Sonntag, 17. Dezember 2017

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Die Kolumne über das Nachtleben

Blues Brothers: Achtung m-i-t-r-e-i-ß-e-n-d!

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“, sagt Hannibal, Anführer einer Gruppe ehemaliger Soldaten, die Menschen in Notlagen helfen, stets am Ende jeder Sendung der amerikanischen Serie „Das A-Team“. Was die Serie mit den Blues Brothers zu tun hat? Auf den ersten Blick wenig. Die Serie wurde zwischen 1983 und 1987 gedreht, der Kult-Film erschien bereits 1980. Auf den zweiten Blick passt die bekannte Serien-Melodie dann aber doch wunderbar in das Blues-Brothers-Stück, das gerade auf der Freilichtbühne gezeigt wird. Denn das Musical hat etwas herzlich erfrischendes, ja, was in Augsburg nicht ganz alltäglich ist, etwas m-i-t-r-e-i-ß-e-n-d-e-s (!).


Das beginnt bereits in den Anfangsminuten, als eine freche Bedienung des Fastfood-Restaurants mit einem Burger auf dem Kopf die Bühne betritt. Da wird mir klar: das Musical ist auf jeden Fall ein Hingucker. Nicht nur, dass das Areal am Roten Tor ein besonders schönes ist – die Macher des Musicals haben es auch besonders gut genutzt. Oft weiß der Besucher gar nicht, wo er zuerst hinblicken soll, so viel gibt es zu entdecken.
Tänzer mit tollen Outfits (Wann ist der nächste Fundus-Verkauf?), das Blues-Brothers-Auto, das hier nicht fehlen darf, blinkende Autoscooter und natürlich die Bühne, mitten im Red Gate Park. Sie ist Dreh- und Angelpunkt des Stücks, bestens bespielt mit der Blues Brothers Band um Tim Allhoff und die die allsamt starken Sänger.
Die erste Bewährungsprobe, für das Publikum ist „Minni the Moocher“. Hier vermittelt der Sänger innerhalb kürzester Zeit, dass die Refrains mitgesungen werden sollen. „Hi de hi de hi de hi“ und „Ho de ho de ho de ho“ gehen ja noch, aber bei „Skeedle-a-booka-diki biki skeedly beeka gookity woop!“ ist es bei den meisten dann ganz aus. Ein Teil der am Freitagabend ausverkauften Freilichtbühne singt lautstark mit. Teilweise ist das Publikum passend mit Hut und Sonnenbrille gekleidet.
In meiner näheren Umgebung ist es anders: Ich sitze in einem besonders lahmen Eck. Es wird wenig gesungen, geschunkelt oder mit mit den Fingern geschnippt. Ein Paar in der Reihe vor mir schafft es, kein einziges Mal an diesem Abend zu klatschen. Und das muss man bei einem Musical erst einmal schaffen.


Vielleicht hat es ihnen auch einfach nicht gefallen. Wer eingefleischter Fan des Kult-Films ist oder auf einen ausführlichen Handlungsstrang hofft, wird womöglich enttäuscht. Wer sich mit Hits aus dem Film, aber auch anderen Ohrwürmern einen kurzweiligen Abend gönnen will, ist genau richtig. Ich habe Glück: Auch die Melodie einer meiner Lieblingssendungen „Das A-Team“ wird mit verwurschtelt und untermalt bei den Blues Brothers eine rasante Autofahrt. Das kommt nicht nur bei mir an. Über 40 000 Besucher werden in diesem Jahr das Stück auf der Freilichtbühne sehen. „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“, würde Hannibal da sagen.

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Ausgehen in Augsburg: In dieser Stadt ist viel geboten. Miriam Zissler schreibt über Bars, Klubs, Cafés, Restaurants und mehr.

von Miriam Zissler
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