird es mit einem Engagement des jungen Allgäuers nichts werden.

Teilt Alessandro das Schicksal anderer Söhne berühmter Väter? Haben es die Nachkommen  einstmals bekannter  Kicker schwerer Karriere zu machen, als andere junge Kicker, die keinen bekannten Familiennamen tragen? Es scheint fast so zu sein. Denn vermutlich wird von ihnen auf dem Platz immer etwas ganz Besonderes erwartet, frei nach dem Motto: „Wie der Vater, so der Sohn". Doch zurück zum jungen Riedle: Ehe  er in Augsburg vorspielte, suchte er seine Chance beim VfL Bochum und dessen Trainer Peter Neururer (58): „Ganz klar ein Riedle. Alessandro geht mit dem Kopf dahin, wo andere noch den Fuß hinhalten ", sagte Neururer, doch ein Arbeitspapier durfte Riedle Junior im Ruhrpott nicht unterzeichnen.

Auch in Augsburg waren die Verantwortlichen von dem jungen Allgäuer nicht überzeugt, er benötige Spielpraxis, diese könne man ihm beim FCA nicht garantieren. Die Suche geht weiter, das nächste Casting ist wohl schon terminiert.

Alessandro kickte zuletzt beim AC Bellinzona (18 Spiele/2 Tore), davor für die Grasshopper Zürich (18/4) in der Schweiz. Doch Bellinzona hat finanzielle Sorgen, muss Spieler abgeben, der junge Allgäuer hat seinen Vertrag bei den Eidgenossen aufgelöst. Schon mit 18 Jahren startete der junge Riedle einen Versuch beim Bundesligisten VfB Stuttgart. Doch der endete nach nur einem Jahr.

Auch für Jürgen Haller lag die Messlatte hoch. Vater Helmut war der filigrane Weltstar, Jürgen musste sich viel erarbeiten. Immerhin, er kickte beim FCA in der ersten Mannschaft, wurde auch Profi, spielte eine Saison sogar mit Blau-Weiß Berlin im Oberhaus.

Stefan Beckenbauer, der Sohn des „Kaisers" galt bei den Bayern als großes Talent, wechselte zu den „Löwen" und brachte es im Trikot des 1.FC Saarbrücken auf zwölf Bundesligaspiele. Doch aus dem Schatten seines großen Vaters Franz konnte der junge Beckenbauer nie heraustreten. Heute ist Stefan Nachwuchsscout beim FC Bayern München.

Kevin Völler, Sohn des berühmten Weltmeisters von 1990, schaffte ebenfalls nie den Durchbruch. In der Jugend spielte bei den Junioren von Bayer Leverkusen. Als Stürmer, wie der Herr Papa. Dann kickte er beim KFC Uerdingen, zweite Mannschaft, Kreisliga B. Im Sommer wechselte er zum Oberligisten Jahn Hausfeld. Der nächste Anlauf auf der Karriereleiter.

Immerhin bis in die zweite Liga brachte es Dino Toppmöller, der Sohn des ehemaligen Nationalstürmers Klaus Toppmöller. Dino trat u.a. beim VfL Bochum, der Frankfurter Eintracht und einige Monate auch beim FCA gegen den Ball.

Völlig anders verlief bisher die Karriere von Benjamin Kirsten. Er hat zwar das sportliche Talent seines Vaters geerbt, doch bei Benjamin fließt - anders als bei seinem Vater Ulf - kein Stürmerblut. Der 24-Jährige steht beim Zweitligisten Dynamo Dresden im  Tor und tritt damit in die Fußstapfen seines Papas, der einst für den sächsischen Traditionsklub und nach der Wende viele Jahre für Bayer Leverkusen stürmte.

Aus dem Schatten seines Vaters Alois Reinhardt, der für den 1. FC Nürnberg, Bayer Leverkusen und den FC Bayern München spielte und auch vier mal das Trikot der Nationalmannschaft trug, konnte FCA-Profi Dominik Reinhardt zumindest teilweise heraustreten. Auch er kam in seiner bisherigen Laufbahn für den Club und den FCA auf über 100 Auftritte im Oberhaus. Und da sollen noch einige hinzukommen. Das hoffen wir zumindest.

- Herbert Schmoll -

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