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155.05 Minuten Spielzeit, Produktionskosten von beinahe 250 Millionen Dollar und zu allem Überfluss ein Werbeetat von 150 Millionen Dollar: die Superlative häufen sich beim Mega-Blockbuster „Avatar“ von Regie-Ikone James Cameron - nicht zu vergessen das grandiose Einspiel-Ergebnis von über zwei Milliarden Dollar. Aber warum all das? Es ist doch nur eine Fantasy-Geschichte über blaue Männchen! Die Skepsis war groß, dass der Film auf Grund der Millionen aus dem Marketing lediglich künstlich aufgebauscht wurde, in Wahrheit jedoch ein gigantomanischer Flop ist. Denn in der Regel ist es ja so, dass je mehr Marketing in Hollywood betrieben wird, je seichter und langweiliger die Story des Films ist. Doch nicht so bei Cameron, der mit „Avatar“ wirklich ein neues Meisterwerk der Filmgeschichte erschaffen hat. Schon nach kurzer Spieldauer ist man als Zuschauer einfach nur gefesselt von den Farben, den Klängen und den Eindrücken, die Cameron mit aufwendiger Computer-Animation realisierte. Gerade auf technischer Ebene legte der „Titanic“-Regisseur die Messlatte für nachfolgende Filme noch einmal ein gutes Stück höher. Eigentlich würde dieser Fakt bereits ausreichen, um die zweieinhalb Stunden im Kino als kurzweilige Freizeitbeschäftigung zu erleben. Doch es wäre nicht James Cameron, würde er nicht versuchen, auch der Story des Films eine gewisse Tragweite zu geben. Und das gelingt dem Regisseur mit erstaunlich einfachen Mitteln. Er baut keine abwegige Geschichte auf, in die sich der Film schließlich selbst verstrickt und nicht mehr herausfindet. Cameron skizziert eine alltägliche Geschichte über die Dominanz und die Herrschsucht der Spezies Mensch, für die es selbstverständlich ist, sich bei der Natur zu bedienen, wie es gefällt; egal ob im Jahr 2010 oder im Jahr 2154, das Prinzip funktioniert, die Geschichte gefällt. So einfach die Handlung auch ist, sie regt zum Denken an, man bezieht Stellung, versetzt sich in die Lage der Unterdrückten, obwohl es sich um große blaue „Marsmenschen“ handelt. Auch das spricht für die Klasse von James Cameron. Dennoch hat der Film, der in aller Welt solchen Zuspruch bekommen hat, bei der Oscar-Verleihung enttäuscht. Lediglich drei Oscars (allesamt im technischen Bereich) holte das Fantasy-Abenteuer des Regie-Genies. Sowohl in der Kategorie Bester Film wie auch in der Kategorie Beste Regie musste sich „Avatar“ den Konkurrenten geschlagen geben. Besonders schmerzlich ist die Auszeichnung als bester Film für das Kriegsdrama „The Hurt Locker“. Denn dieser Film ist der Gegenentwurf zu „Avatar“. Mit einfachen Mitteln und einem Budget von nur 11 Millionen Dollar gelang der Regisseurin Kathryn Bigelow der Überraschungs-Coup. Besonders bizar: Bigelow war von 1989 bis 1991 mit James Cameron verheiratet. Punkte: 9 von 10
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