Mittwoch, 23. April 2014

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augsburg ab acht

Die Kolumne über das Nachtleben

Sommer, Sonne, endlich draußen!

Ganz ehrlich: In geschlossenen Räumen bekommen ich mittlerweile Erstickungsanfälle. Der Herbst war zu lang, der Winter hat gar nicht mehr aufgehört, und jetzt habe ich einen großen Nachholbedarf an frischer Luft und, ja, vielleicht auch dem einem oder anderen Sonnenstrahl. Diesbezüglich bin ich genügsam geworden. Am Wochenende lautet mein Motto deshalb: draußen.


Draußen im Biergarten. Das erste Mal heuer – und das wohlgemerkt im Juni. Der Weg zur Kulperhütte ist bekannt, das Umfeld des Biergartens an der Wertach momentan im Umbruch. Das Fundament der neuen Hütte ist fertig, die Wände stehen ebenfalls und schon lässt  sich erahnen, wie schön es einmal werden wird. Von der Baustelle merke ich Freitagabend freilich wenig, als ich mich an eine Biertischgarnitur setze, meine Gedanken treiben lasse, im Hintergrund Stimmengewirr und das Klappern von Geschirr wahrnehme. Über die Bäume in den Wertachauen schwebt ein Heißluftballon – Idylle pur.


Schnell einatmen, Luft anhalten, gedanklich abspeichern, bevor die nächste Wetterkatastrophe uns ereilt, Dauerregen einsetzt oder sich der Herbst frühzeitig einstellt! Deshalb geht es am Samstagabend gleich wieder nach draußen: diesmal in die Maxstraße.


Ein Freund feiert Geburtstag, wir sitzen vor dem Sommacal und ich genieße nicht nur den lauen Abend, sondern auch die Aussicht. Hier ist der Umbau der Maximilianstraße schon weit vorangeschritten und ich fühle mich nicht mehr eingezäunt wie auf einer Weide. Noch dazu falle ich mit dem Stuhlbein nicht bei jeder Bewegung in ein tiefes Loch, wie es sich früher zwischen dem Kopfsteinpflaster klaffte. Der Stuhl steht ebenerdig, der Tisch auch und das neue Ambiente der Außenbestuhlung gefällt mir – was ich vorher nicht für möglich hielt – außerordentlich gut.


Der Grund meiner guten Laune? Zweifelsohne das schöne Wetter, das mich auch am Sonntag nach draußen gehen lässt: auf das Grenzenlos-Festival. Dort gibt es, wo man geht und steht, etwas zu sehen: Kinder-Töpfchen, die an einer Leine hoch über den Köpfen der Festival-Besucher baumeln. Einen Didgeridoo-Spieler, der aus seinem langen Holzinstrument summende Töne hervorbringt, oder ein Straßenkünstler, der auf einem hohen Rad mit Messern hantiert.


Daneben beobachte ich noch etwas anderes: dunkle Wolken, die langsam aufziehen. Schnell noch einmal einatmen, bevor es wieder nach drinnen geht. Drinnen, soll aber diesmal nur ein kurzer Zwischenstopp werden, bevor es hoffentlich bald wieder nach draußen gehen kann.

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