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Auf diesen Abend habe ich mich schon so lange gefreut, Wochen, ach was Monate habe ich ihm entgegengefiebert, immer weiter hat er sich nach hinten verschoben, am Ende bin ich fast vor Neugier geplatzt – bis ich schließlich das wieder eröffnete Restaurant Maximilian’s im Drei Mohren betrete.
Mit meiner Neugier bin ich nicht alleine, wie ich schnell feststelle. Viele Passanten blicken im Vorübergehen in das Lokal in der Maximilianstraße, manche bleiben stehen, treten direkt an die Scheibe und starren in das Innere. Dort sehen sie unter anderem eine offene Showküche – wären sie auf der anderen Seite der Scheiben würden sie feststellen, dass sie im Gegensatz zu anderen Augsburger Lokalitäten keine Essensgerüche absondert. Ich kann mich selber nicht sattsehen. Etwa an dem netten älteren Paar, das hier einen besonderen Abend zu verbringen scheint. Er mit Fliege und passendem Einstecktuch, sie mit Kostüm, modern gemusterter Bluse. Sie halten Händchen.
Ich halte die Speisekarte in der Hand und kann mich nicht entscheiden. Ich tendierte wie so oft zu einem einfachen Gericht, ein Schnitzel wäre mir das Liebste, aber das sei gar nichts Besonderes, stellt meine Begleitung spitz fest. Das wirft mich in meiner Entscheidungsfindung an den Anfang zurück. Mit dem einen Auge lese ich mehrmals die Karte rauf und runter auf der ich einfach nichts zu finden scheine, mit dem anderen beobachte ich die anderen Gäste. Eine bunte Mischung aus Hotelgästen, einer Gruppe von Männern, die ihr Treffen in das Traditionshaus verlegt hat und neugierigen Augsburgern jeglichen Alters, die dieses beinahe schon kosmopolitische Flair ebenfalls genießen.
Nachdem die Bedienung das dritte Mal ihr Glück an unserem Tisch versucht, weiß auch ich was ich essen will. Ein Schnitzel in Tapas-Form vorweg und ein Pfannkuchen gefüllt mit Lachs und Garnelen soll es schließlich sein. Das Schnitzelchen ist – abgesehen von seiner Größe – perfekt, wie gern hätte ich es in Großformat gegessen. Auf mich wartet etwas anderes: ein Pfannkuchen, der in einer Senfsoße ertrunken ist und die Konsistenz eines vollgesogenen Putzlappens aufweist. Nach den Garnelen muss ich nicht lange im Soßensee suchen: Die eine Anstandsgarnele ist mittig platziert.
Enttäuschung macht sich bei mir breit. „Das bestellt man ja auch nicht“, höre ich meinen Vater sagen und meine Begleitung zergeht in Schuldgefühlen. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Abend, aber er wird dann doch noch schön. Wir ziehen nur einige Schritte weiter, die Bar des Hauses, das „3M“ hat ebenfalls ein neues Gesicht erhalten und zu später Stunde tummeln sich dort bestens gelaunt zahlreiche Besucher. Die Bar ist schön geworden, der Cocktail schmeckt und nachdem ich meinen Hunger an den bereitgestellten Knabbersachen gestillt habe, ist die Welt eigentlich auch schon wieder in Ordnung.
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