Sonntag, 20. August 2017

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Die Kolumne über das Nachtleben

Das Nifo war mein Valentin

Es ist Valentinstag und plötzlich gingen alle zum Essen. Gut, der „Tag der Liebenden“ ist in diesem Jahr auch auf einen Samstag gefallen … Das machte sich bereits im Vorfeld bei den Restaurants bemerkbar. Denn bei der Reservierung kassierten meine Freunde und ich erst einmal zwei Absagen von ausgebuchten Restaurants, bevor wir im dritten Lokal noch einen Tisch ergatterten. Nicht, dass das thailändische Lokal Nifo unsere dritte Wahl war. Nein, es sollte unser Valentin werden. Entsprechend glücklich, überhaupt einen Tisch bekommen zu haben, setzten wir uns Samstagabend auch an den letzten Tisch im zweiten Raum des ehemaligen Emelka-Kinos am Backofenwall.


Seit es im Frühjahr 2013 eröffnete, war ich immer mal wieder drin. Mal war es nicht so voll und wirkte entsprechend kalt, dann war wieder mehr los und der Service kam mit den Bestellungen gar nicht mehr nach. Was aber immer gepasst hat, war die Küche. Im Nifo – und darauf legt der Chef des Hauses großen Wert – werden, anders als in vielen anderen asiatischen Küchen, keine Geschmacksverstärker und Verdickungsmittel verwendet. Das schmeckt mir und, wie es scheint, vielen anderen auch. Am Samstag passt alles. Alle Tische sind bereits besetzt (Valentinstag?) als wir um 20 Uhr das Lokal betreten. Die Stimmung ist ausgesprochen gut (Valentinstag??) und der Service so schnell wie nie zuvor. Eine Freundin und ich wählen Garnelen mit frischem Thaibasilikum und Chilis. Wir essen gerne scharf, auch sehr scharf. Das Gericht war in der Karte als „leicht scharf“ deklariert – da hätten wir schon hellhörig werden können.

Denn wer nach Asien gereist ist, weiß: Viele Gerichte, die als scharf deklariert sind, sind es erst, wenn am Tisch eigenhändig noch ein roter Teppich aus Chiliflocken darüber gestreut wurde. Viele Gerichte, die als „leicht scharf“ beschrieben werden, fallen schon einmal in die Kategorie „Feuer“. Unser Gericht ist „höllisch scharf“. Es ist wahnsinnig lecker, aber erst verändert sich meine Gesichtsfarbe, dann tränen meine Augen, und als ich das dritte Mal schneuzen muss, drücke ich den Notknopf. Dieser „Kellnerruf“ ist in jedem Tisch eingelassen und verschafft einem, wie im Flugzeug, einen baldigen Besuch einer Bedienung. Mit einer „extra“ Portion Reis bekommen wir diese kulinarische Feuerwalze in den Griff und erleben einen schönen Abend.


Das Nifo war anfangs nur die dritte Wahl, entpuppte sich dann aber als besonders charmanter und feuriger Valentin. Bei meinem nächsten Besuche nehme ich dann etwas, das in der Karte als „sehr scharf“ bezeichnet ist.

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Ausgehen in Augsburg: In dieser Stadt ist viel geboten. Miriam Zissler schreibt über Bars, Klubs, Cafés, Restaurants und mehr.

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