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Es hat etwas von Alice im Wunderland. Ich folge zwar keinem Kaninchen in seinen Bau. Dafür ist meine Neugier ebenfalls unermesslich groß, als ich die Treppenstufen in den Keller hinuntergehe und in der Bar lande. Die Schiemann-Brüder haben vor kurzem ihren Fuggerkeller eröffnet und kommen seither in fast jedem Gespräch vor. „Warst du schon da?“, werde ich laufend gefragt und frage auch jeden, den ich treffe „Warst du schon da?“. Lange haben sie an ihrem Traum gearbeitet, haben viel saniert und investiert und nun ihren Traum wahr gemacht.
Der führt den Gast und somit auch mich erst einmal in eine Bar an der Maximilianstraße. Von dort aus geht es sofort weiter: Bin ich gerade noch in der gemütlichen Tapas-Bar mit dumpfen Licht, ein paar Hochtischen, einer wagenradgroßen Deckenlampe, habe den Duft von Oliven in der Nase, bin ich im nächsten Moment, vorbei an einem Kamin und einer langen Tafel, schon im Restaurant.
Und dafür muss ich - anders als Alice – keine Getränke zu mir nehmen, die mich verkleinern oder vergrößern, sondern gehe gerade einmal fünf Schritte. Getränke nehme ich natürlich trotzdem zu mir, und zwar im Restaurant mit Blick auf die nächste Welt: die ist weiß – weiße Loungemöbel und weiße Wände. Einzig das blaue und lilafarbene Licht hüllt den Raum in immer wieder andere Farbspiele.
Im Restaurant ist jeder Tisch besetzt, auch wandern im Verlauf des Abends andere Neugierige durch die verschiedenen Welten. Aber es ist trotzdem Platz genug für weitere Gäste. Vielleicht traut sich der eine oder andere noch nicht in den Keller, denke ich mir. Dabei wartet dort keine Herzkönigin, die einem den Kopf abhacken will.
Meine Freundin und ich testen uns durch die Karte, essen leckere Spinatnocken und Kürbis-Risotto und löffeln den Zitronen-Bratapfel- mit Rosmarin-Eis aus Buttermilch um die Wette. Das Schöne ist, dass sich der ganze Abend zwischen diesen Welten abspielen kann. Nach dem Essen ziehen wir mit unserem Getränk an die Tapas-Bar, um uns am Ende doch auf einer der weißen Couchen gepflegt abzulegen. Wer hier hergeht, muss in der kalten Novembernacht nicht von einer Lokalität in die nächste ziehen.
Ich wähle später trotzdem die Treppe nach oben und nehme noch einen Absacker in der Berghütte und ziehe in die Auster weiter. Zwar nicht märchenhaft, aber auch schön.
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