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Am Nachmittag fließen bittere Tränen. Der Achtjährige weiß: Am Abend ist Champions-League-Halbfinale und er sitzt nicht vor dem Fernseher. Die Welt ist ungerecht. Er versteht sie sowieso nicht: Warum nur müssen die Spiele immer am Mittwoch sein? Viel zu spät für ein Schulkind. Das findet er zwar nicht, aber seine Eltern und damit ist der Fall entschieden.
Der Nachbar bringt ihn schließlich auf eine Idee: am Nachmittag schlafen und dann abends fit sein. Das kündigt der Achtjährige unter Tränen an, bevor er sich gegen 15 Uhr ins Bett legt.
War klar: Er macht kein Auge zu. Nach wenigen Minuten ist die „Nacht“ vorbei. Den Buben lockt die Hoffnung aufs Finale. Das zumindest könnte doch am Wochenende sein, macht Mama Mut. In der Zeitung steht’s: Es ist der 19. Mai und das ist ein Samstag. Mama verspricht dem Fan: Da ist er dabei. Hoffentlich auch die Bayern, denkt sie sich im Stillen.
Am Abend liegen die Kinder im Bett und die Eltern sitzen vor dem Fernseher. Eigentlich sind sie schon zur Halbzeit müde. Die Spannung hält trotzdem wach. Bis zum letzten Schuss. Mama persönlich hätte ein Bayern-Ausscheiden gut verschmerzt. Für ihren Sohn aber drückt sie ihnen inständig die Daumen. Glück gehabt, sie kann ihn mit einer guten Nachricht wecken.
Aber warum nur müssen die Spiele immer am Mittwoch sein? Viel zu spät für Eltern.
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