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Nein, ich lasse mich von nichts beeindrucken. Das wäre ja noch schöner. Glitzer und Glamour prallen an mir ab, das ist alles mehr Schein als Sein und modischen Trends unterwerfe ich mich sowieso nicht. Entsprechend unvorbereitet gehe ich zu beiden Eröffnungsfeiern des Kklubs.
Hunderte Gäste drängen sich Dienstag und Mittwoch im Restaurant und im Klub, klimpern mit goldenen Ketten, die von den Wänden hängen und als Raumaufteiler dienen, sitzen auf bequemen Sesseln Probe, oder stehen an einer der vielen Bars und lassen sich von der guten Laune des Personals des Kklubs (ausgesprochen übrigens deutsch Kklub und nicht englisch Kayclub) anstecken.
Mein Blick haftet am Boden. Die aufgebrezelten weiblichen Gäste tragen High Heels, und zwar keine Bequemi-Schuhe mit Fünf-Zentimeter-Absatz so wie ich, sondern richtige Hacken. Zehn Zentimeter mindestens, geschlossen, offen, Peep Toe – das macht nicht nur groß, das macht auch noch schlank. Meine Klamotten-Krise ist perfekt und wird auch nicht besser, als mich mein Lieblings-Österreicher der Stadt fragt, ob ich meine Kampfschuhe angezogen habe.
Da hilft nur noch Zerstreuung und dazu gibt es in den verschiedenen Bereichen des Kklubs viele Möglichkeiten. Etwa vor der rauschenden Regenwand, im lauschigen Außenbereich oder auf der Tanzfläche des Klubs, wo ich mit meinen flachen Keilabsätzen stundenlang tanzen könnte. Dank der Sanierung bin ich nach der Tanzeinlage auch nicht mehr klatschnass – die Zeiten, in denen man sich dort in den Tropen wähnte, sind offensichtlich vorbei.
Doch eigentlich kann mich nur die fürsorgliche Gastfreundschaft von Helmut Kahn trösten. Der Gastgeber par excellence ist sichtlich froh, dass es nun endlich in der Kongresshalle losgeht und führt durch die Räumlichkeiten. Ich folge ihm gerne in die Küche, wo mir leckere Kalbsfleischküchle und Crème brûlée Trost spenden. Bis sechs Uhr morgens hat er es am ersten Abend ausgehalten, hat die ausgelassene Freude und Feier zur Einweihung des neuen Klubs genossen.
Am Mittwoch startet die Party mit Verzögerung. Bayern will in das Finale der Champions League und die meisten Gäste wollen das auch, scharen sich vor dem riesigen Fernseher. Ich bin zu spät, habe mich verratscht und finde zu fortgeschrittener Stunde nur noch ein Plätzchen im hinteren Bereich. Vor mir stehen Kongresshallen-Chef Götz Beck (ein Riese) und CSU-Stadtrat Tobias Schley (auch nicht von kleiner Statur).
Ich versuche, irgendwie an den beiden vorbeizuschauen, es klappt nicht. In dem Moment, als Schweinsteiger alles klar macht, Schley und Beck zum Luftsprung ansetzen, kann ich nur erahnen, was passiert ist, und blicke verzweifelt zu meinem Nachbar.
Es ist klar. Es fehlen zehn Zentimeter. Mindestens. Ich brauche dringend hohe Schuhe, am besten geschlossen, offen, Peep Toe.
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