Samstag, 25. Oktober 2014

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Menschenskinder

Vom ganz normalen Alltagswahnsinn

Sixpack für Sechsjährige

Er weiß genau, wie er einmal sein will. Eher klein, viele „Muckis“ und dünn. Denn dann, so denkt sich’s der Sechsjährige aus, ist er schnell und hat viel Kraft. Wie konkret seine Vorstellungen inzwischen sind, zeigt sich am Morgen im Bad. Der Bub liegt nackt auf dem Teppich, zieht den Bauch fest ein und fragt: „Hab’ ich einen Sixpack?“ Der Rippenbogen ragt hervor, darunter die Bauchhöhle. Muskelpakete sind nicht erkennbar. Drum streckt er den Bauch weit raus. Eine süße Wölbung, echt zum Knutschen. Aber ein Sixpack?

Am besten nicht hoch hängen, beschließen die etwas überraschten Eltern. Die hat zuvor schon der große Bruder mit „Figurproblemen“ konfrontiert. Der Achtjährige glaubt, dass er zu dünn ist, und will mehr essen.

Au Backe, das hat er tatsächlich öfter gehört von Mama und Papa, die der Anblick des schmalen Kindes manchmal regelrecht erbarmt. Sie haben sich nichts Schlimmes dabei gedacht, aber seither vermeiden sie tunlichst Anspielungen in diese Richtung. Sie wissen ohnehin, wo er’s herhat. Der Großvater war Schneider, der Urgroßvater auch und der Ururgroßvater ebenso ... Nun leisten Mama und Papa Aufbauarbeit und helfen sich mit Astrid Lindgrens Karlsson. Der sagt von sich, er sei „ein Mann in seinen besten Jahren, gerade richtig dick“. Oder dünn. Auf jeden Fall richtig.

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Über diese Kolumne

"Menschenskinder" sind immer für eine Überraschung gut. Mal sind sie krank, mal sind sie wütend, oft sind sie lieb und ständig haben sie neue Ideen. Ein Tag mit Kindern ist meistens spannend. Die lieben Kleinen sehen das Leben mit anderen Augen. Sie können sich über Kleinigkeiten freuen, sie bringen einen zum Lachen und an die frische Luft, sie gehen einem zu Herzen und können einen in den Wahnsinn treiben. Redakteurin Carmen Jung schildert in ihrem Blog den ganz normalen Alltagswahnsinn einer Familie mit zwei Buben.


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