Übersicht
|
Meistgelesen
|
Bestbewertet
|
Meistkommentiert
Sie kann es also immer noch! Witzig sein und über sich selbst lachen sind wohl zwei Eigenschaften, die Cameron Diaz (Any Given Sunday, Vanilla Sky) besonders gut beherrscht. Auch in ihrem neuesten Film „Knight & Day“ an der Seite von Superstar und Sunnyboy Tom Cruise (Mission Impossible, Collateral) gelingt ihr diese Art, die sie mit „Verrückt nach Mary“ berühmt gemacht hat, bestens. Zwar ist das aktuelle Werk von James Mangold (Cop Land, Identität, Walk the Line) nicht gerade ein Prunkstück, doch die schauspielerische Leistung der überaus adretten Diaz bewirkt, dass man stets ein leichtes Lächeln auf den Lippen trägt. Klar, manche Witze sind so platt, dass es schon fast weh tut (zumindest sind sie so uninspiriert ins Deutsche übersetzt), aber man wird über die volle Spieldauer angenehm unterhalten. Denn wenn der Dialog zwischen Cameron und Tom etwas abebbt, dann leisten die Pyrotechniker ganze Arbeit und sprengen sogar ein Flugzeug mit großem Getöse in die Luft. Wunderbar! So muss ein Action-Film im Dolby Surround knallen. „Knight & Day“ darf jedoch nicht hinterfragt werden. Die Story zu prüfen, die uns James Mangold auftischen möchte, würde nur den Gesamteindruck (der sich nur auf Cameron Diaz bezieht ;)) kaputt machen. Denn die schauspielerische Leistung von Tom Cruise war Meilen weit unter dem, was für Mr. Zuverlässig normalerweise selbstverständlich ist. Schauspieler und Film können einem Vergleich mit der „Bourne Identität“ oder „James Bond“ nicht im Ansatz entgegentreten. „Knight & Day“ ist einfach ein netter Film, der seine Daseinsberechtigung hat, weil alle Männer einmal wieder Cameron Diaz im Bikini am Sandstrand über die Leinwand hüpfen sehen wollten. Mit diesem Fakt arbeitet Angelina Jolie bereits ihre komplette Karriere - richte man nur die Gedanken auf „Mr. and Mrs. Smith“ oder „Wanted“. Alle anderen Bestanteile des Films waren mehr als tausend Mal zuvor zum Teil mit besserer Qualität zu sehen. Verfolgungsjagden wie in „Ronin“ oder „Transporter“ sind eben nicht so leicht zu kopieren, auch wenn Mangold für diese Szene eine Stierparty durch Sevilla organisiert hat. Besser hätte es dem Film wohl auch getan, wenn nicht gerade Tom Cruise sich als witziger Schauspieler versucht hätte. Da wären mir John Cusack aus „Grosse Point Blank“ oder Brad Pit (suchen sie sich einen Film aus) mit seiner coolen Art lieber gewesen als dieser doch sehr hölzern wirkende, stark alternde Superstar. Denn es scheint so, als wäre die Zeit für Tom Cruise im Action-Segment langsam abgelaufen. Der Stern des Superstars ist langsam am Verglühen. Ansonsten hält der Film wenige Überraschungen bereit, außer vielleicht dass man sich wünscht, Cameron Diaz wieder öfters in guten Komödien zu sehen. Fazit: „Knight & Day“ ist nicht so schlecht, wie er von vielen Kritikern gesehen wird. Der Zwitter aus Comedy und Action ist ein wagemutiger Versuch von einem zweifellos großen Regisseur. Doch selbst ein solch renommierter Kreativer kann mit einem Versuch völlig daneben liegen. Leider hat sich James Mangold auch von einem großen Namen blenden lassen. Denn anstatt das Zugpferd zu sein, bremst Tom Cruise mit seiner qualitativ nicht optimal abgestimmten Leistung den Film. Cameron Diaz hingegen rettet mit ihrer süßen und selbstironischen Art alles, was noch zu retten ist. Den Rest erledigen die Stunt-Koordinatoren und die Pyrotechniker. Einen großen Anspruch darf der Film nicht haben, er wird mit Sicherheit auch nicht lang im Gedächtnis bleiben, aber sollte man zufälligerweise in den nächsten Wochen abends nicht wissen, was man unternehmen soll, dann ist es nicht verkehrt, sich Cameron Diaz im roten Bikini am Sandstrand anzusehen. Punkte: 4 von 10
Beitrag
kommentieren
| bewerten: