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Über Witz lässt sich bekanntlich nicht streiten. Doch in Zeiten, in denen Mario Barth mit seiner „Komik“ ganze Fußballstadien füllt, muss eigentlich nicht mehr über den anspruchslosen Geschmack (oder sollen wir es lieber gänzlich fehlenden Geschmack nennen?) in großen Teilen der Bevölkerung diskutiert werden. Genauso wenig schockierend ist die Politik der großen Hollywood-Studios, die panisch versuchen, mit Namen - weniger mit ruhmreichen Ideen - die Kunden in den Kinosaal zu locken. So scheint es auch bei „Kindsköpfe“ zu sein, dem neuesten Werk von Comedy-Star Adam Sandler. Zwar führte bei dem Klamauk Dennis Dugan (Big Daddy, Chuck and Larry) die Regie, das Drehbuch entsprang jedoch der Feder von Adam Sandler zusammen mit Fred Wolf. Im Jahr 1996 hat sich Adam Sandler seinen Namen im Comedy-Genre mit dem aberwitzigen „Happy Gilmore“ geschmiedet, ein Film über einen äußerst unkonventionellen Golf-Profi, den ebenfalls Dennis Dugan in Szene setzte. Darauf folgten einige sehr ansehnliche Streifen (Big Daddy, Mr. Deeds, Chuck und Larry u.a.), die die komödiantische Klasse von Sandler immer wieder bestätigten. Doch leider ist sich der Superstar nicht zu Schade, mit indiskutablen Filmen wie „Kindsköpfe“ seinen exzellenten Namen zu ruinieren. Noch viel schlimmer ist der gesamte Cast des Films: Neben Sandler standen Kevin James, Salma Hayek, Chris Rock, Rob Schneider und David Spade vor der Kamera - ein Großaufgebot an zum Teil hervorragenden Komödianten. Das Ergebnis ist dramatisch: Über 102 Minuten Spieldauer fragt man sich als Zuschauer stets, warum man eigentlich noch sitzen bleibt und sich nicht sofort von diesen Qualen erlöst. Witz sucht man in diesem Film vergeblich, dafür lauern die Klischees, die sinnlosen Dialoge und die peinlichen als Comedy getarnten Aktion an jeder Ecke; betretenes Schweigen an vielen Stellen ist die Folge. Da hilft es auch nicht, dass mit Madison Riley als Jasmine Hilliard und Jamie Chung als Amber Hilliard zwei wohlgeformte weibliche Wesen in den sinnlosen Plot eingebaut wurden, die - witzig oh witzig - die überaus adretten Töchter des eher hässlich anmutenden Rob Hilliard (Rob Schneider) spielen. Dramatisch ist dabei nur, dass es nicht schon wieder so blöd ist, dass es dann doch wieder urkomisch wirkt. Ebenso versteht man nicht so richtig, warum ein Kevin James, der über unzählige Folgen „King of Queens“ Witz, intelligenten Humor und Charme versprüht hat und obendrein mit seinem Wechsel zum Film - besonders in Chuck und Larry oder Hitch - bisher meist sehr gefallen hat, sich ausgerechnet für diesen Film engagieren ließ. Eine schwache Leistung ist noch untertrieben. Ein weiteres Negativbeispiel ist Chris Rock. Der geborene Entertainer und Stand-Up-Comedian lässt jeglichen Witz vermissen. Starr und steif rödelt er seine vorgegebenen Szenen ab, ohne jegliches Herz oder Verstand. Man mag sich überhaupt nicht mehr an die humorvolle Vorstellung aus „Dogma“ erinnern, als der begnadete Komödiant den 13. Apostel Rufus spielte, der sich darüber beschwert, nicht in der Bibel zu stehen. Nun könnte man das Pferd auch von hinten aufziehen und sagen: Was soll man schon von Rob Schneider und David Spade erwarten, zwei Witzereißer, die eher im Keller nach dem Niveau suchen. Erinnert sei dabei an Filme wie „Animal“ oder „Rent A Man“, in denen Schneider panisch versucht, witzig zu sein, oder „Joe Dirt“ in dem Spade seinen „Witz“ zum Besten gibt. Doch auf der anderen Seite schaffte es Adam Sandler stets, das unterirdische schauspielerische Talent von Schneider in Filmen wie „Klick“, „Spiel ohne Regeln“ oder „Waterboy“ nicht zu dramatisch in den Vordergrund zu rücken, so dass diese dramatische Witzarmut nicht auffiel. In „Kindsköpfe“ hat er jedoch den Fehler begangen, Schneider eine gewichtige Rolle zukommen zu lassen; deren Nutzwert - ein großes Fragezeichen. Fest steht nur: ES IST NICHT WITZIG!! Ganz im Gegenteil: Schneider nervt - genauso wie Kollege Spade - von der ersten Szene an gewaltig. Dem aufmerksamen Zuschauer wird dadurch relativ schnell verdeutlicht, dass sich das Niveau der Comedy in „Kindsköpfe“ nicht in der Kategorie „Gerhard Polt“ bewegt, sondern leider einen schlecht aufgelegten Mario Barth adaptiert - und selbst Deutschlands beliebtester Komiker ist an an einem hervorragenden Tag nicht witzig. Zum Plot selbst fehlen einem die Worte, denn er ist so ausgekuckt, so klischeebeladen, dass es an Langeweile nicht mehr zu überbieten ist. Einzig vielleicht der Auftritt einer überaus schlanken Salma Hayek im Monokini entzückt den Betrachter. Besonders prekär ist dann noch, dass es sich Adam Sandler nicht nehmen lässt, dem Zuschauer, der wirklich die 100 Minuten am Stück ertragen hat, in den letzten zehn Minuten eine Moral der Geschichte mitzugeben. Da bleibt nur noch eines zu sagen: Danke schön!! Fazit: Eigentlich finde ich Adam Sandler witzig. Gerade im Comedy-Genre ist es schwer, darüber zu urteilen, was witzig ist und was nicht, denn jeder Mensch lacht wohl bei einem anderen Klamauk. Bei „Kindsköpfe“ gestaltet sich das jedoch etwas anders. Leider ist es Adam Sandler, der für das Drehbuch verantwortlich ist, nicht gelungen, einen witzigen Film zu machen. Die Schauspieler, die er dafür zur Verfügung hatte, haben allesamt große Namen in diesem Genre, können oder dürften jedoch ihre Klasse - insbesondere eine Chris Rock oder ein Kevin James - zu keiner Zeit zeigen. Das Drehbuch ist schwach, der Plot ist ohne jegliche Kreativität und Regisseur Dennis Dugan hat es zudem nicht geschafft, die schwachen Vorgaben in ein besseres Bild zu rücken. Mir fällt es normalerweise nicht leicht, einen Film vernichtend zu kritisieren, denn immerhin haben sich die Beteiligten trotz all der Schwächen sehr viel Mühe gegeben. Bei „Kindsköpfe“ gestaltet sich das jedoch anders, da ich bei diesem Cast überaus enttäuscht war, welch uninspirierter Film dabei entstand. So kann ich nur davon abraten, sich diesem Film im Kino anzusehen. "Kindsköpfe" ist für mich bis jetzt der mit Abstand schlechteste Film des Jahres. Punkte: 1 von 10
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