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Das Geschrei aus dem Kinderzimmer klingt nicht nach Unfall und nicht nach Streit. Aber es klingt dringend. Und schon stürmen die Buben die Treppe herunter. Der Sechsjährige präsentiert in Begleitung seines zwei Jahre älteren Bruders stolz seinen ersten entwurzelten Wackelzahn und die dazu passende Lücke.
Drei Monate hat ihn der „Wackelkandidat“ geplagt, jetzt hält der Bub den kleinen Plagegeist endlich in den Händen. Seine Augen glänzen fast so sehr wie an Weihnachten. Inbrünstig stellt er fest: „Wenn einer sagt, ich bin klein, dann zeig ich ihm den Zahn und dann weiß er, dass ich groß bin.“
Das erste Zähnchen birgt noch einen zweiten Zauber: den Besuch der Zahnfee. Mama erklärt: Die Fee nimmt das kleine weiße Etwas mit und legt ihm dafür über Nacht ein Geschenk vor die Zimmertüre. Wenn es aber eine ganz Liebe sei, lasse sie den Zahn trotzdem da, sagt ihm die Mama. Also drapiert der Sechsjährige vor dem Zubettgehen das Stück liebevoll auf einem kleinen Turm. Und, oh Wunder: Am nächsten Morgen liegt dort die schon lang ersehnte Müslischale im Ritterdesign, darin findet sich das Zähnchen. Der Bub ist selig. Später sagt er vergnügt: „Das ist der schönste Zahn, der mir je ausgefallen ist.“ Wer möchte da widersprechen?
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