Wetter
Mi.
9°C
Wetter
Do.
13°C

Übersicht | Meistgelesen | Bestbewertet | Meistkommentiert

Rainer Bonhorst

Kommentare zum Heimat- und Weltgeschehen

Özil kommt aus Gelsenkirchen, Podolski nicht

Podolski ist, so polnisch das klingt, schon lange ein deutscher Name. Dass unser Lukas in Polen und nicht in Gelsenkirchen geboren wurde, ist eher überraschend. Sein Geburtsort ist Gliwice und hieß früher Gleiwitz, weshalb es nicht verwundert, dass seine Großeltern väterlicherseits, also die mit dem polnischen Namen, deutsche Staatsbürger waren. Mit dem Enkel als deutschem Nationalspieler schließt sich der Kreis. Klose ist ein Name, wie er deutscher nicht sein könnte. Aber auch unser Miroslav ist in Polen geboren. Denn Klose ist auch ein polnischer Name, so wie Podolski ein deutscher Name ist. In Oberschlesien sind trotz einer unglücklichen Geschichte deutsche und polnische Wurzeln eng umschlungen. Verwirrend? Mag sein. Europa war eben schon multikulturell, als es das Wort noch gar nicht gab. Heute haben wir Mesut Özil. Der ist in Gelsenkirchen geboren. Das Multikulturelle bleibt nicht, was es war. Früher ging der Witz, dass Schalke-Spieler, wenn sie in Polen antraten, bei Verwandten übernachten können. Heute können viele Gelsenkirchener (und Augsburger und Kemptener) bei türkischen Verwandten übernachten. Dass ein Deutscher Mario Gomez heißen kann, ist ein alter Hut. Gehen wir also gleich zu den beiden Boatengs als waschechte Berliner. Das ist neuer. Aber auch Afrikanisches hat sich nach und nach bei uns eingefunden. Dass der eine Boateng (Jerome) für sein Heimatland Deutschland spielt und der andere (Kevin-Prince) für sein Heimatland Ghana, tut niemandem weh (außer vielleicht Ballack). Dass beide Regenbogen-Berliner nach der WM in England spielen, ist Fußball. Cacau (gebürtig in Brasilien, Karrierestart bei Türk Gücü München), Sami Khedira (gebürtiger Stuttgarter mit tunesischem Vater), Piotr Trochowski (nochmals Polen, diesmal Pommern): Sie alle zeigen, dass Fußball ein traumhaftes Beispiel dafür sein kann, wie die Vielfalt kultureller Hintergründe zusammenwachsen kann. Aber Träume zerrinnen. Denken wir an unseren schönen, zurzeit traurigen Nachbarn Frankreich. Dort ist ein multikulturelles Fußballteam zerbrochen und steht nun als Symbol einer zerrissenen Gesellschaft da. Und bei uns ist alles in Butter? Ohne ständiges Bemühen ist gar nichts in Butter. Das gilt für die Özils und Boatengs ebenso wie für die Lahms und Schweinsteigers. So schön es ist, in Sieg und Niederlage eine so harmonisch vielfältige Mannschaft zu haben: Ein Spiegelbild unserer Gesellschaft ist sie noch nicht. Da bleibt viel zu tun, bei den Akyüns und den Müllers.

Statistik

Aufrufe der letzten 90 Tage: 7   |   Aufrufe in den letzten 24 Stunden: 0

Beitrag 

kommentieren

Weitere Beiträge

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 06.06.2011, 08:40 Uhr

Neulich saß ich mit Leuten zusammen, die man mit etwas bösem Willen Gutmenschen nennen könnte. Und ich habe mich den ganzen Abend gefragt: Was ist eigentlich so schlecht an denen? Dumme Frage? Keineswegs. Das Wort Gutmenschen ist ja kein Kompliment....

Mehr...   |   Kommentare (3)   |     Bewertung: von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 05.04.2011, 13:15 Uhr

Die neue Politik der Farben hat einen weiteren Höhepunkt erreicht, als Horst Seehofer erklärte, die CSU werde ökologisch. Mit anderen Worten: Schwarz wird Grün. Nun gut, große Männer sind schon immer großzügig mit den Farben umgegangen. Goethe hat...

Mehr...   |   Kommentare (1)   |     Bewertung: 3 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 22.03.2011, 16:55 Uhr

Maximo, der uns zum Flughafen fuhr, entwickelte seine ganz eigene Sicht, als wir über die Katastrophen dieser Welt sprachen. Er stammt aus der Dominikanischen Republik und verdient sich in New York sein Geld als Fahrer. Seine Heimat, diese von vielen...

Mehr...   |   Kommentare (1)   |     Bewertung: 4 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 17.03.2011, 16:00 Uhr

Wer herumläuft, dessen Gedanken laufen mit ihm herum. Ich bin in letzter Zeit ziemlich viel an verschiedenen Orten und in verschiedenen Ländern herumgelaufen und wage darum mal ein paar Bemerkungen zur Kultur der mechanisch nicht unterstützten...

Mehr...   |   Kommentare (0)   |     Bewertung: von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 07.03.2011, 15:55 Uhr

Das libysche Drama nimmt seinen Lauf. Wir hoffen wohl alle, dass das vom Tyrannen verordnete Blutvergießen mit einem Sieg der Menschen endet, die sich nach Freiheit sehnen. Mir geht, während ich über Libyen nachdenke, noch etwas anderes durch den...

Mehr...   |   Kommentare (1)   |     Bewertung: von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 28.02.2011, 17:30 Uhr

Hier ein Geständnis: Ich habe es gelegentlich genossen, unbefugterweise mit Herr Doktor angesprochen zu werden. Wer Glück hat, kommt ab und zu im Laufe eines längeren Lebens in den Genuss eines solchen unverdienten Kompliments. Das Schöne daran ist,...

Mehr...   |   Kommentare (1)   |     Bewertung: 5 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 21.02.2011, 13:11 Uhr

Ich bin nur ein Mann und zudem ein älteres Semester. Aber ich sage trotzdem einfach mal etwas zur großen deutschen Frauendebatte. Da ist ja wieder etwas passiert. Zur starken Frau, die bisher diese Debatte beherrschte, ist die feige Frau...

Mehr...   |   Kommentare (2)   |     Bewertung: 5 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 14.02.2011, 17:34 Uhr

Ich habe die Ägypten-Story der vergangenen Wochen wie einen Film oder Fotoreigen genossen. Bilder einer Revolution könnte man das nennen, was sich vor meinen Augen und in meinem Kopf zugetragen hat. Auf dem Hauptbild, dem Hauptfilm sind...

Mehr...   |   Kommentare (0)   |     Bewertung: 0 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 07.02.2011, 12:06 Uhr

Ich gebe es gerne zu: Ich war kein Wunderkind. Wäre ich vielleicht eines geworden, wenn mich die amerikanisch-chinesische Tigermutter Amy Chua in die Finger bekommen hätte? Eines weiß ich sicher: Die Bestseller-Autorin, über deren Erziehungsmethoden...

Mehr...   |   Kommentare (3)   |     Bewertung: 5 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 31.01.2011, 16:14 Uhr

Mir geht es wie den meisten Leuten. Man fährt einfach mal nach Tunesien, genießt das Land, ärgert sich über die aufdringlichen Händler und macht sich wegen der Politik keinen Kopf. Meine Tunesien-Reise ist eine Ewigkeit her, aber es war nie ein...

Mehr...   |   Kommentare (3)   |     Bewertung: 0 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 24.01.2011, 11:42 Uhr

Ich rede hier sonst nicht über Bücher, die ich gerade lese. Heute tue ich es, weil mich die Tagebücher von Fritz J. Raddatz tiefer in eine Welt hineinziehen als die Lektüre manches Romans. Die Tagebücher (1982 bis 2001) bieten einen Paparazzo-Blick...

Mehr...   |   Kommentare (1)   |     Bewertung: 3 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 17.01.2011, 14:38 Uhr

Neulich hab ich etwas Überraschendes erfahren, und zwar von einem, der es wissen muss. Wir haben über das Thema Korruption gesprochen. Über die weltweite Korruption. Die hat ja stark an Ansehen verloren. Früher hat man die Sache nicht so eng gesehen....

Mehr...   |   Kommentare (1)   |     Bewertung: 4 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 10.01.2011, 12:11 Uhr

Heute trau ich mich mal ganz weit weg. Amerika ist nichts dagegen. Ich sage nur: Australien. Neulich hab ich mit einer gebürtigen Australierin geplaudert. Sie kam zum Glück nicht aus Queensland, wo der halbe Staat unter Wasser steht. Wir haben...

Mehr...   |   Kommentare (1)   |     Bewertung: 0 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 03.01.2011, 15:01 Uhr

Früher bin ich gerne mit meiner Familie nach Dänemark in Urlaub gefahren. Gibt es ein liebenswerteres Land? Freundliche Menschen, weltoffen, weite Strände, schöne Orte, sogar Sonne, kurz: nördlicher Charme. Hätte mir damals jemand gesagt, dieses...

Mehr...   |   Kommentare (4)   |     Bewertung: 4 von 5 Sternen

Kommentar Von Rainer Bonhorst, 28.12.2010, 12:49 Uhr

Vorab eine Warnung. Diese Kolumne wird streckenweise ein bisschen traurig. Zunächst einmal handelt sie nur vom großen Aufatmen nach dem Fest. So schön es auch war, es ist auch schön, wenn die Feierlichkeiten wieder vorbei sind. Frei nach Wilhelm...

Mehr...   |   Kommentare (3)   |     Bewertung: 5 von 5 Sternen

Über diesen Blog

Kommentare zum Heimat- und Weltgeschehen. Das Thema, wenn es denn beschrieben sein muss: Alles was uns bewegt.


Diesen Blog durchsuchen
Blog-Suche

Schreiben Sie einen Leserblog. So einfach geht's!

Neues aus der Community